DE498758C - Verfahren zur Herstellung eines zum Spinnen und Weben geeigneten Materials aus Pflanzen oder Pflanzenteilen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines zum Spinnen und Weben geeigneten Materials aus Pflanzen oder Pflanzenteilen

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DE498758C
DE498758C DEN26484D DEN0026484D DE498758C DE 498758 C DE498758 C DE 498758C DE N26484 D DEN26484 D DE N26484D DE N0026484 D DEN0026484 D DE N0026484D DE 498758 C DE498758 C DE 498758C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C1/00Treatment of vegetable material
    • D01C1/02Treatment of vegetable material by chemical methods to obtain bast fibres

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  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)
  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)
  • Fats And Perfumes (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung eines zum Spinnen und Weben geeigneten Materials aus Pflanzen oder Pflanzenteilen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines zum Spinnen und Weben geeigneten sowie auch als elastisches Füllmittel verwendbaren Materials aus Pflanzen und Pflanzenteilen.
  • Man kennt Verfahren zur Aufschließung von pflanzlichem Fasermaterial, bei denen hauptsächlich alkalische Flüssigkeiten zur Verwendung kommen. Bei den bekannten Verfahren wird jedoch keine ausreichende Elastizität der Faserbündel erreicht, so daß mit gutem Erfolg versponnen werden kann. Zwar hat man durch sogenanntes Seifen der aufgeschlossenen Fasern, d. h. durch Tauchen in eine Seifenlösung, die gewünschte Elastizität zu erreichen versucht, jedoch hat diese Behandlung in der Praxis nicht zum gewünschten Ziele geführt. Das gleiche gilt für die Nachbehandlung mit Öl oder Fett. Denn bei diesem bekannten Verfahren wird die Lauge immer aus den Fasern 7. B. durch Spülen entfernt, bevor die Behandlung mit Öl oder Fett stattfindet.
  • Es wurden auch bereits Versuche in der Richtung unternommen, die Seifen erst im Se'ifbad selbst entstehen zu lassen. Diese Verfahren dienten teils der Entbastun.g von Seide, wobei ein Teil der Seife durch Galettamini (Spinnrestkokons) oder Seidenraupenpuppen in Gegenwart von Soda ersetzt wurde. Teils sahen solche Verfahren den Faseraufschluß durch Kochen mit Alkali unter hohem Druck während längerer Zeit vor, wonach eine Behandlung mit alkoholischen oder ätherischen Lösungen von Fetten, Fettsäuren oder ihren Mischungen erfolgte. Bei diesen- Verfahren trat -ein großer 'Gewichtsverlust (bis zu 35 °/o) und eine starke Herabminderung der Festigkeit des Fasermaterials ein.
  • Gemäß vorliegender Erfindung schließt man das Fasermaterial durch Behandlung, gegebenenfalls unter Erwärmung, mit Alkali enthaltenden Lösungen, z. B. mit Natriumhydroxydlösungen, mit oder ohne Zusatz von wahrscheinlich katalytisch wirkenden Lösungen schwerer Metallsalze, wie z. B. CUS04, N,S04, und Chlorammonlösung (vgl. die holländische Patentschrift 2032) auf und behandelt die Fasern hierauf, ohne sie von Lauge zu befreien, sei es mit reiner Fettsäure, sei es mit einer Emulsion derselben oder mit Fett oder Öl bzw. Emulsionen oder ihren Mischungen. Auf diese Art erhält man ein Produkt, welches allen an ein gut spinn-und webbares Material gestellten Anforderungen vollständig genügt.
  • Diese Behandlung eignet sich z. B. für Stroh und Gräser, insbesondere jedoch zur Herstellung von spinn- oder webbaren oder elastischen Fasern aus Agave, Cantala, Sicilana, Kokosschalen u. dgl. Ganz allgemein ist das Verfahren zur Verarbeitung von Fruchtschalen, Blättern, Stengeln, Rinden usw. geeignet.
  • Bei einigen dieser Pflanzen oder Pflanzenteile ist es zur Erzielung einer maximalen verseifung vorteilhaft, das Rohmaterial zuerst einer mechanischen oder chemischen Vorbehandlung zu unterziehen, z. B. bei Cantalablattfasern, die vor der Behandlung mit Alkali einer Brechbehandlung ausgesetzt werden können.
  • Beispiel i Kokosfasern werden in einer Flüssigkeit gekocht, welche enthält: 14,5 %ige wäßrige NaOH-Lösung, 0,25 Gewichtsprozent CuS04, auf das. Rohmaterial berechnet, o,1 Gewichtsprozent NH4C1, auf das Rohmaterial berechnet.
