DE488661C - Aufschlagzuender - Google Patents

Aufschlagzuender

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DE488661C
DE488661C DEB129614D DEB0129614D DE488661C DE 488661 C DE488661 C DE 488661C DE B129614 D DEB129614 D DE B129614D DE B0129614 D DEB0129614 D DE B0129614D DE 488661 C DE488661 C DE 488661C
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    • F42AMMUNITION; BLASTING
    • F42CAMMUNITION FUZES; ARMING OR SAFETY MEANS THEREFOR
    • F42C1/00Impact fuzes, i.e. fuzes actuated only by ammunition impact
    • F42C1/02Impact fuzes, i.e. fuzes actuated only by ammunition impact with firing-pin structurally combined with fuze

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Description

Die Erfindung betrifft eine Durchschlagsvorrichtung im besonderen für sofortige oder verlangsamte Perkussionszünder für Geschosse aller Art.
Der Zustand der Viskosität oder der Federung eines Systems oder bestimmter Körper, welche das Durchstechen der Zündkapsel bewirken sollen, wird durch die Größe der Geschwindigkeit verändert, und zwar in der Art, daß ein Durchschlag nicht stattfindet bei Stößen geringer Geschwindigkeit, dagegen stattfindet bei Stößen großer Geschwindigkeit auf den Zünderkopf.
Die Erfindung hat zum Gegenstand eine Durchschlags- oder Perkussionsvorrichtung für Zünder, bei welcher die Durchschlagsvorrichtung unter der Wirkung eines Stoßes geringer Geschwindigkeit eine Gestaltveränderung erfährt, wenn man zwischen die Durch-
ao Schlagsvorrichtung und die Zündkapsel eine Schutzscheibe legt. Erfolgt auf die Nase des Zünders ein Stoß geringer Geschwindigkeit, so erfährt die Durchschlagsvorrichtung eine endgültige oder vorübergehende Formveränderung beim Auftreffen auf die Schutzscheibe, wobei aber die Zündkapsel nicht durchstochen wird.
Wenn dagegen ein Stoß großer Geschwindigkeit auf die Zündernase stattfindet, so ist die Gestaltveränderung des Durchschiä· gers eine unerhebliche oder findet überhaupt nicht statt, während die Schutzscheibe durchbrochen und die Zündkapsel durchstochen wird.
Auf den Zeichmingen dienen die
Abb. ι bis 3 zur schematischen Erläuterung. Die
Abb. 4, 5 und 6 zeigen beispielsweise zwei Ausführungsformen der Erfindung in Anwendung .auf einen Perkussionszünder. Die
Abb. 7 bis 9 zeigen die Arbeitsweise einer dritten Ausführungsform und die
Abb. 10 beispielsweise einen Zünder unter Anwendung eines Fhiidums.
Sämtliche Abbildungen sind Achsenschnitte.
Das Prinzip, auf welchem der Zünder beruht, wird an einem Beispiel nachstehend erläutert:
Wenn man vor eine Zinnscheibe eine Bleispitze (Abb. 1) einstellt und auf die Spitze einen Drude ausübt oder einen zwar erheblichen, aber langsamen Stoß einwirken läßt, wie z. B. einen Hammerschlag, so wird die Bleispitze eine Formänderung erfahren, ohne aber die Zinnscheibe zu durchstoßen (Abb. 2). Wenn man dagegen die Bleispitze mit einer gewissen Geschwindigkeit gegen die Zinnscheibe stößt oder umgekehrt die Zinnscheibe gegen die Bleispitze, oder wenn man die Bleispitze und die Schutzscheibe gegeneinander- bewegt, so dringt die Spitze durch die Scheibe hindurch, ohne eine wesentliche Gestaitände-
rung zu erfahren (Abb. 3). Dies erklärt sich dadurch, daß Spitze und Scheibe mit großer Geschwindigkeit aufeinandertreffen, so daß in äußerst kurzem Zeitabschnitt edne erhebliehe Kraft an der Berührungsstelle entsteht durch Freiwerden der lebendigen Kräfte des oder der aufeinandertreffenden Teile.
