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Graphischer Streckenanzeiger. Man hat bereits vorgeschlagen, auf Lokomotiven
Registrierapparate anzuordnen, die in jedem Augenblick dem Lokomotivführer über
die Stelle, an welcher die Lokomotive sich befindet, Aufschluß geben und ihm auf
diese Weise von der Annäherung des Zuges an be-
sondere Punkte, z. B. Stationen,
Signale usw., Kenntnis geben. Diese bekannten Registrier-und Anzeigeapparate besitzen
z. B. einen Zeiger, der von den umlaufenden Fahrzeugrädern aus durch eine mechanische
oder elektrische übertragung derart betätigt wird, daß er sich vor einer graphischen
Darstellung in entsprechendem Größenverhältnis zu den Ortsveränderungen der Lokomotive
verschiebt.
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Bei diesen bekannten Anordnungen handelt es sich also um Stationsanzeiger,
bei denen in unregelmäßigen Abständen, die aber im vor--aus durch die festliegenden
charakteristischen Stellen der Strecke (Bahnhöfe, Signale, Schranken, übergänge
usw.) bestimmt sind, diese aufeinanderfolgenden Stellen, z. B. die Namen der aufeinanderfolgenden
Stationen, erscheinen.
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Der Erfinder hat sich gegenüber den bekannten Stationsanzeigern die
neue Aufgabe gestellt, einen für alle Fahrzeuge und alle Arten von Fahrstrecken
geeigneten graphischen Streckenanzeiger mit elektrischem Antrieb zu schaffen. Er
hat diese Aufgabe -in der Art gelöst, daß er den beweglichen Organen des Streckenanzeigers
regelmäßig bei jeder n-ten Umdrehung des Fahrzeuges einen kleinen Antrieb erteilt,
der durch die Annäherung oder Berührung zweier elektrischer Kontaktstreifen ausgelöst
wird.
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Die Kontaktgabe der elektrischen Organe wird dabei durch Nocken o.
dgl. Vorsprünge vermittelt, die sich an einem Rad befinden, das mit einer n-mal
kleineren Geschwindigkeit als das antreibende Fahrzeugrad umläuft. Die Verminderung
der Umlaufsgeschwindigkeit wird durch ein Planetengetriebe vermittelt.
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Man hat auch bei den bekannten Stationsanzeigern schon ein bewegliches,
die Stationsnanien tragendes Organ angeordnet, das sich zwischen zwei zwangläufig
angetriebenen Zy-
lindern derart abrollt, daß das bewegliche Band von der
oberen Seite des einen Zylinders nach der entgegengesetzten unteren Seite des anderen
Zylinders, also in schräger Richtung abwärts zwischen den beiden Zylindern, hindurchgeführt
ist.
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Dieser Anordnung gegenüber besteht eine weitere Neuerung im Erfindungsgegenstand
darin, daß das die graphischen Anzeigen tragende, z. B. bandförmige Organ sich zwischen
zwei Zylindern abrollt, die sich unabhängig voneinander drehen, und daß es dabei
auf derselben Seite der Zylinder liegend gespannt
ist, so daß immer
auf einmal ein erheblicher Abschnitt der Strecke überblickt werden kann.
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Die neue Anzeigevorrichtung kann auf Fahrzeugen beliebiger Art Verwendung
finden. So kann sie z. B. nicht nur auf Lokornotiven, sondern auch im Innern von
Wagen, z. B. Eisenbahnwaggons, elektrischefi Wagen usw., derart angebracht sein,
daß den Reisenden die verschiedenen Stationen oder interessanten Punkte der Gegend,
wie Landschaften, Ortschaften usw., graphisch. angezeigt werden. Ferner können auf
die genannte Weise z.B. auch Auskünfte, z.B. Verbindungen, Verkehrszeiten oder touristische
Angaben, z. B. über Hotels usw., vermittelt werden. Es können ferner öffentliche
Mitteilungen irgendwelcher Art, z. B. in Plakatforni usw., mit der Anordnung verbunden
werden.
