DE45104C - Neuerung in der Behandlung von Chlorwasserstoffgas zur Darstellung von Chlorgas - Google Patents
Neuerung in der Behandlung von Chlorwasserstoffgas zur Darstellung von ChlorgasInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Der Zweck der vorliegenden Erfindung ist, Chlor aus Chlorwasserstoffgas zu erhalten und
dabei die während des Processes sich bildenden Nebenproducte aufzufangen.
Um dieses zu bewerkstelligen, wird Chlorwasserstoffgas direct vom Sulfatofen, aus Salzsäure
oder anderweitig bezogen und getrocknet, indem dasselbe durch einen Schwefelsäure enthaltenden
Behälter geführt wird. Das Gas wird dann in einen Behälter geleitet, welcher starke,
mit Schwefelsäure gemischte Salpetersäure enthält und in welchem das Chlorwasserstoffgas
der Zersetzung unterworfen wird. Die Quantitäten der beiden Säuren, Schwefel- und Salpetersäure,
müssen im Verhältnifs zu der beabsichtigten Leistung stehen; die Salpetersäure hat die Zersetzung der Chlorwasserstoffsäure
zu bewirken, wodurch Stickoxyd und Chlor gebildet wird, und die Schwefelsäure hat das
während der Reaction sich bildende Wasser aufzunehmen.
Die Reaction kann durch folgende Gleichung anschaulich gemacht werden:
2 H Cl+ 2HNO3 = 2H2O+N2Oi+ Cl2
2 H2 SO4 + 2 H2 O = 2 (H2 SOi + H2 O).
Der die Schwefel- und Salpetersäure enthaltende Behälter ist .zweckmäfsig auf 00C. zu
halten, während die Temperatur der Gase nicht 300 C überschreiten darf.
Die durch die letzte Operation erhaltene gasartige Mischung wird nun in einen verdünnte
Salpetersäure enthaltenden Behälter eingeführt, in welcher Säure beinahe das ganze Stickoxyd
gebunden oder absorbirt wird; die vor sich gehende Reaction ist wahrscheinlich folgende:
2V2 O4 + H2 O = HNO3 + HNO2.
Das noch freie Stickoxyd wird in einem zweiten Salpetersäure enthaltenden Behälter gebunden
und irgend noch vorhandene Spuren von Stickoxyd werden dann in einem mit Schwefelsäure gefüllten Scrubber beseitigt.
Der zur Ausführung des Verfahrens besonders zweckmäfsig anzuwendende Apparat ist
in den beiliegenden Zeichnungen in Fig. 1 in Seitenansicht und in Fig. 2 im Grundrifs dargestellt.
AA1A2A5A* sind geschlossene cylindrische
Steinzeuggefäfse, deren jedes in einem Behälter B steht, durch welch letztere vermittelst
der Röhren B1 ein fortwährender Flufs von
abgekühltem Wasser oder Salzwasser unterhalten wird.
Jedes der Gefäfse A etc. ist mit zwei Thermometern
α b versehen, von denen der erstere die Temperatur der Säure und der zweite
die Temperatur der abgehenden Gase angiebt. ■ Das Chlorwasserstoffgas wird durch ein geeignetes
Gebläse C in das Trockengefäfs A unter Druck hineingeblasen, und zwar geht die
Speiseröhre c durch die Schwefelsäure bis beinahe auf den Boden des Gefäfses A und ist
hier mit Löchern für den Austritt des Gases versehen.
Das getrocknete Gas geht nun durch die Röhre c1 in das Salpeter- und Schwefelsäure
enthaltende Zersetzungsgefäfs A1 und von da
durch die Röhren c2 c3 und die Absorbirgefäfse A2A3 in die Röhre c4 und den Scrubber
Λ.4, aus welch letzterem das Chlorgas durch
ein zweites Gebläse .C1 entfernt wird.
DD1D2 sind eine zweite Reihe von Gefäfsen,
ähnlich den Gefäfsen A etc.; sie stehen in Behältern E. Das Gefäfs D wird vermittelst
der Röhre e und heifsen Wassers oder durch eine andere Vorrichtung heifs gehalten; die
anderen beiden Gefäfse Z)1X)2 werden jedoch
durch das aus den Behältern B kommende Wasser oder Salzwasser abgekühlt. Jedes dieser
Gefäfse ist auch wie die obigen zu demselben Zwecke mit zwei Thermometern a b
versehen.