Die Kräfte wirken in der Achse der Bewegung in Richtung des geringeren Wider-Standes, der in diesem Falle sicfe auf Seiten der Zinnscheibe entwickelt, und hierauf ist es zurückzuführen, daß die Bleispitze letztere durchbricht. In jedem einzelnen Falle wird man, um zu dem gewünschten Ergebnisse zu gelangen, eine Auswahl zu treffen haben zwischen der Gestalt, den Größenverhältnissen und dem Material, aus welchem die Durchschlagsvorrichtung und die Schutzscheibe bestehen müssen. Zur Durchschlagsvorrichtuiig so wird beispielsweise ein Metall, wie Weichstahl, Zinn, Aluminium oder auch Holz, Celluloid usw., gewählt. Die Schutzvorrichtung kann ihrerseits .aus Hartstahl, Nickel, Duraluminium oder auch aus Celluloid usw. bestehen. Man kann sich ohne weiteres vorstellen, daß eine Stahlspitze geeigneter Form stets auch bei schwacher Geschwindigkeit eine dünne Bleischeibe durchschlagt;, dagegen ist es schwieriger, sich vorzustellen, daß 'öine Bleispitze ohne erhebEche Formänderung bei einer gewissen Geschwindigkeit eine Stahlscheibe durchsticht, und doch ist letzteres möglich., wenn die verschiedenen Faktore, welche die Erscheinung bedingen, in entsprechender Weise gewählt werden.
Gestaltung·, Größenverhältnisse und Material der Schutzscheibe und der Durichsdhlagsvorrichtung werden so gewählt, daß entweder ein Durchschlag erfolgt oder ein solcher nicht stattfindet.
i. Bezweckt man den Durchschlag, so ist es unbedingt erforderlich, daß die in gegenseitige Berührung kommenden Teile .einen derartigen Geschwindigkeitsunterschied besitzen, daß die gesamte lebendige Kraft, welche sofort entwickelt wird, einen erheblichen Überschuß bildet gegenüber der zum Durchstoßen der Schutzscheibe nötigen Kraft. Man erhält in diesem Falle den Durchs chlag; ohne1 daß die in Bewegung befindlichen Teile eine Hemmung erfahren, .so dafr also keine wesentlichen Gestaltsveränderungen auf dem Durchschlagskörper oder DuTchschlagssystem, welches gewöhnlich aus einer spitzen Spindel besteht, eintreten können. Wurden derartige Gestaltsänderungen auftreten,, so könnte eine Durchbohrung nicht stattfinden;, denn in diesem Falle würde die Stelle der Oberfläche der Scheibe, an der der Stoß erfolgt, rasch erheblicher werden und in ihrer ^Gesamtheit einen genügenden Widerstand entgegensetzen, so daß ein Durchstoßen nicht eintreten könnte.
2. Benutet man ein Durchschlagssystem, welches dieselben charakteristischen Merkmale wie das voraufgehende besitzt, so wird die lebendige Kraft, wenn die Geschwindigkeit des Zusammenstoßes beider Elemente unter eine bestimmte Grenze fällt, nicht genügend groß sein, um sofort das Durchstoßen zu " gestatten, denn die zugespitzte Perkussionsspindel wird im Augenblicke des Auftreffens auf die Scheibe gebremst, erfährt eine Gestaltveränderung und kann zwar eine bestimmte Änderung der Scheibe nach sich ziehen, dieselbe .aber nicht durchbrechen.
