DE43240C - Neuerung an Sulfatmuffelöfen - Google Patents
Neuerung an SulfatmuffelöfenInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C01D—COMPOUNDS OF ALKALI METALS, i.e. LITHIUM, SODIUM, POTASSIUM, RUBIDIUM, CAESIUM, OR FRANCIUM
- C01D5/00—Sulfates or sulfites of sodium, potassium or alkali metals in general
- C01D5/02—Preparation of sulfates from alkali metal salts and sulfuric acid or bisulfates; Preparation of bisulfates
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei der Herstellung von Natriumsulfat unter gleichzeitiger Gewinnung von Salzsäure hat
man bis jetzt immer mit grofsen Schwierig keiten bezüglich der Condensation der Salzsäure
zu kämpfen gehabt.
Die Apparate und Vorrichtungen für diese Condensation sind verschieden, je nachdem man
die Erhitzung der aus Chlornatrium und Schwefelsäure bestehenden Mischung entweder
in einem Flammofen oder in einem Muffelofen vornimmt. In dem letzteren Falle läfst sich
die Condensation leichter und vortheilhafter ausführen. Indessen hat jeder dieser Oefen
seine Vor- und Nachtheile.
In Flammöfen, bei welchen die Condensation bedeutend kostspieliger und schwieriger ist als
bei Muffelöfen, vollzieht sich die Calcinirung der Beschickung viel schneller als in letzteren,
weshalb auch bei gleicher Gröfse die Flammöfen '/4 bis '/3 mehr leisten als die Muffelöfen.
Aufserdem ist wegen der kürzeren CaI-cinirungsdauer bei Anwendung von Flammöfen
und der dadurch bedingten kürzeren Zeiträume, welche zwischen den einzelnen Beschickungen
liegen, das zur Erhitzung der letzteren vor ihrem Einbringen dienende Gefäfs weniger
Temperaturdifferenzen unterworfen, aus welchem Grunde dasselbe natürlich länger aushalten
wird. Wenn nämlich der Ofen zur Aufnahme der folgenden Beschickung, welche in dem Vorwärmegefäfs angewärmt ist, noch
nicht bereit ist, wird dieselbe in diesem Gefäfs wieder abkühlen müssen, da sonst die
Masse sich zu fest zusammenballen würde. Durch eine gröfsere Calcinationsdauer im Ofen
würde also das Vorwärmegefäfs einem verhältnifsmäfsig starken Wechsel von Abkühlung und
Erwärmung ausgesetzt sein, was eine schneller eintretende Unbrauchbarkeit desselben zur Folge
haben mufs. Dieser stärkere Wechsel von Abkühlung und Erwärmung des Vorwärmegefäfses
wird bei Muffelöfen stattfinden, denn die CaI-cinirungsdauer in diesen Oefen ist gröfser als
bei Flammöfen.
Diesen Uebelstand hat man versucht, durch Anwendung zweier Muffelöfen mit zusammen
einem Vorwärmegefäfs zu verringern, so dafs man nach erfolgter Beschickung des einen
Ofens die Beschickung für den anderen Ofen vorwärmt.
Dieser Nothbehelf verursacht aber wegen der Anlage und der Unterhaltung eines zweiten
Muffelofens sehr grofse Kosten.
Die Muffelöfen stehen also, obgleich sie bezüglich der Condensation der Salzsäure vortheilhafter
sind, den Flammöfen bedeutend nach, wozu noch kommt, dafs sie reparaturbedürftiger
als letztere sind.
Will man einen dauerhaften Muffelofen, wie bisher üblich, construiren, so entspricht derselbe
insofern nicht seinem Zweck, als die nothwendig starken Wände die Wärme zu langsam und nur unvollkommen hindurchlassen·,
deshalb war man genöthigt, unter der Sohle derselben Heizkanäle anzuordnen. Hierdurch
wurde natürlich die Ofensohle so sehr geschwächt, dafs sie leicht rissig wurde, Steine
sich aus dem Sohlenmauerwerk loslösten und durch die entstandenen Spalten und Löcher
Material hindurchfiel oder Salzsäuredämpfe entwichen und auf diese Weise Verluste entstanden.
Aus diesen Gründen bieten also die bisher üblichen Muffelöfen keine Sicherheit betreffs
ihrer Haltbarkeit, wenn nicht die Wölbungsdecke für Wärme eine zur Erzielung einer
möglichst schnellen Erhitzung ungenügende Durchlässigkeit zeigen soll. Auch erforderten
es die Muffelöfen, dafs die Feuerkanäle jeden Tag ein oder mehrere Male daraufhin geprüft
werden mufsten, ob Salzsäuredämpfe durch Risse etc., wie oben geschildert, in dieselbe
gelangt waren. Unterlids man-diese Vorsicht,
so konnte es sich sehr leicht ereignen, dais Salzsäure durch den Schornstein verloren ging.
Vorliegende Erfindung hilft nun diesen Mängeln ab und betrillt iür die Gewinnung von
Natriumsulfat und Salzsäure einen Muffelofen, welcher die Vonheile dieser Gattung von Oefen
mit den Vonheilen der Flammöfen vereinigt, indem er eine Condensation der entstandenen
Salzsäurcdämple ohne Verluste, eine schnelle Erhitzung der Beschickung gestattet und zugleich die Haltbarkeit der Flammöfen besitzt.
