DE464269C - Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Formsande und zur Verbesserung natuerlicher und gebrauchter Sande - Google Patents

Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Formsande und zur Verbesserung natuerlicher und gebrauchter Sande

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DE464269C
DE464269C DED50095D DED0050095D DE464269C DE 464269 C DE464269 C DE 464269C DE D50095 D DED50095 D DE D50095D DE D0050095 D DED0050095 D DE D0050095D DE 464269 C DE464269 C DE 464269C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22CFOUNDRY MOULDING
    • B22C1/00Compositions of refractory mould or core materials; Grain structures thereof; Chemical or physical features in the formation or manufacture of moulds

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Mold Materials And Core Materials (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung künstlicher Formsande und zur Verbesserung natürlicher und gebrauchter Sande Die in der Metallgießerei verwendeten Formsande müssen gewisse Eigenschaften aufweisen, die sie bezüglich ihrer Güte und Geeignetheit kennzeichnen. Die wichtigsten dieser Eigenschaften sind eine bestimmte Festigkeit der aus ihr hergestellten Formen und eine Gasdurchlässigkeit. Die Formen müssen den vor und während des Gießens auftretenden mechanischen Beanspruchungen Widerstand entgegenstellen und während des Gießens eine bestimmte Menge Gas abhängig von der Art und Größe des Formstückes durch die Formschicht ableiten. Beim Guß von Metallen mit hohen Schmelzpunkten wird von den Formsanden noch die Felterbeständigkeit verlangt. Einzelne Teile der Form dürfen mit der Gußoberfläche nicht zusammensintern.
  • Die in der Natur vorkommenden und überwiegend in den Formereien verwendeten Sande müssen als ein Zufallserzeugnis angesehen werden, das nur in seltenen Fällen das Höchstmaß von den geforderten Eigenschaften besitzt.
  • Die Gasdurchlässigkeit einer aus einem Formsand hergestellten Form steht in Beziehung mit den in den Sanden vorkommenden Korngrößen in dem Sinne, daß sie um so größer ist, je gröber die Körnung ist. Diese einfache Beziehung liegt bei den natürlichen Formsanden nicht vor, weil ein Teil der Sandkörner nicht die angenäherte Kugelgestalt besitzt, sondern eine sehr unregelmäßig geformte und zerklüftete Oberfläche zeigt. Man kann daher bei diesen natürlichen Formsanden nicht sagen, daß die Gasdurchlässigkeit durch Bemessung der Korngrößen im voraus festgesetzt werden kann oder daß die Bestimmung der Korngrößen ein Maß für die Gasdurchlässigkeit ergibt. Die Festigkeit einer Form wird hervorgerufen durch die Gegenwart von in Gelform befindlichen Kolloiden und von Sandkörnern mit gelaiitigen Oberflächen.
  • Auf Grund dieser Erkenntnisse lassen sich künstliche Formsande herstellen, und zwar verwendet man als Ausgangsstoffe reine Quarzsande, am besten Fluß- oder Seesande, die gegebenenfalls mit Wasser noch ausgewaschen werden können und dadurch frei von allen sinternden, organischen und kolloidalen Stoffen werden. Aus diesen Sanden werden in geeigneter Weise bestimmte Korngrößen abgesondert, und zwar kann diese Abscheidung erfolgen durch Absieben mit Sieben verschiedener Maschenweite oder durch ein geeignetes, an sich bekanntes Sedimentierverfahren. Beispielsweise wird auf diesem Wege die Korngröße von 0,03 bis o,o5 mm Durchmesser abgesondert aus einem Sandhaufwerk, welches im Anlieferungszustand Korngrößen jeder Größe zwischen o und 0,3 mm enthält.
  • Die Erzeugung von als Bindemittel wirkenden Gelen kann dadurch herbeigeführt werden, daß auf den feuchten Quarzkörnern, die für den vorliegenden Fall in bestimmter Korngröße hergestellt wurden, eine bestimmte Menge von verdünnter Schwefelsäure oder ähnlich wirkender Lösungsmittel zugesetzt wird. Die Schwefelsäure hat die Eigenschaft, auf den Oberflächen der Körner einen geringfügigen Lösungsvorgang zu verursachen und durch Solvatation, d. h. durch Verdunstung des Lösungsmittels, eine Gelschicht zu bilden. Stark wirkende Lösungsmittel, z. B. Salzsäure, rufen diese Wirkung nicht hervor, da sie echte Lösungen erzeugen, aus denen durch Verdunstung kristalline Abscheidungen auftreten. Die Versuche haben ergeben, daß bei einer bestimmten Konzentration der Schwefelsäurelösung, die bei etwa ioo Millimol liegt, das -Höchstmaß der Gelbildung erreicht wird. Ein größerer Säurezusatz beeinträchtigt die Gelbildung ebenso wie ein geringerer. In ähnlicher Weise wie Schwefelsäure wirkt die im Handel vorkommende Sulfitlauge, die ebenfalls nur günstige Ergebnisse liefert, wenn sie in bestimmten Mengen Anwendung findet. Durch Anwendung dieses Verfahrens wird nicht nur ein Formsand von hoher Festigkeit erzielt, sondern auch von hoher Gasdurchlässigkeit.
  • Beim Erhitzen der Formen während des Gießens erleiden die Gele eine Veränderung in dem Sinne, daß sie das Wasser verlieren und nachträglich mit Wasser angefeuchtet nicht wieder zu Gelen umgewandelt werden können. Dieser Vorgang ist aber erneut möglich, wenn ein solcher Sand in der beschriebenen Weise mit Schwefelsäure bestimmter Konzentration behandelt wird. Daher ist das Verfahren auch geeignet, gebrauchte Formsande wieder brauchbar zu machen oder natürliche Formsande zu verbessern, indem durch Säurezusätz neue Gele gebildet werden.
  • Die künstlichen Formsande haben gegenüber den natürlichen Sanden den Vorteil, daß sie kein Zufallserzeugnis sind, sondern daß sie in ihren Eigenschaften je nach Verwendungszweck im voraus durch geeignete Auswahl der Korngrößen und durch Solv atation hergestellt ein Höchstmaß der Formeigenschaften liefern. Die mit ihnen hergestellten Gußformen haben vollkommen glatte Oberfläche, da ein Sintern des Sandes vermieden wird. Wenn daher die Herstellungskosten eines künstlichen Formsandes auch höher sein werden als die Gewinnungskosten eines natürlichen Sandes, so werden diese Mehrkosten mehr als aufgewogen durch das bessere Aussehen der Gußoberfläche und durch die Ersparnis an Putzarbeiten.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCIiE: i. Verfahren zur Herstellung künstlicher Formsande mit vorherbestimmter Festigkeit und Gasdurchlässigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß die zweckmäßig durch einTrennverfahren aus gebrauchtem oder ungebrauchtem Formsand gewonnenen Quarzkorngruppen durch Behandlung mit verdünnter Schwefelsäure oder Sulfitlauge bildsam gemacht werden.
  2. 2. Verfahren zur Verbesserung gebrauchter oder ungebrauchter Formsande, dadurch gekennzeichnet, daß diesen die nach. Patentanspruch i gewonnenen Sande als Zusatz beigemischt werden.
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