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Einrichtung zum Speisen eines Blasrohres mit Druckluft, insbesondere
für Rußbläser Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Speisen eines Blasrohres
mit Druckluft, im besonderen für RußbläSer.
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Solche Vorrichtungen zum Fortblasen des Rußes, der Asche o. dgl. bestehen
gewöhnlich aus einem Sammelblasrohr, das dauernd an einer geeigneten Stelle im Kessel
angeordnet ist, meist sich um seine Längsachse drehen kann und Blasdüsen hat, die
gegenüber jedem Zwischenraum zwischen den zu reinigenden Kesselrohren liegen; aus
diesen Blasdüsen strömt das Reinigungsmittel mit großer Geschwindigkeit. Bisher
wurden diese Reinigungsvorrichtungen mittels des Dampfes, der dem Kessel selbst
entnommen wurde, gespeist. Man hat nun beobachten können, daß die Verwendung dieses
Dampfes für die gute Erhaltung der Rohre des Dampfkessels oder des Vorwärmers Nachteile
besitzt, und hat daher auch schon vorgeschlagen, den Dampf durch Druckluft zu ersetzen.
Da aber die Leistung der Blasrohre zur Erzielung einer guten Reinigung beträchtlich
sein muß, müßte man hierfür einen Luftverdichter von solcher Leistung und einen
Druckluftbehälter von so großem Fassungsvermögen vorsehen, daß eine derartige Anlage
sehr teuer wird.
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Es ist nun bereits bei solchen mit Druckluft gespeisten Blasrohren
bekannt, in der für mehrere Blasrohre gemeinsamen Druckluftzuführungsleitung ein
Absperrglied einzubauen, welches selbsttätig geöffnet wird, wenn in bestimmten Zeitabständen
die Blasrohre durch einen Antrieb hin und hergeschwenkt werden. Die Einführung der
Druckluft in die eigentlichen Blasrohre erfolgt hier also nur, wenn die Blasrohre
bewegt werden; sobald die Blasrohrbewegung aufhört, wird die Druckluftzufuhr zu
den Blasrohren abgesperrt. Es ist weiter bei mit Druckluft gespeisten Blasrohren
bekannt, das Absperrglied an der Stelle der Druckluftzuführungsleitung anzuordnen,
an welcher mehrere Blasrohre abzweigen, und derart auszubilden, daß in wechselnder
Folge jedes der Blasrohre mit der Druckluftzuführungsleitung verbunden, also mit
Druckluft gespeist wird. Die Druckluft strömt also hier während einer bestimmten
Zeitspanne durch ein Blasrohr bzw. durch eine Blasrohrgruppe, um in der folgenden
Zeitspanne durch ein anderes -Blasrohr bzw. durch eine andere Blasrohrgruppe geleitet
zu werden, die vorher von der Druckluftzufuhr abgesperrt war. Jede Bewegung des
Absperrgliedes führt also zu einer Umsteuerung des Druckluftstromes in ein anderes
Ausblaserohr.
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Im Gegensatz hierzu wird bei der Einrichtung gemäß der Erfindung,
bei welcher ein gleichmäßig arbeitender Luftverdichter; ein Druckluftbehälter und
eine zwischen diesen
und dem Blasrohr angeordnete, stoßwexs2 arbeitende
Abschlußvorrichtung vereinigt sind, durch das Absperrglied jeder als einheitliche
Menge von dem Verdichter in den Druckluftbeh.älter eingeführter Luftstrom in mehrere
stoßweise aufeinanderfolgend durch das gleiche Blasrohr strömende Teilmengen zerlegt.
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Durch diese Einrichtung soll zwischen jedem Stoß oder Druckluftstrahl
ein bestimmter Zeitraum gewonnen werden, der dem Luftverdichter gestattet, in den
Behälter die für jeden Stoß erforderliche Druckluftmenge zu fördern. Hierdurch wird
die Anlage nicht nur kleiner und billiger, das stoßweise Blasen. ist auch wirksamer
als das gleichmäßige; denn die aufeinanderfolgenden Druckluftstrahlen verursachen
eine Reihe von Erschütterungen, die für das Ablösen des Rußes oder der Asche, die
-sich auf den Röhren abgelagert haben, sehr günstig sind.
