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Rutschhahnartige Vorrichtung zur Volksbelustigung. Gegenstand der
Erfindung ist eine Vorrichtung zur Volksbelustigung, die beispielsweise in Vergnügungsparks
Anwendung finden kann. Die Erfindung betrifft insbesondere eine Vorrichtung, hei
der der oder die Benutzer, im nachstehenden »Fahrgast« genannt, sich auf einen Sitz
in einem abgeschlossenen Abteil niederläßt, der in lebhafte auf und ah schwingende
Bewegung versetzt «-irl und der dann, wenn der Fahrgast glaubt,
das
Gleichgewicht erlangt zu haben und die Bewegungen »aussitzen« zu können, gewissermaßen
zusammenbricht und den Fahrgast trotz Widerstrebens durch eine sich in diesem Augenblick
öffnende Tür auf ein vorzugsweise mechanisch angetriebenes Transportband befördert,
auf dem er dann eine längere oder kürzere Strecke zum Endpunkt der Fahrt hinbefördert
wird.
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Bei derartigen Vorrichtungen spielt (las Überraschungsmoment eine
große Rolle, und ein praktischer Vorzug der VO'Iksbelustigungsvorrichtung nach der
Erfindung ist der Umstand, daß der Fahrgast glaubt, wenn er sein Gleichgewicht auf
dem schwingenden Sitz behält, dem erwarteten und gewissermaßen gefürchteten Scherzunfall,
den er im Hinabgeworfenwerden vom schwingenden Sitz vermutet, entgangen zu sein,
während er doch gerade dann unrettbar durch den zusammenfallenden Sitz aus der Abgeschlossenheit
des Abteils auf das Transportband befördert wird.
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In den Zeichnungen ist eine Ausführungsform der Erfindung beispielsweise
und scheinatisch dargestellt, und zwar ist Abb. i, teilweise im Schnitt, eine Ausführungsforin
der Vorrichtung in der Stellung, ii: welcher der Sitz seine gewöhnliche Gestalt
hat.
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Abb. 2 zeigt in entsprechender Ansicht die Vorrichtung finit »zusammengebrochenem«
Sitz.
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Abb.3, d. und 5 zeigen Einzelheiten des Antriebs und der Aufhängung
des Sitzes.
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i ist eine Kabine oder ein geschlossenes Abteil, in (lein die Scherzfahrt
beginnt. Eine in der Zeichnung nicht dargestellte Tür ist an der (lein Beschauer
der Zeichnung zugekehrten Seite angeordnet. Das Abteil hat eine zweite Tür, die
in Form einer sich nach außen und oben öffnenden Klappe 2 ausgebildet ist. Der in
dein Abteil angebrachte, für eine oder mehrere Personen bestimmte Sitz besteht aus
einer Rückenlehne 3, der eigentlichen Sitzfläche 4., einem Stützteil 5 und einem
Fußteil 6. Die Rückenlehne 3 ist schwingbar und auf und ab beweglich, vorzugsweise
federnd aufgehängt. In der dargesiellten Ausführungsform ist die Rückenlehne 3 federnd
mit einer Exzenterscheibe 7 verbunden, deren Antrieb in geeigneter Weise, beispielsweise
wie weiter unten beschrieben, erfolgt.
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Die Sitzfläche :4 besteht aus einer Anzahl und in einem gewissen Abstand
voneinander angeordneten Rollen, die an ihren Enden in Lenkstangen S drehbar gelagert
sind, welche mit ihren hinteren Enden scharnierartig an der Rückenlehne 3 angreifen.
Mit ihren vorderen Enden sind die Lenkstangen 8 zweckmäßig mittels einer
Querstange io mit zwei anderen Lenkstangen g verbunden, die ebenfalls eine Anzahl
Rollen tragen und den Stützteil @ bilden. Am unteren Ende der Lenkstangen g sind
diese mittels einer Quers t- nge i i mit anderen Lenkstangen v er-'Kunden, die zusammen
mit ihren Rollen den Fußteil 6 bilden. Die vordere Querstange 12 dieses Fußteiles
wird in geeigneter Weise, wie beispielsweise durch Ketten 13, aufgehängt gehalten.
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An den Lenkstangen g sind Schwingungsz2epfLxn iS befestigt, an denen
ein Arm 1q. angreift, der durch eine Steuerstange 15 mit einem Artre 16 (Abb. i)
verbunden ist, der in geeigneter Weise am Rahmen der Kabine aüsschwingbar gelagert
ist. Mit diesem Arme 16 ist mittels einer Lenkstange 17' . der Steuerhebel 17 verbunden,
der zweckmäßig auch das Öffnen der Klappe 2 bewirkt. Wird dieser Steuerhebel aus
der in Abb. i dargestellten Lage in die Stellung der Abb. 2 ausgeschwungen, so wird
mittels der beschriebenen Verbindungsorgane der Stützteil 5 um seinen Schwingzapfen
18 ausgeschwungen, so daß der Sitz zusammenklappt und Sitzfläche d., Stützteil 5
und Fußteil 6 eine von oben nach unten schräg verlaufende Ebene bilden, wobei gleichzeitig
die Klappe 2 geöffnet wird.