Bei einem Zünder nach der Erfindung kann man 1. als Durchschlagsvorrichtung benutzen:
a) entweder eine zugespitzte gleichartige oder verschiedenartige Spindel, welche seitlich oder in der Längsrichtung geführt wird und die aus Metall oder einer .geeigneten Legierung besteht, z. B. Stahl, Zinn, Blei, Aluminium, Duraluminium usw., oder aber auch aus Holz, Celluloid usw.;
b) oder eine Durchschlagsvorrichtung, die aus einem oder mehreren mechanischen Teilen besteht, die die Schutzscheibe zu durchschlagen und ebenso die Zündkapsel zu durch- stechen vermögen, wenn der Stoß mit großer Geschwindigkeit stattfindet, und die bei geringer Geschwindigkeit sich elastisch Verbiegt oder von ihrer Richtung abweicht, so daß der Durchschlag der Scheibe und das Durchstechen der Zündkapsel nicht stattfinden;
c) oder endlich eine aus einem oder mehreren mechanischen Teilen bestehende Durchschlagsvorrichtung unter Zwischenschaltung i°° eines elastischen oder plastischen Körpers 'oder eines Fluidums, wodurch der Durchschläger sub a unter denselben Bedingungen sub b in Wirkung tritt, je nachdem Stöße großer oder kleiner Geschwindigkeit auftreten.
2. Als Schutzvorrichtung kann man verwenden :
a) entweder eine flache Scheibe aus Metall einer Legierung oder einem sonst geeigneten Material;
b) einen aus geeignetem Material bestehenden, in passende Form gebrachten Teil sphärischer, paraboloiidischer usw. Gestalt, welcher genügende Festigkeit, Starrheit usw. besitzt;
c) die Schutzvorrichtung kann senkrecht 'zu der Durchschlagsvorrichtung oder in beliebig anderem Winkel stehen, oder umgekehrt kann die Durchsdilagsvomchtung zu der Scheibe einen, beliebigen Winkel einnehmen.
Die Gestaltsveränderung der Schutzvorrich-
48866t
tung für die Zündkapsel kann stattfinden, ohne daß Perkussion stattfindet; wenn aber die Perkussion erwünscht ist, so- kann, gleichgültig ob Gestaltsveräoderung der Scheibe eingetreten ist oder nicht, ihre Durchbohrung auf alle Fälle dennoch stattfinden. Die verschiedenen beispielsweise nachstehend beschriebenen Zünder beruhen auf den oben auseinandergesetzten Prinzipien. ίο Abb. 4 zeigt im Schnitt einen Zünder A mit mehr oder minder starrem Durchschläger, der bei schwacher Geschwindigkeit eine Formänderung erfährt, bei großer Geschwindigkeit aber unverändert bleibt. Im erstehen Falle verhindert die Schutzscheibe der Zündkapsel das Durchstechen, im letzteren Falle gestattet sie dasselbe.
Eine ^getriebene Hülse/? legt sich dicht in die Bohrung des Zünders. An dem unteren ao Ende besitzt sie einen eingezogenen Teil, in welchen die Zündkapsel C eingelegt wird. Der umlaufende Rand D des Zünderkörpers dient der Hülse B als Aufleger, wenn dieselbe bis nach unten eingeschoben ist. Eine zweite Hülse/7 wird in die erste B eingeschoben und legt sich mit ihrem unteren geschlossenen Ende über die Zündkapsel. Die Hülse E überdeckt die Zündkapsel in ihrem 'Lager der Hülse B. Der bewegliche Kolben F besteht beispielsweise ebenfalls aus einer HülseG und einer Hülse//, und zwischen beiden Hülsen Eegt die Schlagspitze/. In dem Kolben wird nach Vereinigung der beiden Hülsen G und H durch Umbördelung o. dgl. die Spitze/ befestigt. Sie wird zentriert durch einen Stülp/, der um die obere mittlere Öffnung der Hülse H herumgelegt ist. Aus der Hülse E sind Zungen K ausgestanzt, um den Kolben/7 in seiner Lage festzuhalten und um dem Zünder als Schutzvorrichtung zu dienen.