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Die neue Vorrichtung kann ferner z. B,. auf Kraftwagen Verwendung
finden, insofern dieselben eine bestimmte Strecke befahren. In diesem Falle kann
z. B. eine Ein- und Ausschaltung oder Kupplungsvorrichtung zur Anwendung kommen,
mit deren Hilfe der Streckenanzeiger zeitweise ausgeschaltet wird, z. B. dann, wenn
der Kraftwagen die vorgeschriebene Strecke verläßt, während die Vorrichtung von
neuem eingeschaltet wird, sobald das Fahrzeug wieder auf den vorschriftsmäßigen
Weg #gelangt.
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Gegebenenfalls kann die Anzeigevorrichtung auch noch mit anderen Registriervorrichtungen,
z. B. mit einem Kilometerzähler o. dgl., verbunden werden.
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In den beiliegenden Zeichnungen ist eine Ausführungsforrn der neuen
Vorrichtung beispielsweise dargestellt.
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Abb. i stellt schematisch die Kontaktanordnung dar, mit deren Hilfe
die Verschiebung des beweglichen Organs des Indikators hervörgerufen wird.
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Abb. 2 zeigt in senkrechtem Schnitt eine Ausführungsforin des Kontaktsystenis.
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Abb- 3 ist ein Querschnitt entsprechend Linie A-B in Abb.:2.
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Abb. 4 veranschaulicht einen Horizontalschnitt durch die Empfangsvorrichtung.
Abb. 5 zeigt die Einpfangsvorrichtung in Ansicht.
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Die eine Achse i des Fahrzeugs trägt an einem Punkt ihres Umfangs
einen Vorsprung, z. EL eine Verstärkung oder einen Nocken:2, der beim Umlauf der
Achse auf den beweglichen Teil 3 eines elektrischen Kontaktes trifft und
diesen gegen einen festen Kontaktteil 4 drückt, so daß also ein Stromkreis geschlossen
wird. Der für den Stromkreis verwendete elektrische Strom kann beliebiger Art sein.
Im Falle der Verwendung der Vorrichtung z. B. bei Waggons kann inan - ebenen-,#eg
falls z. B. den Beleuchtungsstroni für den tetrieb des Indikators benutzen. Der
Strom wird, wie weiter unten beschrieben, in die Einpfangsapparate eingeführt.
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Bei praktischer Ausführung der Vorrichtung wird vorteilhaft zwischen
die Fahrzeugachse und die Kontaktteile eine Demultiplikationsvorrichtung eingeschaltet,
die bewirkt, daß der Kontakt nicht bei jedem Umlauf der Achse, sondern immer nach
einer gewissen Anzahl von Umläufen derselben geschlossen wird.
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Diese Vorrichtun- kann z. B. nach Art der in Abb. 2 und
3 dargestellten gestaltet sein. Die Achse i trä-t hier einen Zahnkranz
5, der in Eingriff steht mit einer Anzahl von Zahnr iidern 6, deren
Achsen 7 in einem Rahmen 8
b Magert sind, der die gesamte Antriebsvorrichtung
einschließt und mit den Aufhängungsorganen 9, z. B. den Federn des Fahrzeugs,
fest verbunden ist.
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Die Zahnräder 6 arbeiten mit der inneren Verzahnung eines Kranzes
io zusammen, der an seinem äußeren Umfang den Vorsprung oder Nocken 2 trägt. Die
Kontaktelemente 3
und 4 sind mit Stromzuführungsorganen, z.B. mit den Kontaktklemmen
i i und 12, verbunden.
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Ein Verteilersysteni der beschriebenen Art wird zweckmäßig für jedes
Fahrzeug angeordnet. Der durch das Svstein zeschlossene Strom wird in die verschiedenen
Aufnahmeapparate geleitet, die z. B. im Fall der Anwendung auf einen Eisenbahnwaggon
in jeder Abteilung des Wagens angeordnet. sein können. Eine besondere Ausführungsforni
eines solchen Aufnahmeorgans ist in den Abb. 4 und 5 dargestellt.
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Auf zwei mit parallelen Achsen angeordneten Zylindern 13 und 14, deren
einer als Aufwickelspule und deren anderer als Abwickelspule dient, läuft ein Band
oder Film 15, auf dein die obenerwähnten Zeichen oder Bezeichnungen angebracht
sind. Vorteilhäft ist dieses Band 2 mit zwei vollständigen graphischen Darstellungen
entsprechend der durchfahrenen Strecke versehen, welche parallel miteinander und
im umgekehrten Sinne verlaufend angeordnet sind, derart also, daß die eine Darstellung
für die Hinreise, die andere Darstellung für die Rückreise dienen kann. Das Band
wickelt sich entsprechend im ersten Falle z. B. vom Zylinder 13 auf den Zylinder
14, im. zweiten Falle von'dem Zylinder 14 auf den Zylinder 13 auf.
