Registriervorrichtung für Flüssigkeits-, insbesondere Bierausschank.
Registriervorrichtungen, welche, mit Zapfhähnen in Verbindung gebracht, den Ausschank
von Flüssigkeiten in bezug auf Zahl und Menge der Entnahmen nachzuprüfen gestatten,
sind bereits in mehreren Ausführungsformen bekannt geworden. Wie sich jedoch gezeigt
hat, eignen sich solche Meß-und Zählvorrichtungen für den Ausschank von Flüssigkeiten
nur bei mäßig schneller Betriebsweise. In allen den Fällen jedoch, in welchen der
Ausschank mit größtmöglicher Schnelligkeit und im raschen Wechsel ganz verschieden
großer Entnahmemengen erfolgen soll, wie dies z. B. für den Ausschank von Bier zutrifft,
versagen alle Vorrichtungen dieser Art, was letzten Endes nur der hierzu ungeeigneten
Verbindungsweise des Schreibwerkes mit der Zapfvorrichtung zuzuschreiben ist. Gegenstand
der vorliegenden Erfindung ist nun eine Registriervorrichtung für den Flüssigkeitsausschank,
insbesondere von Bier, welche die in dieser Beziehung noch bestehenden Schwierigkeiten
aus dem Wege räumt, und dieses wird dadurch ermöglicht, daß mit Hilfe dieser Vorrichtung
die abgezapfte Flüssigkeitsmenge nicht ihrem Gewicht oder Rauminhalt nach gemessen
wird, sondern durch die aus der Öffnungsdauer des Zapfhahnes sich ergebende Durchflußzeit
der Flüssigkeit bestimmt wird. Der technische
Fortschritt dem Bekannten
gegenüber beruht auf der überaus einfachen Verbindung einer Schreibvorrichtung bekannter
Bauart mit dem Zapfhahn, durch welche die Handhabung des Zapfhahnes in keiner Weise
beengt wird, die Kontrollvorrichtung auf oder neben dem Zapfhahn unmittelbar befestigt
werden kann und bei Ablauf der Papierbahn des Schreibwerkes die Weiterbedienung
des Zapfhahnes durch die Schreibvorrichtung selbst gesperrt wird.
Der Apparat besteht aus einer durch ein kräftiges Uhrwerk W in langsame
Drehung versetzten Trommel i, auf welche ein Papierstreifen 2 aufgewickelt wird,
der von einer Walze 3 kommt und mit seinem inneren Ende an dieser Walze befestigt
ist. Vor der Trommel i ist ,ein Schreibstift 4 angebracht, der unter Federdruck
das Papier 2 trifft und eine Linie auf das Papier zeichnet, sobald sich die Trommel
i dreht. Dieses Aufzeichnen der Linie darf natürlich nur so lange geschehen, wie
der Schankhahn geöffnet ist. Um das Aus- und Einschalten der Vorrichtung selbsttätig
zu bewirken, ist ein Sperrhebel s, der mit dem Hebel 6, welcher den Schreibstift
4 trägt, in Verbindung steht, durch Zugstange 7 mit dem Hahnküken 8 verbunden, so
daß bei geschlossenem Hahn der Sperrhebel 5 das Sperrad 9, welches auf gleicher
Welle mit der Papierstreifentrommel i sitzt, festhält und den Schreibstift 4 von
dem Papierstreifen zurückstellt. Bei geöffnetem Hahn ist das Uhrwerk freigegeben
und der Schreibstift 4 an den Papierstreifen 2 angestellt. Damit nun aber auch,
wenn der Papierstreifen abgelaufen ist, eine selbsttätige Ausrückung erfolgt, ist
die Walze 3, von welcher der Streifen 2 kommt, in federnden Lagern io gehalten,
und diese Lager tragen einen Stab i i, der am anderen Ende ausgespart ist und über
die Zugstange 7 paßt. - Ist der. Papierstreifen 2 zu Ende, so werden, weil das Ende
fast -an der Walze 3 sitzt, durch das weiterlaufende Uhrwerk die Lager io der Walze
3 nach unten gezogen, der Stab i i geht mit nach unten, greift über die 'Zugstange
fi, und die Schaltbewegung des Hahnes ist freigelegt. Außerdem kann durch das Tiefgehen
des Stabes i i ein elektrischer Strom geschlossen werden, so daß ein Klingelzeichen
ertönt. Die Wirkung der Einrichtung ist folgernde: Ist der Hahn geschlossen, wie
in Abb.2 punktiert gezeichnet, so hält der Hebel 5 das Uhrwerk fest, und der Schreibstifthebel
6 ist zurückgestellt (Abi. i punktiert). Wird der Hahn durch Drehung um 9o° nach
links geöffnet, so dreht die Zug- bzw. Schubstange .den Hebel 5, 6 so, daß der Sperrhebel
5 das Sperrad 9 freigibt: Sofort läuft der Papierstreifen 2, durch das freigewordene
Uhrwerk W gezogen. Mit dem Auslegen des Sperrhebels 5 ist aber der Hebel 6, welcher
den Schreibstift trägt, nach der Papiertrommel hin gedreht worden, so daß der Schreibstift
4 den Papierstreifen trifft und die Registrierlinie erzeugt. Da der Sperrhebel 5
erst auslegt und etwas später erst der Schreibstift die Papierbahn 2 trifft, so
ergibt sich bei jedem Schalten, also bei jedem Öffnen des Hahnes, eine Unterbrechung
in der Linie, so daß man auch erkennt, wie oft der Hahn geöffnet und geschlossen
worden ist. Wird der Hahn geschlossen, so drückt die Schubstange 7 den Sperrhebel
5 in das Sperrad 9; dadurch steht das Uhrwerk sofort, und der den Schreibstift tragende
Hebel 6 wird zurückgezogen: Der Papierstreifen kann mit enger Liniierung versehen
sein, damit man an der Länge der auf dem Papierstreifen gezeichneten Linie erkennen
kann, welche Menge Bier zum Ausschank gekommen ist. Für mehrere Zapfhähne kann ein
Apparat zur Verwendung kommen, nur müssen dann mehrere Schreibstifte nebeneinander
auf einer breiteren Papierbahn wirken, und es müssen mehrere Sperräder 9 und Sperrhebel
5 zur Wirkung kommen.