  • Das Kochen wird während etwa '/Z bis ii/2Stunden fortgesetzt, bis die intrazellulare Substanz gelockert ist; das Material wird dann aus der Lauge genommen. Nach Auswaschen mit einer schwachen Lauge wird die Fasermasse in Stearinsäure oder in eine Stearinsäurelösung von etwa io °/o getaucht. Hierauf werden die Fasern getrocknet, was vorzugsweise bei etwa 35° C zu geschehen hat. Eine zu schnelle Trocknung oder eine Trocknung bei höherer .Temperatur beeinflußt die Qualität des Produkts im ungünstigen Sinne.
  • Beispiel 2 Cantalafäsern, welche zuerst einer mechanischen Vorbehandlung in einer Brech- oder Zwingelmaschine unterzogen worden sind, werden in einer Flüssigkeit gekocht, welche enthält: 2,5 %ige wäßrige NaOH-Lösung, 0,25 Gewichtsprozent CuS04, auf das Rohmaterial berechnet, o,1 Gewichtsprozent NH4C1, auf das Rohmaterial berechnet.
  • Das Kochen wird während. etwa % Stunde fortgesetzt und die Masse sodann, ohne Ausspülen der Lauge, während 2 Stunden mit 2 °/oiger Kokosfettsäure behandelt.
  • Beispiel 3 Cantalafasern werden wie im Beispiel 2 behandelt, jedoch wird an Stelle einer 2 °/öigen Fettsäure eine 50 °/oige Kokosfettsäureemulsion in Wasser verwendet, Die Fasern haben dann eine weichere Beschaffenheit.
  • Beispiel q.
  • Kokosfasern, welche durch mechanische Bearbeitung der Schalen urireifer Früchte erhalten -sind, werden mit i bis 3 °/a Alkali bei einer Temperatur von 87 bis g5° versetzt. Die Behandlung richtet sich nach dem Alter sowie dem Trockenheitsgrad des Materials. Von Zeit zu Zeit wird kontrolliert, ob die Fasern leicht auseinandergehen; die Behandlung nimmt 15 bis 30 Minuten in Anspruch. Unmittelbar nach dieser Behandlung findet die Verseifung in der in dien vorigen Beispielen beschriebenen Weise statt.
  • Bei der kontinuierlichen Ausführung des Verfahrens wird man gemäß der Erfindung für Beibehaltung derselben Konzentration der Lauge Sorge tragen und nötigenfalls auch die anderen Chemikalien j e nach ihrem Verbrauch ergänzen.
  • Die Dauer der Laugebehandlung steht im allgemeinen im umgekehrten Verhältnis zu der Konzentration. So hat es sich gezeigt, daß bei der Verarbeitung von Stroh eine Einwirkungsdauer von 1/2 Stunde bei Verwendung einer 2o °/oigen Lauge genügt, während bei Verwendung -einer , i o,- bis 12 °/,igen Lauge etwa 1l/2 Stunden erforderlich waren. Auch frisches Material bedingt eine kürzere Dauer der Laugebehandlung als älteres.
  • -Bei der Verarbeitung eines von Stroh und Flachs verschiedenen Materials, z. B. von Kokosschalen, verwendet man vorzugsweise eine Laugenkonzentration von etwa 2o °1o, während bei Flachs schon mit etwa 1h °foiger Lösung gute Resultate erzielt werden können.
  • Wie schon bemerkt, ist man nach der Erfindung nicht bloß in der Lage, ein besseres und namentlich mehr elastisches Produkt zu erzielen als bis jetzt; man kann sogar auch solche Materialien erfolgreich verarbeiten, welche sich bis jetzt als vollständig ungeeignet zu diesem Zwecke erwiesen haben, wobei auch eine besondere Bleiche in Fortfall kommt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines zum Spännen und Weben geeigneten Materials aus Pflanzen oder Pflanzenteilen durch Behandlung mit Alkalien (vorzugsweise Natronlauge) bei gewöhnlichem Druck, gegebenenfalls unter Zusatz von Schwermetallsalzen und Chlorammon und anschließender Nachbehandlung mit Seifen, Ölen oder Fetten, dadurch gekennzeichnet, daß die Lauge nicht oder nur teilweise aus dem Fasermaterial entfernt und nach der Laugebehandlung eine Verseifung mit Hilfe von Fett, Öl oder Fettsäure bzw. wäßrigen Emulsionen oder Mischungen davon vorgenommen und das Material hierauf getrocknet wird.
DEN26484D 1926-11-08 1926-10-23 Verfahren zur Herstellung eines zum Spinnen und Weben geeigneten Materials aus Pflanzen oder Pflanzenteilen Expired DE498758C (de)

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Application Number Priority Date Filing Date Title
GB28066/26A GB274331A (en) 1926-11-08 1926-11-08 Improved manufacture of textile material for spinning and other purposes

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DEN26484D Expired DE498758C (de) 1926-11-08 1926-10-23 Verfahren zur Herstellung eines zum Spinnen und Weben geeigneten Materials aus Pflanzen oder Pflanzenteilen

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US (1) US1653138A (de)
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NL (1) NL17447C (de)

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NL17447C (de)
US1653138A (en) 1927-12-20
GB274331A (en) 1927-07-21
BE337759A (de)
FR624371A (fr) 1927-06-16

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