<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Herstellung eines Zusatzes für Mörtel oder Beton.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Sintern von tonhaltigem Material zwecks Erzeugung eines künstlichen Beton-oder Mörtelzusatzes an Stelle von zerkleinerten Steinen,
Kies oder Sand.
Bei den bekannten Verfahren werden Lehm, Schiefer, Tonschiefer und andere tonhältige Stoffe in Ziegel-oder anderen Öfen durch Erhitzen in bekannter Weise calciniert, um einen Zusatzstoff von geringerem Gewicht zu erhalten. Es wurde auch schon vorgeschlagen, eine aus einer Mischung von Lehm und Brennstoffen bestehende feingekörnte Charge in einer Sintervorrichtung in derselben Weise mittels Hitze zu behandeln, wie beim Sintern von Erzen.
Infolge der Elastizität des Lehms und des Bestrebens der einzelnen Teilchen, aneinander zu haften, wird aber der freie Durchtritt des Luftstromes durch die Charge verhindert, so dass es unmöglich ist, den Sintervorgang durch die ganze Charge hindurch aufrecht zu erhalten, ohne besondere Vorkehrungen zum Erhalten der Hohlräume in ihr zu treffen. Es wurde nun gefunden, dass diese sowohl bei aufwärts als abwärts fortschreitendem Sintern so wesentlichen Hohlräume durch die im folgenden beschriebene Behandlung des Materials erhalten werden können, wobei seine physikalische Beschaffenheit verbessert wird.
Der Lehm od. dgl. wird zunächst durch irgendwelche geeigneten Vorrichtungen zu einer derartigen Feinheit vermahlen, dass beim Vermischen dieses Materiales mit Wasser ein Brei entsteht. Das Wasser kann nach dem Mahlen oder während des Mahlens zugesetzt werden. Der Brei wird dann der Hitze ausgesetzt und währenddessen mechanisch in Bewegung gehalten, so dass er in Form von kleinen, ungefähr erbsengrossen Stücken auftrocknet. Die Trocknung wird bloss so lange geführt, bis diese Stückchen nicht mehr aneinanderkleben. Diese kleinen Stücke können dann gegebenenfalls bis zur Weiterverarbeitung eingelagert werden.
Bei Behandlung gewisser Lehmsorten wird es nicht notwendig sein, einen mehr oder minder dickflüssigen Brei zu erzeugen, sondern die Bildung der kleinen Teilchen oder Ballen kann dadurch erzielt werden, dass der Lehm in Form eines weichen Schlammes durch eine geeignete Siebvorrichtung gepresst wird. Auch in diesem Falle werden die Teilchen vorzugsweise durch Hitzeeinwirkung getrocknet, bevor sie eingelagert werden. Wird die Sinterung des Lehms unmittelbar als ein Teil einer ununterbrochenen Behandlung angeschlossen, dann können die feuchten Ballen in gepulverten Brennstoff eingehüllt werden, welcher dann um sie einen Überzug bildet. Die mit dem Brennstoff überzogenen Ballen können nun in feuchtem Zustand auf die Sinterpfanne gebracht und das Sintern kann in gewöhnlicher Weise durch-
EMI1.1
brennbaren Bestandteile entzündet werden.
In den Zeichnungen ist eine Einrichtung zur Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens dargestellt. Eine Sinterpfanne 1 ist mittels hohler Zapfen 2 und Leitungen 4 an eine Staubkammer 3 angeschlossen, durch welche mittels eines, einen mit dem Rauchfang'7 verbundenen Auslass 6 besitzenden Exhaustors 5 Luft durchgesaugt wird. Ein üblicher Chargierwagen 8 dient zum Aufbringen des die Charge C bildenden Materiales auf den Rost 9 der Sinterpfanne 1, worauf eine Zündvorrichtung 10 über die Charge gebracht wird, um deren Oberfläche zu entzünden. Nach dem Anzünden der Charge wird die Zündvorrichtung entweder entfernt oder die Flamme ausgelöscht, da die Verbrennung unter dem Ein- fluss des Luftstromes in dem Innern der Charge fortdauert.
Die kleinen Teilchen oder Ballen, welche in der oben beschriebenen Weise hergestellt wurden, sind natürlich nicht von gleichförmiger Grösse und sie
<Desc/Clms Page number 2>
können gegebenenfalls in zwei oder mehrere Anteile ?. und m'getrennt werden. Hiebei werden die grösseren Teile m unmittelbar auf dem Rost 9 und die kleineren Teile m'auf der Oberfläche der grösseren Teile gelagert. Indessen steht die Art und Weise des Herrichtens der Charge dem das Sintern durchführenden Arbeiter frei, welcher sie nach seiner Erfahrung in der Weise durchführen wird, dass er die befriedigendsten Ergebnisse erhält.
