DE439043C - Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Kieselsaeure-Eiweissverbindungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Kieselsaeure-Eiweissverbindungen

Info

Publication number
DE439043C
DE439043C DEW67780D DEW0067780D DE439043C DE 439043 C DE439043 C DE 439043C DE W67780 D DEW67780 D DE W67780D DE W0067780 D DEW0067780 D DE W0067780D DE 439043 C DE439043 C DE 439043C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
sodium
water
metasilicate
solutions
protein
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEW67780D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Priority to DEW67780D priority Critical patent/DE439043C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE439043C publication Critical patent/DE439043C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Landscapes

  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)
  • Medicinal Preparation (AREA)
  • Silicates, Zeolites, And Molecular Sieves (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von wasserlöslichen Kieselsäure-Eiweißverbindungen. In der Kieselsäuretherapie haben sich bei Arteriosclerose, Carcinotn und besonders bei Tuberkulose Verbindungen der Kieselsäure mit Natrium gut bewährt, so daß sie durch die Präparate mit organisch gebundener Kieselsäure bisher nicht ersetzt werden konnten.
  • -Nun ist das inetakieselsaure Natrium nur ,sehr schwer in einer in Wasser leicht löslichen Form zu erhalten. Selbst das Handelsprodukt .Natrium silicicum puriss. sic. löst sich in kaltem Wasser nur unvollkommen und auch in warmem Wasser erst völlig, wenn man ihm die Menge Natrium in Form von Na OH beigibt, die genau der Formel Na. Si 03 ,entspricht. Die Handelsprodukte enthalten alle mehr oder weniger Polysilicat. So enthielt ein sich sonst durch Reinheit auszeichnendes Produkt statt 49,1 Prozent Si O, 58,o Prozent Si 02. .aus diesem Produkte ließ sich eine Lösung von reinem äNatriummetasilicat nur in der Weise erzeugen, daß man auf ioo Teile 11,8 Teile Natriumhydroxyd in wäßriger Lösung zusetzte und erwärmte.
  • Wegen dieser Schwerlöslichkeit des trokkenen sogenannten Natriummetasilicats hat man vielfach Lösungen von Wasserglas (N atriumpolysilicat) verordnet, die aber einen stets wechselnden Kieselsäuregehalt aufweisen und den Nachteil aller flüssigen Arzneimittel besitzen. nur in Flaschen aufbewahrt in den Handel gebracht werden zu können. Der größte Nachteil rler Natriumsilicate, sowohl des Metasilicats wie des Polysilikats oder Wasserglases, besteht aber darin, daß sie in wäßriger Lösung alkalisch reagieren.
  • S c h u h b a u e r (Biochemische Zeitschrift [192o] Band 1o8, Seite 304) hat gezeigt, daß die offizinelle Lösung von Natriumsilicat selbst in reinster Form infolge hydrolytischer Spaltung des Natriumsilicats freie Natronlauge enthält und daher eine stark alkalische Reaktion aufweist, so daß sie bei innerer Anwendung in der Therapie die Schleimhäute reizt und für empfindliche Patienten nicht verwendbar ist. Ferner hat B r e e s t (Biochemische Zeitschrift [192o] Band ioB, Seite Sog) nachgewiesen, daß Natriutnsilicat um so schlechter vom Organismus resorbiert wird, je alkalischer seine Lösung ist.
  • Nach vorliegender Erfindung werden sowohl die Nachteile der Flüssigkeit des Präparates Lind des stets wechselnden Kieselsäuregehaltes sowie die unvollkommene Löslichkeit des festen \Tatriumsilicats und seine starke Alkalinität beim Lösen in Wasser dadurch überwunden, daß das N atriutrunetasilicat mit Eiweißstoffen von saurem Charakter, wie N ucleoalbuminen oder Albuminaten, vereinigt wird, wobei neutrale bis schwach saure, in warmem Wasser leicht lösliche Produkte entstehen, die in bequemer Weise in trockener Form zu erhalten sind, im Gegensatz zum N atriutnrnetasilicat des Handels luftbeständig sind, kein Wasser anziehen und stets den gleichen Gehalt an Kieselsäure besitzen.
