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Elektrisch gesteuerte Kopierfräsmaschine o. dgl. Die Erfindung betrifft
insbesondere die elektromagnetische Steuerung von Kopierfräsmaschinen, bei denen
das Werkstück in zwei geraden Richtungen rechtwinklig zueinander in derselben Ebene
Vorschub erhält und ein Taster, der Form des Modells oder der Schablone folgend,
die beiden Vorschubbewegimgen so steuert, daß das Modell von einem Fräser auf dem
Werkstück nachgebildet wird.
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Fühlfinger oder Taster zum Steuern der Vorschubbewegungen in zwei
geraden Richtungen hat man bisher schon mit elektromagnetischen Vorrichtungen zum
öffnen der Stromkreise und damit zur Verriegelung des Vorschubes unter bestimmten
Bedingungen versehen. Eine Vereinfachung der Bauart, die derartige Vorrichtungen
möglichst empfindlich macht, ist jedoch erwünscht und von hoher Bedeutung, und daher
so lt hier erfindungsgemäß für die bisherige elektrische Verriegelung eine mechanisch
arbeitende Verriegelung zur Schaltung der Stromkreise für die Vorschubbewegungen
in den beiden im rechten Winkel zueinander stehenden geraden Richtungen angeordnet
werden.
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Die Anordnung der den Stromkreis schlie-13enden Kontakte wird dabei
sehr vereinfacht, und anstatt die Relaiskontakte für Vorwärts- und Rückw.ärtsvorschub
auf beweglichen, vom Taster bewegten Hebeln anzuordnen, liegen die Vorwärtsvorschubkontaktspitzen
bei der neuen Einrichtung fest und greifen unmittelbar an das Knopfende der Tasterspindel
an, durch die die Stromkreise geschlossen werden. Die Rückwärtsvorschubkontaktspitzen
sitzen auf Hebeln in solcher Anordnung, daß sie am Knopfende der Tasterspindel zwecks
Schließens der Stromkreise angreifen; dabei sind die Rückwärtsvorschubkontakte gewöhnlich
geöffnet, während die Vorwärtsvorschubkontakte gewöhnlich geschlossen sind.
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Unter bestimmten Arbeitsverhältnissen ist es bisweilen erwünscht,
die Vorwärtsvorschubkontaktstromkreise zu unterbrechen, wenn die Rückwärtskontaktstromkreise
geschlossen sind, und dies wird in den bekannten Vorrichtungen elektromagnetisch
herbeigeführt, während bei der vorliegenden Neuerung die Vorw.ärtsvorschubkontaktstromkreise
durch eine geringe Bewegung der die Rückwärtsvorschubkontakte tragenden Hebel geöffnet
werden und diese Bewegung durch eine Bewegung der Tästerspindel herbeigeführt wird.
Diese Bewegung der Spindel bringt den Kontaktknopf ,am Ende der Spindel außer Eingriff
mit .einem der Vorwärtsvorschubkontakte und in Eingriff mit einem Rückwärtsvorschubkontakt,
dessen Hebelbewegung dann den Stromkreis des anderen Vorwärtsvorschubkontaktes unterbricht,
so daß also hier eine rein mechanisch arbeitende Verriegelung gegeben ist.
Auf
der Zeichnung ist der Taster sowie die mechanische Verriegelung in einem Ausführungsbeispiel
veranschaulicht, und zwar stellen dar Abb. i eine Vorderansicht des Tasters, Abb.
