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Selbsttätige Bremsnachstellvorrichtung, insbesondere für Kraftfahrzeuge
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur selbsttätigen Verminderung des
Spieles bei Bremsen, insbesondere für Kraftfahrzeuge, bei der eine Mutter und eine
Regelungsschraube in das Gestänge eingeschaltet sind, die gegeneinander mit Hilfe
eines Schaltrades und einer Klinke, die unter der Wirkung einer Feder steht, verdreht
werden.
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Erfindungsgemäß sind die Mutter, die Regelungsschraube, die Klinke
und das Schaltrad auf einem gemeinsamen Träger angeordnet, der um den Bolzen für
das Spreizglied schwenkbar gelagert ist, und die Mutter wirkt auf einen Hebel, der
fest mit der Spreizgliedwelle verbunden ist, und ein regelbarer Anschlag, der fest
am Bremsbackenträger angeordnet ist, bewirkt die Verstellung der Klinke.
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Auf der Zeichnung sind verschiedene beispielsweise Ausführungsformen
der Erfindung dargestellt.
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Abb. i ist ein senkrechter Achsenschnitt durch die linke Vorderbremse
eines Kraftwagens, nach vorn gesehen, Abb.2 ein Schnitt durch die Nachstellvorrichtung
nach 6-6 von Abb. i, Abb.3 eine seitliche Ansicht des Spreizgliedhebels in Richtung
der Pfeile 7-7 von Abb. 2 gesehen, Abb.4 ein Schnitt durch die Nachstellvorrichtung
nach 8-8 von Abli. 2.
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Abb. 5 bis 8 sind Ansichten verschiedener Ausführungsformen für das
Schaltrad mit Klinke. Abb. 9 ist ein Schnitt nach Linie 13-z3 von Abb. i und zeigt
die Nachstellvorrichtung in Seitenansicht.
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Abb. io, 11, 12 sind Teilschnitte der Vorrichtung und zeigen weitere
Ausführungsformen des Schaltrades mit Klinke, wobei Abb. 12 einen Schnitt nach Linie
16-16 von Abb. i i darstellt.
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Abb. 13 zeigt eine Ausführungsform, bei welcher die Regelung beim
Anziehen statt beim Lockern der Bremse stattfindet.
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Abb. 14 zeigt einen Regelungsanschlag, der selbst einstellbar ist.
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Die als Beispiel gewählte Bremseinrichtung besteht aus der Trommel
3o, die mit dem Rade, welches nicht zur Darstellung gebracht ist, sich umdreht.
Das Rad sitzt auf dem Radachsschenkel 32, der um den Lenkzapfen 34 des einen Endes
der vorderen Radachse 36 drehbar ist. Auf der Innenseite der Trommel 30 ist
der Bremsbackenträger 38 angeordnet und mit dem Achsschenkel 32 fest verbunden.
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Das Anpressen der Bremsbacken 44 gegen die Trommel
30 erfolgt durch einen Daumen 54, dessen Rand 56 ein seitliches Ausweichen
der Enden der Bremsbacken 44 begrenzt. Dieser Daumen kann mit seinem Bolzen 58,
welcher in dem Lager 6o drehbar ist, aus einem Stück bestehen. Der Bolzen 58 wird
durch einen Hebel 8o gedreht, welcher auf Riffelungen des Bolzens 58 aufsitzt, und
dessen geschlitzte Nabe auf dem Bolzen durch Zusammenpressen mittels einer Mutter
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festgehalten wird. Der Hebel 8o wird durch eine Vorrichtung bewegt,
welche in einem Gehäuse 84 angeordnet ist. Das Gehäuse umschließt das untere Ende
des Hebels 8o und übergreift den Bolzen 58 zu beiden Seiten des Hebels 8o. Gegen
die flache Hinterseite des Gehäuses legt sich ein Kugelkopf 86, welcher am Ende
eines wagerechten Ausstellhebels 88 sitzt. Dieser Ausstellhebel dreht sich um die
Achse 36.