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Die Drehgeschwindigkeit des Blasrohres ist derartig berechnet, daß
für jede Blasarbeit eine genügende Zahl von Druckluftstößen - etwa 15 in
der Minute - erfolgt. Es ist übrigens möglich, die gewünschte Zahl von Stößen dadurch
zu erhalten, daß man die Drehung des Blasrohres mehrfach erfolgen läßt oder zwischen
jedem Stoß unterbricht.
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Die in den Leitungen für die Zufuhr der Druckluft angeordneten Abschlußvorrichtungen
können auf ein .einzelnes Blasrohr oder gleichzeitig auf mehrere Blasrohre wirken.
Sie werden -durch irgendeine beliebige Einrichtung gesteuert, am zweckmäßigsten
mechanisch oder elektrisch. Im letzteren Falle können sie durch einen kleinen Elektromotor
einzeln geregelt werden, wobei die Regelung dieser Motoren von einer Zentralstelle
aus erfolgt.
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Wirkt die die Druckluft hervorrufende Abschlußvorrichtung nur auf
ein einzelnes Blasrohr, so kann der in an sich bekannter Weise dieselbe steuernde
und gleichzeitig das Blasrohr drehende Antrieb gemäß der Erfindung mit Spiel an
das Blasrohr derart angeschlossen sein, daß der Ausströmwinkel der an der Wand des
Blasrohres verteilten Düsen bei Drehung desselben in verschiedener Richtung sich
ändert.
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In dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung
ist Abb. i ein Schema der gesamten Blasvorrichtung für einen Dampfkessel. Die Abb.
z, 3 und zeigen verschiedene Anordnungen der Abschlußvorrichtung in einer solchen
Anlage.
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Gemäß Abb. i ist i der zu reinigende Kessel, und 2 sind die Blasrohre,
die an geeigneten Stellen angeordnet und mit einem Druckluftbehälter 3 durch -eine
Rohrleitung q. verbunden sind. Ein Luftverdichter 5 drückt in den Behälter 3 die
Druckluft, die von ihm durch die Rohrleitung q. strömt und die verschiedenen Blasrohre
speist. In dieser Rohrleitung ist zwischen dem Behälter 3 und den Blasrohren z eine
Abschlußvorrichtung eingeschaltet, die nach der Ausführung der Abb. i in jedem der
Köpfe oder Verteilung smäntel6 der Blasrohre liegt und in Abb. z im größeren Maßstabe
dargestellt ist.
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Die Einrichtung besteht gemäß Abb. z aus einem Blasrohr 7, welches
Düsen 8 trägt, die gegenüber den Zwischenräumen der Rohre des Kessels i liegen.
Dieses Blasrohr kann mittels eines Schneckenrades 9 und einer Schnecke 91 gedreht
werden, die in dem Verteilungsmantel 6 liegen, in welchen die Luft durch ein Rohr
io eingeführt wird. Das stoßweise Arbeiten der Druckluftstrahlenwird durch das Öffnen
und Schließen eines Ventils i i herbeigeführt, das durch eine Feder 12 auf seinem
Sitz gehalten wird und mittels eines doppelarmigen Hebels 13, 14. angehoben wird,
dessen einer Arm i q. durch den Daumen 15 gesenkt wird, der auf der Welle
9= der Schnecke sitzt. Auf dieser Welle befindet sich auf der Außenseite des Mantels
6 ein Kettenrad 16, in dessen Kehle eine zum Drehen des Rades dienende Kette
17 läuft. Die Betätigung der Blasvorrichtung erfolgt durch einen Zug auf
diese Kette, was die Drehung des Sammelrohres und gleichzeitig das Öffnen und Schließen
des Ventils entsprechend der Lage des Daumens 15 herbeiführt.
