DE52213C - Verfahren und Einrichtung zur fehlerfreien Herstellung von Doppelsammt mit Köpergrund und Wollflor - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zur fehlerfreien Herstellung von Doppelsammt mit Köpergrund und Wollflor

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DE52213C
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DENDAT52213D
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H. MÜLLERS und A. SPINDLER in Dülken, Rheinprovinz
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D03WEAVING
    • D03DWOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
    • D03D27/00Woven pile fabrics
    • D03D27/02Woven pile fabrics wherein the pile is formed by warp or weft
    • D03D27/10Fabrics woven face-to-face, e.g. double velvet

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Woven Fabrics (AREA)

Description

'/I
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 86: Weberei.
(Rheinprovinz).
Wollflor.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 16. October 1889 ab.
Wollplüsche aus Mohair- oder Weftgarnen werden bekanntlich in Köpereffect hergestellt. Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch die Handwaare längs der Kettenrichtung, Fig. 3 eine Ansicht der Florseite. Diese Plüsche konnten bisher nur auf Handwebstühlen in tadelloser Waare hergestellt werden. Trotz der gröfsten Bemühungen war es bis jetzt nicht gelungen, diese Plüsche auf mechanischen Doppelsammtwebstühlen herzustellen, weil das dabei angewendete Princip wegen der grofsen Elasticität des Wollfadens nicht zum Ziele führen konnte.
Die vorliegende Erfindung besteht nun in dem eigentümlichen Verfahren, die Florkettenfäden nicht ins Grundgewebe einbinden zu lassen, sondern durch einen auf der Rückseite des Grundgewebes liegenden sogenannten Verriegelungs-Schufs, welcher mit dem Grundgewebe durch eine besondere Bindekette verbunden ist, in das Gewebe festzulegen.
Zunächst wird im Nachfolgenden nachgewiesen, warum das vorher angewendete Princip resultatlos war. Um nämlich diese Köperplüsche als Doppelgewebe herzustellen, wobei beide Gewebe gleiche Bindung erhalten sollen, müssen in jedem Rietstab zwei Florkettenfäden stehen, welche entgegengesetzt zu einander arbeiten. In Fig. 4 ist die Einbindung der Florkettenfäden in die Grundgewebe im Schnitt längs der Kettenrichtung dargestellt. Aus dieser Figur ist ersichtlich, dafs Florkettenfäden ι und 2 durch Kreuzung die Verbindung der beiden Gewebe herstellen. Nach den nächsten zwei Schufs kreuzen die im nächsten Rietstab stehenden Florkettenfä'den 3 und 4 u. s. w.
Durch diese Kreuzung werden also die Flornoppen nicht durch einen und denselben Florkettenfaden gebildet, wie es bei der Handwäare (Fig. 2) der Fall ist, sondern durch zwei verschiedene, in einem Rietstab stehende Florkettenfäden. So wird z. B. die Flornoppe a durch- die Florfaden 1 und 2, Flornoppe b durch die Florfäden 3 und 4 gebildet u. s. w. (Fig: 4 und 6).
Die bei diesem Gewebe nicht zu vermeidende Kreuzung der Florfaden ist der Grund, warum die letzteren nach dem Aufschneiden des Doppelgewebes keine aufrechtstehende Flornoppe bilden, sondern spreizen (Fig. 6, Schnitt durch das aufgeschnittene Gewebe, längs der Kettenrichtung).
Das Gewebe hat infolge dessen ein wirres, streifiges Aussehen. Die Kreuzung der Florfäden bei der Florbildung verhindert ein gerades Gegeneinanderlegen der. Florfäden im Grund und zwingt dieselben, sich im Grund neben einander zu legen, wie in Fig. 5, Ansicht der Florseite, gezeichnet. Die Florfaden fallen daher an einander vorbei, anstatt sich gegen einander zu legen, wie es nothwendig ist, um in Wolle eine aufrechtstehende Flornoppe zu bilden, und wie es bei der Handwäare der Fall ist (s. Fig. 3), und erzeugen infolge dessen, wie in Fig. 6 veranschaulicht, ein unbrauchbares Gewebe.
Die Erkenntnifs dieses Uebelstandes hat zu einer auf völlig anderer Grundlage stehenden
Herstellungsweise geführt, welch letztere den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet.
Die Eigentümlichkeit dieser Erfindung besteht darin, die Florkettenfäden mittelst eines auf der Rückseite des Grundgewebes liegenden sogenannten Vemegelungs-Schusses in das Grundgewebe festzulegen. Diese Verriegelungs-Schüsse werden mit dem Grundgewebe durch eine besondere Bindekette verbunden.