  • Auch aus der Wasserglaslösung des Handels, die nach dem Versetzen mit der zur Bildung reinen Natriummetasilicats nötigen Menge Alkali weder durch Eindampfen der Lösung im Vakuum noch durch Zusatz von Alkohol und Ausfällen mit diesem Mittel in ein vollkommen wasserlösliches, festes und bequem dosierbares Produkt übergeführt werden kann, wird durch Verbindung mit Nucleoalbuminen, wie z. B. Casein oder Albuminaten, wie z. B. Lactalbuminat, sowie der erforderlichen Menge Alkali ein für die Kieselsäuremedikation gut geeignetes Produkt gewonnen. Besonders durch die Neutralität seiner Lösung ist das Caseinnatriummetasilicat dem festen und flüssigen N atr iumsilicat des Handels überlegen und wird, wie nach den Beobachtungen von B r e e s t zu erwarten, ausgezeichnet resorbiert.
  • Es war nicht zu erwarten, daß das N atriummetasilicat seine Eigenschaften,' weder bei Eindampfen im Vakuum noch bei Ausfällung mit Alkohol ein vollkommen wasserlösliches Produkt zu geben, in Gegenwart des Caseins verändern würde. Offenbar wirkt das Casein natrium als Schutzkolloid.
  • Das in der Patentschrift 161842 beschriebene Produkt aus Casein, Soda und Wasserglas, das. im Zeugdruck an Stelle von Hühnereiweiß Verwendung finden. soll, ist durch große Klebkraft und Koagulationsfähigkeit ausgezeichnet, stellt aber nicht, wie das Produkt des- vorliegenden Verfahrens, ein haltbares und nicht hygroskopisches Pulver dar, dessen wäßrige Lösung neutral ist und reizlos resorbiert wird.
  • Beispiel. ioo Gewichtsteile Casein, die in iooo Gewichtsteilen Wasser angeschlämmt sind, werden mit so viel einer konzentrierten Lösung von reinem Natriummetasilicat - die aus Wasserglas durch Natronlaugezusatz oder aus dem Natriummetasilicat des Handels durch Erwärmen mit der berechneten Menge verdünnter Natronlauge hergestellt werden kann - versetzt, daß sich einige Kubikzentimeter der Mischung in etwa der zehnfachen Menge heißen Wassers zu einer schwach milchig getrübten Flüssigkeit von neutraler bis schwach saurer -Reaktion auflösen. Dafür sind etwa d. Gewichtsteile Natriummetasilicat, auf reines trockenes Produkt gerechnet, erforderlich. Die so erhaltene Lösung wird im Vakuum zur Trockene gebracht und der Rückstand ge= mahlen und gesiebt. Das Caseinnatriummeta silicat stellt ein weißes Pulver dar, das mit wenig kaltem Wasser stark aufquillt und sich 1 in heißem Wasser zu einer milchigen Flüssigkeit von neutraler bis schwach saurer Reaktion auflöst.
  • Zu dem gleichen Produkte kann man auch in der Weise gelangen, daß man ioo Gewichtsteile Casein mit der zwei- bis dreifachen Menge starkem Alkohol anschlämmt und in die Suspension 4 Gewichtsteile Natr iummetasilicat in konzentrierter, frisch bereiteter Lösung unter starkem Umrühren einträgt. Man entfernt darauf den Alkohol durch Filtration und Abpressen, trocknet den Rückstand, nachdem er nötigenfalls zur Entfernung des Fettes mit Äther gewaschen ist, und mahlt ihn.
  • An Stelle der Natriumverbindungen können auch die des Kaliums Verwendung finden. Statt dem Wasserglas Casein und Natronlauge beizumischen, kann man auch Caseinnatrium verwenden mit so viel Natrium, als zur Bildung eines reinen Natriummetasilicats aus dem Wasserglas erforderlich wäre. Dabei genügt es, nur gerade so viel Wasser in das Gemisch hineinzubringen, daß eine gleichmäßige Verteilung der Komponenten gewährleistet ist.
  • Wenn man als Eiweißstoff von saurem Charakter an Stelle von Casein ein Albuminat, z. B. das aus koaguliertem Lactalbumin durch Lösung in Natronlauge und Umfällung mit verdünnter Säure erhaltene Produkt, verwenden will, verfährt man ganz ähnlich wie bei Anwendung von Casein. Jedoch sind in dem Falle nur 3,5 bis 3,7 Gewichtsteile Natriummetasilicat (Na. Si 0g) auf ioo Gewichtsteile Lactalbuminat- erforderlich, um zu einem mit neutraler bis schwach saurer Reaktion in Wasser löslichen Produkte zu gelangen. Im übrigen ist das aus Lactalbuminat und Natriummetasilicat gewonnene Produkt dem aus Casein und Natriummetasilicat erhaltenen ganz ähnlich.

