DE4330407C1 - Dampfsperre an einer Isolierverkleidung in Räumen - Google Patents

Dampfsperre an einer Isolierverkleidung in Räumen

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Description

Die Erfindung betrifft eine Dampfsperre an einer Isolierver­ kleidung in Räumen, insbesondere in Schwimmhallen, bestehend aus nebeneinander angeordneten Dämmplatten mit raumseitig auf­ kaschierter Aluminium-Folie als Dampfsperre, deren Stoßfuge zwischen benachbarten Dämmplatten durch ein aufgeklebtes Alu­ minium-Band dampfdicht überbrückt ist.
Das Überkleben der Stöße zwischen benachbarten Dämmplatten zum Herstellen einer geschlossenen Dampfsperre erfolgte bis­ her in der Weise, daß das Aluminium-Band und der zu bekle­ bende Bereich beiderseits der Stöße mit einem Kontaktkleber bestrichen werden. Das Bestreichen der beiden Flächen mit diesem Kleber muß zudem etwa zeitgleich erfolgen, um die nachfolgende Belüftungszeit gleichlang einhalten zu können. Um eine kontinuierliche Arbeitsweise zu erhalten, müssen da­ her zwei Arbeitskräfte eingesetzt werden, von denen die eine die wandseitige und die andere gleichzeitig die bandseitige Klebefläche bestreicht. Daraufhin müssen die beiden Flächen der genau einzuhaltenden Belüftungszeit ausgesetzt werden.
Diese Belüftungszeit ist besonders wichtig, da vermieden werden muß, daß sich nach dem Aufbringen des Aluminium-Ban­ des Blasen mit Lösungsmittel zwischen den beiden Aluminium- Schichten bilden, die nicht nur den Dampfsperr-Effekt unter­ brechen, sondern sich auch über Jahre halten können. Bei zu langer Belüftung ist dagegen die Haftung des Klebers redu­ ziert. Als besondere Erschwernis auf der Baustelle kommt noch hinzu, daß die Belüftungszeit von den Wetter- und Raumbedin­ gungen, wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit, abhängig und so­ mit variabel ist. Die Klebung muß schließlich nach dem Auf­ bringen des Aluminium-Bandes auf der Aluminium-Folie der Dämmplatten durch einen kräftigen, wenn auch kurzzeitigen, Anpreßdruck eingeleitet werden. Eine derartige Handhabung ist somit nicht nur aufwendig, sondern auch in hohem Maß von der Sorgfalt und Geschicklichkeit der ausführenden Bauhandwerker abhängig. Fehler, insbesondere durch Nichteinhalten der Be­ lüftungszeit, können sich leicht einschleichen, z. B. durch Ablenkung des Bauhandwerkers infolge anderer Arbeitsvorgänge, nahender Pause oder des Arbeitsschlusses. Das Erzeugen einer vollkommen dichten Dampfsperre war daher bisher von zahlrei­ chen unabhängigen Faktoren abhängig. Fehlerhafte Dampfsperren können jedoch erst nach längerer Zeit entdeckt werden, wenn der bereits entstandene Schaden erheblich ist. Bekannt sind auch selbstklebende Systeme zum Überbrücken der Stoßfugen. Diese haben sich aber in der Praxis nicht bewährt, da die Dauerhaftigkeit und Dichtheit der Klebung nicht gewährlei­ stet ist.
Bekannt ist ferner ein luftfeuchtigkeitshärtender, elasti­ scher Einkomponenten-Dichtstoff auf Polyurethanbasis. Die­ ser Dichtstoff wird jedoch ausschließlich zum Abdichten von Anschluß-, Trenn- und Bewegungsfugen im Hochbau verwendet. Da die der Luft ausgesetzte Fläche des Dichtstoffes auf die Fugenbreite beschränkt ist, ist die Trocknungszeit infolge der Dicke des Dichtstoffes in der Fuge relativ lang, wenn man eine Trocknung von ca. 1 mm in 24 Stunden zugrundelegt.
Schließlich hat dieser Dichtstoff nur eine Dichtfunktion in­ nerhalb der Fuge, jedoch keine Haltefunktion zwischen den beiden die Fuge begrenzenden Bauteilen.
Endlich ist aus der DE 41 39 071 A1 noch eine dampfdichte Fu­ genabdichtung bei auf Stoß angeordneten Dämmplatten einer raumseitigen Dampfsperre bekannt, bei welcher in die Fuge und auf die angrenzenden streifenförmigen Längsbereiche bei­ derseits der Fuge eine Flüssigdampfsperre aufgetragen ist. Eine solche Flüssigdampfsperre kann auf sehr einfache Weise aufgebracht werden und eignet sich für schmale Fugen und für Anwendungsbereiche mit geringer mechanischer Beanspruchung. Bei Fugen größerer Breite und/oder zu erwartender mechani­ scher Beanspruchung ist jedoch weiterhin die Anbringung eines dampfdicht aufgeklebten Aluminiumbleches erforderlich.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, das Herstellen einer vollkommen dichten Dampfsperre zu vereinfachen und gleich­ zeitig den Dampfsperreffekt sicherzustellen.
