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Verfahren zur Herstellung von Cadmiumsalzen von Phenolen und Phenolderivaten.
Man kennt bereits eine große Reihe von Cadmiumsalzen verschiedener Säuren, z. B.
der Essigsäure, der Valer iansäure, der Oxalsäure, der Benzoesäure usw. Nicht beschrieben
sind bisher Cadmiumsalze von Phenolen und Phenolderiv aten.
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Es wurde nun gefunden, daß die Cadmiumsalze der Phenole und Phenolderivate
eine ähnliche physiologische Wirkung besitzen wie die analogen Wismutverbindungen.
Sie eignen sich sowohl als Wundstreupulver als auch in Form vonOlemulsionen zu Injektionszwecken.
Als Ausgangsstoffe kann man die verschiedensten Phenole und Phenolderivate verwenden,
z. B. außer dem Phenol selbst das Guajacol, die Naphthole, (las Trihromphenol, das
Resorcin, die Oxvbenzolcarhonsäuren, die Oxyarylsulfosäuren usw. Die Herstellung
der neuen Stoffe erfolgt in der für die Bildung von Metallphenolaten üblichen Weise.
-Man kennt zwar bereits eine Verbindung von Salic_vlsäure mit Cadmitunoxvd. Diese
ist aber ein gewöhnliches Salz, (las ähnlich zusammengesetzt ist wie (las Acetat
oder das Benzoat des Cadmiums und auf i Molekül Cadmium 2 -Äquivalente Säure enthält.
Nicht bekannt ist dagegen das im nachstehenden Beispiel 3 beschriebene Cadmiumsuhsalicylat,
hei dem offenbar die Salicylsäure als Phenol in Reaktion getreten ist. Beispiel
i. Phenolcadmium. Man läßt eine I-ösung von r32 g kristallisiertem Cadiniumsulfat
in 5ooccm Wasser unter Rühren in eine Lösung von 9o g Uhenol und 38 g Ätznatron
in i5oo ccm Wasser einfließen. Der Niederschlag wird abgesaugt und zunächst mit
Wasser, alsdann mit 96prozentigem Alkohol gewaschen und bei 5o° getrocknet. Die
Ausbeute beträgt 9o g. Das Salz ist ein in Wasser unlösliches, geruchloses, weißes,
lockeres Pulver, dessen Zusaininensetzung der Formel
entspricht. Es ist im Griff dem Talcutn ähnlich und eignet sich zur Herstellung
von antiseptischen Pudern. Beispiele. Tribromphenolcadmiuin. ioo g kristallisiertes
Cadmiumchlorid werden in 21 Wasser gelöst, auf etwa 9o° erwärmt und mit einem Überschuß
von Natronlauge versetzt. Das ausgefällte Cadmiumhrdroxyd
wird
nach gründlichem Waschen durch Dekantieren mit Wasser auf 21 gefüllt und auf 7o°
gebracht. In diese Suspension läßt man unter Rühren eine Lösung von i 50 g Tribromphenol
in 75 ccm heißem Alkohol einfließen und erhitzt alsdann das Gemisch zum Kochen.
Nach 15 Minuten Kochen läßt nian absetzen, dekantiert, wäscht gründlich mit Wasser
und saugt den Niederschlag schließlich ab. Durch Trocknen erhält man Zoo g eines
fast geruchlosen, gelblichweißen, an der Haut sehr fest haftenden Pulvers, dessen
Zusainmensetzung der Formel
entspricht. Es hat blutstillende und Granulation befördernde Wirkung und eignet
sich zur Herstellung von Wnndstrenpulvern und Salben. Beispiel 3,
Cadmitinistibsalicvlat.
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Eine heiße Lösung von 4g0 g Cadmiumstilfat in G 1 Wasser wird mit
einer ebenfalls heißen Lösung von 3009 Natriunisalicylat in 21 Wasser vermischt.
In diese :Mischung läßt man unter Rühren .I25 ccm i 5prozentige Natronlauge langsam
einfließen. Der ausgefällte voluminöse Niederschlag wird nach dem Erkalten abgesaugt
und gut mit Wasser gewaschen, alsdann im Dainpftrockenschranke getrocknet. Die Ausbeute
beträgt 450 g. Das lockere, weiße, in Wasser unlösliche Pulver entspricht seiner
Zusammensetzung nach der Formel
In Ö1 suspendiert, findet es Anwendung zu Injektionen in der dermatologischen Praxis.
Beispiel q..
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Guajacolcadmitirn. Eine Lösung von 77 g kristallisiertem Cadmiumsulfat
in :Ioo ccin Wasser läßt man unter Rühren in eine Mischung von 74 g Guajacol mit
r20 g 25prozentiger Natronlauge und 15o0 ccin Wasser einfließen. Der .Niederschlag
wird abgesaugt, mit Wasser und dann mit Alkohol gewaschen. Durch TrockL nen erhält
man 85 g eines fast geruchlosen, weißen Pulvers von der Zusammensetzung Cd (O -
C,H, - OCH,)=. Beispiel s. ß-Saplitholcadiniuni.
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Eine Lösung von 9o g kristallisiertem Cadmitinistilfat in 50o ccm
Wasser läßt man unter Rühren in eine Lösung von ioo g f-\aphthol in i6oo ccm 2prozentiger
Natronlauge einfließen. Nach dem Absaugen, Waschen mit Wasser, dann mit Alkohol
und Trocknen erhält man 9o g eine hellgelblichgrauen, lokkeren Pulvers von weichem
Griff, dessen Zusammensetzung etwa der Formel C'",H;O # Cd - OH entspricht.
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Beispiel 6.
Salicvlsulfosaures Cadmium. Frisch gefälltes, gewaschenes,
in etwa der 5fachen Menge Wasser suspendiertes Cadiniumhydroxyd wird mit einer roprozentigen
Lösung von Salicylsulfosiiure auf dein Wasserbade erhitzt. Die Mengenverhältnisse
werden so gewählt, daß noch etwas überschiissiges Cadiniumhydroxyd ungelöst bleibt.
Die filtrierte, neutral reagierende Lösung wird auf dein Wasserbade zur Trockne
eingedampft und der Rückstand bei i io° getrocknet, der seiner Zusammensetzung nach
etwa der Formel (C'00 # C@H@O # SO3)_C'd.; entspricht. Beispie17. Resorcincadinium.
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In eine auf 85' erhitzte Lösung von 85 g Cadmiumacetat und
.-1-.1. g Resorcin in iooo g Wasser läßt man unter Rühren 130 ccm i 5prozentige
Natronlauge einfließen. 'Nach dein Absaugen, Waschen mit Wasser und Alkohol und
Trocknen erhält inan 5o g eines rötlichen Pulvers, welches nach der Formel
zusammengesetzt ist. Beispiel 8.
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Basisch guajacolcarbonsaures Cadmium. Eine heiße Lösung von 170g Guajacolcarbonsäure
in 1 1 Wasser und 25o ecni 15prozentiger Natronlauge wird mit einer ebenfalls heilten
Lösung von 2g0 g Cadinittinacetat in 500 ccm Wasser vermischt. Die hierbei
bereits beginnende Abscheidung von basisch guajacolcarbonsaurem Cadmium wird vollständig
nach Zufügen von 9o ccin r 5prozentiger N atronlatige. Nach weiterem 2stündigem
Erhitzen auf dem Wasserbade wird abgekühlt, abgesaugt und mit Wasser gewaschen.
Die
Ausbeute an trockenem Produkt beträgt 270 g. Es ist fast unlöslich in Wasser
und organischen Lösungsmitteln und entspricht einer Zusammensetzung nach der Formel