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Verfahren zum Schleifen von Schmucksteinen.
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ein Sternmuster ergeben und die Deckfläche 1 einfassen, anschleift, und ferner achtzehn Halbfacetten 6 am Aussenrand 8. Die Krone des Brillanten weist also siebenunddreissig Facetten einschliesslich der mittleren Deckfläche 1 auf. An der unteren Seite, auf der Wurzel, werden achtzehn längliche Halbfacetten 7 angeschliffen, deren Höhe gemäss der Dicke des Steines schwankt, und diese Unterteilung der neun durch die mit 3 bezeichneten Kanten eingefassten Dreiecke wird zum Ergebnis haben, dass eine bedeutend bessere Lichtreflexion gesichert ist, als dies bisher der Fall war.
Der Glanz in den so geschliffenen Steinen ist ausserordentlich erhöht. Das Licht tritt von allen Seiten in den Stein und wird in einer der Einfallfacette gegenüberliegenden Facette aufgehalten, die
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verursacht ein Wirbeln von Strahlen und eine Reflexion von Facetten aus dem sich ein wundervolles Lichtspiel ergibt, von dem es unmöglich ist, die Zahl der Strahlen und der Reflexionen zu berechnen. Der Glanz und das Schillern ist derartig stark, dass es möglich ist, die auf die neue Art geschliffenen Steine infolge ihres Feuers zwischen allen anders geschliffenen Steinen sofort zu erkennen, was beweist, dass diese Schleifart ein bisher nicht erreichtes Mass von Vollkommenheit verwirklicht.
Schon während des Vorschliffes des Steines durch Herstellung der neuen Facetten 2 der Krone und der neun ursprünglichen Facetten der Wurzel, eingefasst durch die mit 3 bezeichneten Kanten, kann man eine sehr bemerkenswerte doppelte Reflexion feststellen. Wenn man durch die Deckfläche 1 schaut, so kann man infolge der Durchsichtigkeit beobachten, dass die neun unteren Facetten, eingefasst durch
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die mit 3 bezeichneten Kanten (Fig. 2 und 5), bereits achtzehn Flächen aufweisen, von denen neun sehr klar und die neun andern weniger klar sind.
Anderseits weisen die neun Facetten der Krone bereits durch Reflexion eine derartige Menge von Flächen auf, als ob die Bearbeitung des Steines schon gänzlich beendigt wäre, und in diesem Zustande kann der Stein bereits den Wettbewerb mit Brillanten mit achtundfünfzig Facetten, wie sie bis jetzt bekannt sind, aufnehmen.
Bei Beendigung der Bearbeitung eines derart vorgeschlifftnen Steines stellt man fest, dass das Material eine sehr grosse Durchsichtigkeit erreicht und der Stein eine sehr klare und feine Farbe hat.
Dieses Schleifverfahren hat übrigens im Gefolge, dass der übrigbleibende Prozentgehalt des Steines beträchtlich vergrössert ist, und besonders bei den flachen Steinen kann man rechnen, dass man bei einem Durchmesser von 10 mm und einer Dicke von 5 mm etwa 40% Material erspart. In der Praxis, besonders in der Brillantschleiferei, bedient man sich als Mass für die Wurzel eines Winkels von 380 bis 400 und für die Krone gebraucht man die Nr. 2 und 3 des gewöhnlich verwendeten Masses.
Die Krone kann übrigens auch beispielsweise auf spitze Art in ihrer Rundung geschliffen werden, um daran so viel wie möglich die Strahlenbrechung zu verhindern und die Sichtbarkeit seiner grauen Färbung zu verhindern. Der geschliffene Brillant wird also in seiner neuen Form im gesamten fünfundsechzig Facetten haben, aber es sei bemerkt, dass sich das Prinzip der Erfindung auch auf alle andern Muster des Schiffes ausdehnt, denn die Steine geringerer Grösse und geringeren Volumens eignen sich offenbar nicht immer zur Anordnung von fünfundsechzig Facetten. Für die Behandlung der Steine geringerer Güte kann man die Erfindung besonders gemäss der in den Fig. 7-24 gezeichneten Form anwenden, welche eine Ersparnis an Handarbeit und Zeit zu erreichen gestattet.
In den Fig. 7-24 kann man Muster zum Schleifen der Steine sehen, welche sämtlich auf derselben dreimal wiederholten Triangulierung aufgebaut sind. Diese Steine sind sämtlich vorgeschliffen mit Anwendung von neun Facetten, welche alsdann gemäss nachtehender Einzelheiten bearbeitet werden : Fig. 7 eine Deckfläche mit neun Ecken, zusammen zehn Facetten ; Fig. 8 eine Deckfläche mit neun Ecken und neun engen, im Stern angeordneten Facetten, zusammen neunzehn Facetten ; Fig. 9 eine Deckfläche mit neun Ecken und neun breiten Facetten in Sternform, zusammen neunzehn Facetten ; Fig. 10 eine Deckfläche mit neun Ecken und neun Halbfacetten, zusammen neunzehn Facetten ; Fig. 11 eine Deckfläche mit neun Ecken, neun sternige Facetten und neun Halbfacetten mit offenen Ecken, zusammen achtundzwanzig Facetten ;
Fig. 12 eine Deckfläche mit neun Ecken, neun sternigen Facetten und neun Halbfacetten mit geschlossenen Ecken, zusammen achtundzwanzig Facetten ; Fig. 13 ein Kragen mit neun Ecken, zusammen zehn Facetten ; Fig. 14 ein Kragen mit neun Ecken und neun kurzen Halbfacetten, zusammen neunzehn Facetten ; Fig. 15 ein Kragen mit neun Bahnen und neun langen Halbfacetten, zusammen neunzehn Facetten ; Fig. 16 ein Kragen mit neun Bahnen und neun breiten Halbfacetten, zusammen neunzehn Facetten ; Fig. 17 ein Kragen mit neun Mittelecken, neun Bahnen und neun Umfangsecken, zusammen achtundzwanzig Facetten ; Fig. 18 ein Kragen mit neun Facetten und achtzehn Halbfacetten, zusammen achtundzwanzig Facetten ; Fig. 19 kleiner Stein mit zwanzig Facetten, der einen Ertrag von zweihundert für das Karat ergibt ;
Fig. 20 kleiner Stein mit achtunddreissig Facetten, der einen Ertrag von einhundert für das Karat ergibt ; Fig. 21 wie bei Fig. 20 ; Fig. 22 kleiner Stein mit achtunddreissig Facetten, der einen Ertrag von fünfzig für das Karat ergibt ; Fig. 23 kleiner Stein mit sechsundfünfzig Facetten, der einen Ertrag von 40 für das Karat ergibt ; Fig. 24 kleiner Stein mit sechsundfünfzig Facetten, der einen Ertrag von fünfundzwanzig für das Karat ergibt.
In den Fig. 13-24 bezeichnet der kleine Kreis den Kragen an der Basis der Wurzel und er zählt als eine Facette.
Die Erfindung verwirklicht also im Schleifen von Schmucksteinen eine bemerkenswerte Neuerung, da es dadurch möglich ist, einen beträchtlich grösseren Wert der fertigen Materialien zu erlangen sowie ein Gewichtsersparnis des Materials, und wenn beim Schleifen der Brillanten mit fünfundsechzig Facetten die Handarbeit etwas vermehrt ist, so bringt im Gegensatz dazu das Schleifen der Steine geringeren Wertes eine Verminderung an Handarbeit bei einer besseren Wirkung und einem Gewinn an Gewicht.