Die Hülsen .B und E, die sich auf die •umlaufende Schulter Z> des Zünders auflegen, lassen einen bestimmten Zwischenraum zwischen dem Kolben F, wenn er nach unten getreten ist, und zwischen der Oberfläche der Zündkapsel C bestehen, d. h. einen freien Raum, der oben durch den Boden/, der Hülse E abgedeckt wird, oder dadurch, daß man aus geeignetem Material eine Auflage bildet, die z. B. durch die Hülse E in ihrer Lage festgehalten wird.
Wenn zufällig der Zünder auf den Boden
fällt, so besteht die Gefahr, daß die Zungen abgerissen werden, und wenn der Kolben F zufällig ,an dem unteren Ende steht, so· würde die Schlagspitze/, die aus weichem Metall besteht, aus Kupfer oder Aluminium z. B., sich beim Auftreffen auf den Boden L, der arns Stahl, Zinn o.dgl. seinerseits besteht, verbiegen, und der Kolben käme zur Auflage auf den umlaufenden Rand£>> so daß der Durchschlag niemals stattfinden kann, auch dann nicht, wenn die Nase des Zünders vollständig zusammengedrückt würde; somit besteht ein absoluter Schutz gegen Zündung.
Bei Abgabe des Schusses ist das Beharrungsvermögen des sehr leichten Kolbens/7 nicht genügend, um das Abreißen der Zungen J(, die entsprechend hergestellt sind, zu bewirken. Man kann übrigens diese Zungen auch durch einen Vorsteckstift ersetzen*; gegebenenfalls kann man dein Zünder mit anderen Sicherheitsvorrichtungen ausstatten, welche bei Abgabe des Schusses freigelegt werden. Wenn das Geschoß auf das Ziel (Mauer, Panzerung, Erde, Wasser u. dgl.) auftrifft, so stößt der Kolben F auf das Hindernis, und da er sehr leicht ist, so ist auch seine lebendige Kraft eine nur schwache im Vergleich zum Beharrungsvermögen, welches durch das Ziel entgegengesetzt wird. Infolgedessen steht er augenblicklich still und ebenso die Durchschlagsspitze. Die Zungen oder der Vorsteckstift werden abgerissen, denn das Geschoß, welches eine sehr erhebliche lebendige Kraft besitzt, geht weiter. Auch die Zündkapsel und ihre Schutzdeeke folgen dem Geschoß, und infolgedessen trifft! die Spitze des Durchschlägers auf die Schutzscheibe mit einer wesentlich gleichen Geschwindigkeit wie die des Geschosses. Die Spitze unterbricht deshalb die Schutzscheibe 'und durchsticht die Zündkapsel. Der Zünder tritt infolgedessen mit großer Plötzlichkeit in Wirkung und besitzt eine äußerste Empfindlichkeit.
Man kann den Gesamtmechanismus des 'Zünders in das Innere der Hülse B unterbringen. In diesem Falle wird das obere Ende der Hülse leicht umgebördelt und übergreift den Kolben/7, so daß dieser zwischen der Umbördelung und den Zungen-^T festgehalten wird. Der auf diese Weise ein. geschlossenes Ganzes bildende Mechanismus ist gegen äußere Einflüsse vollkommen geschützt. 'Man könnte an der Hülse außerdem eine Reihe von Buckelungen anbringen, um die Gesamtvorrichtung in dem Zünder durch Red-"bung festzuhalten. Dieses Festhalten kann noch dadurch verstärkt werden, daß man die Nase des Zünders über das Ende des Einsatzes umbiegt.
Zur Ausführung der Vorrichtung kann man "5 die einzelnen Teile· beliebig gestalten und jede andere Auisfüihrunigsf-oml· oder Vereinigung von Teilen benutzen, welche die gleiche Sicherheit bietet sowohl bei zufälligen. Stötßen als. bei glattem Durchschlag bei: Abgabe iao des Schusses von einer gewissen passenden Geschwindigkeit ab. Der Vorsteckstift und
die -Zungen,, weiche als ■ Sicherheitsmittel dienen, 'können auch; durch eine Feder ersetzt werden.