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Nimmt man beispielsweise an, daß durch entsprechende Gestaltung des
Hebels 13, 14 und des Daumens 15 das Ventil für die Dauer einer Sekunde
offen gehalten und für 3 Sekunden geschlossen gehalten wird, so ergibt sich ohne
weiteres, daß .die Druckluftanlage nur 1/4 der Leistung bei gleichmäßigem Speisen
der Blasröhren braucht.
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Das das Sammelrohr 7 mitnehmende Schnekkenrad sitzt auf ihm gemäß
der Erfindung mit einem gewissen Spiel im Sinne der Drehung, so daß es nach jeder
Rückkehr des Blasrohres in seine Anfangslage eine neue Stellung einnimmt, die gegenüber
der vorhergehenden jedesmal um einen Winkel verschoben ist. Hierdurch wird erreicht,
daß die Stellen oder Zonen, die bei der Drehung des Rohres 7 in der einen Richtung
getroffen werden, gegenüber den bei der Rückdrehung getroffenen um einen Winkel
verschoben sind. Man erhält so ein völliges und lückenloses Reinigen des ganzen
Röhrensystems. Eine solche Verbindung mit Spiel zwischen Schnekkenrad 9 und Rohr
7 kann in beliebiger, an sich bekannter Weise ausgeführt sein. Beispielsweise besitzt
das Rad auf seiner Innenseite eine kurze Ringnut, in die ein radialer Ansatz des
Rohres eingreift. Das Rad wird
daher das Rohr immer erst dann mitnehmen,
wenn der Ansatz gegen die eine oder andere Endwandung der Nut stößt.
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Falls das Sammelrohr 7 nicht drehbar ist, wird das Schneckenrad 9
auf ihm lose befestigt.
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Bei anderen Ausführungsformen der Erfindung (v -1. Abb. 3 und
q.) kann die Abschlußvorrichtung vom Kopf 6 des Blasrohres unabhängig und an irgendeinem
Punkte der Rohrleitung angeordnet sein, die alle oder einen Teil der Blasrohre eines
oder mehrerer Kessel mit Druckluft speist.
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Nach Abb.3 besitzt in bekannter Weise jedes der mit 18 bezeichneten
Blasrohre einen Verschluß im Kopf i9, wobei die öffnung und Schließung dieses Verschlusses
gleichzeitig mit der Drehung des Blasrohres herbeigeführt werden. Außerdem liegt
in der Leitung 2 i die stoßweise arbeitende Abschlußvorrichtung 2o, welche die Druckluft
zu dem Kopfe der vier Blasrohre 18 führt und durch einen Elektromotor oder sonst
irgendeine nicht dargestellte Einrichtung angetrieben wird. Die Arbeitsweise dieser
Einrichtung ist folgende: Wenn die Abschlußvorrichtung 2o in Tätigkeit ist, dreht
man nacheinander jedes Rohr 18 mittels der entsprechenden Kette während der für
ein gutes Reinigen erforderlichen Zeit, wobei sich das Absperrglied im Kopf des
Blasrohres selbsttätig und unabhängig von der Abschlußvorrichtung 2o öffnet und
schließt.
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Nach Abb. q. besitzen die Blasrohre 18 nicht mehr einen im Kopf des
Blasrohres angeordneten Verschluß, sondern der Zutritt der Druckluft in jedes Blasrohr
erfolgt mit Hilfe von Ventilen oder Schiebern oder Klappen 22, die in einem bestimmten
Abstande vom Kopf angeordnet sind und von Hand betätigt werden. Die Stöße werden
durch die Abschlußvorrichtung 2o hervorgerufen, die in der Druckluftrohrleitung
liegt und mechanisch oder elektrisch angetrieben wird. Diese Einrichtung arbeitet
in folgender Weise: Wenn die Abschlußvorrichtung 20 in Tätigkeit ist, werden die
Blasrohre 18 nacheinander betätigt, indem die jedem Blasrohr entsprechende Abschlußvorrichtung
22 von Hand geöffnet wird.