DE46086C - Verfahren zur Einschaltung von Telephonen in vorhandene, andern Zwecken dienende elektrische Leitungen - Google Patents
Verfahren zur Einschaltung von Telephonen in vorhandene, andern Zwecken dienende elektrische LeitungenInfo
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-
- H—ELECTRICITY
- H04—ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
- H04M—TELEPHONIC COMMUNICATION
- H04M11/00—Telephonic communication systems specially adapted for combination with other electrical systems
- H04M11/06—Simultaneous speech and data transmission, e.g. telegraphic transmission over the same conductors
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
M. M. ROTTEN in BERLIN.
Leitungen.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine neue Art und Weise der directen Einschaltung
von Telephonen in vorhandene Telegraphen-, Wecker-, Läute- und Blocksignal-Leitungskreise,
durch welche ohne die Thätigkeit der in diesen Kreisen eingeschalteten Telegraphen-
und Signalapparate zu beeinträchtigen und unter Vermeidung der sonst entstehenden
Störungen durch Selbstinduction eine Uebermittelung deutlich 'vernehmbarer Telephonsprache
erzielt werden kann, wenn die vorhandene Leitung statt zum Telegraphiren oder
sonstigen Signalisiren zum Telephoniren benutzt wird.
Die Einrichtung nach der vorliegenden Erfindung ist dabei in der Weise. getroffen, dafs
die vorhandene Leitung für die Abgabe von telegraphischen Signalen stets bereit steht und
dieses Telegraphiren selbst dann möglich ist, wenn zwischen zwei Stellen ein telephonischer
Verkehr begonnen wurde. Selbstverständlich wird das Telephoniren nicht weiter fortgesetzt
werden können, wenn das telegraphische Signalisiren beginnt. Da aber das letztere Hauptzweck
der. vorhandenen Leitungen ist und bleibt, so genügt es vollständig, wenn bei vorhandenen
Leitungen die Möglichkeit gegeben ist, auch eine, deutlich vernehmbare telephonische
Verständigung zu erhalten, wenn diese vorhandene Leitung in den Ruhepausen nicht zur
Abgabe telegraphischer Signale benutzt wird.
Der erstrebte Zweck wird dadurch erreicht, dafs die Einschaltung des Telephons als Nebenschliefsung
zu den Umwindungen der ein Hindernifs für die Telephonsprache bildenden, im Stromkreise befindlichen Elektromagnete erfolgt,
und zwar entweder unter directer Zusammenlegung der Drahtenden der Elektromagnetwindungen
und der Drahtenden der Telephonwindungen oder unter Benutzung des Ruhecontactes an einem Relais oder einem
Wecker bestehender Apparatensysteme, wobei der scheinbare Widerstand des einzuschaltenden
Telephons dem scheinbaren Widerstände des vorhandenen Elektromagneten gleich gemacht
wird, um das Maximum der telephonischen Wirkung zu erlangen.
Unter scheinbarem Widerstand wird derjenige verstanden, welcher sich zusammensetzt
aus dem directen Drahtwiderstand der Elektromagnetwindungen und aus der von der Zahl
der Windungen und von der Eisenmasse abhängigen Selbstinduction des Elektromagneten.
Die Gleichmachung der scheinbaren Widerstände wird dadurch bewirkt, dafs auf dem
Elektromagneten des bestimmte Eisenkerne tragenden Telephons die Anzahl der Windungen
derart bemessen wird, dafs der scheinbare Gesammtwiderstand des Telephons dem scheinbaren
Gesammtwiderstand des Elektromagneten, als dessen Nebenschlufs das Telephon angebracht
wird, gleich ist.
In den Figuren sind beispielsweise eine Anzahl von Schaltungen dargestellt, welche bis
auf die in stark gestrichelten Linien dargestellte neue Telephonanordnung selbst bekannt sind
und die Art und Weise der praktischen Ausführung der letzteren des Näheren erläutern
sollen.
In Fig. ι bezeichnet E' den Elektromagneten
eines vorhandenen Telegraphenapparates, eines Relais, eines Weckers, eines Läutewerkes, Block-
apparates oder dergleichen, dessen Windungen n>'
sind; e' ist der Elektromagnet des Telephons, dessen Windungen W sein mögen. Die Einschaltung
des Telephons erfolgt in Nebenschliefsung über dem Elektromagneten, und zwar in der Weise, dafs der scheinbare Widerstand
e' X W des Telephonelektromagneten gleich ist dem scheinbaren Widerstand w' X E'
des vorhandenen Elektromagneten.
In Fig. 2 bezeichnet L tg die Leitung, VT
eine Vorweckertaste, BM die Elektromagnetwindungen eines Blockapparates, B T die Blocktaste,
VW die Umwindungen des Vorweckers, g die Gleichstrom-, n>
die Wechselstromklemme am Blockinductor B J und E die Erde; bei
TVW ist dann das Telephon zu einfacher telephonischer Verständigung auf einer vorhandenen
Blocklinie eingeschaltet.