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Die beiden Zylinder 13 und 14 sind durch rauhe Reibung mit den gezahnten
Rädern 16 und 17 verbunden, deren Verzahnungen im umgekehrten Umlaufsinne gerichtet
angeordnet sind. Zwei biegsaine Lamellen o. dgl. -18 und ig drücken beständig auf
den Teil des
Films, der auf den Zylinderflächen läuft, und wirken
so als Sicherung, indem sie das Ab-
rollen des nicht geführten Bandteils 15
verhindern. jeder der beiden Zylinder 13 und 14 ist an seinem vorderen Teil, vgl.
Abb. 5, mit einem geriffelten oder geränderten Knopf 2o, 21 versehen, mit
dessen Hilfe gegebenenfalls die Zylinder von Hand gedreht werden können, um z. B.
ein Aufrollen oder Abrollen des Bandes 15 in bestimmtem Sinne hervorzurufen.
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Der von den Kontakten 3 und 4 herkommende Strom wird in die
Sole"noide 22- und 2,3
geleitet, deren Wicklungen in um-gekehrtem Sinne zueinander
geführt sind. Die beiden, Spulen wirken unabhängig voneinander, die eine z. B. bei
der Hinfahrt, die andere bei der Rück-fahrt. jede dieser Spulen ist mit einem beweglichen
Kern:24 bzw. 25 versehen,.deren jeder eine Rast oder Sperrklinke o. dgl.
2.6
bzW. 27 trägt, die in die Verzahnung der Räder 16 und 17
eingreift.
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Der gesamte Empfangsapparat ist in einer Schachtel oder einem Gehäuse
eingeschlossen, welcher mit einem Sichtfenster 2,9 versehen ist. Dieses Fenster
wird zweckmäßig verstellbar angeordnet, derart, daß es auf jede der beiden graphischen
Darstellungen auf dem Band 15 gebracht werden kann, während gleichzeitig die Richtung
des Stromes in den Spulen umgekehrt wird.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist die folgende: Bei jeder Kontaktgabe
zwischen den Stücken 3 und 4 wird die Armatur der einen Spule:2:2 oder
23 angeschlossen und bewirkt dabei die Drehung eines der beiden Räder 16
oder 17 um eine Zahnbreite, indem gleichzeitig das Band iS entsprechend vor dem
Fenster 29 verschoben wird.
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Die Anordnung der Räder 16 und 17 mit rauher Reibung auf den
Zylindern 13 und i-1 ermöglicht eine kontinuierliche Fortbewegung des Apparats,
auch im Falle, daß die gesamte Länge des Bandes 15 bereits abgelaufen ist, so daß
also ein Zerreißen des Bandes mit Sicherheit vermieden wird. Ferner ermöglicht die
erwähnte Reibungskupplung auch ein Verstellen oder Verschieben des Bandes von Hand
vermittels der Antriebsknöpfe 2o und 21.
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Das Band 15 kann leicht abgenommen und durch ein anderes entsprechend
der zu durchfahrenden Strecke ersetzt werden.
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Die beschriebene Anordnung ist nur ein Atisführungsbeispiel und kann
im Rahmen der Erfindung in mannigfacher Weise abgeändert .werden. So kann z. B.
das Band 15 durch eine Scheibe ersetzt werden, die mit -den gewünschten Bezeichnungen
und Zeichen versehen ist und sich unter der Wirkung der Spulen um ihre Achse dreht.
Diese Scheibe kann sich z. B. im Innern eines feststehenden Gehäuses drehen,
dessen Wandung mit einem Sichtfenster versehen ist. Andererseits könnte man auch
z. B. eine feste, mit den Bezeichnungen versehene Scheibe benutzen, vor der
sich eine Marke oder ein Ablesefenster o. dgl. verschiebt. In ähnlicher Weise könnten
z. B. die Inschriften auf einem festen Band angeordnet sein, -vor dem sich eine
bewegliche Marke verschiebt.