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Einrichtung zum Betätigen von Wehren durch den Druck des Oberwassers.
Gegenstand der Erfindung ist eine Einrichtung zum selbsttätigen Einstellen der Stauhöhe
von Wehren und zum selbsttätiaren Ziehen derselben unter Verwendung des Überdruckes
an einer oberhalb des Wehres, etwa an der Grenze des Staubereiches bei höchstem
Wehrstau, oder darüber gelegenen Stelle des Wasseroberlaufes.
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Auf der Zeichnung sind einige Anwendungsformen der Erfindung dargestellt.
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Abb. z zeigt eine Wehranlage mit Klappenwehr in einem Längsschnitt
nahe am Ufer durch das Wehr mit Oberwasser- und Unterwassergraben, Abb. 2 die Ausführung
für ein Walzenwehr und Abb. 2a die für ein feststehendes Wehr mit selbsttätiger
Entleerungseinrichtung.
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Bei der Einrichtung nach der Abb. t wird ein sogenanntes Klappenwehr
(amerikanische Bärenfalle) an sich bekannter Bauart verwendet. Es besteht aus zwei
Klappen. Das Wehr ist durch ein Rohr V, das einen in der Zeichnung nicht dargestellten
Schieber S2 trägt, mit einer am einen Ufer vorgesehenen Kammer KG verbunden, die
durch einen Abfluß E mit Absperrschieber S3 in den Untergraben entleert werden kann.
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Sie steht durch eine neben den Fluß verlegte Leitung Z mit Absperrschieber
S1 in Verbindung mit einer Uferkammer Uk, die an einer oberhalb des Wehres mindestens
an der oberen Grenze des Staubereiches gelegenen Stelle angeordnet ist und dort
mit dem Oberwasser in freier Verbindung steht. Infolgedessen stellt sich in ihr
und in der Kammer KG ungefähr der gleiche Wasserspiegel von der als höchst zulässig
angenommenen Höhe 0W ein. KG ist etwas höher aufgeführt und mit dem Untergraben
durch einen Saugheber H verbunden, der mit dem Scheitel ungefähr in der Höhe des
höchsten Wasserspiegels 0W liegt.
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Im gewöhnlichen Betriebe sind die Schieber Sl und S2 offen, S1 kann
mit einem Schwimmer Sv in der Kammer KG durch ein Gestänge derart in Verbindung
stehen, daß dieses S1 abschließt, wenn der Spiegel 0W unter eine Mindesthöhe herabgesunken
ist. Das Klappenwehr ist derart berechnet, daß es bei dem höchsten Wasserstand Oll'
bei Uk gerade voll aufgerichtet ist, bei niedrigem Wasserstand aber entsprechend
niedriger sich einstellt. Steigt jedoch das Wasser, z. B. infolge starken Regens,
über den Höchststand 0W-, so steigt der Spiegel in K, so hoch, daß der Heber H anspringt
und die Kammer KG zu entleeren anfängt, weil sein Querschnitt wesentlich größer
ist
wie der der Zuleitung Z. Sobald der Spiegel in K, unter 0W gesunken ist, sperrt
der Schwimmer Sv das Ventil S1 ab, und Kd wird durch den Heber H vollkommen entleert,
ebenso auch das Wehrinnere, und das Klappenwehr legt sich selbsttätig infolge des
Wasserdruckes nieder.
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Will man das Wehr bei einem anderen Wasserstande niederlegen, so schließt
man nur von Hand das Ventil S1 und öffnet den Schieber S3, bzw. bei genügend großem
Querschnitt von S3 und der Entleerungsleitung E gegenüber der Zuleitung Z öffnet
man nur S3. Dann sinkt der Spiegel in K, so weit, daß Sv selbsttätig S1 abschließt
und KO sich so weit entleeren kann, daß das Wehr sich selbsttätig niederlegt.
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Soll das Wehr wieder aufgerichtet werden, so verschließt man S3 und
öffnet S1, wodurch sich K, wieder von der Leitung Z her anfüllt und je nach dem
Wasserspiegel in Uk das Wehr wieder mehr oder weniger hoch selbsttätig aufgerichtet
wird. Der Schieber S2 am Rohr V zwischen K, und dem Wehrinnern ermöglicht, K, vorübergehend
zu entleeren, ohne daß das Wehr zusammenfällt.