z einen Schnitt durch .einen der den Stromkreis schließenden Kontakte der Verriegelung,
Abb. 3 einen Längsschnitt durch den Taster nach Abb. i, Abb.4 ein stark vergrößertes
Schema, zur Veranschaulichung einiger Phasen im Arbeitsverfahren, Abb.5 eine schematische
Darstellung der Kontaktschaltungen am Taster und ein Leitungsschema der Relais und
magnetischen Kupplungsvorrichtungen und Abb. 6 bis 14 Diagramme zur Veranschaulichung
der Arbeitsweise der Vorrichtung. Die Tastvorrichtung besteht aus einem Lagerkopf
i mit angeschraubtem Rohr 2 zur Aufnahme der Tasterspindel 3. Das freie Ende . des
Rohres 2 trägt in einer erweiterten Ausbohrung einen Kugellagerring 4, der durch
eine hohle Gewindebüchse 5 in seiner Lage gehalten wird. Auf der Spindel 3 sitzt
eine Kugelkalotte 6 (Abt. 3), die durch eine Mutter 7 in ihrer Lage gesichert ist
und mit dem: Ring 4 ein Kugelgelenk in der Spindel bildet. Die Wandung der Büchse
5 ist so dick bemessen, daß sie über die Kalotte 6 greift und jedes Herausziehen
der Spindel aus..dem Rohr a verhindert. Am ,äußeren freien Ende trägt die Spindel
3 einen Führungskopf 8; der durch eine Mutter 9 fest, aber aus*echselbar an die
Spindel angeschlossen ist,. so daß man Köpfe verschiedener Gröle ansetzen kann.
Das innere Ende i o der Spindel. geht durch den Kopf i und endet in einem Knopf
i i, mit dem Kontaktspitzen zum Schließen von Relaisstromkreisen in Anlage kommen;
wie noch weiter beschrieben werden soll.: Da die Größe des Führungskopfes 8 geändert
werden kann, so kann sich auch das Belastungsgewicht der Spindel 3 als Ganzes ändern,
und daher muß man eine Einrichtung zum genauen Ausgleichen» der Spindel während
der Arbeit vorsehen. Zu dem Zwecke ist hier eine Hülse i z unten im. Vorderende
des Rohres a (Abt. 3) eingeschraubt, und ein nachgiebiger Bolzen oder Fühler
13 in der Hülse liegt gegen das Spindelende io an, wobei eine auf der Einsbellsclirauble
15 ruh ende Schraubenfeder 14 den Bolzen 13 trägt und mittels der
Schraube 15 zum gehörigen Ausrichten der Spindel 3, i o_ eingestellt werden
kann. Die Mutter 16 dient zum Festlegen der Schraube 15 in der eingestellten
Lage.
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Der Lagerkopf i (Abt. i und 3) des Tasters besteht aus einem Stück,
-,das vorn bei i7 zu r Aufnahme eines drehbaren Kontaktträgers 18 ausgebohrt ist,
:der ;aus Isolierstoff besteht und als Ring auf eine Hülse i g aufgesetzt ist, die
drehbar in eine Bohrung des Bodens 2o des Lagerkopfes i eingelagert äst. Ein Zwischenring
a i auf der Hülse 19 hält den Träger 18
isi gehörigem Abstande vom
Boden--o. Die Innenfläche des Bodens 2o dient als Drucklager für ein Kegelrad 22,
das durch Schrauben 23 auf dem Innenende der Nabe i9 befestigt ist.
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Das Kegelrad 2a (Abt. 3) kämmt mit einem K egelrade 24, das auf einer
in einem Rohr 26 gelagerten Welle z5 aufgekeilt ist. Das Rohr 26 ist im Kopf
i durch eine Schraube 27
befestigt und trägt am freien Ende ein durch eine
Schraube 29 fest angeschlossenes Gehäuse 28. Die Welle 2 5 geht bis
in das Gehäuse und trägt hier ein mit einem Kegelrad 3 i in Eingriff stehendes Kegelrad
30. Das Rad 3i ist auf eine in dem Gehäuse gelagerte Querwelle 32 aufgekeilt. Die
Vorderwand des Gehäuses 28 ist kreisförmig gestaltet und mit vier Anzedgzapfen 33
ausgestattet, mit denen ein auf der Welle 32 sitzender Zeiger 34 zusammenwirkt.
