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Schaltungsanordnung für Fernsprechanlagen mit Sprechstromverstärkern.
Die Erfindung betrifft eine Weiterbildung der im Patent 445 401 angegebenen Schaltung
zum Zünden und Löschen von Verstärkerröhren in der Richtung, daß die selbsttätige
Verbindung eines Fernamtes mit einem anderen Fernamt unmittelbar und ohne die Vermittlung
eines Beamten wahlweise über einen freien Verstärker ermöglicht wird.
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Bei den bekannten Anordnungen dieser Art rief das betreffende Fernamt,
welches etwa über das Verstärkeramt V (Abb. i) mit einem anderen Amt sprechen wollte,
zunächst
das Amt V an und wurde von hier durch einen Beamten, also
mittelbar, über einen freien Verstärker- mit dem gewünschten Amt verbunden.
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Außerdem sind auch Schaltungsanordnungen mit Sprechstromverstärkern
bekannt, bei denen von einer entfernten Stelle aus die einzelnen Schaltvorgänge,
z. B. Zünden, Löschen des Verstärkers usw. geregelt werden. Gemäß der Erfindung
werden den Verstärkern Schalteinrichtungen, wie z. B. Wähler oder Resonanzrelais
oder Grenzrelais o. dgl. zugeordnet, die derart ausgebildet sind, daß durch Senden
von Stromstößen, sei es mit Wechsel- oder mit Gleichstrom oder Frequenzströmen oder
Strömen bestimmter Stärke oder Spannung o. dgl. von einer entfernten Stelle aus
die Schaltvorrichtungen außer zur Fernbedingung der Verstärker gleichzeitig zur
Auswahl und Anschaltung der gewünschten Leitungen und ihrer Nachbildungen Verwendung
finden. Auf dieselbe Weise werden durch ein besonderes Signal nach Beendigung des
Gespräches die Verstärker und die Leitungen gegebenenfalls nebst ihren Ausgleichsmitteln
wieder abgeschaltet.
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In den Abb. i und 2 ist ein Ausführungsbeispiel gemäß der Erfindung
dargestellt, bei der Wähler benutzt werden. In Abh. i bezeichnet V das Verstärkeramt,
über das beispielsweise vom Amte A nach Amt B, also über die Leitungen
2 und 4, verstärkt gesprochen werden soll. Die Signale können beispielsweise mittels
einer der üblichen Nummernscheiben gegeben werden.
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In der Abb.2 ist eine beispielsweise Anordnung dargestellt, bei der
etwa die Leitung F2 über einen Verstärker automatisch mit F4 verbunden wird und
demgemäß die Zündung der Verstärker und die Anschaltung der Leitungen F2, F4 mit
den ihnen zugeordneten Ausgleichsmitteln I12, Klo selbsttätig durch den Wähler
2 erfolgt und die Löschung sowie die Abschaltung durch ein Verzögerungsrelais (ZR).
Sollen andere Leitungen miteinander verbunden werden, so sind die anderen nur angedeuteten
Relais zu verwenden.
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Einer Mehrzahl von Fernleitungen F, von denen in dem Ausführungsbeispiel
nur die beiden F2 und F4 gezeichnet sind, kann auch eine Gruppe-von Sprechstromverstärkern
gemeinsam zugeordnet sein. Für die Auswahl eines freien Verstärkers ist dann in
an sich, bekannter Weise eine Vorwahl vorzusehen, welche zunächst einen freien Verstärker
auswählt, Das Amt wird von einer gemeinsamen Batterie B gespeist, jeder Fernleitung
sind zwei Relais R' und R" zugeordnet, und zwar spricht das Relais R' an, wenn die
betreffende Leitung die anrufende, und R", wenn sie die angerufene ist. Demgemäß
werden, wenn F2 die Leitung F4 anruft, die Relais R2 und R4" über die Bankkontakte
r'2 und r4' ansprechen. r', r", r"' seien etwa drei Wählerarme des
Wählers 2. Solange kein Anruf über die Leitung F2 kommt, ist der Kontakt a2 des
Relais G12 in Ruhestellung, sq daß keiner der drei Wählerarme irgendeine Einschaltung
vornehmen kann und die Wahlschalter nicht unnötig in Gang gesetzt werden. Jeder
Wähler ist mit einem Auslöserelais R versehen, das nach Beendigung der Wahl in an
sich bekannter Weise den Wähler wieder in seine Ruhelage zurückbringt. Den Relais
R2' und R4' beispielsweise sind die Kontakte g2, i2, f2, h2, 121 fit und
na4, 14, h4, i4 zugeordnet, über die die Einschaltung der Fernleitungen F2
und F4 und der ihnen zugeordneten Ausgleichsmittel K12 und K14 vor sich geht.