Die Muffel des den Gegenstand vorliegender Erfindung bildenden Muffelofens besitzt trotz
ihrer groisen Haltbarkeit eine so dünne Wandung, dafs sie der Wärme leichten Durchgang
gestattet; die Wandung braucht, unabhängig von der Grölse des Ofens, nur 6 bis 8 mm
stark zu sein, auch wenn man den Ofen so grofs herstellt, wie es wohl für diesen Fall
zweckmälsig sein mag. dafs er eine Beschickung von mehreren Tonnen ji 1= 1000 kg) aufzunehmen
vermag.
Nach vorliegender Erfindung wird die Muffelwölbung von einer Anzahl Wölbungsrippen
getragen, welche aus Ziegeln von einer für die Haltbarkeit der Wölbung genügenden Stärke
hergestellt sind. Auf diesen Rippen sind dünne, aus einem feuerfesten Material, als Porcellan,
Fayence, Schiefer etc., hergestellte Platten derart angeordnet, dafs sie immer auf je zwei
Rippen aufliegen. Die über diese Wölbung hinstreichenden Feuergase geben durch dieselbe
ihre Wärme an das Innere der Muffel leicht ab, wodurch Brennmaterial erspart und die
Erzeugung einer ausreichenden Temperatur in der Muffel ermöglicht wird. In einem solchen
Ofen kann die Flamme eine gleiche Wirkung wie in einem Flammofen haben und zugleich
eine ebensolche Ausnutzung der Wärme stattfinden, wobei gleichzeitig der Ofen eine ebenso
grofse Haltbarkeit infolge Anordnung der Wölbungsrippen
besitzt, wie die bisher angewendeten Muffelöfen mit ihren starken, die Wärme ä'ufserst schwer durchlassenden Wandungen.
Dagegen zeigt ein solcher Muffelofen nicht die IJnzuträglichkeiten wie die allen Muffelöfen
und Flammöfen, da er unter Brennmaterialersparnils eine leichte und vollständige Condensation
und Gewinnung der Salzsäure gestattet.
Auf beiliegender Zeichnung wird ein solcher Ofen mit fester Sohle S durch Fig. 1 im
Längsschnitt, durch Fig. 2 im Querschnitt und
durch Fig. 3 im Horizontalschnitt voranschaulicht, während die Fig. 4, 5 und 6 in gröfserem
Mafsstabe die Wölbungsrippen und Wölbungsplatten zeigen.
Die aus dem Feuerungsraum G abgehenden Feuergase streichen durch den Feuerkanal N
und heizen die von den aus Ziegeln hergestellten Wölbungsrippen M getragenen und die
geschlossene Muffelwölbung bildenden dünnen Platten B. An einer Seite oder an beiden
Seiten befinden sich Arbehsöffnuneen K. Die
Verbrennungsgase können, falls es gewünscht wird, auch durch unter der Ofensohle angeordnete
Kanäle weggeführt werden, welche aber nicht zur Heizung der Muffel dienen und
so die Ofensohle schwächen. Bei L (Fig. 1 und 3) befinden sich Oeffnungen, welche zu
den oben erwähnten Vorwärmpfannen führen, falls solche mit dem Ofen verbunden sind.
Sind dagegen die Vorwärmpfannen nicht mit dem Ofen verbunden, so dienen diese Oeffnungen
L, welche auch mit Verschlufsschieber versehen sein können, zur Ableitung der Salzsäure.
Die Vorwärmpfannen können durch die Wärme der abziehenden Feuergase oder auch durch eine oder mehrere besondere Feuerungen
geheizt werden.
Bei den in Fig. 2 und 3 bei y durch punktine Linien angedeuteten Stellen sind während des
Betriebes durch Mauersteine völlig geschlossen gehaltene Oeffnungen angeordnet, welche zum
Zweck der Besichtigung und Ausbesserung des Gewölbes freigelegt werden können. Auf diese
Weise ist man im Stande, das durch die dünnen Planen B gebildete Gewölbe ganz oder theilweise
auszubessern, ohne das Gewölbe C (Fig. ι und 2) einreifsen zu müssen. So bietet
der Ofen der vorliegenden Erfindung Vonheile, welche bei den bisher gebräuchlichen Oefen
nicht zu finden waren.
Claims (1)
- Patent -Anspri'ch:Muffelofen zur Herstellung von Natriumsulfat und Salzsäure aus Kochsalz und Schwefelsäure oder zu ähnlichen Zwecken, gekennzeichnet durch die Anordnung von aus feuerfestem Material bestehenden Wölbungsrippen (M, Fig. i, 2, 4, 5 und 6), welche die aus dünnen Platten (B, Fig. 1, 2, 4, 5 und 6) aus feuerfestem Material, als Porccllan, Fayence, Schiefer u. s. w., bestehende Muffehvölbung tragen, über welche die Feuerease hinstreichen, zu dem Zweck, der Wärme durch die dünnen Feuerplaitcn leichten Durchgang zu gestatten und das Innere der Muffel schnell und genügend stark zu erhitzen, ohne die Muffelsohle durch in derselben angeordnete Heizkanäle behufs genügender Erhitzung des Muffelinnern schwächen zu müssen.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE43240C true DE43240C (de) |
Family
ID=318579
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT43240D Expired - Lifetime DE43240C (de) | Neuerung an Sulfatmuffelöfen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE43240C (de) |
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0
- DE DENDAT43240D patent/DE43240C/de not_active Expired - Lifetime
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