Der in Abb. 5 dargestellte Zünder besitzt eine andere Durchschlagsvorrichtung. Diese ist mehr oder minder elastisch und erfährt eine Gestaltsveränderung bei einem Stoß geringer Geschwindigkeit, bleibt dagegen unverändert bei (großer Geschwindigkeit .. des ίο Stoßes auf-.die Schutzscheibe der Zündkapsel. Im ersterein Falle wird letztere gegen Durchstechen geschützt, im zweiten Falle aber erfolgt der Durchstich nach vorangegangenem Durchschlag oder genügender Verbiegung der Schutzscheibe,
Die elastische Durchschlagsvorrichtung Z1 besteht aus einer oder aus mehreren Lamellen, die an ihrem oberen Ende umgebogen sind und. so ausgeschnitten sind, daß sie Flügel/bilden, die ihre größte Breite (Abb. 6) in Hohe einer zweiten Umbieigung besitzen, welch letztere in ihrer Vereinigung die; Durchschlagsspitz'e P bilden zum Durchstoßen der Schutzvorrichtung ZA Dieser Durchschläger sitzt an derHülse N und wird mit derselben verbunden durch Umbördeln, Vernieten oder Verlöten. Er wird zentrisch und elastisch festgehalten durch einen trichterförmigen Teil Q, der zwischen den Hülsen N und O liegt und zu federnden Lamellen ausgeschnitten ist. Durch Ausstanzen der Wandung der Hülse JV werden Sicherheitszunigen K,1 gebildet, ■' Bei Abgabe des Schusses ist das Beharrungsvermögen der Spitze Z1 und der Hülse N nicht genügend, um den Widerstand der Zungen/ζ1 zu überwinden. Die Vorrichtung bleibt somit unverändert. Wenn das Geschoß auf das Ziel auftrifft, werden die Zungen^1 abgerissen oder hochgebogen, und da das Geschoß seinen Weig fortsetzt, trifft die Schutzscheibe ZA für die Zündkapsel C gegen die Spitze/3 der SchlagvorrichtungZ1. In diesem Augenblicke ist das Beharrungsvermögen (in der senkrechten Richtung der Achse) der Flügel der Vorrichtung Z1 genügend infolge der Geschwindigkeit des Stoßes, um zu Yerhindern, daß die Vorrichtung Z1 seitlich si'ch verbiegt, und die Spitze P durch- ! bricht die Schutzscheibe ZA
Wenn zufällig das schußfertige Geschoß zu Boden fällt und der Stoß auf die Hülse N genügend groß ist, um die Zungen K} abzuscheren, so ist, da die Geschwindigkeit des Stoßes eine nur schwache ist,. das Beharrungsvermögen der Flügel unbedeutend. Die Schlagvorrichtung Z1 biegt sich durch Auflegen der Spitze P auf den Schutzschirm L1 ■einfach, aus, jedoch erfolgt kein -Durchschlag -■■ des Schirmes noch ein Durchstechen der ZündkapselC ...
. Man kann unter gleichen Biadingungen den (Zünder entsprechend Abb. 7, 8 und 9 anwenden. Der Durchschläger Z2 ist in ähnlicher Weise gestaltet wie der· nach Abb. 5. Die Spitzen laufen bei ρ ^zusammen und stehen gegenüber der Schutzscheibe L? (Abb. 7). Zu beiden Seiten der Schlagvorrichtung Z2 stehen Massen S, die durch federnde Lamellen getragen werden. Wenn der Zünder !zufällig zu Boden fällt oder einen Stoß erleidet, so erfolgt die Berührung der Durch-Ischlagsvorrichtung P und des Schirmes Z-2 mit nur., geringer Geschwindigkeit,· die Durchsehlagsvorrichtung Z? ,erfährt eine Gestalteänderung und. drückt die Massen S auseinander, ohne daß ein Durchschlag erfolgt (Abb. 8).
