DE49640C - Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Doppelsammt - Geweben - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Doppelsammt - GewebenInfo
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D03—WEAVING
- D03D—WOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
- D03D39/00—Pile-fabric looms
- D03D39/16—Double-plush looms, i.e. for weaving two pile fabrics face-to-face
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- Textile Engineering (AREA)
- Woven Fabrics (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
' Beim Weben von Sammten oder Plüschen
in zwei Stücken über einander findet die Florbildung bekanntlich in der Weise statt, dafs
die Florfäden aus dem einen Grundgewebe in das andere hineingreifen und auf diese Weise
eine Verbindung zwischen beiden Geweben herstellen.
Hierbei erlangt die Waare jedoch nicht das schöne Aussehen der mit Ruthen als einfaches
Gewebe hergestellten Sammte oder Plüsche; um nun auch den aus Doppelgeweben herzustellenden
Sammten ein gleich schönes Aussehen zu geben, wie den mittelst Ruthen angefertigten
einfachen Sammtgeweben, haben die Erfinder die auf beiliegender Zeichnung
dargestellte Gewebeart ersonnen.
Fig. ι zeigt ein einfaches Sammtgewebe, sogenannte Ruthenwaare, im Querschnitt,
Fig. 2 ein Doppelsammtgewebe im Querschnitt;
Fig. 3 stellt das neue Sammtgewebe im Querschnitt dar.
Bei Vergleichung der in Fig. 1 dargestellten Bindung für Ruthenwaare mit dem Doppel- ■
sammtgewebe, Fig. 2, fällt sofort auf, dafs die Noppen α in Fig. 1 eine aufrechtstehende Lage
haben, wohingegen in Fig. 2 eine mehr gezerrte schiefe Lage derselben vorherrscht, die
für das Aussehen der Waare von ungünstigem Einfiufs ist.
Fig. 3 zeigt nun, wie vermittels der neuen Erfindung die Noppen a im Doppelgewebe
eine der Ruthenwaare entsprechende Lage beim Verweben erhalten. Als Vorbedingung ist zu
bemerken', dafs für jedes Grundgewebe ein besonderer Florfaden b vorhanden sein mufs
und je zwei in einer Rietöffnung stehende Florfäden den Flor durch gegenseitige Verschlingung
bilden.
Diese Verschlirigurig wird vermittels der
nachfolgend beschriebenen und in Fig. 4 bis 13 zur Darstellung gebrachten Schlingereinrichtung
ausgeführt.
Fig. 12 veranschaulicht das Drehergeschirr
in der Seitenansicht und Fig. 1 3 in der Vorderansicht , während Fig. 4 bis 11 Schufs um
Schufs die Bewegung des Drehergeschirres und die Verschlingung der Florfäden zeigen.·
Die Verschlingung wird ausgeführt vermittels der Grundkämme 2 und 3 und der Schlingerkämme
i und k, welch letztere durch Mailions der Tragkämme 1 und 4 durchzogen sind,
Fig. 12 und 13. Florfaden b ist durch das Mailion des Grundkammes 3 und durch das
Glasringelchen g des Halbenlitzenkammes i und Florfaden b1 durch den Grundkamm 2
und Halbenlitzenkamm k durchpassirt.
Das Doppelgewebe wird mit zwei Schützen gearbeitet, welche zugleich abgeschlagen werden
und je einen Schufs ins obere und untere Fach eintragen.
Die punktirten Linien 7,8,9,10 bedeuten die Kettenfäden für die Grundgewebe. Dieselben
werden durch die Kämme 5 und 6 bewegt.
Zur Erläuterung der Wirkungsweise ist in folgendem nur der Gang des Tragkammes 1
mit Schlingerkamm i beschrieben; für den
Tragkamm 4 und Schlingerkamm k gilt dasselbe,-nur
umgekehrt.
Tragkamm 1 und Schlingerkamm i, Fig. 12
und 13, hängen, da sie immer entgegengesetzt arbeiten, durch die Schnur f, welche über die
Rolle c geht, in Gegenzug, so dafs, wenn der Tragkamm 1 angezogen wird, der Schlingerkamm
i gleichzeitig durch das Mailion des Tragkammes zurückgezogen wird, Fig. 4 und 5,
bis der Glasring g an dem Maillon des Tragkammes angekommen ist. Damit nun ein
Hochgehen des Schlingerkammes i mit dem Tragkamm 1 ermöglicht wird, ist an dem
U - förmigen Eisen h, welches an dem Zapfen der Rolle c hängt, eine Spiralfeder d- befestigt,
welche einen doppelten Zweck hat: 1. den Tragkamm niederzuziehen, wenn derselbe nachgelassen
wird, und 2. die Schnur f und den Schlingerkamm i straff zu halten, wenn derselbe
mit dem Tragkamm 1 hochgeht, Fig. 6 und 8.
