DE468797C - Verfahren zur Herstellung von keramischen Koerpern - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von keramischen KoerpernInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von keramischen Körpern Keramische Massen sind von alters her durch Kneten und Drehen hergestellt worden. Neuerdings hat sich auch das Gießverfahren vielfach eingeführt, das darauf beruht, daß die entsprechend aufbereitete Masse, der sogenannte Gießschlicker, in Formen: gegossen wird, die aus porösen Stoffen, wie Gips, bestehen. Die Form entzieht der eingegossenen Masse an .deren Oberfläche die Feuchtigkeit und läßt so an der Wandung der Form eine allmählich dicker werdende Schicht aus der keramischen Masse sich bilden, die nach Abgießen des flüssig gebliebenen Schlikkers fest wird und aus der Form herausgenommen werden kann, um alsda= weiterbehandelt zu werden. Hohlkörper mit nicht allzu großer Wandstärke und sogar massive von beschränkten Abmessungen lassen sich so ganz vorteilhaft herstellen. Als Ausgangs-. material. werden im allgemeinen plastische Massen (Ton) benutzt, doch ist auch vorgeschlagen worden, Stoffe zu verwenden, die an sich nicht plastisch sind und erst durch eine besondere Behandlung geeignet gemacht werden.
- Nach der Erfindung lassen sich Porzellankörper von beliebig dicken Scherben, z. B. Vollkörper größter Abmessungen von absolut gleichmäßigem Gefüge, ohne weiteres herstellen. Es wird in folgender Weise vorgegan- i gen: Als Ausgangsmaterial dienen im wesentlichen Stoff, die an sich nicht plastisch sind, z. B. gemahlene Porzellanscherben (Glattscherben), ein. Material. also, das bisher unverwendbar war und in den Porzellanfabriken. Abfall darstellte. Dieses fein. gemahlene Material wird mit Wasser oder einer anderen geeigneten Flüssigkeit angemacht und in die Form gegossen, eine Form aber, die nicht porös zu sein braucht. In der Form läßt man die Masse stehen, bis die festen Stoffe sich abgesetzt haben.
- Normalerweise besitzt eine solcher Art abgesetzte Masse nur geringen Zusammenhalt, so daß sie keinen festen Körper bilden kann. Hatte man aber nach der Erfindung die Masse durch längeres Mahlen bis zu einer gewissen Kornfeinheit gebracht, die keineswegs den kolloidalen Zustand erreicht, so erlangt der durch Absetzen sich bildende Körper alsbald eine hinreichende Festigkeit, so daß er als Ganzes aus der Form genommen werden kann.
- Wieweit die Feinheit der Mahlung zu steigern ist, hängt von dem verwendeten Material ab, kann daher in allgemeiingültiger Form nicht angegeben werden.
- Das Absetzen erfolgt schneller und ergibt einen festeren Körper, wenn der Masse vor dem Eingießen in die Form ein Stoff zugesetzt wird, der bewirkt, a13 die sich absetzenden. Teilchen sich besonders eng aneinander lagern.
- Ein solcher Stoff ist beispielsweise eine ammoniakalische Lösung von Humusstoffen, .die nachstehend als Humexlösung bezeichnet ist.
