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Vorrichtung zum Vorführen von aufrollbaren Reklameflächen, die rahmenlos
durch eine sogenannte Nürnberger Spreizschere auf- und abgerollt werden a Die Erfindung
betrifft eine Vorrichtung zur Vorführung von aufrollbaren Reklameflächen, die in
schneller Folge vor den Augen des Publikums erscheinen sollen. Die Reklameflächen
selbst sind als Rollwände ausgebildet, die im Ruhezustand auf federbelasteten Walzen
aufgewickelt sind und durch Spreizen einer Nürnberger Schere aufgerollt werden.
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Vorrichtungen dieser Art sind bereits in größerer Zahl bekannt geworden.
Sie haben jedoch sämtlich den Nachteil, daß der dem Beschauer sichtbare Rahmen,
der zur Führung und zur Aufnahme der Rollen dient, ziemlich umfangreich ist. Hiermit
geht naturgemäß ein größer Teil der fesselnden Wirkung einer derartigen Vorrichtung
verloren, die gerade darin besteht, da.ß gleichsam aus dem Nichts Bildflächen erscheinen
und wieder verschwinden. Vorrichtungen, die dies Beiwerk in dem störenden Umfange
nicht haben, sind bisher lediglich in so kleinem Maßstabe gebaut worden, daß sie
sich zur Vorführung großer Flächen und zur Aufstellung im Freien nicht :eignen,
da sie nicht haltbar genug dazu ausgeführt sind.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung ist dagegen so gestaltet, daß sie
ohne Führungen Reklameflächen erheblicher Größe zu entfalten gestattet. Als weiterer
Vorteil ist zu bezeichnen, daß diese Flächen nicht durchweg dieselbe Größe zu haben
brauchen, sondern verschiedene Abmessungen erhalten können. Damit wird ein hoher
Grad der Abwechselung geschaffen, der auf das Auge des Beschauers erhöhten Reiz
ausübt. Besonders hervorzuheben ist, daß bei der Vorrichtung nach der Erfindung
der Umfang des Rahmens auf den denkbar geringsten Raum beschränkt ist, so daß das
Erscheinen der Reklameflächen in besonders hohem Grade auf den Beschauer überraschend
wirken muß.
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Vor allem ermöglicht es die Vorrichtung nach der Erfindung, eine Mehrzahl
von Reklameflächen in rascher Aufeinanderfolge vorzuführen. Zu diesem Zwecke befinden
sich in ihrem Rahmen mehrere Bildwalzen, die auf drehbaren Wechselgestellen gelagert
sind. Die Wechselgestelle werden jedesmal durch Senken rund Zusammenklappen der
Nürnberger Schere um einen Schritt weitergeschaltet, und dadurch wird eine neue
Bildwalze zur Mitnahmne durch die Schere bereitgestellt: Wenn das Wechselgestell
eine volle Drehung ausgeführt hat, sind alle Reklameflächen vorgeführt worden, und
die erste Fläche erscheint wieder.
In der beiliegenden Zeichnung
ist der Gegenstand der Erfindung in mehreren Ausführungsbeispielen dargestellt.
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Abb. i ist eine Ansicht der Vorrichtung, bei der die Reklameflächen
abgerollt sind; Abb. 2 ist ein Schnitt durch die Abb. i; Abb. 3 ist die in Abb.
i gezeigte Vorrichtung, wenn die Reklameflächen zusammengerollt sind; Abb. 4 ist
eine Seitenansicht der Abb. 3; Abb.5 ist eine weitere Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes,
bei der an beiden Flächen wechselweise verschiedene Reklameflächen in schneller
Folge gezeigt werden können.
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Die gesamte Vorrichtung (Abb. i bis 4) ist auf einem festen Rahmen
i aufgebaut. Parallel zu ihm läuft ein Träger 2, der mit Hilfe einer Nürnberger
Schere 3, 4 von dem Rahmen i entfernt werden kann. An dieser Schere sind Stifte
5, 6 befestigt, die teils in dem Rahmen i bzw. denn. Träger 2 befestigt sind, teils
in Schlitzen 7, 8 gleiten. Durch Bewegen der Handgriffe 3', 4' an der Schere kann
der Träger 2 gehoben oder gesenkt werden; hierbei werden gleichzeitig mit Reklameinschriften
oder Reklamebildern versehene Rollflächen 9, i o von federbelasteten Walzen i i,
12 abgerollt, auf denen sie im Ruhezustande aufgewickelt und festgehalten sind.
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In der Ausführungsform nach Abb. 5 ist der Rahmen i durch eine Gehäusetrommel
i' ersetzt. Der Träger 2, die Schere 3, 4,. die Stifte 5, 6 mit den Schlitzen 7,
8 haben im wesentlichen die beschriebene Gestalt und Lage.
