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Lüftungs- und Entleerungsvorrichtung für Getreidesilos In den Getreidesilos
liegt bekanntlich das Getreide in recht bedeutender Höhe aufeinander, und es muß
unbedingt dafür gesorgt werden, daß dasselbe von unten bis oben in allen Schichten
bis irt die Ecken hinein gründlich durchlüftet wird, da sonst, namentlich wenn das
Getreide etwas feucht eingelagert ist, eine Erwärmung und damit ein Muffigwerden
eintritt, womit das Getreide verdorben ist. Man hat nun -die verschiedenartigsten
Mittel ausprobiert, um eine richtige Durchlüftung zu erzielen. So hat man beispielsweise
oberhalb des Auslauftrichters eine Art Rost in verschiedenartigen Gestaltungen angebracht,
oder man hat über dem Auslaufstutzen eine Art Drehschieber angeordnet, der mit einer
Haube versehen ist, deren Luftdurchlaßöffnungen die Luft besser in das Getreide
einleiten sollen. Aber mit allen diesen Vorrichtungen ist bisher eine durchgreifende
und richtige Durchlüftung des ganzen Getreidestapels noch nicht erzielt worden.
Denn bei der Rostanordnung setzt sich sehr bald der ganze Trichterboden voll Getreide,
und die Luft gelangt dann überhaupt nicht mehr nach den Seiten, und ebenso kann
eine einzige mittlere, unmittelbar in den Getreidestapel einmündende Luftzuführung
ebenfalls nicht den ganzen Stapel durchsetzen, die Luft geht vielmehr den kürzesten
Weg in der Mitte, und seitlich bilden sich vielfach im Getreidestapel sogenannte
Nester, welche von der Lüftung nicht getroffen werden und dann die eingangs erwähnten
mißlichen Erscheinungen hervorbringen. Ein weiterer MiBstand bestand bei den bekannten
Siloanlagen darin, daß die Entleerung durch einen- einzigen größeren Trichter unmittelbar
stattfand, aus welchem das Getreide in gleichmäßigem Strom in die Säcke ablaufen
sollte. Tatsächlich trat aber eine solche gewünschte Wirkung nicht ein, sondern
es bildete sich im Innern des Silos über dem Ablauf ein Trichter, in welchen das
Getreide, ' aus welchem sich schon beim Einlauf in den Silo die leichteren Bestandteile
stark ausgeschieden hatten, zunächst reiner wie im Durchschnitt zum Auslauf und
Einsacken kam, so daß eine bestimmte Anzahl von Säcken fast reines Getreide enthielt,
während zwischendurch dann immer wieder ein oder mehrere Säcke mit dem plötzlich
in fast zusammenhängender Menge aus dem Ablauftrichter herausfallendenAbfallmaterial,
Spreu, Staub usw., gefüllt wurde. Selbstverständlich entstanden hierdurch viele
Unzuträglichkeiten, denn der Abnehmer, der diesen natürlichen Vorgang nicht kennt,
mußte unlautere Manipulationen annehmen, obgleich der Händler doch das Getreide
so abgegeben hatte, wie er es selbst erhielt. Man hat nun auch in dieser Richtung
verschiedene Versuche gemacht, z. B. indem man über dem Ablauftrichter einen = mit
öffnungen versehenen Boden angeordnet hat, der einen gleichmäßigen Ablauf des Getreides
über die ganze Fläche herbeiführen soll; doch wird dies praktisch
nicht
erreicht, da sich der Auslauftrichter mit Getreide vollsetzt und dieses dann nur
roch in der Mitte abläuft.
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Die vorliegende Erfindung bezweckt nun, alle diese Mißstände zu beseitigen,
und z"var geschieht das dadurch, daß einerseits für eine vollkommen durchgreifende
Lüftung des ganzen Getreidestapels bis in die Ecken hinein durch die Anordnung eigenartig
ausgebildeter und geführter Lüftungskanäle in Verbindung mit einem zentralen Luftzuführungsorgan
gesorgt ist, und daß andererseits die Entleerung so ausgebildet ist, daß das Getreide
aus dem ganzen Stapel gleichmäßig der zentralen Ablaufstelle zuströmt und hier vollkommen
unentmischt zur Ausgabe kommt. Die praktische Durchführung dieser Aufgaben ist so
erfolgt, daß der Trichterboden jedes Silos als Doppelboden ausgeführt ist, dessen
Öberer Teil ganz oder teilweise als fein gelochter Boden ausgebildet ist, in dem
eine größere Anzahl von Ablauflöchern enthalten sind, und ferner; daß in der Mitte
des Trichterbodens ein Rohrventil angeordnet ist, durch welches sowohl die Lüftung
wie auch der Ablauf des Getreides in ganz bestimmter Weise geregelt und beeinflußt
werden kann.