- Das ganze Verfahren zur Herstellung des keramischen Körpers sei nachstehend an einem Ausführungsbeispiel erläutert, bei dem als Ausgangsmaterial Porzellanbruch (Glattscherben) angenommen ist, während an, sich etwa auch Sand benutzt werden könnte. Der Porzellanbruch wird auf dem Kollergang oder einer sonst geeigneten Vorrichtung zerkleinert und dann in der Kugelmühle bei etwa 5ost-ündiger Mahldauer und unter Zusatz der geeigneten Wassermenge, etwa 300/0, fein gemahlen, gegebenenfalls werden. ggeringe Mengen (bis zu io %) anderer Stoffe, plastischer oder nichtplastischer, zugegeben. Dem Gemenge wird die obererwähnte Hum-exlösun@g `hinzugefügt und innig damit gemischt, am besten durch nochmaliges kurzes Mahlen. Nun wird die Masse in eine beliebige Form eingegossen und hier so lange stehengelassen, bis sich die in der Flüssigkeit suspendierten-Teilchen, die ganze Form -erfüllend,. abgesetzt haben, während die Flüssigkeit darüber, stehentleibt und abgegossen wird. her Eormlieg ist vollkommen massiv;- im - Gegensatz zu einem durch das - übliche- Gießen erzeugten -Körper, der im Inneren einen -Hohlraum enthält. Er schwindet nicht und läßt. sich-: leicht aus .der Form- herausnehmen. Nach völligem Trocknen werden die Körper in- den-Porzellanglattofen gegeben 'und brenneu dort unter Beibehaltung ihrer Form zu dichten; massiven Pbrzeliaukörpern, die so groß gemacht werden können, wie @es bisher nicht möglich war- So hergestellte Körper lassen sich vordem Brennen leicht durch Abhauen,. Abschaben usw. bearbeiten, so daß auch Gegenstände, die in ihrer endgültigen Gestalt in einer- einfachen Form -nicht -erzeugt werden können, herzustellen sind.
- ,Als Material. für de Formen hat- sich Gips als geeignet erwiesen, wie er auch beize. keramischen Gießen verwendet- wird.-. Im Gegensatz zu jenem 'Gießverfahren ist aber die Porosität der Form hier von nehensäch--lIcher Bddeutung .oder sogar unerwünscht, man kann idie Form auch aus Holz, Porzellan unld andeen Materialien herstellen, kann die Gipsformen paraffinieren und anderes mehr. In allen Fällen entsteht der Körper, und das ist das wesentliche Merkmal der Erfindung, durch bloßes Absetzen von Teilchen; die beim Eingießen in der Flüssigkeit suspendiert waren.
- Die .erwähnte Hurriexlösung hat sich als hervorragend geeignet zur Beschleunigung des Vorganges und Erhöhung der Festigkeit des Körpers erwiesen. Sie besteht aus einem Extrakt von Kasselerbraun mit Ammoniak, wobei die Hauptmenge ,der im Kasselerbraun enthaltenen Humusstoffe in Lösung geht. Indessen sind auch solche anderen. Stoffe, z. B. Wasserglas, Natronlauge usw., verwendbar, die in der Keramik als Verflüssigungsmittel ge- -bräuchlich sind.
- Auf diese Weise hergestellte Körper lassen sich im Feuer hart brennen. Verwendet man die obenervvähnten Scherben als Grundlage der Masse, so lassen sich auf diese Weise, massive, feste Porzellankörpier herstellen in Abmessungen, vn.e ges nach den bisherigen Verfahren auch nicht annähernd möglich war. Solche Porzellankörper besitzen keine wesentlichlen inneren = Spannungen und ' sind = für Zwecke geeignet, für die sehr hochwertige-Masse- Bedingung ist; wie z.3. elektrische, Elochspannungssolatoren. -
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCH&: _ i. Verfahren zurr Herstellung keramischer Körper, da-durch-gekennzeichnet,: daß Stoffe, die an. sich nicht plastiseb- sind, wie Sand, Porzellanscheiben, usw, gerade. so fein. gemahlen werden.,- daß sie in: Wässer suspendiert und in eine Forn- gegos#-sen, sich in ihr-in Gestalt eines= massiven festen, dichten Körpers absetzen; 'der- aus der Form herausgenomm;engegebenenfalls bearbeitet und gebrannt=weiden kann.. 2. 'Verfahren na;cli. Anspruch i, dadurch. gekennzeichnet, .daß dem Wasser Stoffe, wie Humexläsung und ,ähnliche, zugesetzt werden, die die Absetzung- und Dichta;nedx- i anderlagerung nicht kolloidaler Teilehen: beschleunigen..
Priority Applications (1)
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1924
- 1924-02-15 DE DEH96089D patent/DE468797C/de not_active Expired
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