DE464133C - Verfahren zur Behandlung von Koernerfruechten zwecks Herstellung von Mehl und Brot - Google Patents
Verfahren zur Behandlung von Koernerfruechten zwecks Herstellung von Mehl und BrotInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B02—CRUSHING, PULVERISING, OR DISINTEGRATING; PREPARATORY TREATMENT OF GRAIN FOR MILLING
- B02B—PREPARING GRAIN FOR MILLING; REFINING GRANULAR FRUIT TO COMMERCIAL PRODUCTS BY WORKING THE SURFACE
- B02B3/00—Hulling; Husking; Decorticating; Polishing; Removing the awns; Degerming
- B02B3/14—Producing flour or meal directly
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Description
- Verfahren zur Behandlung von Körnerfrüchten zwecks Herstellung von Mehl und Brot Es ist schon vorgeschlagen worden, Brot und lfelil aus Körnerfrüchten ohne Mahlung in der Weise herzustellen, daß man die Körner einer Vorbehandlung unterzieht, durch die der Mehlkörper pastös, die Schale aber zäh und lederartig wird, und daß man dann den Mehlkörper durch Druckeinwirkung von der Schale trennt, wobei die Vorbehandlung so geleitet werden muß, daß der Mehlkörper ;eine natürlichen Eigenschaften bis zuletzt beibehält, insbesondere auch nicht durch Keiinung, Gärung oder Fäulnis schädlich verändert wird. Als Mittel hierfür wird eine geeignete Regelung der Einweichtemperatur bzw. der Zusatz von Gasen, Flüssigkeiten oder Lösungen empfohlen, die Keimung, Gärung und Fäulnis verhindern. Auch können diese ebengenannten schädlichen Vorgänge durch mechanische oder elektrische Einwirkungen auf den Mehlkörper verhindert werden, so z. B. durch Bewegen der Körner während des Ein -,veichens, das dann in strömendem Wasser vorgenommen wird, oder durch die Behandlung mit elektrischen Strömen oder auf andere Weise.
- Diese Behandlung der Körner während des Einweichens läßt sich gemäß vorliegender Erfindung dadurch verbessern, daß man nacheinander mit verschieden konzentrierten oder verschieden temperierten Einweichmedien arbeitet.
- So kann man z. B. die Körner zuerst kurze Zeit mit heißer,- darauf einige Zeit mit kalter Luft behandeln, diese abwechselnde Behandlung erforderlichenfalls wiederholen und dann mit Feuchtigkeit gesättigte Luft oder ein anderes Gas, das mit einer geringen Menge Formaldehydgas o. dgl. gemischt -ist, auf die Körner einwirken lassen.
- Man kann aber auch so vorgehen, daß man die Körner zuerst kurze Zeit in heißes Wasser, dann in kaltes Wasser einbringt, unter Umständen diese abwechselnde Einwirkung wiederholt und hierauf das Einweichen in Wasser von z. B. 35° C bis zum Ende durchführt.
- Die oben gegebenen Beispiele sollen lediglich zeigen, daß man sowohl bezüglich des Charakters des Einweichmediüms als auch bezüglich der Temperatur, mit der man es einwirken läßt_, innerhalb starker Grenzen Abänderungen eintreten lassen kann, ohne den Zweck, die Keimung, Gärung und Fäulnis zu verhindern, dadurch zu vereiteln. Im Gegenteil wird man durch solche Änderungen diesen Zweck vielfach fördern.
- Insbesondere starke und rasche Temperaturänderungen zu Anfang der Vorbehandlung sind diesem Zweck dienlich. So ist es z. B. möglich, die Körner zuerst sehr kurze Zeit, z. B. nur einige Sekunden lang, mit einer über roo° C liegenden Temperatur zu behandeln, indem man sie z. B. in siedendes Wasser eintaucht, wobei die Behandlung so geleitet werden muß, daß der Mehlkörper nicht dextrinisiert. Wenn man sie dann rasch in kaltes Wasser oder in eine Kältelösung eintaucht, also von ioo° auf o° oder darunter abkühlt, wird der Zweck einer Lähmung des Keims gleichfalls in kürzester Zeit erreicht, und das eigentliche Einweichen kann dann bei 3o bis 4o° C vonstatten gehen. Seine Dauer kann z. B. zwischen acht und vierundzwanzig Stunden betragen.
- Bei der Verwendung von Zusätzen, die Keimung, Gärung und Fäulnis verhindern, kann man die Konzentrationen der verwendeten Lösungen innerhalb bestimmter Grenzen ändern. So kann man z. B. unter Verwendung einer wässerigen Formalinlösung (3o bis 4o °/o Formaldehydgas in Wasser) die Körner zuerst einige Sehrunden mit einer solchen Lösung von o,6 °4, dann längere Zeit mit einer solchen von 0,3 °/o und gegen Ende des Prozesses mit einer noch schwächeren Lösung behandeln, die nur o,a bis o,o5 °/o Formalin enthält. Zweckmäßig ersetzt man auch diese schwache Lösung gegen Ende der Behandlung durch reines Wasser o. dgl. Zu achten ist stets darauf, daß nur solche Konzentrationen verwendet werden, bei denen eine schädliche Ver= änderung des Mehlkörpers nicht eintreten kann.
- Die obenerwähnten verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten kann man dadurch verstärken oder abschwächen, daß man die Körner in der Ruhe oder in Bewegung behandelt, z. B. in strömender Flüssigkeit, wobei die Bewegung wiederum einer Keimung entgegenwirkt. Auch die Einwirkung elektrischer Ströme auf die Körner während einer der oben beschriebenen Behandlungsarten kann vorteilhaft wirken.
Claims (4)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Behandlung von Körnerfrüchten zwecks Herstellung von Mehl und Brot, durch das der Mehlkörper in einen pastösen Zustand übergeführt und die Schale zäh gemacht werden soll, ohne daß schädliche Keimung, Gärung und Fäulnis eintreten kann, dadurch gekennzeichnet, daß eine Lähmung des Keims durch raschen Wechsel der Konzentration der keimungverhindernden Stoffe oder der Behandlungstemperatur herbeigeführt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man die Körner zuerst kurze Zeit einer hohen Temperatur, z. B. ioo° C, aussetzt und sie dann rasch, z. B. durch Eintauchen in eine kalte Flüssigkeit, abkühlt.
- 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Körner abwechselnd einige Sekunden in siedendes und in kaltes Wasser eingetaucht und dann längere Zeit bei 35 bis 4o° C eingeweicht werden.
- 4. Verfahren- nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Wirkung der Konzentrations- oder Temperaturänderungen oder beider durch Bewegung der Körner, z. B. in strömender Flüssigkeit, unterstützt wird.
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