Ein. mit dem Zeiger aus einem Stück bestehender Handgriff 3 5 dient nicht nur zum
Einstellen des Zeigers, vielmehr auch als Anzeiger selbst, da er in einem Winkelabstand
von 45° zum Zeiger liegt und seine Lage zum Zeiger; wie noch weiter .erläutert werden
"soll, von - Bedeutung ist.
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Dreht man die Welle 32 mittels des Handgriffes 35, so dreht
man damit auch den Kontaktträger 18 im. Kopf i;- Auf dem Träger_i8 sind vier Kommutatorsegmente
36 in Quadrantform vorgesehen, wie -insbesondere aus Abb:5 erkennbar ist. Diese
Segmente A,. B, C, D sind gegeneinander isoliere= und in Abstand voneinander
angeordnet; die Segmente A, und B sind durch geeignete Kontakte und Kontaktstromkreise
so verbunden, daß- sie mittels geeigneter Relais -den Vor-und Rückwärxsvorschub
in der einen, die Kontakte C und D in gleicher Verbindung in der anderen geraden
Richtung steuern, so daß bei keiner -Drehstellung des Kontaktträgers das Verhältnis
zwischen -den verschiedenen Scg= menten eine Änderung erfährt; die Kontaktpaare
A, B und C, D könne jedoch' in eine solche Stellung gebracht werden, daß sie den
Vor- und Rückwärtsvorschub der Maschine in zwei geraden Richtungen regeln, und zwar
an jedem der vier Anzeigepunkte oder Quadranten für die Drehbewegung ides Kontaktträgers
18 oder Zeigers 34.
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Zwei der Quadrantsegmente 36, nämlich A und D; sind
mit in dem Isoliermaterial.-des Trägers 18 .eingehetteten Armen 37, 38 versehen,
deren freie Enden zu Zapfen 39 ausgebildet
sind, die aus der Fläche
des drehbaren Trägers 18 hervorragen und nahe beieinander etwa vor der Mitte des
Kommutatorsegmentes D (Abb. i und 5,) stehen. An den Zapfen 39 sind Hebel 40, 41
angelenkt und durch Muttern 42 (Abb. i) darauf gesichert; sie liegen in einem Winkel
zueinander zu beiden Seiten des Knopfes i i der Spindel 3 und tragen je eine Kontaktschraube
43 bzw. 44. Die Kontakte 45 bzw. 46 dieser Schrauben liegen um go° versetzt, und
an sie kann sich der Knopf i i der Spindel anlegen. Für gewöhnlich liegt
er nicht an, und die durch sie hindurchgehenden Stromkreise sind offen. Sie lassen
sich in ihren Hebeln einstellen und in der eingestellten Lage durch Muttern 47 sichern.
Die freien Enden der Hebel 40, 41 sind mit Kontakten 48 auf Bolzen 49 ausgestattet,
die, von Isolierhülsen 5o (Abb.2) umgeben, in den Hebelenden sitzen und durch Muttern
51 fest angeschlossen sind.
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Jedes der Segmente B und C hat einen radial liegenden Arm 52 mit einem
bis zur Oberfläche des aus Isolierstoff bestehenden Trägers 18 gehenden Zapfen 53,
und durch Schrauben 54 sind mit diesen Zapfen kurze Drähte 55 und 56 verbunden.,
deren andere Enden an die Bolzen 49 angeschlossen sind, die die Kontakte 48 der
Hebel 40 und 41 tragen (Abb. i und 5). Die Schließkontakte 48 kommen mit Kontakten
57 auf ortsfesten Ständern 58, 59 zur Anlage, die im Isolierstoff des Trägers 18
eingebettet sind, aber herausragen und in einem Winkelabstand von go° liegen. In
jedem Ständer 58 sitzt einstellbar und durch Muttern 62 feststellbar eine radial
gerichtete, mit einem Kontakt 63 bzw. 64 versehene Schraube 6o, 61. Diese Kontakte
63, 64 liegen gegen den Knopf i i der Spindel an, und zwar um go° versetzt und diametral
gegenüber den beweglichen Kontaktspitzen 45, 46 (Abb. i und 5.). Die relativ festen
Kontakte 63, 64 überwachen den Vorschub der Maschine in zwei geraden Richtungen
rechtwinklig zueinander, und für gewöhnlich sind diese Kontakte geschlossen, so
daß der durch den Kontaktknopf i i und die Spinde13 gehende Stromkreis geschlossen
ist. Um den Knopf i i so in Kontakt mit den beiden Spitzen 63, 64 zu halten,
ist eine Feder 65 mitten zwischen diesen vorgesehen, die den Kontaktschluß sichert
(Abb. i).