Bei den Stellungen Fig. 4, 9, 10 und 11
darf die Feder d nicht wirken. Sie mufs also so eingestellt werden, dafs sie in dieser Stellung
ganz zusammengezogen ist, da das Hoch- und Tiefgehen des Tragkammes jetzt für das
Heraus- und Zurückgehen der Schlingerlitze i benutzt werden mufs. Die Rolle c bleibt also
für diesen Schufs stehen und dreht sich nur entweder rechts oder links herum, um die Bewegung
des Tragkammes 1 auf den Schlingerkamm i vermittels der Schnmv/" zu übertragen.
Die zwischen Tragkamm" 1 und Schlingerkamm
i eingehängte Spiralfeder e erleichtert den Schlingerlitzen das Heraustreten aus den
Tragkamm-Maillons, so dafs sowohl die Fäden als auch die Schlingerlitzen sehr wenig Reibung
haben und möglichst geschont werden.
Wie aus Fig. 3 ersichtlich, arbeiten die Florfaden
für drei Schufs in den Grundgeweben, umschlingen sich dann zur Florbildung und
arbeiten dann wieder drei Schufs in den Grundgeweben u. s. w.
Die in Fig. 4 bis 11 Schufs um Schufs erläuterte Schlingereinrichtung ist daher so angeordnet,
dafs die vorderen Tragkämme 1 und 4 mit den Schlingerlitzen i und k die Vorschlingerung
und das Einbinden der Florfäden in die Grundgewebe für die folgenden drei
Schufs, während die Grundkämme 2 und 3 die Rückschlingerung der Florfäden und das
Einbinden derselben in die Grundgewebe für die nächsten drei Schufs besorgen. Fig. 5 ist
die Stellung zwischen Schufs 1 und 2, Fig. 9 die Stellung zwischen Schufs 4 und 5; diese
beiden Stellungen zeigen deutlich, wie die Verschlingung stattfindet.
Durch diese Umschlingung der Florfaden erreicht man, dafs:
ι. die zur Florbildung nöthige Verbindung beider Gewebe entsteht,
2. jeder Florfaden für sich im oberen bezw. unteren Gewebe arbeiten kann, und
3. die Noppen α α eine vollständig senkrechte
Lage erhalten.
Das erzeugte Doppelgewebe wird in der üblichen Weise im Webstuhl durch ein hin-
und hergehendes Messer aufgeschnitten, und werden unvollständig geschnittene oder unversehrt
gebliebene Noppen später auf der Scheermaschine geöffnet.
Der . Hauptunterschied des vorliegenden Schlingergeschirres gegenüber den schon bekannten
Einrichtungen besteht darin, dafs Tragkamm oder Schlingerkamm in Gegenzug stehen, während bei den bisher gebräuchlichen
Gazekämmen der Schlingerkamm durch ein Gewicht niedergehalten wird. Diese Gegenzugeinrichtung
hat bedeutende Vortheile:
ι. fällt der Unterschied zwischen Poil- und
Stückkette fort und können alle Fäden von einem Baum ablaufen,
2. grofse Schonung der Fäden, daher wenig Fadenbruch,
3. sichere Fachbildung.
Diese Schlingereinrichtung eignet sich daher auch vorzüglich zur Erzeugung vieler gazeartiger
Stpffe und tritt bei diesen Geweben noch der Vorzug einer sehr gleichmäfsigen Verkreuzung der Fäden hinzu,
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι. Die Erzeugung von Sammten oder Plüschen als Doppelgewebe in einer solchen Weise, dafs die Florbildung abweichend von der bis jetzt gebräuchlichen Herstellungsart durch Umschlingen der doppelten Florfäden b b erfolgt, von denen jeder für sich in einem Gewebe arbeitet, um den Noppen α a eine vollständig senkrechte Lage zu geben und dadurch dem als Doppelgewebe hergestellten Sammt dasselbe schöne Aussehen zu verleihen , .wie der als einfaches Gewebe hergestellten Ruthenwaare.
- 2. Eine Schlingereinrichtung, bei welcher Tragkamm und Schlingerkamm in Gegenzug stehen und die richtige Bewegung beider Kämme durch Anziehen bezw. Nachlassen des Tragkammes unter Zuhülfe.nahme der Spiralfedern d und e erfolgt.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE49640C true DE49640C (de) |
Family
ID=324552
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT49640D Expired - Lifetime DE49640C (de) | Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Doppelsammt - Geweben |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE49640C (de) |
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- DE DENDAT49640D patent/DE49640C/de not_active Expired - Lifetime
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