DE45857C - Verfahren zur Darstellung von Sprengstoffen aus gewöhnlicher oder aus entzückerter Melasse - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Sprengstoffen aus gewöhnlicher oder aus entzückerter Melasse

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DE45857C
DE45857C DENDAT45857D DE45857DA DE45857C DE 45857 C DE45857 C DE 45857C DE NDAT45857 D DENDAT45857 D DE NDAT45857D DE 45857D A DE45857D A DE 45857DA DE 45857 C DE45857 C DE 45857C
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Germany
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explosives
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DENDAT45857D
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A. DOUTRELEPONT in Köln am Rhein
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B21/00Apparatus or methods for working-up explosives, e.g. forming, cutting, drying
    • C06B21/0008Compounding the ingredient

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 78: Sprengstoffe.
Vorliegende Erfindung betrifft eine Neuerung in dem durch Patent No. 27969 geschützten Verfahren zur Herstellung eines Sprengstoffes.
Nach dem Haupt-Patente werden die Zuckersäfte oder Melassen einfach nitrirt, nachdem sie eventuell vorher einer oxydirenden Behandlung unterworfen worden wird.
Bei Befolgung des im Haupt-Patent angegebenen Verfahrens kann der Fall eintreten, dafs, wenn die vorgeschriebenen Bedingungen namentlich hinsichlich der bei der Oxydation einzuhaltenden Temperaturen nicht aufs Genaueste erfüllt werden, die entstehenden Oxydationsproducte bei der nachfolgenden Nitrirung nicht die gewünschten öligen Nitrokörper liefern.
Diesem Uebelstande abzuhelfen, ist der Zweck der vorliegenden Erfindung. Nach dem den Gegenstand derselben bildenden Verfahren werden diese oxydirten oder nicht oxydirten Zuckersäfte und Melassen vor ihrer Nitrirung noch einer Vorbereitung durch Zusatz von Alkohol, Aether,. schwefliger Säure und eventuell Glycerin unterworfen.
Das Verfahren mag an folgenden Beispielen näher erläutert werden:
a) Man versetzt 100 Theile der oxydirten oder nicht oxydirten Zuckersäfte oder Melasse mit
5 Theilen Schwefeläther.
5 Theilen Alkohol,
ι ο Theilen gesättigter wässeriger Lösung von schwefliger Säure,
10 bis 15 Theilen Glycerin.
Dieses Gemisch wird in einen mit Dampfmantel versehenen verbleiten eisernen, zweckmäfsig verschliefsbaren und mit Sicherheitsventil ausgestatteten Kessel gebracht, langsam auf 80 bis 900 erwärmt und bei geschlossenem Sicherheitsventil mehrere Stunden auf dieser Temperatur gehalten, worauf das Ganze bis zu einer Consistenz von 32 bis 340 B. eingedampft wird.
b) Soll kein Glycerin benutzt werden, so versetzt man 100 Theile der oxydirten oder nicht oxydirten Zuckersäfte oder Melasse mit 5 Theilen Schwefeläther,
20 Theilen Alkohol,
ι 5 Theilen gesättigter wässeriger Lösung von schwefliger Säure,
und behandelt dann diese Masse wie unter a) beschrieben. Anstatt des gewöhnlichen Aethylalkohols kann man in jedem Falle auch Alkohole aller Art, so Amylalkohol, verwenden.
Darauf stellt man eine Mischung aus Schwefelsäure von 66° B. und Salpetersäure von 480 B. in dem Verhältnifs von 2 Theilen Schwefelsäure und ι Theil Salpetersäure her, mit welcher Mischung die in oben beschriebener Weise vorbereiteten Zuckersäfte oder Melassen nitrirt werden.
Zu diesem Zweck trägt man in 6 Theile des Säuregemisches langsam letzteres Product unter
beständigem Umrühren ein; das sich sofort bildende Nitroproduct sammelt sich an der Oberfläche; dasselbe wird in kaltes Wasser gebracht, nachher mit Sodalösung in warmem Wasser gewaschen und entsäuert.
Das entstandene Nitroproduct ist ein ölartiger Körper vom specifischen Gewicht 1,55, welcher sich wie Nitroglycerin zu Patronen verarbeiten läfst. Welche Rolle die der Melasse zugefügten Reagentien spielen, läfst sich so ohne Weiteres nicht angeben; es ist möglich, dafs die in der Melasse enthaltenen organischen Nichtzuckerstoffe sich mit den angewendeten Reagentien zu ätherartigen Körpern verbinden, welche beim Nitriren ölartige Nitroproducte liefern.
Diese Nitrirung erfolgt ohne Erhitzung der Säuren, welche eine Temperatur von höchstens 25 ° C. erreichen.
Die Kraft des so gewonnenen Nitroproductes ist bedeutend 'gröfser als die des Nitroglycerins, von welchem letzteren 12 5 Theile die gleiche Kraft entwickeln wie 40 Theile des ersteren.
Die Aufsaugung und Verarbeitung des Productes zu Patronen, welche als sehr brisanter Sprengstoff Verwendung finden können, geschieht, wie bereits in der Patentschrift No. 2796g beschrieben.
Der so dargestellte Sprengstoff, »Petragit« genannt, ist sowohl bezüglich seiner Herstellung als auch bezüglich seiner Verwendung als gefahrlos zu bezeichnen; derselbe entwickelt bei seiner Explosion keine Flamme und keine Dämpfe und ist bei der gröfsten Kälte ohne Erwärmung verwendbar.
Da schon 40 Theile desselben gleiche Kraft entwickeln wie 125 Theile Nitroglycerin, so ist der »Petragit« ein stärkerer Sprengstoff als der nach dem Haupt-Patent dargestellte Melit, von welchem 55 Theile eine gleiche Kraft entwickeln.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Bei dem durch Patent No. 27969 geschützten Verfahren die Vorbereitung der oxydirten oder nicht oxydirten Zuckersäfte oder Melasse durch Zusatz von Schwefeläther, irgend einem Alkohol, als Aethylalkohol, Amylalkohol, und schwefliger Säure unter eventueller Zugabe von Glycerin.
DENDAT45857D Verfahren zur Darstellung von Sprengstoffen aus gewöhnlicher oder aus entzückerter Melasse Expired - Lifetime DE45857C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3488111A (en) * 1967-03-16 1970-01-06 Nat Patent Dev Corp Hydrophilic hydrogel corneal contact lens with hard central insert
US3489491A (en) * 1966-12-01 1970-01-13 Charles Patrick Creighton Corneal contact lens with hydrophilic marginal rim portion

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3489491A (en) * 1966-12-01 1970-01-13 Charles Patrick Creighton Corneal contact lens with hydrophilic marginal rim portion
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