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Vorrichtung zum Brikettieren von Brennstoffen. Für diese Anmeldung
ist gemäß dem Unionsvertrage vom 2. Juni 19 1i die Priorität auf Grund der
Anmeldung in Großbritannien vom 26. Januar i923 beansprucht. Man hat bereits eine
Vorrichtung zum Brikettieren von Brennstoff in Vorschlag gebracht, bei welcher das
Brikettierungsgut mit Hilfe von Fördervorrichtungen, wie Schnekken, Schrauben o.
dgl., durch mehrere mit Außenbeheizung versehene Mischkammern geführt wird. Bei
dieser bekannten Anordnung sind alle Mischkammern parallel geschaltet, so daß der
Brennstoff bei dem Durchgang durch die Vorrichtung nur ein einziges Mal durch die
Heizzone geführt und also nur auf verhältnismäßig kurzer Strecke und während kurzer
Zeit der brikettierenden Wirkung der Hitze unterworfen wird. Hierbei wird bei mäßig
eingestellter Beheizung entweder keine vollständige Brikettierung eintreten oder
es besteht andererseits bei genügend starker Beheizung die Gefahr, daß die dem Brennstoff
zugegebenen bindenden Stoffe, wie Pech u. dgl., Ansatz an den Wänden bilden.
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Demgegenüber hat sich der Erfinder die Aufgabe gestellt, eine Brikettierungsvorrichtung
zu schaffen, bei welcher der Brikettierungsweg wesentlich verlängert wird, so daß
ohne allzu hohe Steigerung der Temperatur eine gleichmäßige und vollständige Brikettierung
ohne Gefahr von Verbrennungen und Festbacken des Materials ermöglicht wird.
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Dies Ziel erreicht der Erfinder dadurch, claß er sämtliche Mischkammern
mit besonderer Ummantelung für Dampfbeheizung versieht und derart schaltet, daß
das Brikettiergut nacheinander mehrere beheizte Kammern durchläuft. Die Anordnung
der Außenbeheizung mit Dampf bietet den Vorteil, die Temperatur der Mischkammern
in einfachster Weise zu regeln und auf bestimmter Höhe zu halten, während andererseits
die wiederholte Durchführung des Materials durch die-Brikettierungszone eine gleichmäßige
und vollständige Brikettierung ohne allzu hohe Steigerung der Temperatur ermöglicht.
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Eine besonders vorteilhafte Ausbildung der neuen Vorrichtung besteht
darin, daß die mit Dampf beheizten Kammern horizontal liegend über einem Ofen derart
miteinander verbunden sind, daß das Gut unter Wechsel der Richtung beim Übertritt
von einer Kammer zur anderen durch dieselben hindurchgeführt wird. Diese Führung
des Gutes kann z. B. durch muldenartige Verbindungsstücke ermöglicht werden, die
mit j e zwei nebeneinanderliegenden Kammern derart verbunden sind, daß sich ein
zickzackförmiger Weg für das Gut durch die Kammern ergibt.
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Die Dampfbeheizung der Kammern wird dabei vorteilhaft mit Hilfe einer
gleichzeitig die Überhitzung des Dampfes bewirkenden Dampferzeugungsvorrichtung,
z. B. einer in dem Beheizungsofen angeordneten Rohrschlange, bewirkt werden. Verwendet
man weiter eine Pumpe mit veränderlichem Hub zur Speisung der Dampferzeugungsvorrichtung,
so
kann man in einfacher Weise durch Änderung der Wasserzuführung zu dem Dampferzeuger
die Temperatur regeln.
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Die neue Vorrichtung ist besonders geeignet für die Verarbeitung von
Brennstoffmischungen, z. B. Kohlenstaub mit einem Bindemittel mit verhältnismäßig
hohem Schmelzpunkt, wie z. B. Bitumen, dessen Verarbeitung eine verhältnismäßig
lange Erhitzungsdäuer verlangt.
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In den beiliegenden Zeichnungen ist eine Ausführungsform der zur Herstellung
von Briketten nach dem neuen Verfahren dienenden Vorrichtung beispielsweise dargestellt.
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Abb. i zeigt einen Teil der Seitenansicht des Mischapparats samt der
Beheizungsänordnung sowie einen Teil der Brikettierungsmaschine.
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Abb. 2 zeigt im Grundriß den in Abb. i dargestellten Teil sowie die
Brikettierungsinaschine.
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Abb'.3 stellt eine Vorderansicht der Brikettierungsmaschine dar.