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Die Abb. 2a zeigt, wie gemäß der Erfindung auch bei einem festen Wehr
der Stau vor dem Wehr durch einen Saugheber selbsttätig bei Hochwasser oder auch
bei niedrigem Wasserstand gesenkt werden kann. Über die Wehrkrone ist ein Saugheber
H von genügend großem Querschnitt derart gelegt, daß er bei Ansteigen des Wasserspiegels
0W über die höchst zulässige Höhe selbsttätig anspringt. Er ist im Scheitel mit
der durch den Schieber S1 absperrbaren Zuleitung Z von der oben erwähnten Uferkammer
Uk wie bei der zuerst beschriebenen Ausführungsform verbunden, so daß er bei niedrigerem
Wasserstand auch durch Öffnen des Schiebers S1 zum Anspringen gebracht werden und
nach Abschluß des Ventils S1 den Wehrteich entsprechend weit aushebern kann.
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Bei dem Walzenwehr nach Abb. z wird die Wehrwalze Ww, die auf schrägen,
gezahnten Bahnen E gelagert ist, bei gewöhnlichem Betrieb auf dem Wehrboden aufliegt
und mit ihrer Oberkante den Wasserspiegel Hw einstellt, mittels Seilen, Ketten o.
dgl. und Trommeln durch einen als Gegengewicht dienenden Wasserbehälter B angehoben,
der in einem Schacht Sk mit Ablauf A nach dem Untergraben frei beweglich hängt und
im Boden kleine Auslässe 01
besitzt.
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Der Behälter wird durch eine mit Schieber S1 absperrbare Zuleitung
Z1 von der mindestens am oberen Ende des Staubereiches des Wehres vorgesehenen Uferkammer
Uk her gespeist, so daß bei entsprechend weit geöffnetem Schieber S1 ständig eine
gewisse Wassermenge in B hineinfließt. Diese Menge wird durch die Druckhöhe der
Uferkammer Uk über dem Ausfluß von Z1 bestimmt und gegebenenfalls durch entsprechende
Einstellung des Schiebers Sl derart geregelt, daß gerade so viel Wasser in B zufließt,
als daraus durch die Öffnungen 0, entweicht, und daß bei Steigen des Wasserspiegels
in Uk infolge Hochwassers durch die dann zufließende größere Wassermenge der Behälter
B so weit gefüllt und beschwert wird, daß er die Walze Ww hochzieht und damit den
Stau senkt. Ist dann der Wasserstand bei Uk wieder der gewöhnliche oder ein niedrigerer,
so fließt durch Z1 dem Behälter B wieder weniger Wasser zu, er entleert sich durch
die Öffnungen 0." sein Gewicht wird geringer, die Walze Ww rollt selbsttätig abwärts
bis auf den Wehrboden und bringt den Behälter B in die gezeichnete Höchstlage zurück.
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Um das Wehr auch, ohne daß Hochwasser eingetreten ist, ziehen zu können,
legt man noch eine zweite Leitung Z, mit dem Schieber S4 von einer nach oberhalb
Uk gelegenen Stelle aus nach dem Wehre.
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Die Stauhöhe des Wehres läßt sich auch bei Klappenwehren dadurch regeln,
daß man, wie in Abb. 2 angegeben, mehrere Zuleitungen Z von verschieden hoch liegenden
Uferkammern Uk am Oberlauf zum Wehr führt und dadurch je nach Öffnen der einen oder
der anderen Zuleitung Z einen höheren oder tieferen Wasserspiegel in K, und .damit
einen -größeren oder kleineren Druck im Wehrkörper K erzeugt und dementsprechend
das Wehr mehr oder weniger weit aufrichtet.
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Auch durch entsprechende Einstellung der Schieber S1 bzw. S2 und S3
hat man es in der Hand, die Wehrkörper höher oder tiefer einzustellen und die Stauhöhe
zu regeln.