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Hingegen ist auf jeder Seite der Schere 3, 4 eine Mehrzahl von Rollen
i i, 12 vorgesehen; in der vorliegenden Darstellung sind es beispielsweise vier.
Die Rollflächen sind auf Achsen 13, 14 aufgewickelt, die an den Ecken von Wechselgestellen
15, 16 gelagert;sind. Die Wechselgestelle sind um Wellen 17, 18 drehbar und tragen
an ihrem Umfang so viel Rasten i 9 und 2o, wie Rollen vorhanden sind. Durch das
Ende jeder Rollfläche ist eine Querstange 21, 22 durchgesteckt, die in den Rasten
19, 2o ruht. Diese Querstangen ragen seitlich so weit über die Wechselgestelle i
5, 16 hinaus, daß sie 'von auf dem, Träger 2 drehbar gelagerten Mitnehmern 23, 24
gefaßt werden können; die Mltnehmer werden durch Federn 25, 26 in der in der Abbildung
dargestellten Lage gehalten.
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Die Wellen 17,18 tragen an einem oder an beiden ihrer Enden
Schalträder 27, in deren Zahnlücken eine durch eine Rückzugsfeder 29 belastete Klinke
28 einfällt. Diese ist auf einem auf der Welle lose drehbaren Zahnrad 3o befestigt,
das mit einer in Führungen 32 gleitenden Zahnstange 31 in Eingriff steht. Die Zahnstange
31 wird beim Senken des beweglichen Trägers 2 durch dessen Gewicht nach unten ,gedrückt
und in entlastetem Zustand durch eine Feder 33 nach oben vorgeschoben.
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An der Gehäusetrommel i' sind schließlich noch Kurvenstücke 34 und
35 befestigt, über die Nasen 36 und 37 der Mitnehmer 23, 24 hinweglaufen können.
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Bei der Betrachtung der Wirkungsweise der Vorrichtung wird von dem
in Abb. 5 gezeigten Zustand ausgegangen, der die beiden Rollflächen 9 und io in
ausgebreitetem Zustand und den Träg- er 2 in seiner größten Entfernung von der Gehäusetrommel
i' zeigt. Wenn die Bedienungsperson die Handgriffe losläßt, die sie zum Spreizen
der Schere zusammengedrückt hat, so werden die Rollflächen 9, io sich auf den federbelasteten
Walzen i i, 12 zusammenrollen; hierbei senkt sich der Träger 2 samt seinen Mitnehmern
23, 24. Die Nasen 36 und 37 laufen am Ende des Rückganges über die Kurvenstücke
34 und 35 hinweg und legen dabei die Mitnehmer um, die ihrerseits die auf ihnen
liegenden Querstangen 21, 22 der bisher entrollten Wände 9 und io freigeben. Diese
legen sich nunmehr in die Rasten 19 und 2o der Wechselgestelle 15, 16, wo
sie so lange verbleiben, bis sie im Kreislauf der Bilder wieder an die Reihe kommen.
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Der Träger 2 preßt bei seinem Nieder gang die Zahnstange 31 nach unten,
die dabei das Zahnrad 3o in Drehung versetzt. Dieses führt eine Vierteldrehung aus
und nimmt dabei die Klinke 28, das Sperrad 27 und die Wellen 17, i B nebst den Wechselgestellen
15 und 16 mit. Auf diese Weise kommt eine neue Bildwalze in den Bereich der Mitnehmer
23, 24, und die auf ihnen aufgerollten Rollflächen 9 und i o werden beim Heben des
Trägers entrollt. Hierbei wird die Zahnstange 31 entlastet, steigt nach oben und
führt dabei das Zahnrad 30 zurück, ohne daß sich jedoch dabei die Wellen
17,18
mit zurückdrehen können, da die Klinke 28 das Schaltrad 27 in dieser.
Richtung nicht mitnimmt. .
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Die Betätigung der Nürnberger Schere kann statt von Hand auch durch
motorischen Antrieb, z. B. durch einen kleinen Elektromotor, erfolgen. Die Vorrichtung
kann in jeder beliebigen Größe hergestellt werden; sie kann z. B. so groß gehalten
werden, daß sie auf Wagen fortzubewegen ist; auch kann ihr Umfang so verkleinert
werden, daß sie bequem auf dem Rücken .eines einzelnen Mannesgetragen werden kann.
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Die beschriebenen Ausführungsformen geben wohlverstanden nur Beispiele
wieder, die
Abweichungen davon gestatten. So können z. B. die Wechselgestelle
nur auf einer Seite der Schere angeordnet werden, oder die Wechselgestelle können
ganz oder teilweise durch eine einzelne Bildwalze, wie sie durch Abb. i dargestellt
ist, ersetzt werden.