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Auf der Zeichnung ist schematisch ein Ausführungsbeispiel dargestellt,
und zwar zeigt Abb. i einen senkrechten Längenschnitt und Abb. 2 einen Querschnitt.
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Man erkennt aus der Zeichnung den Silo rz, welcher unten durch einen
doppelten Trichterboden b, c abgeschlossen ist. Von diesem Trichter ist der obere
Boden b fein gelocht ausgeführt, und dieser steht in einem solchen Abstand von dem
geschlossenen Unterboden c, daß genügend Raum bleibt, um das Getreide beim Ablauf
durch die Löcher -d im gelochten Boden b bequem hindurchzulassen. In diesem Siebtrichter
b ist eine größere Anzahl von Ablauflöchern d angebracht, welche durch entsprechende
Kanäle e oder durch Rohrverbindungen o. dgl. alle nach dem mittleren Auslaufloch
hinleiten.
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Die Auslauföffnung ist nun zunächst durch ein Rohrventil f geschlossen,
welches in dem zylindrischen oder quadratischen Gehäuse g durch eine Spindel h oder
auf sonstige beliebige Weise gehoben und gesenkt werden kann. Im gesenkten Zustand,
der in der Zeichnung dargestellt ist, ist jeder Getreideablauf abgeschlossen.
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Soll nun Getreide entnommen werden, dann wird das Rohrventil f so
weit angehoben, daß -es den Ablaufraum zwischen den beiden Böden b und c freigibt.
Das Getreide kann nun durch die verschiedenen Löcher d ablaufen, strömt durch die
Kanäle e nach der Hauptöffnung des Ablauftrichters und kommt hier zur Ausgabe. Da
der Abfluß des Getreides hierbei durch eine größere Anzahl von öffnungen
d im Siebboden b stattfindet, so entstehen statt eines deren mehrere
Ablauftrichter, und dadurch kann auch eine Entmischung des Siloinhaltes nicht mehr
in derri Maße wie bei nur einem Auslauftrichter stattfinden. Etwa in geringem Maße
eintretende Abscheidungen von leichterem Material werden zudem bei dem Zusammenlauf
immer wieder mit dem Getreide gemischt, so daß also die Sackfüllung immer in der
gleichen Weise sich vollziehen muß. Dabei haben die Kanäle e noch den Vorteil, daß
in den Pausen zwischen den einzelnen Absackungen der Zwischenraum zwischen den beiden
Böden b und c nicht vollaufen kann, da sonst .ein ungleichmäßiger Ablauf wiederum
eintreten würde.
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Nun kommt es häufig vor, daß sich in dem Getreide auch ganz grobe
Körper befinden, wie z. B. fest zusammenhängende Getreideklumpen, ferner allerlei
grobe Fremdkörper, die mit dem Getreide in den Silo gekommen sind. Sollte durch
solche Körper das eine oder das andere der Ablauflöcher oder der Ablaufkanäle d,
e verstopft sein, so braucht man nur das Rohrventil f so weit aufzuziehen, daß der
Ringraum unmittelbar über der unteren mittleren öffnung des Siebtrichters b frei
wird, und man kann alsdann hier ablaufen lassen.
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Um bei der beschriebenen Entleerungsvorrichtung nuri die so überaus
wichtige Belüftung der ganzen Getreidemasse zu sichern, ist nicht nur der obere
Trichterboden b siebförmig ausgebildet, sondern es ist auch das Rohrventil f, g
in seinem oberen Teil, nämlich dem Gehäuseteil g, durch vorteilhaft dachförmig gestaltete
Kanäle d mit dem Raum zwischen den, beiden Trichterböden b und c verbunden. Auf
diese Weise kann auch bei geschlossenem Rohrventil f von unten her Luft unter den
Siebboden b treten, wird hier gleichmäßig über die ganze Fläche verteilt und durchströmt
ebenso die ganze Masse des Getreides gleichmäßig von unten nach oben, wodurch jede
Erwärmung und Nesterbildung vermieden wird. Eventuell kann man diese Wirkung auch
noch dadurch erhöhen, daß man die Einlauföffnung m des Silos oben verschließt und
alsdann oben durch Ventilatoren die Luft über dem Getreide absaugt.