DE471496C - Verfahren zur Herstellung von Gummiwaren - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von GummiwarenInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Gummiwaren Die Herstellung von Gummiwaren bestimmter Art, z. B. von Gummifäden, erfolgte bisher auf verschiedene Art: entweder auf Streichmaschinen oder auf Kalandern -oder durch Spritzmaschinen.
- Gemäß diesen Fabrikationsarten kann jedoch das Rohmaterial nur in recht umständlicher Weise verarbeitet werden, d. h. es muß gekocht, gewaschen, getrocknet, mastiziert und -gewalzt werden.- Dazu kommt beidem Streichverfahren wie bei dem Spritzverfahren noch das Aufquellen des Kautschuks in einem geeigneten Kohlenwasserstoff, wie z. B. Benzin, und das Mischkneten hinzu, bevor das Material weiterverarbeitet werden kann.
- Besonders durch das Waschen, welches hauptsächlich den Zweck hat, die bei der primitiven Gewinnung des Wildkautschuks unvermeidlichen Unreinheiten zu entfernen, werden dem Rohkautschuk eine Reihe natürlicher Substanzen, wie z. B. Stickstoff, anorganische Salze und Zucker, entzogen; ferner wird schon hierdurch wie auch weiterhin durch das Mastizieren und Walzen der Nerv des Kautschuks zerstört und- geschwächt.
- Man war infolgedessen schon immer bestrebt, die erwähnten natürlichen Bestandteile dem Kautschuk zu erhalten, was bei Plantagen-Rohkautschuk möglich, bei den Wildkautschuksorten bisher aber nicht zu erreichen gewesen ist.
- Es wurde nun demgegenüber ein neuer Weg gefunden, welcher gestattet, die erwähnten Nachteile zu vermeiden und dem Wildkautschuk seine wertvollen Bestandteile und Eigenschaften zu belassen, anstatt sie zu vernichten. Er besteht darin, daß man - dem Wildkautschuk, anstatt ihn in der bisher üblichen Weise zu kochen, zu schneiden, zu waschen, zu trocknen, zu mastizieren, auszuwalzen und in Benzin aufquellen zu lassen, unmittelbar in geschnittenem oder gespaltenem Zustand von der ihm anhaftenden Feuchtigkeit durch kurzes Trocknen befreit und ihn in diesem seinenUrzustand in einemgeeigneten Kohlenwasserstoff, wie z.. B.-Benzin, -äufquellen läßt, dann dem notwendigen Mischkneten unterwirft und die so erhältliche teigartige Masse durch geeignete Filter treibt, wodurch Unreinheiten restlos ausgeschieden werden - eine Maßnahme, die bei Rohkautschuk, z.- B. Para-Kautschuk, in dieser Form durchaus neu und eigenartig ist - und schließlich in bisher üblicher Weise weiterverarbeitet.
- Das neue Verfahren schaltet somit die bisher notwendig gewesenen Phasen: Kochen, Waschen, Mastizieren und Auswalzen aus und ersetzt. sie durch das Filtern allein, vereinfacht außerdem das Zerkleinern des Rohkautschuks und verkürzt den Trockenprozeß.
- Bei dieser neuen Arbeitsweise werden die Zugaben von Vulkanisationsmitteln nicht nut verringert, sondern auch Vulkanisationsbeschleuniger entbehrlich gemacht.
- Das Waschen des Rohkautschuks hat einen Gewichtsverlust zur Folge, dessen Hauptteil einen Verlust an hochwertigen Bestandteilen des Kautschuks bedeutet.