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Bei der Anordnung nach der Abb. 2 besteht die Regelungsvorrichtung
aus einer Schraube 9o, welche quer durch einen Ausschnitt 92 des Endes des Hebels
8o hindurchgeht. Auf die Schraube ist eine vierkantige Mutter 94 aufgesetzt, welche
als Widerlager für den Hebel dient. Die Seiten der Mutter gleiten zwischen den Wandungen
des Gehäuses 84, wodurch sie verhindert wird, sich auf dem Gewindebolzen zu drehen.
Das untere Ende der Schraube 9o dreht sich in einem Lager, welches durch Auspressung
des unteren linken Winkels des Gehäuses 84 (Abb. 2) hergestellt wird. Das obere
Ende der Schraube 8o tritt durch eine Öffnung des Gehäuses 84 nach außen. Das Ende
ist mit einem Einschnitt versehen, um die Regelung von Hand mittels eines Schraubenziehers
zu bewirken. Auf die Schraube 9o ist ein Schaltrad 96 aufgesetzt, welches mit der
Schraube aus einem Stück bestehen kann, in dessen Zähne ein Sperrzahn 98 greift,
der an einer federnden Lamelle ioo sitzt. Diese ist bei io2 (Abb. 4) an dem Gehäuse
84 befestigt. Der Sperrzahn 98 verhindert das Drehen der Schraube 9o während der
Zeit, in der eine Regelung nicht stattfindet. Er ist so gestaltet, daß das Schaltrad
nach hinten sich drehen kann, wenn die Vorrichtung in ihre ursprüngliche Stellung
zurückgestellt wird. Man kann den Sperrzahn in Wegfall bringen und an seiner Stelle
lediglich die Reibung der Einzelteile benutzen, um das Schaltrad festzuhalten. Zum
Drehen der Mutter 94 behufs Regelung setzt man das Schaltrad 96 durch eine Kolbenklinke
104 in Umdrehung, die durch das Gehäuse hindurchgeht und die Federkraft ioo infolge
des Auftreffens auf den festen Anschlag io6 überwindet. Wie aus Abb. 14 ersichtlich
ist, kann der Anschlag z. B. mit Hilfe einer Schraube io8 regelbar eingestellt werden.
Der Anschlag io6 (Abb. 9) besteht aus einem Stück mit einer Platte iio, welche mittels
Bolzen 112, die durch Öffnungen des Bremsbackenträgers hindurchgehen, an dem Lager
6o festgeschraubt ist, das den Daumen 54 und seinen . Bolzen 58 trägt. Die Muttern
114, welche auf die Bolzen 112 aufgesetzt sind, drücken das Lager 6o und die Platte
i io unter schwacher Reibung gegen den Bremsbackenträger 38, so daß Lager 6o und
Platte i io beweglich sind, wenn die Bremse angezogen wird, zum Zwecke, den Daumen
54 zwischen den Bremsbacken 40 und 44 einzustellen. Bei Eintritt dieser Bewegung
bewegt sich die Regelvorrichtung mit dem Daumen und gleichzeitig mit dem Anschlag
iö6 bzw. io8.
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Wenn die Bremse abgenutzt ist und kräftig angezogen wird, drückt der
Hebel 88 in entgegengesetzter Richtung des Uhrzeigers auf das Gehäuse 84 (Abb. 2
und 9) ; hierbei legt sich die Mutter 94 gegen den Hebel 8o, dreht den Bolzen 58
und zieht die Bremse -an. Am Schluß dieser Bewegung kommt die Kolbenklinke 104 mit
dem Anschlag io6 bzw. io8 in Berührung und dreht das Schaltrad 96 um einen Zahn
weiter. Hierdurch verschiebt sich die Mutter 94 auf der Schraube 9o nach oben um
einen Bruchteil des Schraubenganges. Der Nenner dieses Bruches ist gleich der Anzahl
Zähne des Schaltrades 96. Es tritt auf diese Weise ein leichtes Nachstellen ein,
jedesmal, wenn die Bremse kräftig angezogen wird, bis die Abnützung des Bremsbelages
ausgeglichen ist. Da der Hebel 88 stets wieder in dieselbe Ruhestellung zurückkehrt,
wenn die Bremse entspannt wird, so dreht der Daumen 54 sich allmählich entsprechend
der Regelung, und es bleibt ein bestimmtes freies Spiel zwischen den Bremsbacken
40 und 44 und der Trommel 30 in der Ruhelage bestehen. Da das Gehäuse 84 im wesentlichen
dicht geschlossen ist, kann man dasselbe mit Öl oder einem anderen Schmiermittel
füllen, welches die gesamte Regelvorrichtung badet. Will man die Regelung vornehmen,
wenn die Bremse entspannt ist, so kann man die Vorrichtung der Abb. 13 benutzen.