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Abb. 4. zeigt einen Querschnitt der Maschine nach Linie d.--I in Abb.3
unter geänderter Anordnung des Auslasses der Zuführungsleitung.
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Abb. 5 zeigt eine Einzelheit der Auswurfvorrichtung.
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Der beheizbar angeordnete Mischapparat (v,1. Abb. i und 2) besitzt
eine Anzahl röhrenförmig angeordneter Mischkammern 6, die z. B. mit äußerer Dampfheizung
und zweckmäßig wagerecht angeordnet sind. Diese Heizrohre sind zwischen Endplatten
7 angeordnet sowie auch an den Seiten bedeckt und mit geeigneter Beheizungsanordnung,
z. B. mit Dampf gespeister Ummantelung, versehen. Es ist also über dem mit 8 bezeichneten
Ofen eine Art Heizkammer, in der die erwähnten Mischrohre 6 verlaufen. In jedem
Mischrohre ist in seiner Längsrichtung liegend eine Fördervorrichtung, z. B. eine
Förderschnecke, angeordnet, die durch äußere Antriebsmittel, z. B. ein Schneckengetriebe
der bei io dargestellten Art, angetrieben wird. Das Schneckengetriebe besteht in
einer senkrecht verlaufenden Welle i i, deren Schneclce io im Eingriff mit Schneckenrädern
12 der Förderorgane stellt. An dem Ende der Mischrohre liegend sind ferner Tröge
13 angeordnet; in den obersten derselben gelangt das Gemisch voll einem Fülltrichter
14 aus. Die Fördereinrichtungen können z. B. rechts- und linksgängig angeordnet
sein, so daß j e zwei benachbarte Fördereinrichtungen in entgegengesetzter Richtung
laufen und auf diese Weise eine innige Mischung des Brennstoffs mit dem Bindemittel
bewirken. Die erwähnten Tröge oder Sammelräume 13 sind so angeordnet, daß der Brennstoff,
nachdem er voll dem Fülltrichter kommend das erste Mischrohr durchlaufen hat, er
am Ende desselben unter Durchgang durch den betreffenden Trog in das nächstuntere
Mischrohr übertritt. Durch dieses Rohr wird das Gemisch alsdann in der entgegengesetzten
Richtung hindurchtransportiert,um amEnde desselben wiederum in das nächstuntere
Rohr übergeführt zu werden. So gelangt das Gemisch schließlich zum Auslaß 15. Die
Verbindungsräume 13 sind in Abb. i nur auf der einen Seite der Vorrichtung dargestellt.
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In dem Ofenraum 8 ist über der Feuerung eine Dampferzeugungsvorrichtung,
z. B. in Form einer Rohrschlange o. dgl., angeordnet, durch die Wasser hindurchgepumpt
wird. Der entwickelte Dampf wird in die Mantel-l iiuine der Mischrohre 6
geführt vermittels Leitungen, mit denen die Heizräume der Rohre z. B. hintereinander
oder parallel geschaltet sein können. Die Flammengase bzw. die Abgase des Ofens
werden aufwärts und rings um die Heizrohre geführt, wobei sie den Dampf ,weiter
überhitzen, um am oberen Ende des Heizraumes abgeführt zu werden. Durch entsprechende
Einstellung der Feuerung können die Mischrohre auf einer bestimmten Temperatur gehalten
werden.
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Die zur Speisung der Dampferzeugungsvorrichtung bestimmte Pumpe arbeitet
zweckmäßig mit veränderlichem Hub bzw. mit veränderlicher Förderung und wird vorteilllaft
von dem umlaufenden Teil der Brikettierungsvorrichtung mit angetrieben. Wenn die
Temperatur in_ den Rohren zu hoch steigt, so kann dieselbe dadurch verringert werden,
daß mehr Wasser durch die Dampferzeugungsvorrichtung unter anderer Einstellung der
Pumpe gedrückt wird.
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In dem Mantelraum der Mischrohre braucht der Dampf nicht unter Druck
zu stehen. Der die Dampferzeugungsvorrichtung mit geringem Druck verlassende Dampf
kann z. B. in den obersten Mantelraum geführt werden und dort abwärts durch die
übrigen Heizräume gehen, bis er in hocherhitztem Zustande den unteren Heizraum bei
Reihenschaltung bzw. die beiden untersten Heizräume bei Parallelschaltung verläßt.
Der Dampf kann hierauf z. B. in einen Vorwärmer geleitet werden, um seine überschüssige
Wärme zur Vorwärmung des Speisewassers nutzbar zu machen. Natürlich kann der erzeugte
Dampf auch z. B. unmittelbar zum Antrieb der Brikettierungsmaschine dienen und der
Abdampf derselben zur Beheizung der Mischrohre verwandt werden.