Diese zweite Reihe Gefäfse D hat den Zweck, das durch Absorption in den Gefäfsen A2 A3
angesammelte niedere Stickoxyd in Salpetersäure zu verwandeln. Zu diesem Zwecke sind
die letzteren Gefäfse durch die Röhre d mit dem Gefäfs D verbunden, so dafs die in A2A3
enthaltene Flüssigkeit, wenn die Ventile^1 geöffnet werden, in das Gefäfs D einströmen.
Bevor die Flüssigkeit in das Gefäfs D eintritt, kann durch die mit Ventilen c5 versehenen
Röhren c2 c3 Wasser in die Gefäfse A2 A3 eingelassen
werden.
Nachdem die Flüssigkeit in das Gefä'fs D eingeführt ist, wird diese Mischung von Säuren
und Oxyden erhitzt und ein langsamer Luftstrom durch die Röhren Ex durch die Mischung
hindurchgeführt; dadurch oxydirt sich das sauerstoffarmere Stickoxyd zu Salpetersäure.
Die Luft strömt aus dem Gefäfs D durch einen Thurm F ab und nimmt freies Stickoxyd mit,
welches auf seinem Wege weiter oxydirt wird; das nöthige Wasser dazu wird durch ein Ventil
F1 zugeführt. Die condensirten Gase treten in das Gefäfs D zurück und die noch nicht
condensirten treten in das mit Salpetersäure angefüllte Gefäfs D1 ein, in welchem dieselben
absorbirt oder gebunden werden; etwaige noch vorhandene Spuren von Stickoxyd werden in
dem Schwefelsäure enthaltenden Scrubber D2 gebunden.
Das Oxydiren der Gase kann erleichtert werden durch die Gegenwart einer Quantität von
Mangansuperoxyd, salpetersaurem Mangan' oder anderer Sauerstoff leicht abgebenden Substanzen,
wie z. B. Chromverbindungen.
Wenn in den Gefäfsen A2 A3 Schwefelsäure
anstatt Salpetersäure angewendet wird, so kann die sich bildende salpetersaure Verbindung direct
in das Gefä'fs D abgelassen werden, das dann kühl gehalten wird und Wasser oder verdünnte
Schwefelsäure alsdann aufnimmt; es mufs jedoch darauf gesehen werden, dafs die
Temperatur nicht steigt. Die Zersetzung ist.gewöhnlich vollständig vollzogen, wenn die Säuren
eine Dichtigkeit von ungefähr 135° Twaddle
erreicht haben.
Die Säuren werden nun erhitzt und die Stickoxyde durch Lufteinblasen in Salpetersäure
verwandelt. Wenn die Oxydirung vollständig ist, wird so viel Schwefelsäure zugesetzt, wie
nöthig ist, um das während des obigen Processes zugesetzte, sowie das sich durch die Zersetzung
bildende Wasser aufnehmen zu können. Diese Mischung wird nun in das Gefäfs A1
abgelassen, um eine frische Quantität Gas zu zersetzen.
Der aus Schwefelsäure und Wasser bestehende Rückstand in dem Gefäfs A kann nun dazu
benutzt werden, eine frische Quantität gewöhnlichen Salzes zu zersetzen, und der Rückstand
im Gefäfs A1 kann in dem Gefäfs A zum Trocknen der nächsten Quantität Gas benutzt
werden.
Die Schwefelsäure aus dem Scrubber Ai wird
für das Gefäfs A1 benutzt und der Scrubber selbst mit frischer Schwefelsäure gefüllt.
Claims (2)
1. Die Gewinnung von Chlor durch Oxydation von Salzsäure derart, dafs getrocknetes und
abgekühltes Salzsäuregas bei einer Temperatur unter 300 C. auf ein Gemisch von
Salpetersäure und ■ Schwefelsäure einwirkt.
2. Trennung des Gasgemisches von Chlor und Stickstoffoxyden und Regeneration der letzteren,
indem man zunächst die Gase durch abgekühlte, verdünnte Salpetersäure leitet und dann atmosphärische Luft durchbläst.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE45104C true DE45104C (de) |
Family
ID=320293
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT45104D Expired - Lifetime DE45104C (de) | Neuerung in der Behandlung von Chlorwasserstoffgas zur Darstellung von Chlorgas |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE45104C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1023700B (de) * | 1954-07-27 | 1958-01-30 | Hans Kiefer & Co Jalousie Und | Selbsttaetige Ausstellvorrichtung fuer Rolladen |
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0
- DE DENDAT45104D patent/DE45104C/de not_active Expired - Lifetime
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