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So sind diese pn der Regel gegen den Knopf i i anliegenden festen
Kontakte 63, 64 durch die Kontakte 57, 48 und die Leitungsdrähte 55, 56 mit den
beiden Segmenten C und B elektrisch verbunden. Andererseits sind die auf den Hebeln
40, 41 angeordneten beweglichen Kontakte 45, 46 durch die Zapfen 39 mit den anderen
beiden Segmenten A, D elektrisch verbunden. Diese Stromkreise 45, 46,
A, D steuern, wie noch weiter unten erläutert werden soll, Rückwärtsvorschubrelais,
die nur durch eine Bewegung des Knopfes i i in Wirkung gesetzt werden, während die
Spindel3 einem Modell folgt. Die Hebel 40, 41 stehen unter der Wirkung einer Zugfeder
66, die sie gegeneinanderzieht und damit die Kontakte 48, 57 in der Regel geschlossen
hält, so daß die Kontaktspitzen 63, 64 die Stromkreise durch die Segmente C und
B schließen, um Relais für den Vorwärtsvorschub in den beiden geraden Richtungen
zu erregen. Die Feder 66 greift an dem einen Hebel mittels eines aus Isoliermasse
bestehenden Lenkers 66 an, so daß die Hebel gegeneinander isoliert sind.
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Auf dem Umfang des Kopfes i der Maschine sind in den Quadranten Bürsten
68 angeordnet, die gegen die Kommutatorsegmente 36 des Kontaktträgers 18 anliegen
und aus KohIezylindern auf Federn 69 bestehen, die einstellbar in Kappenmuttern
70 gehalten werden und den Kontakt zwischen Bürste und Segment sichern (Abb.
i). Die die Zylinder 68 - und Feder 69 umschließenden Hülsen 68a sind gegen den
den Umfang des Kopfes i bildenden Ringflansch 67 isoliert, und durch geeignete Mittel
ist jede mit einem Relais verbunden, das eine Richtung der Vorschubbewegung der
Maschine steuert. Die Buchstaben N, S, O, W (Abb. 5,) bedeuten die vier Richtungen
des Kompasses und in der folgenden Beschreibung des Arbeitsganges der Maschine N
-- Aufwärtsvorschub, S = Abwärtsvorschub, O = Vorschub nach rechts, W =Vorschub
nach links.
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Im Leitungsschema (Abb. 5) ist die mit N bezeichnete Bürste 68 durch
einen Draht 71 mit dem mit N bezeichneten Magneten 72 eines Relais verbunden, wobei
der Stromkreis durch Leitungsdrähte 73, 74, die zum Niederspannungsgenerator 75
führen, geschlossenist; dessen anderer Pol ist reit der Maschine verbunden und der
Stromkreis so durch die Maschine geschlossen, denn die Spindel 3 ist ebenfalls leitend
damit verbunden. Ebenso ist die mit S bezeichnete Bürste 68 durch Drähte 76 mit
dem Relaismagneten 77 (S), vorzugsweise gegenüber dem Relaismagneten 72 liegend,
verbunden, und ein Anker 78 ist zwischen den beiden Magneten angeordnet, um auf
deren Erregung anzusprechen. Wird der Stromkreis durch den Relaismagneten
72 (N) geschlossen, so schließt der Anker 78 einen Stromkreis durch den zur
magnetischen Kupplung 8o (N) gehenden Draht 79, und die Kupplung veranlaßt Aufwärtsvorschub
der Maschine. Der durch den Anker 78 gehende Stromkreis geht durch den Draht 81
von der Hauptleitung 82, und der Stromkreis von der magnetischen Kupplung 8o (N:)
wird durch den
Draht 83 und .die Hauptrückleitung 84 geschlossen.
