DE635840C - Verfahren zum Bleichen von Tabak - Google Patents
Verfahren zum Bleichen von TabakInfo
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Description
- Verfahren zum Bleichen von Tabak Die bekanntesten Bleichmittel für Tabak sind schweflige Säure und Wasserstoffsuperoxyd. Durch das erstgenannte Mittel wird der Tabak jedoch in bezug auf Aroma und Geschmack sehr nachteilig be-einflußt. Der nach diesem Verfahren erzielbare Bleicheffekt bleibt unbefriedigend.
- Das in dieser Hinsicht unschädlichere Wasserstoffsuperoxyd wurde bisher in der Weise verwendet, daß man den Tabak - entweder als ganze Tabakblätter oder in geschnittener Form - in eine etwa ?-bis 3,6°/oige Lösung von Wasserstoffsuperoxyd eintauchte. Die Wasserstoffsuperoxydlösung kann dabei noch andere Chemikalien enthalten. Bei diesen bekannten Verfahren mußten nach genügend langer Einwirkungszeit die Tabakblätter von der Bleichlösung befreit und getrocknet werden. Durch die Bleichlösung werden hierbei erhebliche Mengen löslicher Stoffe aus dem Tabak ausgelaugt, was zu einer unerwünschten Gewichtsverminderung des Tabaks (bis zu 30 führt. Es werden auch für das Aroma oder den Geschmack wichtige Substanzen ausgelaugt, wodurch eine erhebliche Wertverminderung bestimmter Tabaksorten eintritt.
- Nach der Erfindung wird sowohl das Bleichverfahren wesentlich vereinfacht, als auch das Auslaugen irgendwelcher Stoffe völlig vermieden. Es wurde gefunden, daß man eine leervorragende Bleichwirkung auf Tabak dadurch erzielen kann, daß man Wasserstoffsuperoxyd in etwa S- oder höherprozentiger Lösung durch Zerstäubung aufspritzt. Man braucht bei diesem Verfahren nur verhältnismäßig wenig Bleichflüssigkeit. Ein Abpressen der überflüssigen Bleichflüssigkeit und damit ein Verlust von löslichen Stoffen wird dabei völlig vermieden. Die Konzentration kann eine sehr hohe sein; es wurden z. B. auch gute Erfolge mit Lösungen von to%, t 5 % und 300/0 Wasserstoffsuperoxyd erhalten.
- Bei dem bekannten Verfahren der Bleichung mit Wasserstoffsuperoxyd durch Eintauchen konnte man höherprozentige als 2- bis 3,6°/oige Lösungen deswegen mit Erfolg nicht verwenden, weil dadurch die Tabakblätter in ihrer Struktur sichtbar geschädigt wurden. Eine solche Schädigung der Blattstruktur tritt beim Verfahren der Erfindung selbst mit den genannten sehr hohen Konzentrationen nicht in Erscheinung.
- Bei dem bekannten Verfahren werden so hohe Mengen an Wasserstoffsuperoxyd ver-, braucht, daß das Verfahren für die Praxis unwirtschaftlich ist. Bei dem Verfahren nach der Erfindung kommt man mit dem Bruchteil der früher erforderlichen Menge Wasserstoffsuperoxyd aus.
- Aus der amerikanischen Patentschrift i 843 304 ist ein Verfahren zur Verbesserung der Fermentation von Tabak bekannt, wobei die Tabakblätter mit einer 3%igen Lösung von Wasserstoffsuperoxyd besprüht werden. Von einer Bleichung des Tabaks ist dort nicht die Rede. Eine praktisch brauchbare Bleichwirkung läßt sich im übrigen mit den dort angegebenen Mitteln nicht erzielen; vielmehr gelingt dies erst mit Hilfe einer 5- oder höherprozentigen Wasserstoffsuperoxydlösung, wie sie gemäß-,vorliegender Ef findung verwendet wird.
- Es hat sich als notwendig hexäusgest,: die mit dem hochprozentigen, nach der Endung verwendeten Wasserstoffsuperoxyd in Berührung kommenden Leitungen, insbesondere die Spritzdüsen, aus einem Material herzustellen, welches keine zersetzende Wirkung auf das Wasserstoffsuperoxyd-ausübt. Vorteilhaft für diesen Zweck sind z. B. Glas, Porzellan, Aluminium, säurefester Stahl und andere Edelstähle, Steingut und reines Zinn. Materialien, die auf Wasserstoffsuperoxyd zersetzend einwirken, sind bekanntlich z. B. Eisen, Messing, Zink.
- Der Bleicheffekt kann durch bestimmte Zusätze; insbesondere durch einen geringen Zusatz von Ammoniak (z. B. io g auf i 1 Bleichlösung), wesentlich beschleunigt und verbessert werden. Ausführungsbeispiele i. Bleichung von geschnittenem Tabak Der Tabak gelangt nach dem Schneiden z. B. -in eine rotierende Trommel, in der-die Bestäubung -mit iooloigem' Wasserstoffsuperoxyd-erfolgt. Hiernach wird der Tabak wie üblich behandelt.
- Die Bestäubung kann auch auf einem laufenden Band vorgenommen werden. Zweckmäßig wird dabei der Tabak während der Bestäubung mehrmals umgeschichtet. z. Bleichung ganzer Tabakblätter Die aus dem Dämpfprozeß kommenden ..'jälätter rülpsend sofort mit der Bleichlösung ;-gemäß " der Erfindung bestäubt, wobei auf ;;@@güchst gleichmäßige Verteilung der Lösüng auf die -Tabakblätter geachtet werden muB. Nach kurzer Einwirkung der Bleichlösung erfolgt eine zweite Dämpfung. Dadurch wird -jede geschmackliche Beeinflussung des Tabaks vermieden.
- Die Bleichung ganzer Tabakblätter kann auch an anderer Stelle der Fabrikation vorgenommen werden.. Insbesondere hat es sich gezeigt; daß der Bleichprozeß sowohl vor wie auch nach der Fermentation durchgeführt werden kann.
- Für die Weiterverarbeitung des nach einer der beschriebenen Ausführungsformen des Verfahrens gebleichten Tabaks ergeben sich keinerlei Besonderheiten gegenüber der Verarbeitung ,eines Tabaks ohne Bleichung.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: r. Verfahren zum Bleichen von Tabak unter Verwendung einer Wasserstoffsuperoxydlösung, - dadurch gekennzeichnet,- daß eine etwa 5- oder höherprozentige Wasserstoffsuperoxydlösung auf den Tabak in feiner Verteilung aufgespritzt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, Bekennzeichnet durch einen geringen-Zusatz von Ammoniak zu_ der Wasserstoffsuperoxydlösung.
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Cited By (5)
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1933
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