Bei Auf treffen des Geschosseis auf das Ziel dagegen findet der Stoß zwischen der Schlagvorrichtung Z2 und dem Schirm L? mit großer ■Geschwindigkeit statt. Unter dem Einfluß der Festigkeit seiner Flügel und unter dem zusätzlichen Einfluß des seitlichen Beharrungsvermögens der Massen S, die am Ende von elastischen Lamellen aufsitzen, kann sich die Schlagvorrichtung P nicht verbiegen; die Spitze ρ dringt durch den Schutzschirm L1 und durchsticht die Zündkapsel. Bei einem Zünder entsprechend Abb. 5 kann man die Perlcussionsvoriichtung Z1 ebenfalls " durch einen Mechanismus derselben Art ersetzen, der aber genügend elastisch und widerstandsfähig ist, so daß er im Augenblicke des Aufhörens· der auf ihn einwirkenden Kraft zu schwach ist, um die Entzündung der Zündkapsel zu veranlassen, jedoch genügend stark ist, um die Hülse N in ihre ursprüngliche Stellung zurückzubringen, so daß der Zünder wieder funktionsbereit ist. Im Falle der Perkussion ist das Trägheitsmoment der Vorrichtung in bezug auf eine Formveränderung derart, daß sie mit Sicherheit in Tätigkeit , tritt.
. Eine ähnliche bei schwacher Geschwindigkeit sich verbiegende, bei großer Geschwindigkeit perkutLerendei Vorrichtung kann in ■der Weise ausgebildet sein, daß man eine ; Hülse entsprechend N von Abb. 5 verwendet, unterhalb der aber die aus dehnbarem Metall bestehende Spitze, schwingen kann. Sie wird in der normalen Achsenlage durch eine Feder festgehalten^ steht aber zu dem Schirm D- in einem gewissen Winkel.
Bei schwacher Geschwindigkeit gleitet die mit.geringer Geschwindigkeit und unter einem gewissen Winkel auf den SchiirmZA auftref-Sende Spitze längs des Schirmes, ohne ihn :- zu durchbohren. Die Hülse N kann durch eine Feder in-, ihre ursprüngliche Lage zufrückgestellt werden. Die Spitze nimmt dann 'sofort ihre axiale Stellung wieder ein.
• Bei großer Geschwindigkeit, erfolgt der -· .gegenseitige -Stoß zwischen Spitze .. und
Schirm D- mit großer Geschwindigkeit. Das Beharrungsvermögen der Spitze und das Beharrungsvermögen ihrer Feder verzögert genügend die Gleitbewegung, um die Spitze durch den Schirm hindurchtreten zu lassen und die Zündpille zu perkutieren.
In Abb. io ist beispielsweise eine andere Ausführungsform des Durchschlägers entsprechend der Erfindung in Anwendung auf einen etwas verschiedenen Zünder dargestellt. Bei diesem Zünder verwendet man mit dem mehr oder minder starren Durchschläger eine flüssige, gasförmige ader plastische bewegliche oder viskose Substanz, welche die veränderüche Vorrichtung darstellt, wenn ein Stoß geringer Geschwindigkeit auftritt und die Perkussion verhindert. Diese· Vorrichtung bleibt dagegen unveränderlich oder erfährt eine verhältnismäßig -geringe Veränderung, wenn der Stoß mit großer Geschwindigkeit erfolgt, so daß die Schlagvorrichtung perkutiert und den Zünder in Tätigkeit setzt.