Ebenso wird, wenn der Anker 78 durch den mit der Bürste 68 (S) verbundenen Magneten
77 (S) angezogen wird, -ein Stromkreis durch den Draht 85 mit der die Abwärtsvorschubbewegung
steuernden magnetischen. Kupplung 86 (S:) geschlossen.
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In gleicher Weise werden die Bürsten 68 (W und O) mit Relaismagneten
87 (W) und 88 (O) durch Drähte 89 und 9o verbunden. Diese beiden Magnete wirken
auf einen Anker 9 1 ein und bewegen ihn, je nachdem welcher Magnet erregt
wird, in der einen oder anderen Richtung zwecks Schließens eines Stromkreises durch
einen Draht 92 oder 93 und Erregens der einen oder anderen der beiden Kupplungen
94 (O) und 95 (W), wobei der Vorschub der Maschine nach rechts bzw. links gesteuert
wird. Die Stromkreise von den Kupplungen 8o, 86, 94, 95 werden durch die zur Leitung
84 gehenden Drähte 83 (Abt. 5) geschlossen.
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Wenn der Taster mit dem Modell nicht in Berührung ist, schließt der
Knöpf i i unter der Wirkung der Feder 65 die Kontakte 63 und 64, wobei Stromkreise
durch die Bürsten 68 (N und O) geschlossen werden. Mit anderen Worten, die beiden
magnetischen Vorschubkupplungen N (8o) und Ö (94) werden erregt, und die Vorschübe
gehen aufwärts und nach rechts. Ist die Vorschubgeschwindigkeit in beiden Richtungen
gleich, so ergibt die resultierende Bewegungsrichtung einen Winkel von 45" oder
Nordost (NO). Greift der Taster am Modell an, wenn die Vorschubbewegung in der resultierenden
Richtung von 45°- geht, so wird der eine oder andere Kontakt 63 oder 64 unterbrochen,
und nur die andere geradlinige Bewegung setzt sich fort. Wenn beispielsweise (Abt.
5) N, d. h. die Aufwärtsvorschubkupplung abgeschaltet wird, so daß diese Bewegung
aufhört, so wird die Kupplung O weiter Vorschub nach rechts oder Osten vermitteln,
solange der Kontakt 64 mit dem Kontaktknopf i i in Anlage bleibt.
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Der Raum zwischen den Kontakten 63 und 46 sowie zwischen 64 und 45
auf beiden Seiten des Knopfes i i ist so bemessen, daß bei normalem Arbeitsgang
einer der Kontakte 63 oder 64 unterbrochen werden kann, um den Vorwärtsvorschub
aufzuhalten, ohne daß dabei der Knopf i i mit den Gegenkontakten 45, 46 in Berührung
kommt; wenn jedoch infolge von Unregelmäßigkeiten der abzubildenden Umfläche der
Taster übermäßig- bewegt wird, -so wird der andere oder Rückwärtsvorschubkontakt
45 oder 46 über den Knopf i i geschlossen, und der gegen den beweglichen Kontakt
ausgeübte Druck schwingt den entsprechenden Hebel aus und unterbricht den Stromkreis
durch die, entsprechenden Kontakte 48, 57, die mit der anderen festen Kontaktspitze
für Vorwärtsvorschub verbunden sind, wodurch auch hier der Vorwärtsvorschub aufgehoben
wird. Der Rückwärtsvorschub dauert an, bis der Taster aus dem Behinderungsfelde
herauskommt, wonach dann die normale Bewegung wieder eintreten kann.
