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Vorrichtung zum Ordnen der dem Kühlbett zugeführten Walzstäbe. Zusatz
zum Patent 446642. Die Einführung der sogenannten Stabordnerwarmbetten bei Feineisenstraßen
nach Patent 446 642 hat das Bedürfnis aufkomrirnen lassen, sämtliche Warmbettbewegungen
einschließlich der Stabgruppenabtragebewegungen vollständig selbsttätig zu steuern,
um ein gutes, die Erzeugung hebendes Arbeiten derselben zu gewährleisten. Vor allem
ist es wichtig, neben dem genauen Steuern jedes beliebigen Ordnerhubes ein zuverlässiges
selbsttätiges Steuern des wiederkehrenden größeren Lückenhubes zwischen den einzelnen
Stabgruppen und das rechtzeitige Anheben in der neben dem Abfuhrrollgang angelangten
Gruppe sowie die Abtragebewegung derselben störungsfrei zu gewährleisten.
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Zweck dieser Erfindung ist es, ein Verfahren zu schaffen, nach welchem
diese Steuerungsaufgabe gelöst wird.
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Dieses Schaltverfahren wird an Hand der in der Zeichnung gegebenen
Ausführungsbeispiele näher erläutert. Die Art der Ausführung der Querfördermittel
der zu bewe-"enden Stäbe ist für das Steuerverfahren zur Erzielung des selbsttätigen
Ganges belanglos. Wesentlich ist die folgerichtige, selbsttätige Einleitung der
Bewegungsvorgänge.
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In Abb. i ist ein Ouerschnitt, in Abb. 2 ein Grundriß des Stabordnerwarlnbettes
mit kurvenartiger Bahn der Ordnerorgane, in Abb.3 und ..1 ein solches mit horizontaler
Ordnerbewegung als Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt. In Abb. i bedeuten
c die Auswerfklappen, d die Ordnerelemente, b Abfuhrrollgang, 14 die
Traggerüste für die Ordnerelemente, 15 gelenkig und derart schräg liegend angeordnete
Stützstangen, daß die Kühlbettlast vermittels der Hebel io gegen die Ordner- und
Lückenhuborgane dauernd abgestützt wird; ferner bedeuten (in Abb. i und 2) 13 Lenker
zur Verbindung der Traggerüste mit den Ordnerhebeln r2, ii die durchgehende Ordnerwelle,
9 ein Hebel zur Erzielung des Ordnerhubes, 8 ein Hebel zur Erzielung des Lückenhubes,
7 eine verschiebbare Kupplung zum periodisch abwechselnden Kuppeln der Hebel 8 und
9 mit der Ordnerwelle i r, io mehrere Hebel, welche um die Welle i i bzw. um Bolzen
i ja frei schwingen können. 16 Verbindungsstangen zum paarweisen Verbinden der Hebel
io, z9 eine durchgehende Hauptantriebswelle, 18 Daumenscheibe zum Bewegen der Hebel
io und Erzeugung eines vertikalen Hubes -der Ordnerelemente d, ic eine Anzahl Daumen-
oder Exzenterscheiben verschiedener Hubgröße oder Exzentrizität, die auf einer mit
der Welle r9 fest verbundenen Hohlwelle v zum Zwecke der Ordnerhubveränderung achsial
verschiebbar eingerichtet sind (dadurch ist man in der Lage, dem Ordnerhubhebel
9 einen je nach der Einstellung verschieden großen Arbeitshub zu vermitteln, indem
man die jeweils in Betracht kommende Scheibe ii vor den Hebel 9 schiebt), w eine
Daumenscheibe oder Exzenter
bestimmter Exzentrizität zur Erzeugung
des Lückenhubes zwischen den Schnittgruppen, 2o ein Schneckenvorgelege zum Antrieb
der Hauptantriebswelle i9, 21 ein Motor dazu, 22, 23 eine Schaltscheibe zur Betätigung
eines Endausschalters 24, welcher den Motor 21 nach einer Umdrehung gleich »einem
Spiel« der Welle i9 ausschaltet, x und y ein Zahnradvorgelege zum Antrieb einer
Steuerwelle, z ein Kettenrad, i eine endlose Kette, deren Gliederzahl in einem ganz
bestimmten Verhältnis zu der jeweiligen Stabzahl einer Stabgruppe steht, 2 ein Schaltdaumen,
welcher an dieser Kette befestigt ist, 3 ein Spanngewicht zum Spannen der Kette
1, 4 ein Vermittlungshebel zum Bedienen eines Schalters 5, 6 ein Elektromagnet zum
Betätigen der Kupplung 7, 25 und 26 ein Antrieb der Auswerfklappen, und zwar derjenigen,
welche dem Kühlbett zunächst liegen, 27 eine Schaltscheibe zum rechtzeitigen Einschalten
des Schalters 28, welcher den Hauptantriebsmotor 21 sofort einschaltet, wenn der
oder die auszuhebenden Stäbe abgerutscht sind, 29 eine Schaltscheibe zum Betätigen
des Endausschalters 30, welcher den Motor der Auswerfklappen nach Vollziehung eines
Spieles ausschaltet, 31 und 32 ein Antrieb zu der Anhebevorrichtung der Abtragewagen,
33 eine Schaltscheibe eines Endausschalters 34, welcher die Hub- und Senkbewegung
des Motors 31 ausschaltet, 35 und 36 ein Antrieb zum Verfahren der Abtragewagen,
37 eine Schaltscheibe, welche den Schalter 38 betätigt, welcher die Senkbewegung
der Abtragewagen nach vollzogenem Quertransport einleitet, 39 eine Schaltscheibe;
welche den Schalter 40 zum Ausschalten des Verfahrmators 35 nach Rückführung der
Abtragewagen in deren Grundstellung betätigt, 41 ein Schalter, welcher vom Scherenmann
betätigt wird zum Einleiten der Verfahr- und Ablegebewegung, 42 ein Schalter, welcher
von der Stabspetze des auslaufenden Stabes betätigt wird und das- Spiel aller automatischen
Bewegungen einleitet.