Ein durch Umbördelung festgehaltener Schirm L? überdeckt und schützt die Ziindkapsele Der als Hülse ausgebildete Kolben U besitzt ein sehr ,geringes Gewicht, und in seiner Mitte befindet sich die Durchschlagsspitze P, welche, wenn nötig, aus einem verhältnismäßig weichen Material bestehen kann Eine FederW ist derart um den Schlagbolzen herumgelegt, daß bei Abgabe des Schusses sie den Kontakt der Spitze/3 mit dem Schirm Z.3 verhindert. In die Hülse U ist ein hohler, leichter Kolben X eingesetzt, der durch einen Vorsteckstift oder durch Zungen K? im oberen Teil des Zylinders U festgehalten wird. Der Boden Y des Kolbens X ist mit einer oder mehreren Öffnungen Z passender Größe versehen, die, wenn nötig, mehr oder minder überdeckt werden können, z. B. durch eine oder mehrere leichte und elastische Lamellen JR.. Wenn zufällig ein Stoß auftritt und die Zungen oder anderen Feststellvorrichtungen abgesprengt werden, so entweicht, da der Stoß, der mit geringer Geschwindigkeit erfolgt, die zwischen dem Boden der zylindrischen Hülset/ und dem Kolben X befindliche Luft durch die Öffnungen Z; der Kolben X kann bis zum
So Boden des Zylinders U gehen, ohne daß der leichte Kolben V eine genügende Energie erhält, um den Schutzschirm zu durchbrechen. Wenn dagegen das Geschoß mit einer bestimmten Geschwindigkeit das Ziel erreicht, so steht der sehr leichte Kolben X augenblicklich beim Auftreffen auf das Hindernis still. Das Geschoß und der Zünderkörper dagegen bewegen sich weiter, und zwar mit wesentlich derselben Geschwindigkeit. Diie an dem KoI-ben^Y ansitzenden Lamellen/? legen sich infolge ihres Beharrungsvermögens auf die Öffnungen Z und bleiben auf demselben, aufliegen infolge des Druckes der Luft innerhalb des Zylinder U. Die in dem Zylinder U und dem hohlen Kolben X eingeschlossene Luft kann somit nur in dünnem Strahl austreten oder vollkommen am Austritt verhindert werden. Da die Geschwindigfkeit des Stoßes eine sehr große ist, so ist die Reaktion der Luftmasse auf den Kolben V eine sofortige. Er wird augenblicklich blockiert oder sogar nach hinten zurückgeworfen. Der Schirm L? mit dem Mantel des Zünders und dem' Körper des Geschosses stößt dann mit sehr großer Geschwindigkeit auf die Durchschlagsspitze/8. Die Perforierung, die Verbiögung oder das Durchstoßen des Schirmes/.3 erfolgt dann !gleichzeitig mit dem Durchstich der Zündkapsel C.
Man kann die Zungen K* der Abb. 10 durch einen quer eingesetzten Vorsteckstift oder durch eine Feder ersetzen unterhalb des Kolbens X1 um die nötige Sicherheit zu schaffen und andererseits die Empfindlichkeit des Zünders zu erhöhen.
Man kann gegebenenfalls eine Flüssigkeit verwenden, deren Abfluß zwischen dem Zylinder U und dem Innern das Kolbens X durch passende Öffnungen geregelt werden kann und in den Kolben X frei übertritt, um go die Perkussion der Zündkapsel zu verhindern, dagegen selbsttätig am Abfluß verhindert wird, wenn man die Perkussion erhalten will.
Andererseits kann man zwei Mittel unter sich kombinieren: Eine Durchschlagsspitze, welche elastisch ist und ihre Gestalt verän- dem kann in dem einen Fall, und die unveränderlich oder wenig veränderlich gemacht werden kann, in dem andern Falle mit einer im ersten Falle biegsamen, elastischen Schutzscheibe, die im zweiten Falle- unbiegsam gemacht wird. Für die verschiedenen Teile der beschriebenen Zünder kann man jede andere Form und Ausführung in Betracht ziehen, die zu dem gewünschten Ergebnisse führen.
Die zur Sicherheit dienenden Vorstecker und Zungen können beispielsweise durch eine Feder ersetzt Averden, welche zwischen den die Durchischlagsspitze tragenden Teil und den Schutzschirm eingesetzt ist.
