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Selbsttätige Gärvorrichtung mit an endlosen Ketten geführten Gärschrankgehängen
Bei der selbsttätigen Gärvorrichtung nach Patent 444649 und Patent 456818
mit an endlosen Ketten kippbar befestigten Aufnahmebehältern für die Teigstücke
und einer an der Abwurfstelle befindlichen Vorrichtung, welche die Teigstückbehälter
kippt und dann wieder in die Anfangsstellung zurückbringt, wird durch Einbau eines
Maltheserkreuzgetriebes erreicht, daß die Gehänge für eine kurze Zeit stillstehen.
In dieser Zeit werden die Teigstückbehälter durch Kippen bzw. Drehen derselben auf
die Fördervorrichtung zum Ofen entleert (Abb. i). Nachdem die zum Kippen erforderlichen,
durch entsprechende Kurvenmechanismen zwangläufig sich vollziehenden Bewegungen
beendet sind, bewegt das Maltheserkreuz die Kette und damit die an der Kette drehbar
befestigten Gehänge weiter. Sämtliche Gehänge des Gärschrankes werden also beschleunigt,
verzögert und wieder stillgesetzt. Diese immer wiederholten Vorgänge haben in der
praktischen Ausführung einen zu großen, wechselnden Kraftaufwand und damit ungünstige
Betriebsverhältnisse ergeben. Dies läßt sich vermeiden, wenn auf die Verwendung
des Maltheserkreuzes verzichtet und das Antriebskettenrad von der Riemenscheibe
aus durch Zahnradübersetzung unmittelbar angetrieben wird, so daß nun Kettenrad,
Kette und Gehänge sich ununterbrochen gleichmäßig weiterbewegen. Es muß dann die
Einrichtung zum Kippen der .Teigbehälter, solange sie wirkt, mit der Geschwindigkeit
der Teigbehälter vorwärts bewegt werden.
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Zu diesem Zwecke ist beim Erfindungsgegenstand der (oder die) das
Kuppeln, Entkuppeln und Kippen der Teigstückbehälter bewirkende Wagen mit dem eingebauten
Kippwerk auf im Maschinengestell gelagerten Wellen verschiebbar gelagert und mit
der seine Bewegung steuernden, im Maschinengestell gelagerten Kurvenscheibe durch
ein entsprechendes Gestänge verbunden.
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Die allgemeine Anordnung des Gärschrankes ist, wie in der Hauptpatentschrift
in Abb. 8 allgemein dargestellt, unverändert geblieben und in Abb. i wiedergegeben.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt. Es zeigt Abb. i eine
schematische Darstellung der gesamten Gärvorrichtung, Abb. 2 einen Längsschnitt,
Abb.3 eine Vorderansicht, Abb. q- einen Grundr ißschnitt und Abb.5 einen Teillängsschnitt
der neuen Vorrichtung, Abb.6 einen Seitenschnitt durch das Steuergehäuse und den
Wagen, Abb.7 eine Vorderansicht des Gehänges,
Abb. 8 einen Querschnitt
des Gehänges mit Teigstückbehältern in der normalen Stellung, Abb. 9 einen Querschnitt
des Gehänges mit hochgekippten Teigstückbehältern, Abb. io einen Grundrißschnitt
des Gehänges mit Kette.
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Auf der Antriebsachse i sitzen die Antriebsriemenscheiben 2 und das
Ritzel 3. Das Ritzel 3 treibt das Zahnrad 4, das sich auf der Achse 5 lose dreht
und mit Ritzel 6 und den drei Kurvenscheiben 7, 8 und 9 starr verbunden ist. Ritzel6
greift in das Zahnrad io ein, das fest mit der Kettenradachse i i verbunden ist
und damit die beiden Kettenräder 1:2 antreibt. .
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Die Gehängerahmen sind unverändert wie im Patent 456 818, dem Zusatzpatent
zum Patent 444 649, beschrieben. Die Aufhängepunkte der Rahmen bewegen sich an der
Abwurfstelle entsprechend dem Weg der Ketten 54 auf einem Kreisbogen gleichmäßig
weiter. Der Wagen 13, in dem sich die Kippwerke befinden, ist horizontal verschiebbar
gelagert auf den beiden Achsen 14 und 15, die ihrerseits in dem seitlichen Steuergehäuse
16 nur drehbar, nicht verschiebbar gelagert sind. Von den drei den Behälterdrehachsen
parallelen Spindeln 17, i8 und i9 (Abb.4) sind 17 und i9 drehbar und verschiebbar,
Spindel 18 dagegen ist nur verschiebbar in dem Wagen 13 gelagert. Auf den Spindeln
17 und i9 sitzt je ein Zahnrad 20 fest; beide Zahnräder sind zwangläufig verbunden
durch ein Zwischenrad 21, das fest auf der Nabe des Kegelrades 22 sitzt, das mit
seiner Nabe im Wagen 13 drehbar gelagert ist -und lose auf der Spindel 18 läuft,
so daß die beiden Achsen 17 und i9 sich beim Drehen der Zahnräder 20, 21 und 2o
nach der gleichen Richtung drehen müssen. In das Kegelrad 22 greift das Kegelrad
23 ein, das auf der Achse 14 sitzt und durch Nut und Feder 24 die Verdrehung der
Achse 14 auf das Kegelrad 22 überträgt, während der Bundring 25 in einer Eindrehung
des Wagens 13 so, gelagert ist, daß die Verdrehung der Achse 14 von dem Kegelrad
23 auch dann auf Kegelrad 22 übertragen wird, wenn der Wagen bewegt wird.