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Der Arbeitsgang des die mechanische Verriegelungsexnrichtung verkörpernden
Tasters soll nun unter Hinweis auf die Diagramme der Abb. 4 und 6 bis 14 erläutert
werden. Der Taster ist bestimmt, in Verbindung mit die Vorschübe in zwei geraden,
zueinander senkrechten Richtungen steuernden elektromagnetischen Kupplungen zu arbeiten.
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Der Wert und die technische Bedeutung des neuen Tasters liegt insbesondere
in seiner Verwendbarkeit bei Modellen oder Schablonen sowohl von unregelmäßigem
Umfang als auch einfacherer Gestalt. Die Abb. 4 veranschaulicht den Arbeitsgang
bei vielfacher Vergrößerung der Bewegungsschritte sowie die Art, wie der Taster
-einem buckeligen oder unregelmäßigen Stück folgt, ohne daß dabei der Kontaktblock
18 und dessen Kontakte in dem Maße gedreht werden, wie es gewöhnlich stattfinden
sollte und wie später noch beschrieben werden wird.
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Wenn sich der Kontaktblock 18 (Abt. i) in der im Schaltungsschema
(Abt. 5) gezeigten Stellung befindet, bewegt sich der Taster, dessen Kopf 8 in Abb.
4 durch kleine Kreise dargestellt ist, unter einem Winkel -von 45° nach Stellung
a (Abt. 4) unter der Voraussetzung, daß die Maschinengeschwindigkeiben in beiden
Richtungen (N und O) gleich sind.
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Sobald nun der Taster auf den Umfang der Schablone auftrifft, wird
Kontakt 63, der mit Nordrelais (Abb.5) verbunden ist, geöffnet, so daß die Nordbewegung
unterbrochen wird. Da die Kraftrichtung des Druckes zwischen Schablone und Tasterfinger
nicht mit der Kraftrichtung der Feder 65 (vgl. Abb. i) zusammenfällt, bleibt der
Kontakt 64, der mit dem Ostrelais verbunden ist, noch geschlossen, und die Maschine
bewegt sich noch um einen ganz kleinen Betrag weiter nach Osten zum Punkt 3 (Abb.-4).
Der Tasterfinger selbst bleibt dabei dauernd in Berührung mit der Schablone, während
der Kontaktring i i (Abt. i) das Spiegelbild der in Abb. 4 gezeigten Bewegungen
des Kopfes 8 ausführt.
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Durch die Ostbewegung der Maschine und durch die Form der Schablone
wird der Kontakt -46, der mit dem Südrelais verbunden ist, geschlossen und der Ostkontakt
64 geöffnet, so daß sich die Maschine nach Süden zum Punkt 4 bewegt. Hier öffnet
sich wieder der Südkontakt 46; während der Ostkontakt 64
wieder
geschlossen wird, so da.ß sich die Maschine wieder nach Osten bewegt.
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Diese Vorgänge wiederholen sich mit äußerster Geschwindigkeit unzählbare
Male entlang der Schablone bis zum Punkt 7.
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Die Maschine bewegt sich weiter nach Osten, bis bei Punkt 8 der Kontakt
63, der mit dem Nordrelais verbunden ist, geschlossen wird und die Maschine sich
durch die beiden nun gleichzeitig geschlossenen Kontakte 64 und 63 nach Punkt g
bewegt. Hier wird der Nordkontakt V3 wieder unterbrochen, und die Maschine bewegt
sich weiter nach Osten zum Punkt i o.
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Diese Vorgänge wiederholen sich bis zum PunktA, wo die Nordostrichtung
tangential zur Kurve ist und der Taster die Schablone verlassen würde. Es ist dann
notwendig, den Zeiger 34 auf den nächsten Anzeigezapfen 33 (NW, vgl. Abb. i) einzustellen.