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Die Wirkungsweise ist nun folgende: Schaltet der laufende Stab vermittels
der Schaltklappe 42 die Auswerfbewegung ein, so werden der oder die Stäbe ausgeworfen.
Auf einer Welle des Auswerfantriebes sitzt nun die Schaltscheibe 27, welche mit
solcher Nacheilung, die außerdem einstellbar ist, den Hauptantriebsmotor 21 einschaltet,
daß das Ordnerspiel sofort nach vollzogenem Auswerfen erfolgt. Der Motor 21 wird
jedesmal nach einem Spiel gleich einer Umdrehung der Hauptantriebswelle i9- durch
die Schaltvorrichtung 22, 23 24 ausgeschaltet. Eine Umdrehung der Hauptantriebswelle
i9 bewirkt nun vermittels der Organe 18, io und 16 den Vertikalhub der Ordnerelemente
d und gleichzeitig vermittels der Organe u, 9, 12 und 13 oder w, 8, 12 und 13 den
horizontalen Ordner- oder den Lückenhub, j e nachdem durch Kupplung 7 die Verbindung
des Hebels 8 oder 9 mit der Welle i i hergestellt ist. Das Arbeiten des Warmbettes
beginnt nun mit dein Ordnen der Stäbe in Gruppen ihrer Zahl nach, d. h. beim Beginn
des Arbeitens ist die Kupplung 7 mit dem Hebel 9 verbunden. Ist die gewünschte Stabzahl
aufgenommen, so wird gegen Ende des letzten Ordnerhubes vermittels der Schaltvorrichtung
x, y,_ z, 1, 2, 3, 4, 5 der Magnet 6 geschaltet, welcher die Kupplung 7 mit dem
Lückenhubhebel 8 und der Ordnerwelle i i herstellt. Beien nächsten Spiel erfolgt
dann der Lückenhub. Nach Vollziehung desselben wird der Magnet beispielsweise durch
Rückfederung des Schalters 5 stromlos, und die Kupplung 7 wird selbsttätig, etwa
durch Gegengewicht, wieder mit dem Ordnerhebel 9 verbunden, wonach ein neues Gruppenlegen
beginnt. Gleichzeitig wurde durch Schalter 17 über dem Endausschalter 34 der Anhebemotor
31 der Abtragewagen in Gang gesetzt, so daß die nach und nach neben dem Abfuhrrollgang
angelangte Sta!bgruppe angehoben wird und - so.. ein Raum für die _ neu anzutransportierende
Stabgruppe frei gemacht wird, ohne daß die angehobene Gruppe auf den Abfuhrrollgang
abgelegt zu werden braucht. Dies ist sehr wesentlich, weil dadurch ein elastischer
Akkumulator zwischen Kühlbett und der .Kaltschere geschaffen wird: Soll nun die
Stabzahl einer Gruppe verändert werden, so wechselt man die Steuerkette i gegen
eine solche aus, deren Gliederzahl der gewünschten Stabzahl entspricht. Der Zusammenhang
zwischen der Stabzahl und der Gliederzahl der Steuerkette ist folgender: Das Produkt
des Verhältnisses der Zähnezahl des Kettenrades z : Gliederzahl der Kette i, multipliziert
mit dem Verhältnis der Durchmesser der Räder x : y ergibt einen Bruch, dessen Nenner
gleich der gewünschten Stabzahl einer Gruppe ist. Ist beispielsweise das iYbersetzungverliältnis
des Vorgeleges.i : y ` i : 5, das Verhältnis der Zähnezahl des Kettenrades z zur
Steuerkettengliederzahl _- i : 2, so beträgt das gesamte iJbersetzungsverhältnis
- i : 5 mal i : 2 - i : io, d. h. nach Ordnerspielen wird die Lückenhubbewegung
von dem Schaltdaumen 2 eingeschaltet. Legt man eine Kette mit einer Gliederzahl
auf das Kettenrad z, die ein Verhältnis von 1 : 2,2 schafft, so ergibt das ein Gesamtverhältnis
von i : 5 mal 1 : 2,2 - i : i i, so daß in diesem Falle elf Stäbe in eine Gruppe
geordnet werden. Es liegt
für einen Fachmann ohne weiteres auf der
Hand, daß dadurch ein großer Vorteil geschaffen wird. Dieser Vorteil besteht darin,
daß die Stäbe automatisch, etwa entsprechend ihrer Breite, in gewünschter Anzahl
sogleich auf der Abkühlstrecke des Kühlbettes in Gi uppen geordnet werden können,
ohne daß dazu besondereSteuermanipulationen menschlicher Arbeitskräfte nötig sind,
und daß die bisher außerdem noch erforderlichen Arbeitskräfte erspart werden.