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Durch die Kurvenscheibe 7 (Abb. 2 und 3), Rollenhebel 26, Zahnsegment
27, Ritzel 28, zwei Kegelräderpaare 29 und die Achsen 30 und 31 werden zwangläufig
die Achse 14 und damit auch die ' Spindeln 17 und i 9 gedreht, auch wenn der Wagen
sich bewegt.
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Durch die zweite Kurvenscheibe 8, Rollenhebel 32, Hebel 33, Zugstange
34 wird der Winkelhebel 3 5 bewegt. An dem Winkelhebel 35 ist eine Zugstange 36
angelenkt, die mit dem anderen Ende an einem Auge 37 des Wagens 13 drehbar befestigt
ist. Durch diese Einrichtung wird der Wagen 13 dine bestimmte kurze Zeit horizontal
mit der gleichen Geschwindigkeit und Richtung, welche die Gehänge besitzen, bewegt,
dann stillgesetzt und wieder in seine Anfangsstellung zurückgebracht.
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Durch die dritte Kurvenscheibe 9, Rollenhebel 38, Hebel 39, Zugstange
4o, Hebel 41 wird die Achse 15 gedreht. Der Doppelhebel 42, der durch Nut und Feder
43 mit der Achse 15 verbunden ist, überträgt die Drehung der Achse 15 und verschiebt
damit die Spindeln 17, 18 und i9, auch während der Wagen 13 auf den Achsen 14 und
15 weiter wandert. Spindel 18 drückt dann mit dem angelenkten Nocken 44, wie im
Zusatzpatent beschrieben, die unter dem Druck der Feder 45 stehende Klinke 46 zurück,
entriegelt so das Kuppelflacheisen 47 und die Teigstückbehälter 48.
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Auf den beiden Spindeln 17 und i9 ist je eine Kurbel 49 fest angebracht
(Abb.4 und 5) ; diese Kurbeln greifen gleichzeitig mit der Entriegelung des Flacheisens
in zwei Zapfen 5o, die fest an dem Flacheisen 47 angenietet sind, ein. Es könnte
auch nur eine Spindel und ein Zapfen am Flacheisen verwendet werden. Dann setzt
die Bewegung durch die Kurvenscheibe 7 ein und dreht die Wellen 17 und i9, wodurch
das Kuppelflacheisen 47 bewegt wird und damit die Teigstückbehälter in die in Abb.9
gezeichnete Lage gedreht werden. Hierbei werden die Teigstücke aus den Behältern
$erausgeworfen, so daß sie umgekehrt auf die Fördervorrichtung zum Ofen zu liegen
kommen.
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In Abb. 2 ist der Wagen 13 in der Mittelstellung gezeichnet.
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Die Reihenfolge der Bewegungen ist folgende: Ehe ein Gehängedrehpunkt
in die in Abb.6 gezeichnete Lage A kommt, einige Grade ehe der Gehängedrehpunkt
senkrecht unter dem Kettenradmittel bei B steht, wird der Wagen 13 durch die Kurvenscheibe
8 und die dazugehörige Bewegungsvorrichtung zwangläufig bewegt. In dem Augenblick,
in welchem der Gehängedrehpunkt A erreicht ist, tritt die Kurvenscheibe.9 mit der
dazugehörigen Bewegungsvorrichtung in Tätigkeit, dreht die Welle 15 und verschiebt
mit dem Doppelhebel 42 die Spindeln 17, 18 und i9, entriegelt durch Spindel-i8 und
Nocken 44 das Kuppelflacheisen 47 und kuppelt zugleich die Spindeln 17 und i9 mit
dem Flacheisen 47.
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In demselben Augenblick setzt die Kurvenscheibe 7 ein und bewirkt
durch Drehung der Achse 14 die Drehung bzw. das Kippen der Teigbehälter. Der Gehängerahmen
selbst wird durch die zwei Rollen 51, die seitlich an dem Lagerschild 52 gelagert-sind
und auf der Fläche 53 laufen, in dem Augenblick des Kippens
der
Teigstückbehälter in seiner Lage gegen Verdrehen oder Kippen gehalten, während das
Gehänge weiterwandert. Dann wird durch die Kurvenscheiben gesteuert, wieder zurückgedreht,
entkuppelt und das Flacheisen wieder verriegelt. Diese Bewegungen werden ausgeführt,
während das Gehänge gleichmäßig mit dem Wagen von A über I3 nach C wandert. Ist
der Gehängedrehpunkt bei C angelangt, sind die Bewegungen für ein Gehänge erledigt;
der Wagen wird wieder zurückgezogen, bis er wieder senkrecht unter A ztt liegen
kommt, und das Spiel beginnt von neuem.
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Zum Kippen der Teigstückbehälter könnte ebensogut auch die Vorrichtung
nach dem Hauptpatent d.4q.6.ig verwendet werden, so claß statt der Verbindung durch
Flacheisen jeder Teigstückbehälter eine eigene Kupplung erhalten würde.
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Die Wagen 13 können statt auf den Achsen 14 und 15 auch auf Rollen
o. dgl. sich bewegen, ebenso können die Mechanismen der selbsttätigen Bewegungen
auch auf beliebige andere Art ausgeführt werden.
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Wenn die Teigstückbehälter sehr lang sind, so kann der Kippmechanismus
durch entsprechende Übersetzung auch an beiden Enden tierselben angebracht werden.