Diese Aufgabe wird durch die Erfindung dadurch gelöst, daß als Kleber für das Aluminium-Band auf der Aluminium-Folie ein luftfeuchtigkeitshärtendes Einkomponenten-Material ver­ wendet wird.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbeson­ dere darin, daß durch die Verwendung eines luftfeuchtigkeits­ härtenden Einkomponenten-Materials als Kleber für das Alumi­ nium-Band auf der Aluminium-Folie der Dämmplatten in überra­ schender Weise nicht nur ein neuer, bisher nicht bekannter Anwendungsbereich dieses bisher nur als Dichtstoff verwende­ ten oder eines ähnlichen Materials entsteht, sondern darüber­ hinaus auch ein vereinfachtes Klebeverfahren, welches nicht nur zeitliche Einsparungen, sondern mit Sicherheit auch eine lückenlose Klebeschicht und somit eine vollkommen dichte Dampfsperre erbringt. Das Aufbringen des Klebers ist ferner in einfacher Weise nur auf einer Klebefläche, vorzugsweise der Wandfläche erforderlich, so daß das umständliche Bestrei­ chen des losen Aluminium-Bandes entfällt. Infolge der schon normalerweise vorhandenen Luftfeuchtigkeit stellt sich sofort auf dem Kleber eine intensive Anfangsklebehaftung auf der ge­ samten Klebefläche ein, durch die das Aluminium-Band unver­ rückbar bis zur Endklebung auf der Aluminium-Folie der Dämm­ platten gehalten wird. Da eine Belüftungszeit nicht erforder­ lich ist und damit auch nicht eingehalten werden muß, kann das Aluminium-Band unmittelbar nach den Auftragen des Klebers aufgelegt werden. Das peinlich genaue Einhalten der Belüf­ tungszeit entfällt somit nicht nur, sondern auch die hierfür erforderliche Zeit wird eingespart. Ein weiterer Vorteil be­ steht darin, daß die Aushärtung des Klebers durch die vorhan­ dene Luftfeuchtigkeit sofort nach dem dünnschichtigen Auftra­ gen und Verteilen des Klebers in Gang gesetzt wird und bis zur Aushärtung nicht mehr unterbrochen werden kann. Unter­ stützt werden kann der Härteprozeß noch durch künstliche Er­ höhung der Luftfeuchtigkeit, z. B. in Schwimmhallen durch Aus­ führen der Klebearbeiten während der probeweisen Füllung des Schwimmbeckens, welche dazu dient, die Dichtheit der Becken­ wandung zu kontrollieren. Schließlich erfolgt das Aushärten des Klebers ohne besonderen Anpreßdruck auf das Aluminium- Band, wie es bisher notwendig war, sondern lediglich durch Auflegen und leichtes Darüberstreichen. Ein spezieller An­ preß-Arbeitsgang entfällt somit. Die Verwendung eines luft­ feuchtigkeitshärtenden Einkomponenten-Materials als Kleb­ stoff zum Verkleben zweier nicht saugender, dampfdichter Materialien er­ öffnet diesem Klebematerial nicht nur vorher nicht erkannte, erweiterte und umfangreiche Verwendungsmöglichkeiten, sondern vereinfacht das Klebe­ verfahren beträchtlich und sichert darüberhinaus eine vollkommen dichte Dampfsperre. Die Erfindung ist somit wirtschaftlich in der Anwendung und im Dampfsperreffekt zuverlässig.
Weitere Merkmale der Erfindung sind Gegenstand von Unteran­ sprüchen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.
Die Figur der Zeichnung zeigt einen Schnitt durch die Klebe­ stelle einer Isolierverkleidung.
In der Figur ist im Schnitt eine Wand 1, wie Seitenwand oder Decke, eines Raumes, insbesondere einer Schwimmhalle, darge­ stellt, an der raumseitig eine Isolierverkleidung in Form von Dämmplatten 2, z. B. aus Polystyrol-Hartschaum, durch Kle­ ben angebracht sind. Raumseitig ist an den Dämmplatten 2 eine Dampfsperre in Gestalt von aufkaschierter Aluminium-Folie 3 vorgesehen. Zwischen benachbarten Dämmplatten 2 ist eine Stoßfuge 4 vorhanden, die durch ein etwa 10 cm breites und etwa 0,1 mm dickes Aluminium-Band 5 überdeckt ist. Als Ver­ bindungsmittel zwischen dem Aluminium-Band 5 und der Alumi­ nium-Folie 3 auf den Dämmplatten 2 dient ein Kleber 6.