In den Fig. 3 und 4 bezeichnet Ltg die Leitung, R W die Relaisumwindungen, S den
Morse-Taster, G das Galvanoskop, Lt g B die Leitungsbatterie, LaB die Localbatterie, FS
den Farbschreiber; es stellt dann in Fig. 3 TR W die Einschaltung des Telephons über
dem Relais in einfacher Nebenschlufsschaltung dar, während in Fig. 4 TRWC die Verbindung
des Telephons mit dem Ruhecontact des Relais unter gleichzeitiger Einschaltung des
Telephons als Nebenschlufs zu den Elektromagnetwindungen des Relais darstellt.
In Fig. 5 bezeichnet Ltg die Leitung, L T
die Läutetaste am Läuteinductor LJ, W den Ruhestromwecker, B die Batterie, E die Erde,
Lt w M die Läutewerkselektromagnete; es stellt
dann T W die Nebenschlufsschaltung eines Telephons zum Wecker, TLtw diejenige von
Telephonen an den Läutewerken dar.
In Fig. 6 endlich sind die nämlichen Bezeichnungen wie bei Fig. 5 mafsgebend und
stellt TWC die Einschaltung des Telephons unter Benutzung des Ruhecpntactes des Relais
dar.
Der Verlauf des Stromes beim Telephoniren, sowie beim Telegraphiren gestaltet sich wie
folgt:
Beim Functioniren der Blockleitung werden die Magnete B M und V W, Fig. 2, erregt,
durch den vom Telephon gebildeten Nebenschlufs TVW geht ein Theil des Stromes.
Beim Functioniren der Telegraphenlinien, Fig. 3 und 4, werden durch den Telegraphirstrom
die Magnete R W erregt; ein Theil des TeIegraphirstromes geht durch die Nebenschlüsse
TR WC. Beim Functioniren der Läutelinien,
Fig. 5 und 6, erregen die das Läutespiel hervorbringenden Ströme die Magnete Ltw M
und W; ein Theil des Stromes geht durch die Nebenschlüsse TLtw und T W bezw.
TWC.
Beim Telephoniren wird der Strom wie folgt circuliren: In Fig. 2 von der Leitung
Lt g nach der Vorweckertaste V T, durch den Elektromagneten B M, den Contact B T, das
Telephon T V W in die Erde; ein Theil des Stromes geht durch V W.
In Fig. 3 von der Leitung Lt g durch das Telephon TRW, den Contact S, das Galvanoskop
G und die Batterie etc.; ein Theil des
Stromes geht durch R W.
In Fig. 4 von der Leitung Ltg direct zum Telephon TR WC, von diesem durch den
Contact am Relais zum Schlüssel S, durch das Galvanoskop G und die Batterie Lt g B etc.;
ein Theil des Stromes geht durch die Elektromagnetspiralen R W.
In Fig. 5 von der Leitung L t g durch die Telephone TL t w zur Läutetaste L T, durch
das Telephon T W zur Batterie und in die Erde; ein Theil des Stromes geht durch die
Läutewerke L tn> M und in den Wecker W.
In Fig. 6 ist das Nämliche wie bei Fig. 5 der Fall; von der Läutetaste L T geht der
Strom durch die Batterie nach dem Telephon TWC zum Weckercontact in die Erde; ein
Theil des Stromes geht durch W bezw. Lt rv M.
Die wesentlichen Vortheile der beschriebenen Anordnung bestehen einerseits darin, dafs bei
der directen Nebenschlufsschaltung des Telephons die Wirkung der Selbstinduction aufgehoben
wird, und dafs andererseits bei der Benutzung des Ruhecontacts die nachtheilige
Wirkung, welche der Nebenschlufs dem vorhandenen Elektromagneten zufügt, in der
Arbeitslage, d. h. bei abgefallenem Anker, wenn der WTiederanzug des letzteren erfolgt und der
Nebenschlufs ausgeschaltet ist, vollkommen aufgehoben ist, da der Nebenschlufs nur in der
Ruhelage des Relais in Wirksamkeit kommt, wobei endlich durch die angegebene Ausgleichung
der scheinbaren Widerstände die Maximalwirkuiig der telephonischen Uebermittelung
erreicht wird.
Claims (1)
- Pate nt-Anspruch:Bei Telegraphen-, Läute-, Weck%r- und Blocksignalleitungskreisen die Einschaltung von Telephonen als Nebenschliefsung zu den vorhandenen Elektromagneten entweder:a) durch die directe Verbindung der Drahtenden der Telephonwindungen mit den Drahtenden der Elektromagnetwindungen oderb) durch Benutzung des Ruhecontacts am Anker des Elektromagneten.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE46086C true DE46086C (de) |
Family
ID=321218
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT46086D Expired - Lifetime DE46086C (de) | Verfahren zur Einschaltung von Telephonen in vorhandene, andern Zwecken dienende elektrische Leitungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE46086C (de) |
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0
- DE DENDAT46086D patent/DE46086C/de not_active Expired - Lifetime
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