Fig. 7 zeigt das Doppelgewebe nach dieser Erfindung im Schnitt längs der Kettenrichtung. Man ersieht hieraus, dafs die Flornoppen nicht durch zwei sich kreuzende Florkettenfäden, sondern durch einen und denselben Florkettenfaden gebildet werden. So wird Flornoppe a sowohl im oberen, als auch im unteren Gewebe durch Florfaden ι und im anderen Rietstab Flornoppe b durch Florfaden 2 gebildet.
Durch dieses Verfahren erzielt ■ man, da ein Ausweichen der Florfaden im Grund, wie es in Fig. 5 gezeichnet ist, hierbei nicht möglich ist, vollständig aufrechtstehende Noppen, wie bei der Handwaare. Das Gewebe wird auf einem Doppelsammtwebstuhl hergestellt. Die Zahlen 1, 2, 3, 4 u. s. w. (Fig. 7) zeigen, in welcher Reihenfolge die Grundschüsse abwechselnd in das obere und in das untere Gewebe und wann die Verriegelungs-Schüsse 5 und 10 eingeschossen werden. Der Schufsrapport ist zehn Schufs. c d ist die Grundkette des oberen Gewebes, ι und 2 die Florkette; die Grundkette des unteren Gewebes ist der Deutlichkeit halber fortgelassen.
Fig. 8 zeigt die Ansicht der Florseite des oberen Gewebes. Fig. 9 zeigt die Einbindung des Florfadens in dem oberen Gewebe und die Lage der Bindekette zur Grundkette.
Fig. ι zeigt die Einrichtung des Webstuhles in Bezug auf die Anordnung der Schäfte und Lagerung der Grundkette, der Bindekette und der Florkette. Die Grundkette kommt vom Baum g, theilt sich zur Hälfte, wovon die eine Hälfte über Streichwalze h und die andere Hälfte, über h1 geht, und wird durch die Schäfte 3, 4, 5 und 6 bewegt (zwei Schäfte für die obere Waare und zwei für die untere Waare).
Die Florkette kommt vom Baum i, geht zwischen den Zuführungswalzen k und / hindurch, über die Führungsstange m und über die federnd aufgehängten Stangen η und 0 und wird durch die Schäfte 1 und 2 bewegt.
Die Bindekette kommt vom .Baum ρ, geht über die Führungswalze q und wird durch die Schäfte 7 und 8 bewegt.
Die Florkettenfäden binden nach dem neuen Verfahren nur im unteren Grundgewebe (siehe Fig. 7), und zwar genau wie bei der Handwaare, wie aus einem Vergleich von Fig. 2 und 7 (unteres Gewebe) hervorgeht. Im oberen Gewebe werden die Noppen dadurch gebildet, dafs die Florfaden durch einen lose über dem Grundgewebe liegenden Verriegelungs-Schufs festgehalten werden. Da die Flornoppen nun durch 'diesen Verriegelungs-Schufs zu wenig Halt haben, wird für das obere Gewebe eine Bindekette ef angewendet. Dieselbe ist mäfsig gespannt und dient dazu, die Verriegelungs-Schüsse mit dem Grundgewebe fest zu verbinden und zugleich die Florbindungspunkte zu überdecken, so dafs die Flornoppen nicht aus dem Grund heraustreten- können. Sie drückt die Verriegelungs-Schüsse dicht auf das Grundgewebe, so dafs die Grundschüsse 2 und 6 bezw. 7 und 1 und der Verriegelungs-Schufs 5 bezw. 10 ein fest zusammenhängendes Dreieck bilden (s. Fig. 9), welches den Flornoppen einen so sicheren Halt giebt, dafs man dieselben nur sehr schwer aus dem Grund ziehen kann. Ein Spreizen der Flornoppen, wie in Fig. 6 gezeichnet, ist hierbei nicht möglich. Es entsteht hierdurch ein sehr solides Gewebe, welches der Handwaare an Schönheit und Dauerhaftigkeit gleichkommt.
Fig. ι zeigt die Fachbildung für den Bindeschufs.
Die Florseite des oberen Gewebes hat selbstverständlich dasselbe Aussehen wie diejenige der unteren Waare, da die Flornoppen an denselben Stellen aus dem Grund heraustreten. Aus einem Vergleich von Fig. 3 und Fig: 8 (Ansicht der Florseite des oberen Gewebes) ergiebt sich dieses auch sofort. Das Grundgewebe des oberen Gewebes hat allerdings ein anderes Aussehen wie dasjenige des unteren- Gewebes, da bei ersterem die Florkettenfäden nicht in die Grundkette einbinden und daher auf der Rückseite nicht das eigentliche Grundgewebe, sondern nur die Bindekette und die Verriegelungs-Schüsse zu sehen sind.
Aus Fig. 7 und 9 ist zu ersehen, dafs durch das Nichteinbinden des Florkettenfadens im oberen Gewebe an Flormaterial bedeutend gespart wird, so dafs der Gewinn an theurem Flormateriäl im oberen Gewebe die Mehrkosten der Bindekette und Verriegelungs-Schüsse annähernd deckt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Das Verfahren, Doppelsammt mit Köpergrund und Wollflor in solcher Art fehlerfrei herzustellen, dafs die Florkettenfäden in einem der beiden Grundgewebe ausschliefslich durch besondere Verriegelungs - Schüsse (5, 10) gebunden und mittelst besonderer Bindekettenfäden (e,f) in sicherem Stand erhalten werden.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT52213D Verfahren und Einrichtung zur fehlerfreien Herstellung von Doppelsammt mit Köpergrund und Wollflor Expired - Lifetime DE52213C (de)

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