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Soll die angehobene Stabgruppe auf den Abfuhrrollgang abgelegt werden,
so wird zweckmäßig von der Kaltschere oder vom Scherenmann aus der Schalter 41 betätigt,
wodurch der Verfahrmotor 35 eingeschaltet, die Stabgruppe über den Abfuhrrollgang
gefahren und alsdann vermittels der auf der Welle dieses Antriebes sitzenden Schaltscheibe
3; und des Schalters 38 der Heb- und Senkmotor 31 eingeschaltet wird, wodurch das
Ablegen der Staubgruppe erfolgt. Während der Senkmotor 31 nach dem Absenken durch
seine Endschaltvorrichtung 33, 34 ausgeschaltet wird, läuft der Verfahrantrieb 35,
36 so lange, bis die Abtrageorgane wieder in ihre Grundstellung gelangt sind, wonach
die Ausschaltung vermittels der Endschaltvorrichtung 39, 40 erfolgt.
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Die Steuerung vermittels der oben geschilderten Wechselketten stellt
nur ein Ausführungsbeispiel dar; es liegt auf der Hand, daß man dieses durch andere
geeignete Mittel erreichen kann, ohne aus dem Rahmen des betreffenden Teiles der
Erfindung zu gelangen, deren Sinn darin liegt, daß die Gruppenstabzahl in einem
bestimmten Verhältnis zu dn Steuerspielen steht, daß alle Steuervorgänge unter Ausschaltung
menschlicher Arbeitskräfte selbsttätig vor sich gehen, was das Wesentliche darstellt.
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Eine andere Ausführungsform der Erfindun- besteht in der Anwendung
von endlosen Ketten o. d-1. als Förder- und Ordnerorgan. Dieselbe ist in Ahb.3 und
@;. dargestellt. Hierbei treibt man die Kettenantriebswelle .1..1 der hettenräder43
durch ein Vorgelege an, deren L'bersetzungsverhältliis so ist, daß eine i\-fotortlmdrehung
dem kleinsten Ordnerhin) entspricht. Zum Ausschalten des betreffenden Motors 46
benutzt man alsdann ein Steuerwerk, dessen Vorgelegeachsen sich kreuzen, zum Zwecke,
jedes beliebige übersetzungs-@-erhältnis erzielen zu können. Auf diese Weise kann
lnan die Ouerfrderung der Kette pro Spiel durch entsprechende Vorgelege ..1;-q.8.
.1s>-50, 5r-52 us@c-. dadurch regulieren, daß der Schaltmechanismus 63, 64 den Motor
46 spielgerecht, d. h. nach Erzielung des jeweils gewünschten Ordnerhubes, ausschaltet.
Die Größe des Ordnerhubes und ebenso die Anzahl der Stäbe einer Gruppe hängen hierbei.
von dem übersetzungsverhältnis der Räder 47-48 usw. ab. Bei einem Verhältnis i :
i wird der Motor nach einer, bei i : 2 nach zwei Umdrehungen ausgeschaltet usw.
Der Ordnerweg der Ketten ist proportional den Umdrehungen des Motors. Von den Steuerrädern
48, 50, 52 usw. ist jeweils dasjenige mit der Schalterwelle etwa durch einen Ziehkeil
verbunden, welches dem gewünschten Ordnerhub entspricht. Der Lückenhub ebenso wie
der Gruppenanhebevorgang werden hierbei durch eine auf der Welle 44 sitzende Schaltscheibe
eingeschaltet, deren Steuernockenanordnung so ist, daß nach erfolgter Auffüllung
der Gruppenbreite der Lücken-bzw. Anhebehub erfolgt. Im übrigen erfolgen alsdann
die selbsttätigen Steuervorgänge wie bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Abb. i und
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