- Die so mit diesem Verfahren erzielte Vereinfachung und Begünstigung der Fabrikation hat außer der Erhaltung des Rohstoffes und einer Verbesserung der daraus gefertigten Ware neben den ersparten Löhnen und Betriebskosten noch den wirtschaftlichen Vorteil, daß sich nur wenige Tagesmengen im Fabrikationsgang zu befinden brauchen, während bei dem bisherigen umständlichen und für die Entwicklung mehr Zeit in Anspruch nehmenden Verfahren ein Vielfaches an Tagesmengen erforderlich war, wodurch je nach Umfang der Erzeugungsfähigkeit eines Werkes ein hoher Aufwand an Zinsen für das ständig investierte Mehrkapital Erspart wird. Beispiel.
- ioo Gewichtsteile Para-Kautschuk im Urzustand werden in handgroße Stücke geschnitten oder gespalten und von der ihnen anhaftenden Feuchtigkeit' durch kurzes Trocknen bei etwa 35 bis 40° C befreit.
- Der so getrocknete Rohstoff wird durch etwa 15o bis Zoo Gewichtsteile Benzin zum Aufquellen gebracht und dann dem üblichen Mischknetverfahren unterworfen. Die hierdurch erhältliche teigartige Masse wird gefiltert, und zwar vorteilhaft durch ein Kombinationsfilter, bestehend aus Metallsieben und Stöffeinlagen.
- ' Durch dieses Filtern wird der Para-Ka.utschuk von den bei seiner Gewinnung und sonst hinzugekommenen Unreinheiten völlig befreit. Der so gereinigte Teig kann nun ohne weiteres zu Gummiwaren, wie z. B. Gummiplatten, Gummifäden, Gummischläuchen u. dgl., in. der hierfür üblichen Weise verarbeitet werden.
- Hierdurch werden dem Wildkautschuk seine natürlichen Bestandteile und Eigenschaften erhalten, was zur Folge hat, daß ohne Vulkanisationsbeschleuniger gearbeitet werden kann und mindestens 25 Prozent der sonst üblichen Vulkanisationsmittel erspart werden.
- Während man außerdem nach den! alten, bisher gebräuchlichen Verfahren z. B. am Para-Kautschuk durchschnittlich etwa 15 Prozent Waschverlust hatte, beschränkt sich bei dem neuen Verfahren der Gewichtsverlust auf nur 5 bis 6 Prozent an Unreinheiten und sonstigem Verlust, so daß die hochwertigen Bestandteile, hier also zusammen mit sonst verlorenem Material etwa io bis i2 Prozent ausmachend, dem Kautschuk erhalten bleiben.
- Um also nach dem neuen Verfahren ioo Gewichtsteile gereinigten Para-Kautschuk, auf trockene Masse berechnet, zu erhalten, sind nur etwa 105,5 Gewichtsteile Roh-Para nötig, während das alte Verfahren für die gleiche trockene Menge gereinigten Para-Kautschuks etwa 117,5 Gewichtsteile erfordert.
Claims (1)
- PATENTANSYRUCÜ: Verfahren zur Herstellung von Gummiwaren j eglicher Art,. dadurch gekennzeichnet, d ä3 man rohen Wildkautschuk, unvermittelt in geschnittenem oder gesgaltenern Zustand von der ihm anhaftenden F euch-: tigkeit durch kurzes Trocknen befreit, nach dem Aufquellen isi geeigneten Kohlenwasserstoffen einem Mischknetverfahren unterwirft, die so erhältliche teigartige Masse dann filtert und sie. in üblicher Weise zu der jeweilig gewünschten Ware verarbeitet. '
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|---|---|---|---|
| DES80061D DE471496C (de) | 1927-06-02 | 1927-06-02 | Verfahren zur Herstellung von Gummiwaren |
Applications Claiming Priority (1)
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| DES80061D DE471496C (de) | 1927-06-02 | 1927-06-02 | Verfahren zur Herstellung von Gummiwaren |
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| DE471496C true DE471496C (de) | 1929-02-19 |
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|---|---|---|---|
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| DE (1) | DE471496C (de) |
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1927
- 1927-06-02 DE DES80061D patent/DE471496C/de not_active Expired
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