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Unter normalen Umständen, wie vorgehend beschrieben, tritt die mechanische
Verriegelung nicht in Tätigkeit. Sollte aber aus irgendeinem mechanischen oder elektrischen
Grunde einer der beiden Kontakte 63 oder 64 seinen zugehörigen Relaisstromkreis
nicht oder nicht schnell genug öffnen können, so drückt der Knopf i i stärker gegen
den Kontakt 45 oder 46, bewegt den Hebel 40 oder 41 und führt die selbsttätige mechanische
Verriegelung der weiteren Vorschubbewegung durch Unterbrechen der Kontakte 48 und
57 und damit der Relaisstromkreise der beiden Kontakte 63 und 64 - oder auch je
nach Notwendigkeit nur eines der beiden - herbei. Diese Verriegelung der Vorschubbewegung
erfolgt vollkommen mechanisch, während sie bei dem bekannten Taster elektrisch mit
Hilfe zweier Magnete ausgeführt wird.
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Der Arbeitsgang, insbesondere bei einem einfachen Modell, dessen Umriß
wiederzugeben ist, läßt sich aus den Diagrammen (Abb. 6 bis 13j erkennen. Angenommen,
das Modell hat gerade Parallelseiten und ein abgerundetes Ende, so wird beim Anlassen
der Maschine (Abb. 6) mit dem Zeiger 34 am Zapfen 33 (NO) die Vorschubrichtung Nordosten
sein, wie der den kleinen Kreis unterhalb des Modells kreuzende Pfeil andeutet.
Sobald der Taster auf die Kante des Modells trifft, hört der Nord- oder Aufwärtsvorschub
auf infolge Unterbrechung des Vorschubkontaktes 63, während der vom Kontakt 64.
und Relais 88 (O) gesteuerte Vorschub nach Osten (rechts) weitergeht, bis der Taster
den Punkt A erreicht, wo; die Kurve beginnt. Dann arbeiten (Abb. 7) die beiden Nord-
und Ostkontakte mit Unterbrechung, um den Taster über die Kurve zu bringen, und
der Handgriff 3 5 wird zweckmäßig in die Stellung nach Abb.7 gedreht und annähernd
parallel zu einer Tangente auf der Kurve an der Berührungsstelle des Tasters gehalten.
Dies ändert offenbar die beiden Vorschubrichtungen keinesfalls, erleichtert aber
den Angriff der Tasterspindel, d. h. des Knopfes i i, auf den Vorschubkon.takten
63 und 64 durch ständige Beibehaltung der resultierenden Vorschubrichtung auf 45°
zu den Kontaktschrauben 6o und 61, wodurch die Wirkung jeder Tasterbewegung gleichmäßig
gestaltet wird.
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Die Nord- und Ostvorschubbewegungen müssen andauern, bis der Taster
A, die in Abb. 8 angegebene Stelle erreicht, dann muß der Griff 35 über den NO-Zapfen
in die in Abb. 8 dargestellte Lage gebracht werden, wodurch die Nord- und West-Vorschubrelais
in Wirkung kommen. Diese Drehung des Griffes 35 über den Zapfen NO hinaus ist notwendig,
denn es stehen, wie in Abb. 5 gezeigt, die Kommutatorsegmente 36 getrennt voneinander,
und die Beziehung_ zwischen dem Griff 35 und den Segmenten ist so, daß die Bürsten
68, wenn der Griff über einem dei Zapfen 33 liegt, auf dem Isoliermaterial des Trägers
18 zwischen den Segmenten liegen, diese Stellen also Totpunkte sind, wo beide Vorschübe
aufhören. Wird der Griff 35 also nicht aus der Stellung nach Abb.7 in die Lage nach
Abb.8 übergelegt, so würde der Taster in der NO-Richtung weitergehen, wie dies die
Abb. g durch eine Tangente und Pfeilstrich andeutet.