Die Zähne des Schaltrades 96 sind hier umgekehrt, und die Schaltklinke 118, die
der vorgenannten Klinke 104 entspricht, hat die Gestalt eines Hakens, der über einen
der Zähne des Rades greift, wenn dasselbe sich zurückdreht. Die Klinke 118 steht
in Berührung mit dein Anschlag io6 bzw. io8 wie vorher, geht unter Überwindung einer
kräftigen Zugfeder i2o nach unten und legt sich über den folgenden Zahn des Schaltrades
96, wenn eine Regelung notwendig wird. Hierauf, wenn die Bremse entspannt ist, wirkt
die Feder i2o auf die Klinke i 18 und dreht das Schaltrad 96, wodurch die Regelung
zustandekommt.
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Bei der Einrichtung nach Abb. 5 hält eine besondere Feder 122 das
Schaltrad 96 fest, und die Klinke 124 wird in die Ruhelage und gleichzeitig gegen
das Zahnrad 96 durch eine schräge Spiralfeder 126, die auf Dehnung arbeitet, gezogen.
Nach Abb. 6 wird das Schaltrad durch eines der Enden der Feder 128 festgehalten,
deren anderes Ende als Klinke ausgebildet ist und durch einen unabhängigen Kolben
130 behufs Regelung bewegt wird.
In den Abb. 7 und io sitzt
ein Hebel r32 auf einem Drehzapfen 134, tritt durch die Wandung des Gehäuses 84
nach außen und legt sich gegen Anschläge io6 und io8. Der Hebel 132 trägt einen
Arm 135, auf den eine Klinke 136 zur Regelung aufgesetzt ist, während eine Sperrklinke
138 auf dem Drehzapfen 134 aufsitzt. Die Klinken 136 und 138 sind
durch eine Feder 140 verbunden, welche sie an das Schaltrad 96 andrückt.
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In den Abb. 8, 1i und 12 ist ein Hebel 142, welcher sich gegen die
Anschläge io6 und io8 legen kann, an einen Deckel 144 gelagert, welcher als Lager
für das Ende der Schraube go dient und im Innern des Gehäuses einen Arm 146 trägt,
auf dem eine Schaltklinke 148 aufsitzt, welche durch eine Feder i5o ständig gegen
das Schaltrad 96 angepreßt wird Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung beruht darin,
daß die Stellung des Mittelpunktes des Kugelkopfes 86 zur Lenkachse des Rades, d.
h. zur Achse des Lenkzapfens 34, wenn die Bremse mit einer gewissen Kraft festgezogen
wird, ständig in derselben Stellung bleibt während der ganzen Dauer der Benutzung
der Bremse, ohne Rücksicht auf den Grad der Abnutzung des Bremsbelages. Da die Stellung
des Mittelpunktes des Kugelkopfes 86 gegenüber der Lenkachse für die Wirkung. der
Bremse während des Lenkausschlages der Räder ausschlaggebend ist, so bleibt diese
Wirkung die gleiche, ohne daß eine besondere Überwachung notwendig ist. Die oben
angeführten Ausführungsformen sind nur beispielsweise angeführt und lassen eine
Reihe von baulichen Änderungen zu.