Erfindungsgemäß ist als Kleber 6 ein luftfeuchtigkeitshärten­ des Einkomponenten-Material vorgesehen. Dieses basiert auf einkomponentigem Polyurethan und ist auch im ausgehärteten Zustand elastisch, so daß eventuell auftretende Verschiebun­ gen zwischen dem Aluminium-Band 5 und der Aluminium-Folie 3 dauerhaft aufgenommen werden können. Vor dem Aufbringen des Aluminium-Bandes 5 wird der Kleber 6 streifenförmig beider­ seits der Fuge 4 auf die Klebebereiche der Aluminium-Folie 3 aufgebracht und dann über den Klebebereich gleichmäßig ver­ teilt. Da der Kleber 6 dünn, nur etwa 1 mm dick, auf großer Fläche aufgebracht wird, ergibt sich eine große Angriffsflä­ che für die Luftfeuchtigkeit, so daß unmittelbar danach das nicht mit Kleber 6 beschichtete Aluminium-Band 5 angelegt und lediglich durch Überstreichen mit dem Kleber 6 verbunden wer­ den kann. Die im Raum normalerweise vorhandene und sofort auf den Kleber 6 einwirkende Luftfeuchtigkeit bewirkt bereits in der kurzen Zeit vor dem Aufbringen des Aluminium-Bandes 5 unmittelbar den Beginn des Aushärtungsprozesses, der auch nach dem Anbringen des Aluminium-Bandes 5 nicht mehr aufge­ halten werden kann. Bis zum Auflegen und Einbetten des Alu­ minium-Bandes 5 in den Kleber 6 ist somit in diesem bereits eine ausreichende Anfangsklebehaftfähigkeit vorhanden, um das Aluminium-Band 5 unverrückbar bis zur vollkommenen End­ härtung des Klebers 6 zu halten. Diese Endhärtung tritt in­ folge der geringen Dicke des Klebers 6 relativ kurzzeitig ein.
Zweckmäßigerweise wird ein Aluminium-Band 5 aus weichem Ma­ terial verwendet. Dieses wird in Rollen angeliefert und besitzt einen nur geringen Rückstelleffekt, so daß das Alu­ minium-Band 5 nach dem Ausrollen nur leicht angedrückt zu werden braucht und sofort die gestreckte Lage in Kontakt mit dem Kleber 6 beibehält.
Die normalerweise in der Luft vorhandene Feuchtigkeit ist in der Regel ausreichend, um den Härtungsprozeß im Kleber 6 aus­ zulösen. Durch Erhöhung der Luftfeuchtigkeit gegenüber der Normalfeuchtigkeit kann dieser Prozeß jedoch noch intensiver gestaltet und verstärkt werden. Eine derartige künstliche Luftfeuchtigkeitserhöhung kann z. B. durch Aufstellen von Gefäßen mit Wasser oder durch Besprengen des Fußbodens erreicht werden. Bei Arbeiten in einer Schwimmhalle bietet sich die Möglichkeit an, die Klebearbeiten während der Probefüllung des Beckens auszuführen. Eine solche Probefüllung muß ohnehin immer durchgeführt werden, um die Dichtheit des Beckens zu kontrollieren. Außerdem bietet das Wasser für die Beckenaus­ kleidung, wie Fliesen oder Folie, Schutz gegen herabfallende Werkzeuge, wie Hammer, Zange o. dgl., da das Wasser den Fall bremst. Eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit auf etwa 70% rF hat sich als zweckmäßig erwiesen.

Claims (6)

1. Dampfsperre an einer Isolierverkleidung in Räumen, ins­ besondere in Schwimmhallen, bestehend aus nebeneinander angeordneten Dämmplatten mit raumseitig aufkaschierter Aluminium-Folie als Dampfsperre, deren Stoßfuge zwischen benachbarten Dämmplatten durch ein aufgeklebtes Aluminium- Band dampfdicht überdrückt ist, dadurch gekennzeichnet, daß als Kleber (6) für das Aluminium-Band (5) auf der Aluminium-Folie (3) ein luftfeuchtigkeitshärtendes Einkomponenten-Material verwendet wird.
2. Dampfsperre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kleber (6) als Basis ein einkomponentiges Polyurethan aufweist.
3. Dampfsperre nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der Kleber (6) ein elastisches Einkompo­ nenten-Material ist.
4. Dampfsperre nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das Aluminium-Band (5) aus weichem Material besteht.
5. Dampfsperre nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekenn­ zeichnet, daß während des Klebens eine gegenüber der normalen erhöhte Luftfeuchtigkeit vorhanden ist.
6. Dampfsperre nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftfeuchtigkeit etwa 70% rF beträgt.
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