Die physikalische Beschaffenheit der in Form einer grossen Anzahl von kleinen Teilchen hergestellten Charge sichert die Anwesenheit von Hohlräumen durch und durch, so dass der Luftstrom zwecks Erhaltung der Verbrennung frei durch die Charge hindurchtreten kann. Da die Verbrennung der brennbaren Bestandteile sich durch die ganze Charge weiterverbreitet, werden die kleinen Lehmteilchen intensiver Hitze unterworfen und hart gebrannt. Infolge deren kleiner Masse ist ein Entweichen der in den Körperchen eingeschlossenen Gase leicht gewährleistet, so dass der gebrannte Lehmkörper sehr porös wird. Zu gleicher Zeit werden die Oberflächen der einzelnen Teilchen zusammengeschmolzen, so dass sie zu einer harten, leichten und porösen Masse von Lehmsinter zusammenfliessen.
Diese Masse oder dieser Kuchen von Lehmsinter kann dann zu jeder für den jeweiligen Gebrauchszweck gewünschten Grösse zerkleinert werden. Bei Herstellung von Betonblöcken werden sowohl die fein als auch die grob gemahlenen Teilchen von Sinter mit der entsprechende Menge von Portlandzement und Wasser gemischt und in Formen gegossen. Wird der Lehmsinter als Mörtelbestandteil verwendet, so wird er entsprechend dem Verwendungszweck mit Zement oder Kalk in geeignetem Verhältnis gemischt.
Beim Sintern mancher Lehmarten kann es wünschenswert erscheinen, gepulverte Brennstoffe mit dem Lehm zu mischen, bevor er zu Ballen geformt wird. Weiter können gewisse Bedingungen es erfordern, dass die Lehmballen und der Brennstoff unabhängig voneinander in einer solchen Weise auf die Sinterpfanne gebracht werden, dass die Hohlräume zwischen den Ballen mit Brennstoff ausgefüllt werden. Das Verfahren ist daher hinsichtlich des Brennstoffes nicht beschränkt, da das Wesen der Er- findung in der Behandlung des Lehms besteht, um kleine Teilchen oder Ballen zu erzeugen, welche auf eine Haltevorrichtung, wie z. B. einen Rost aufgebracht werden, um eine zum Sintern bestimmte Charge zu bilden, welche ein bei der Herstellung von Mörtel oder Beton verwendbares Produkt ergibt.
Die Erfindung kann in der Weise abgeändert werden, dass bloss soviel Lehm in der Charge verwendet wird, um diese plastisch zu machen. Der Rest der Charge kann, abgesehen von den Brennstoffen, aus nicht plastischem tonhaltigen Material, wie z. B. Schiefer oder Tonschiefer oder aus anderen Substanzen bestehen, wie z. B. Asche, gemahlenen Ziegeln oder irgendeiner Mischung, vorausgesetzt, dass plastischer Lehm in genügender Menge vorhanden ist, um die Mischung für den Vorgang des Zusammenballens geeignet zu machen. Zu diesem Zweck sind 10-15% von plastischem Lehm genügend.
Abgesehen von der Güte des gesinterten Lehmproduktes ergeben sich zwei weitere grosse Vorteile beim Sintern von tonhaltigem Material. Der eine ist die Schnelligkeit des Vorganges (es genügen einige Minuten, um eine Charge von einigen Tonnen Gewicht zu sintern) und der zweite ist die Sparsamkeit im Brennstoffverbrauch, dessen Menge für die besten Ergebnisse sehr genau bestimmt werden kann.
Da die Verbrennung sich durch die ganze Charge hindurch erstreckt, wird nur sehr wenig Hitze nutzlos verbraucht.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung eines Zusatzes für Mörtel oder Beton, dadurch gekennzeichnet, dass eine grosse Anzahl von kleinen Körperchen aus feinverteiltem tonhaltigem Material gebildet, zwecks Herstellung einer Charge eine Mischung von diesen Körperchen mit Brennstoff hergestellt und angefeuchtet und in einer Schicht gelagert, hierauf die Charge an ihrer freiliegenden Oberfläche angezündet und ein Luftstrom von der entzündeten Oberfläche weg durch sie hindurchgeleitet wird, so dass sich die Verbrennung durch die Charge hindurch fortschreitend fortsetzt und ein hartes, poröses, zu einer zusammenhängenden Masse vereinigtes Endprodukt entsteht.