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Das Brikettierungsmaterial, z. B. der Kohlenstaub und das Bindemittel,
wird, wie e rw,- ähnt, zunächst in den Fülltrichter i-1 z#I csebracht, uni von dort
mit Hilfe der Förderorgane
9 diircli die ganze Reibe der Heizräume
geführt zu werden. Am Ende des untersten XIi#sclirolires hei i5 wird das Getiti.cli
in einett Trichter oder Aufnalinierauin lt-) ausgeworfen, von dein aus es weiter
in die l,ril<ettierutigsitia,cliine übergeführt wird.
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13e1 der in den Alrh.3, 4. und 3 dargesteill.eil 1=iril:ettieruilbsnlabcllitle
bisset zwei mit Uwein kegelförmigen Kranz aneinanclerlaufende l# orinräder t j angeordnet,
die über einen Förderband 18 unllaufcn, welche. verinittel, einer Rolle
19 angetrieben und über Leitrollen 20 geführt wird. Zweckmäßig läuf! das
Fördertand mit einer Geschwinchgkeit, tu cnvas höher ist,- als die Umlaufgescliwindigkeit
der Forturä der. Der in .1b11. 4 dargcstc#llte Trichter oder Ztifülirtitig=1-zititii
tri dielst dazu, um die erhitzte Brikettmischung über den \Iisclirolireii zu deli
sich herüWen-<len Flächen der Forruräder zti leitete. Beint Unfauf der 1<iicler
kommen je z\\-vi Att:sparmtgen zusammen und bilden eine Forin, 111 \\-elclie die
den Fortni-;idern vermittels (le. Speisetrichters iy autoinatiscb zugeführte 11,i-ilcettiniscliuilg
ei ltri t.
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1)1e fertig geformten l',rikette wurden au, ilen 1°orilleil illit
Hilfe eitle. Stiel- oder kc1lhenartigcn Atis\\-urforgail. 23 atlbge;VOrfen.
da.' in jedem Gesellke angecwtlnet 11 WO
beint Umlauf der Formräder
illit eineln Llaunien, Nocken oder- eilt:preclieticleti Urgan =-in l:lcrüllrung
kollillit. jeder :tu.u-urfkoIllni =3 wird durch eine L#ealet- 2d in 1\'#ulletellil1l`
gehallel1, die zwischen (e111 Bwui 25 iler Iholbenstange und der hinteren I#läclie
des Foritirade. sitzt. Die @ntriell.rüeler oller ?Zucken ?.: fiter .-1@1.1\-t11't\-ol"rl@httttlg
sind z. 1, auf heil Achsen der Formräder und zweclctitäii.iig \-erstllbar angeordnet,
z. B. mit Hilfe eitler drehbaren und feststellbaren Schelle 26, derart cd:u, (1a13
die eiu\\-tirfstdlung der Nockeil ge:iliilcl-t \\-erden kann. 1)1e ini Inneren du,
l@e.c#nhe# liegenden Enden der :\u.\\-urf@uiben können z. B. niit J~aln-ikmarhen,
I#iru@enzeicllen u. dgl. verselleil :eile, tillt dic#elllclt Ivim Aumvurf auf (las
Brikett aufzudriicketi. 1)1c# ausgeworfenen Brikette fallen auf da-Arderlland i8
und \\-erden z. I-). einem Sainmelrauin oder 13eli2ilter zugeführt. 1)a# V<kderband
wird zwmkmä ßlg straft ge#llatmt 11u1 kann z. 13. mit \@tclispatinvoi-riclitutig.
\\ ie mit einer Spannr()Ile28, ilie durch die Slrtnn-Au#ille 2; betätigt wird, ver#eilen
.eiti-1)ie I#ormr@i<lrr 17 \\-erden z. B. mit 11 i, f(# der auf ihren
.enkrecllt zueinander \-cr@auf,n-'1c#11 :\e'll@ete Sitzet'den Kegelrüder a9 allgei
r ieLvti. ilic \\ iciier finit ile i auf ilei- Antric-' @-welle ,;o sitzenden Rädern
in Eingriff stehen. Auf der Welle 30 \\-i1-(1 z\\ecknlül@ig die Atlt riclla-cllle
i 9 des Fi:irderbamles angeordnet.
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und kann I11 allen konwruktiven Einzelheiten allgeändert \\-erden, cllnie (eil Gru.idgedanken
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