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Die Arbeitsweise der Anordnung ist nun folgende Um beispielsweise
über die Fernleitung F2 und F4 ein verstärktes Gespräch selbsttätig herzustellen,
sendet die Beamtin am Ende der Fernleitung F2 etwa vier Stromstöße. Dadurch erhält
das Relais Gl, gleichfalls vier Stromstöße, und sein Ruhekontakt a2 wird viermal
geschlossen. Dadurch wird der Stromkreis des Wählerrelais WR" von dem positiven
Pol der Batterie B über den Kontakt a2, die Wicklung des Relais WR2 und den negativen
Pol der Batterie geschlossen. Das Wählerrelais rückt nun die Wählerarme aus der
Ruhestellung o in die Stellung 4. Parallel zu WR, liegt das Relais V2 mit
verzögertem Abfall, das gleichzeitig mit der Stromstoßgabe erregt wird, und dessen
Anker. erst kurze Zeit nach erfolgter Stromstoßgabe abfällt. Der Anker des Relais
V2 trennt die beiden Wählerarmer' und r" von der Batterie, damit beim überschreiten
der Kontakte i bis 3 kein falscher Stromschluß erfolgt. Nach dem Abfall des Relais
V2 fließt vom negativen Pol der Batterie B Strom über die Heizfäden der Röhren
L des Verstärkers, das Relais U
über das Relais R q' nach x4, y4 über
den Wählerkontakt r4', C2 nach dem positiven Pol der Batterie. Dadurch wird der
Anker des Relais R4" angezogen und derselbe Stromkreis auch über das Relais R'2,
r'2, C2 geschlossen. Dadurch ist der Röhrenstromkreis über den negativen
Pol der Batterie B, die Heizfäden der Röhre, das Relais U, Relais R4', das Relais
R2 , den Kontakt b2 von R2 , den Kontakt q von ZR über den positiven Pol geschlossen.
Das Relais R2 legt gleichzeitig seine Kontakte i2, h2 in die Arbeitsstellung nach
921 f 2 und die Ruhekontakte 12, in, in die Arbeitsstellung um. Dadurch werden die
Fernleitung F2 und die ihr zugeordneten Ausgleichsmittel
Kl. über
die Seite Iv und Kltv an den Verstärker V angeschlossen. Das gleiche gilt für das
Relais R4', welches die Kontakte i,1, k,, l" irr, aus der Ruhelage in die Arbeitslage
umlegt und damit die Fernleitung F4 und die ihr zugeordnete Kunstleitung K14 über
IIv und KlrIv an den Verstärker anschließt. Auf diese Weise sind gleichzeitig die
Röhren gezündet, die Verbindung hergestellt, und es ist möglich, das Ges pr. *ich
selbsttätig Über den Verstärker verstärkt zu leiten. Nachdem R2' angesprochen hat,
bekommt das Auslöserelais R Strom vom positiven Pol der Batterie über c2,
7'2, Kontakt e2 des Relais R2 , d2 über das Auslöserelais und den negativen
Pol der Batterie. Der Wähler kehrt in die Ausgangsstellung zurück, während sich
die Relais R2' und R," über die Kontakte b2 und s4 gebunden halten.
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Ist das Gespräch beendet, so wird über die Fernleitung F2 der Schlußruf
gesendet, um die Verstärker und die Fernleitung wieder abzuschalten. Dieser fließt
über die Kontakte g2, f2, nach IV über den Verstärker TI und das Relais ZR. Dadurch
wird das Relais ZR erregt und der Kontakt q aus seiner Arbeitsstellung
gelöst, die Heizbatterie abgeschaltet und die Röhren gelöscht. Dadurch werden gleichzeitig
die Relais R2' und R4' stromlos, so daß ihre Kontakte in die Ruhestellung
zurückkehren. Das Relaissystem ist damit zur Herstellung einer neuen selbsttätigen
Verbindung wieder betriebsbereit.
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Ist die Verbindung der Leitungen F2 und F, hergestellt, so wird eine
Verbindung einer anderen Leitung über den besetzten Verstärker dadurch vermieden,
daß für jede Fernleitung ein Kontakt, z. B. y1, y2 usw., an dem Relais L7 vorgesehen
ist. Dieser -Kontakt trennt in der Arbeitsstellung sämtliche Relais R2' von 'den
mittleren Wählerarmen ab. Er verbindet diesen Wählerarm vielmehr mit dem dritten
Wählerarm r', so daß in diesem Falle das Relais ZR Strom bekommt über den positiven
Pol der Batterie B, Kontakt des Relais h2, c2, Wählerarm r", y der anrufenden Leitung
zum Wählerarm r', ZR2 Minuspol der Batterie. ZR, wird erregt und sendet in an sich
bekannter Weise ein Signal in die rufende Leitung und führt auch den Wählerarm r`
in die Nullage zurück.