Die beiden Teile der Vorrichtung: Die Durchschlaigsspitze einerseits, Zündkapsel und Schutzdecke andererseits, können umgekehrt in dem Zünder angeordnet werden, ohne daß die Arbeitsweise und das Resultat eine Änderung erfahren.

Claims (8)

  1. Patentansprüche:
    i. Durchschlagsvorrichtung von Zündem, die aus einer Reihe den Stoß zur Zündkapsel übertragenden GEedern be-
    steht, dadurch gekennzeichnet, daß eines bzw. mehrere dieser Glieder, z, B. die Zündnadel (/, P-, P, P) im statischer Beziehung mehr deformierbar ist als das bzw. die Glieder, z.B. eine Scheibe (Z,,D-,L?, ■ L3), welche vor der Zündkapsel (C) Kegen und der unerwünschten Zündung letzterer entgegenwirken, so daß unter der Wirkung eines mit geringer Geschwindigkeit
    ίο eintretenden Stoßes die Zündnadel (/, I1, P, P) o. dgl. sich gegen die Scheibe o. dgl. deformiert, jedoch unter der Wirkung eines Stoßes genügend hoher Geschwindigkeit sich nicht oder verzögernd deformiert und den Stoß zur Zündkapsel überträgt.
  2. 2. Aufschlagzünder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Spitze (I, P) des Schlagbolzens dehnbar ist, der-
    ao art, daß sie sich unter der Wirkung eines Stoßes geringer Geschwindigkeit dauernd deformiert.
  3. 3. Aufschlagzünder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Spitze (I1, P) des Schlagbolzens unter der Wirkung eines Stoßes" geringer Geschwindigkeit elastisch und vorübergehend deformiert.
  4. 4. Aufschlagzünder nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der deformierbare Schlagbolzen seitlich durch ein oder mehrere elastisch auf ihn einwirkende Organe (Q, S) geführt ist, die das Bestreben haben, den Schlagbolzen in seiner Anfangslage oder -form zu halten oder in dieselbe zurückzuversetzen.
  5. 5. Aufschlagzünder nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlagbolzen (71) durch zwei nahezu U-förmige Schenkel miteinander genäherten Spitzen gebildet wird, die je einen Querschnitt von geringerer, aber genügend hoher Widerstandskraft aufweisen, um die Starrheit des Schlagbolzens unter der Wirkung eines Stoßes hoher Geschwindigkeit zu gewäihrleisten.
  6. 6. Aufschlagzünder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in statischer Beziehung leicht deformierbaren Glieder aus zwei zwischen sich ein flüssiges Medium enthaltenden, gegeneinander beweglichen Organen (U, X) bestehen, von denen eines (U) den Schlagbolzen trägt, wobei das Ausströmen dieses flüssigen Mediums bei einem Stoß geringer Geschwindigkeit ungehindert 'eintritt, bei einem Stoß hoher Geschwindigkeit hingegen gebremst wird und das Zusammenrücken dieser Organe (U, X) verhindert oder verzögert.
  7. 7. Aufschlagzünder nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Medium zwischen einem den Schlagbolzen (73) tragenden Kolben (U) und einem zweiten Kolben (X) von geringer Trägheit angeordnet ist, wobei der eine (X) der beiden Kolben hohl ist und Öffnungen (Z) aufweist, die bei einem Stoß geringer Geschwindigkeit das Ausströmen des Mediums in das Innere dieses Kolbens (X) ermöglichen und mit Klappen (K) o. dgl. zusammenwirken, die die Öffnungen (Z) unter der Wirkung eines Stoßes großer Geschwindigkeit schließen.
  8. 8. Aufschlagzünder nach den An-Sprüchen ι bis η, dadurch gekennzeichnet, daß der die Zündnadel tragende Kolben durch aus der den Kolben umgebenden Hülse ausgestanzte Zungen festgehalten wird.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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