Claims (2)

  1. PATLNTANSPRÜC131.: i. Verfahren zur Herstellung von wasserlöslichen Kieselsäure-Eiweißverbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß man Eiweißstoffe sauren Charakters, wie Nucleoalbumine oder Albuminate, gegebenenfalls nach zuvoriger Suspension in Alkohol oder einem ähnlichen organischen Lösungsmittel, mit Natriummetasilicatlösungen, die durch Zusatz der zur Bildung reinen Metasilicats erforderlichen Menge Alkali zu Natriumpolysilicatlösungen oder zu Lösungen des handelsüblichen Metasilicats erhalten werden können, in solchen Mengen behandelt, daß sich eine Probe in heißem Wasser mit neutraler bis schwach saurer Reaktion löst, worauf das Gemisch vom Lösungs- bzw. Suspensionsmittel befreit, getrocknet, fein gemahlen und gesiebt wird.
  2. 2. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man der Natriumpolysilicatlösung, anstatt Natronlauge und Eiweißstoffe sauren Charakters getrennt zuzusetzen, Natriumverbindungen- dieser Eiweißstoffe zugibt, die so viel Natrium enthalten, als zur Bildung reinen Natriummetasilicats erforderlich ist.
DEW67780D 1924-12-03 1924-12-03 Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Kieselsaeure-Eiweissverbindungen Expired DE439043C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEW67780D DE439043C (de) 1924-12-03 1924-12-03 Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Kieselsaeure-Eiweissverbindungen

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEW67780D DE439043C (de) 1924-12-03 1924-12-03 Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Kieselsaeure-Eiweissverbindungen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE439043C true DE439043C (de) 1927-02-04

Family

ID=7607957

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEW67780D Expired DE439043C (de) 1924-12-03 1924-12-03 Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Kieselsaeure-Eiweissverbindungen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE439043C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE439043C (de) Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Kieselsaeure-Eiweissverbindungen
DE475114C (de) Verfahren zur Herstellung eines Zahnputzmittels
DE665099C (de) Verfahren zur Herstellung eines Kieselsaeuregels bzw. Hydrogels
DE934592C (de) Verfahren zur Herstellung von Acylsuperoxyden
CH127125A (de) Verfahren zur Herstellung einer wasserlöslichen Kieselsäure-Eiweissverbindung.
DE525651C (de) Verfahren zur Herstellung von in Wasser Ioeslichen und bestaendigen Komplexverbindungen des 5wertigen Antimons
DE750119C (de) Verfahren zur Herstellung von Eiweissstoffen aus Muskelfasern tierischer Herkunft
DE371601C (de) Verfahren zur Reinigung bzw. Veredelung von Erdalkalikarbonaten und Magnesiumkarbonat
DE956096C (de) Verfahren zur Herstellung von aktiviertem Siliciumdioxyd
AT201529B (de) Verfahren zur Herstellung eines mehlförmigen Backhilfsmittels
AT149997B (de) Seifen, seifenartige Produkte u. dgl.
DE682270C (de) Herstellung zusammengesetzter, Titandioxyd und Calciumsulfat enthaltender Pigmente
DE733579C (de) Verfahren zur Herstellung thixotroper Pflanzenschutzmittel
DE482998C (de) Herstellung alkalipercarbonathaltiger Koerper
DE578663C (de) Verfahren zur Herstellung von jodsalzhaltigen und saeurehaltigen Produkten, die zur Erzeugung von freiem Jod auf Oberflaechen dienen
DE531846C (de) Verfahren zur Herstellung von physiologisch wirksamen Kupfer-Arsenverbindungen
DE545338C (de) Verfahren zur Darstellung eines rasch sich loesenden fungiciden Salzgemisches
DE419658C (de) Verfahren zur Herstellung eines wasserloeslichen Eindampfproduktes aus Latex
AT159133B (de) Verfahren zur Herstellung wasserlöslicher Verbindungen von 8-Oxychinolinsulfonsäuren.
AT52933B (de) Verfahren zur Herstellung wasserlöslicher Eiweißpräparate.
DE472820C (de) Verfahren zur Herstellung eines pulverfoermigen Formaldehyd-Eiweissderivates
DE708805C (de) Verfahren zur Herstellung klar bleibender Lecithinloesungen
DE344707C (de) Verfahren zur Herstellung von Verbindungen des Caseins
DE703854C (de) Verfahren zur Herstellung von leicht loeslichen Anlagerungsverbindungen aus Calcium- und Natriumsalzen fuer therapeutische Zwecke
DE725798C (de) Verfahren zur Herstellung von von anderen Erden praktisch freien Cerverbindungen