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Der Sch-,vingzapfen 18 ist mit einem Träger ig verbunden (Abb. 3),
der in einer Schlitzführung senkrecht auf und ab beweglich ist. Mit dem Träger icg
ist gelenkig die Exzenterstange einer Exzenterscheibe o. dgl. 20 verbunden, die
um eine Welle 21 drehbar angeordnet ist, welche in dein Lager 22 gelagert ist. 23
ist eine Scheibe, die ihren Antrieb mittels des Riemens 2.1, von einer Scheibe 25
her erhält, die gleichachsig an dem antreibenden Zahnrad 26 befestigt ist.
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Das Zahnrad 26 sitzt auf der Antriebswelle 27, auf deren anderem Ende
ein ähnliches Zahnrad sitzt. Über die erwähnten beiden Zahnräder gehen endlose Transportketten
28
hinweg, die (furch eine Anzahl Stützräder oder Stützrollen 29 geführt werden.
Zu beiden Seiten der Transportketten sind zweckmäßig geeignete Führungen vorhanden,
und auf den Ketten liegt eine Teppichbahn 3o, die zweckmäßig aus zwei oder mehreren
Teppichen besteht, auf. Durch schlaffe Führung (fieser Teppichbahn und Transportketten
über die Stützrollen kann eine wellenartige Bewegung der Teppichbahn erzielt werden.
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Die Stange des Exzenters 2o kann zweckmäßig federnd ausgebildet sein.
Zu - (fiesem Zweck trägt die eigentliche Stange 32 einen Zapfen 33, der in einem
Schlitz 34 einer Hülse 35 sich auf und ab bewegen kann. 'Uni die Iiiilse 35 ist
eine starke Druckfeder 36 Ankeordnet,
die sich mit ihrem einen Ende
gegen einen Bund 37, der fest auf der Hülse 35 sitzt, und mit dem anderen Ende gegen
den Zapfen 33 auf der Exzenterstange 32 abstützt, so daß die Hülse 35 und damit
der an ihr sitzende Träger i9 federnd mit dem Exzenter verbunden ist.
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Die Aufhängung der Rückenlehne 3 an dem Exzenter 7 kann beispielsweise
gemäß der Darstellung in Abb.4 erfolgen. Mit der Rückwand 3 ist eine Hülse 38 verbunden,
welche einen Schlitz 39 besitzt. Mit dem Exzenter 7 ist vermittels eines Armes 4o
eine Stange 41 fest verbunden, gegen deren oberes Ende 42 sich eine starke Feder
43 abstützt, die mit ihrem anderen Ende sich gegen das obere Ende 44 der Hülse 38
anlegt.
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Der Antrieb des Sitzes zwecks Erzeugung der Auf- und Abbewegung geschieht,
wie oben auseinandergesetzt, in folgender Weise.
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Das Zahnrad 26 wird von der Antriebswelle 27 in Umdrehung versetzt,
die in beliebiger Weise angetrieben wird. Damit wird die Scheibe 25 angetrieben,
die mittels des Riemens 24 die Scheibe 23 treibt und damit den Exzenter 2o in Umdrehung
versetzt. Hierdurch wird vermittels der federnden Exzenterstangeneinrichtungen der
Träger i9 und damit der Sitz in lebhafte auf und ab gehende Bewegungen versetzt.
Da vorzugsweise gleichzeitig von der mit der Scheibe 23 fest verbundenen Scheibe
23' der Exzenter 7 angetrieben wird, kann man es bei Auswahl geeigneter Scheibendurchmesser
erreichen, claß der Sitz im wesentlichen gleichmäßig von beiden Stellen aus in lebhafte
Auf- und Abbewegungen versetzt wird. Wenn nun von dem Bedienungsmann der Vorrichtung
der Hebel 17 ausgerückt wird, fällt der Sitz zusammen, cl. h. er bildet die in Abb.
2 dargestellte schräge gerade Fläche, und gleichzeitig iitfnet sich die Klappe 2.
Der Fahrgast, der keinen Halt auf den Rollen des Sitzes bzw. seiner Stütze und des
Fußbretts findet, gleitet abwärts, kommt mit dem umlaufenden Teppich 30 der
Transportkette 28 in Berührung und wird von dieser weiter nach unten befördert.
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Es kann eine in der Zeichnung nicht dargestellte Ausrückungsvorrichtung
für den Antrieb der Exzenter vorgesehen sein, die entweder mit der Hebelvorrichtung
zur Niederlegung des Sitzes verbunden oder umabhängig von dieser im gewünschten
Augenback von Hand betätigt werden kann. So kann der Berlientingsmann die Auf- und
Abbewegung des Sitzes im beliebigen Augenblick, etwa zu derselben Zeit, wo er den
Sitz zusammenfallen läßt, aufhören lassen, oder er kann noch während und nach dem
Zusammenfallen des Sitzes dieseln Bewegungen erteilen.
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Die in der Zeichnung dargestellte und oben he:schriebene besondere
Antriebsvorrichtung zur Erzeugung der Auf- und Abbewegungen des Sitzes kann durch
jede andere, eine ähnliche Auf- und Abbewegung hiervorrufende, ersetzt werden.