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Ist nun der Griff 35 in die Stellung nach Abb. 8 gedreht worden, so
arbeiten die Nord-und Westvorschübe gleichzeitig oder wechselweise, während sie
der Kurve bis zum Punkt Ä, in Abb. i o folgen, und hier würde, falls der Handgriff
35 und der Zeiger 34 nicht über den Totpunkt hinaus gedreht werden, der Taster in
einer Linie weitergehen, die eine Tangente an der Kurve in NW-Richtung ist. Der
Griff 35 muß daher iri die Stellung nach Abb. i i gedreht werden, wonach die beiden
Vorschübe Süd und West sind. Diese setzen die Weiterführung der Kurve bis zum Punkt
A; in Abb. i i fort, worauf die Kurve in die gerade Linie oben am Modell übergeht;
der Südvorschub wird dabei durch Unterbrechung des Südkontaktes beendet, und der
Westvorschub geht weiter bis der Taster am Punkt A in Abb. 12 ankommt. Der Griff
35 wird auf den Zapfen SO (Abb.12) verschoben, und der Taster folgt damit der senkrechten
Linie, während der Ostvorschub durch Öffnen des Ostkontaktes unterdrückt wird. Erreicht
der Taster die untere linke Modellecke (Abb.13), so muß der Griff wiederum gedreht
und der Zeiger 34 auf den NO-Zapfen eingestellt werden, wonach der Vorschub auf
Ost geht und der Nordvorschub durch öffnen des Nordkontaktes
- unterbrochen
ist. Damit kehrt der Taster auf den Ausgangspunkt (Abb.6) zurück.
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Hat das Modell eine zu kopierende Innenfläche, so sind die Vorgänge
im wesentlichen dieselben, wie unter Hinweis auf die Abb.6 bis 13 beschrieben, nur
daß, wie Abb.14 zeigt, der Taster sich dann auf der Innenfläche des Modells bewegt
und natürlich nicht außer Berührung mit der Modellinie kommen kann.
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Dabei ist .es zweckmäßig, in der Uhrzeigerrichtung zuarbeiten, während
bei ,äußerem Lauf, wie in Abb. 6 bis 13, besser in @entgegenge@etzt@er Richtung
gearbeitet wird. So geht auch die Vorschubbewegung auf der unteren Innenfläche des
Modells in Abb. 14 nach links, vorausgesetzt, jdaß der Griff richtig gedreht wird
und der Zeiger 34 auf dem SW-Zapfen 33 steht. Ist dies der Fall, so wird der Südvorschub
unterdrückt, während der Westvorschub weitergeht, bis der Taster die Ecke erreicht,
worauf er durch die Kontaktunterbrechung angehalten wird. Dann muß der Zeiger 34
auf den. NW-Zapfen gedreht werden, wonach der Nordvorschub den Taster zur oberen
linken Ecke bringt. Danach wird der Zeiger auf den- NO-Zapfen eingestellt und ider
;Arbeitsgang bis zum Erreichen der Kurve: fortgesetzt, wonach der Taster, wie beschrieben,
um die Kurve geführt wird.
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Die Vorschubgeschwindigkeit in den beiden zueinander senknechtengeraden
Richtungen wird für die beste Wirkung gleich gehalten. Es hat sich gezeigt, daß
ein Vorschub von 50 nun in der Minute befriedigende Wirkung gibt kund ein
solcher von 70 mm in der Minute nicht überschritten werden sollte. Auch ist
zu beachten, daß beim Abfahren einer Kurve die Stromkreise durch augenblickliche
Kontaktunterbrechung geöffnet werden sollen, so daß di,e Unterbrechungen so schnell
erfolgen und der Vorschubbetrag vor den Unterbrechungen so gering ist, daß. die
Zähne der zurückgelegten Linie (Abb.4) mikroskopisch winzig ausfallen und daher
auch im wesentlichen eine genaue Wiedergabe der Umfangskurve erreicht wird.