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Sicherungsvorrichtung für Sprengpatronen Die Unschädlichmachung von
Versagerschüssen ohne Schußsicherung ist eine lebensgefährliche Arbeit. Das bisher
vielfach übliche Verfahren, einen Versager durch ein-en Hilfsschuß, der neben dem
sitzengebliebenen Schuß angesetzt wird, abzuräumen, ist oft sehr schwierig anzuwenden,
und es ist auch häufiger vorgekommen, daß beim Bohren des Hilfsschusses das noch
mit Sprengstoff besetzte Bohrloch des Versagerschusses angebohrt wurde und die Sprengladung
zur Explosion kam.
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Es hat sich als zweckmäßiger erwieisen, die sitzengebliebene Sprengladung
nach Beseitigung des Besatzmaterials durch eine neue Schlagpatrone abzuschießen.
Um den Besatz des Schusses gefahrlos abräumen zu können, ist es jedoch erforderlich,
zwischen der Sprengladung und dem Besatz eine Versagersicherung einzubauen, die
verhindert, daß man beim Ausräumen des Besatzes aus dem Bohrloch unmittelbar mit
'dem Sprengstoff in gefahrvolle Berührung kommt.
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Eine neuerdings in Vorschlag gebrachte Versagersicherung sieht die
Einschaltung eines Holzpfropfens zwischen der Sprengladung und dem. Besatzmaterial
des Schusses vor. Diese Sicherung hat den Nachteil, daß der Holzpfropfen bei Vorkommen
eines Versagers aus dem Bohrloch herausgezogen werden muß, um die Sprengladung freizulegen.
Erfahrungsgemäß ist die Beseitigung eiirres solchen Holzpfropfens mit Schwierigkeiten
verbunden und gelingt nicht immer. Von anderer Seite ist ein Schutzplättchen aus
Metall als Versagersicherung empfohlen worden, das durch Haltearme, die in die Sprengpatrone
hineingedrückt werden müssen, an einem Kopfende einer Sprengpatrone blefestigt wird.
Auch diese Sicherung bietet keine hinreichende Gewähr. Es kann vorkommen, daß beim
Eindrücken der Haltearme in die Sprengstoffpatrone die Patronenhülle aufgerissen
wird und das Schutzplättchen beim Einbringen in das Bohrloch oder später beim Besetzen
des Schusses aus seiner Lage kommt. Auch hat man keine Gewähr, daß ,die einseitig
geschützte Patrone immer richtig in das Bahrloch eingeführt wird.
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Ferner ist noch eine Hülse aus starken Metall als Versagersicherung
vorgeschlagen worden. Diese Sicherung kann aber nur in Verbindung mit der Schlagpatrone
verwendet werden. Abgesehen .davon, daß auch diese Sicherung die Schlagpatrone nur
-einseitig schützt, ist es technisch nicht immer richtig, die Schlagpatrone als
letzte Patrone auf eine Sprengladung zu setzen. Bei Arbeiten, bei denen mit Zeitzündern,
geschossen wird oder wo lange Ladesäulen von verhältnismäßig trägen Sprengstoffen
angewendet werden, empfiehlt es sich, di'e Schlagpatrone in das Bohrlochtiefste
oder in die Mitte der Sprengladung zu legen, um lein Wegschlagen der Schlagpatrone
zu verhindern bzw. um die Übertragung sicherzustellen. Für diese Fälle ist die beschriebene
Versagersicherung nicht brauchbar.
Gegenstand dieser Erfindung ist,
durch die beschriebene Versagersicherung eine Schußsicherung zu schaffen, die es
ermöglicht, das Besatzmaterial gefahrlos zu entfernen, und gleichzeitig gestattet,
eine neue Schlagpatrone auf die Sprengladung zu setzen, ohne daß vorher die Versagersicherung
entfernt werden muß. Da die beiden Köpfe der Patronen Schutzkappen erhalten, ist
die absolute Gewähr dafür gegeben, daß die Schußsic@herung stets richtig in 'das
Bohrloch eingebracht wird und im Bohrloch auch zuverlässig in Wirksamkeit tritt.
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Die Sicherung kann ferner mit jeder beliebigen Patrone fest verbunden
werden, so daß sie bei jedem Schuß ganz unabhängig von der Lage der Schlagpatrone
auf die letzte Patrone der Sprengladung gesetzt werden kann.
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Wenn die letzte Patrone einer Sprengladung mit der Versagersicherung
versehen wird, kann man im Falle des Versagens eines Schusses den Besatz ausräumen,
ohne mit dem Gerät unmittelbar in gefahrvolle Berührung mit der Sprengstoffladung
zu kommen. Durch eine neue Schlagpatrone, die auf die versagte Sprengstoffladung
gesetzt wird, kann man -den sitzengeblieb.enen Schuß zur Detonation bringen. Die
Schußsicherung gestattet auch das Ausblasen des Besatzmaterials mit Preßluft: Die
neue Vorrichtung ist auf beiliegenden Zeichnungen in drei Ausführungsbeispielen
dargestellt, und zwar zeigt Abb. i die Vorrichtung in Seitenansicht, Abb. a eine
Vorderansicht hierzu, Abb. 3 eine Seitenansicht der Vorrichtung in etwas abgeänderter
Ausführung, Abb. ¢ eine Seitenansicht der Vorrichtung in einer dritten Ausführung.
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Die Abb. i und a stellen eine mit Feder: I@iI zug a versehene elastische
Klammer mit -zwei zylindrisch geformten Schutzkappen b und c, dem Durchmesser und
der Länge der Sprengpatrone angepaßt, dar. Vermöge ihrer Elastizität können die
Schutzkappen b und c derart über die beiden Köpfe einer Sprengpatrone gespannt werden,
daß ein unbeabsichtigtes Verschieben oder ein unbeabsichtigtes Loslösen der Sprengpatrone
aus der Klammer beim Einführen in das Bohrloch nicht möglich ist.
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Die elastische Klammer ist im ruhenden Zustande etwa i cm kürzer als
die Sprengstoffpatrone. Die Federung a ist so bemessen, daß beim Auseinanderziehen
der Klammer 1l/2 bis a cm gewonnen werden, so daß die Sprengstoffpatrone durch Betätigung
des Federzuges fest in die Klammer eingespannt werden kann und beide Kopfenden von
den Schutzkappen b und e ¢ bis 6 mm überdeckt sind.
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Die in Abb. 3 dargestellte Ausführung der Vorrichtung stellt zwei
zylindrisch geformte Metallkappen b und c, :deren Durchmesser und Tiefe den Anforderungen
des Gebrauchs entsprechend gewählt werden, dar. Die Metallkappen sind ,durch einen
Steg d von zweckentsprechenden Ausmaßen fest miteinander verbunden; am Boden der,
einen Kappe b befindet sich eine Spiralfeder a, die den Zweck hat,
eine zwischen die Metallkappen eingelegte Sprengpatrone durch den Druck der Spirale
zwischen den Kappen so einzuklemmen, daß .diese Einrichtung den gleichen Zweckerfüllt
w> die auf den Abb. i und a .dargestellte.
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Abb. q: zeigt die Ausführung wie in Abb. 3, jedoch ohne Spiralfeder.
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Als Material für die Versagersicherung können Metalle aller Art (Kupfer,
Messing, Aluminium usw.) oder ein anderes den Anforderungen der Praxis entsprechendes
Material benutzt werden. Die Schutzkappen können auch siebartig durchlöchert sein
oder aus feinem oder gröberem Maschendraht hergestellt werden.