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Rundwebstuhl mit in zwei Ebenen angeordneten Kettenfadenspulen. Die
Erfindung betrifft eine Vervollkommnung an einem Rundwebstuhl mit in zwei Ebenen
angeordneten Kettenfadenspulen und besteht im wesentlichen darin, daß die Kett:
nfadenspulen in Gabeln gelagert sind, die durch streckbare Gelenkparallelogramme
eine austauschende Hin- und Herbewegung z-,vischen den Lagerungsebenenerhalten und
mittels eines Systems von Haltern mit Greifzähnen bewegbar sind.
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Auf den Zeichnungen ist der Webstuhl gemäß der Erfindung schematisch
veranschaulicht. Abb. i ist ein Teil eines Achsialschnittes von einer ersten Ausführungsform.
Abb. 2 und aa zeigen je einen Teil Grundrisses schematisch. Abb. - 3 stellt in größerem
Zeichenmaßstabe einen Einzelteil des Kettenspulenträgerantriebs nach dem ersten
Ausführungsbeispiel dar. Abb. 4. und 4a geben einen anderen Einzelteil desselben
Getriebes. Abb.5 zeigt schaubildlich das Gehäuse einer Kettenspule. Abb. 6 ist die
Kettenspule. Abb. 7 stellt perspektivisch den Spanner mit elektrischem Kettenfadeenwächter
dar. Abb. ß ist eine Einzelheit zur Abzugsvorrichtung des Gewebes. Abb.9 zeigt als
Sonderheit den Austritt der elektrischen Leitungsdrähte aus der festen Spindel.
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Abb. io veranschaulicht schematisch ein -zweites Ausführungsbeispiel
des Webstuhls
mit gleichartigen Spulen, in lotrechtem Acbsialschnitt
abgebrochen. Abb. i i ist eine Oberansicht dazu. Abb.12 ist eine Einzelheit der
Kettenspulenträgerbewegung. Abb. 13 ist die zu Abb. 12 gehörige Oberansicht. Abb.
14. betrifft einen Einzelteil der Bremsvorrichtung für die Kettenspulenträger. Abb.
15 zeigt eine Einzelheit der Lade im Schnitt. Abb. 16 stellt ein abweichendes Ausführungsbeispiel
derselben dar. Abb. 17 ist ein Einzelteil des Webblattes, und Abb. 18 zeigt eine
elektromagnetische Bremsung für die Kettenspulenträger. Abb. i9 stellt die Antriebsvorrichtung
der Kettenspulenträger dar.
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Das Bezugszeichen i in Abb. i gibt eine lotrechte Hohlspindel an,
die von oben her gehalten und mit einer Scheibe 2 ausgestattet ist, auf der ein
Ringbehälter 3 ,angebracht ist. In dem letzteren sind eine Mehrzahl von Gestängen
.l zum Umstellen der Kettenspulenträger 5 aus ihren dortigen Einstellungen in entsprechende
Gestänge 6 eines anderen Ringbehälters 7, der von nachstellbaren Stützen 8 getragen
wird. Auf der Hohlspindel i sitzt lose ein Schwenkarm 9 mit daran befindlichem Halter
i i für die Schußfadenführer 12, die ihre Fäden von den Schußspulen io erhalten.
Der Schwenkarm 9 wird durch auf der Zeichnung nicht dargestellte Antriebsmittel
bewegt und nimmt unter Vermittlung der Zahnräder 14, 14', 1.1", 14..
eine
lotrechte Schraubenspindel 15 mit herum, welche das Senken eines Rundschiebers
16 veranlaßt, der seinerseits das Gewebe in dem Maße, wie es nach und nach entsteht.
bis zu einer gewissen Länge abzieht, woraufhin der Rundschieber abgelöst und die
weitere Förderung durch einen Mitnehmer übernommen wird, der in üblicher Weise aus
Walzen besteht. Bei Beginn der Arbeit kann die Bewegung des Schiebers 16 von Hand
eingeleitet werden. Der Rundschieber 16 dient also beim Anfang des Webvorganges
zum Befestigen der sich von den Spulen io abwickelnden Schußfäden und der von den
Kettenspulen kommenden Kettenfäden an Haken oder entsprechenden Teilen, die an dem
Rundschieber vorgesehen sind. Er bewegt sich um so viel, wie zur Bildung einer Tuchlänge
erforderlich ist, die eine Befestigung an gewöhnlichen Mitnehmerrollen ermöglicht.
Bei dem auf den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiel wird diese Bewegung
des Rundschiebers durch die Schraube 15 begrenzt. Die Hilfe de, Rundschiebers zur
Förderung des Tuches wird entbehrlich, sobald der Rundschieber die durch die Schraube
15 begrenzte Strecke Wege> zurückgelegt bat. Alsdann kann der Rundschieber durch
gewöhnliche Mitnehmerrollen abgelöst werden.
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Die Halter i i sind mit Anschlagfingern 13 Abb. 4) besetzt, die auf
die Röllchen 32 der Gestänge 2 i, 3o, 31 (Abb. 3) einwirken, indem sie den
Austausch der Kettenspulenträger zwischen den Behältern 3 und 7 bewerkstelligen,
sobald der Halter i i des Schwenkarms 9 dort vorübergegangen ist. Die Keaenspulenträger
werden in zwei Umkreisen angeordnet, wie es aus Abb.2 ersichtlich ist, jedoch läßt
sich auch nur eine einzige Reihe ebensogut wie noch mehr Reihen wählen. Jedes Antriebsgestänge
eines Kettenspulenträgers besitzt ein Heberöllchen und ein Senkröllchen, die im
gegebenen Augenblick durch die Anschlagfinger 13 beeinflußt werden. Diese Einrichtung
gestattet, durch einfaches :andern der Zahnstellungen an den Haltern i i die Reibenfolge
der Bewegung der Kettenspulenträger nach Bedarf festzulegen, so daß man dadurch
auf äußerst einfache Art Webemuster und mehrere Farben einweben kann.
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Die Erfindung bringt den erheblichen technischen Fortschritt mit sich,
daß durch die Verwendung von bewegbaren Kettenspulenlagern, die nach Verschieben
der Kettenspulen in die Ruhestellung zurückkehren, der Raum dauernd frei erhalten
wird, in welchem die Fadenführer 12 sich bewegen, so daß diese Fadenführer dem Dorn,
um welchen sich der Stoff bildet, in dem gewünschten Maße angenähert werden können,
wodurch eine absolut gleichmäßige Ware erzielt wird. Man kann übrigens eine beliebig
große Anzahl von in konzentrischen Gruppen angeordneten Kettenspulen anwenden, was
die Herstellung der zur Kleidung dienenden Stoffe ermöglicht.
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Die Unterbringung einer großen Anzahl von Kettenspulen ist auch dadurch
möglich geworden, daß die Kettenspulen selbst eine flache Form besitzen und darum
in der tangentialen Richtung geringeren Raum als bisher in Anspruch nehmen.
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Durch das Steuerungssystem der Kettenspulenträger, wie in Abb. 1,
2, 3 und .4 der Zeichnungen dargestellt, ist es auch möglich geworden, die Reihenfolge
der Kettenspulenbewegungen zu ändern, um den Webstuhl jedem gewünschten Webemuster
anzupassen. Dieses Merkmal der Erfindung ist in den Abb. 2 und 2a schematisch in
je einem Grundriß der unteren und der oberen Plattform dargestellt. Die Abb. 4 und
4a sind eine Seitenansicht und eine Vorderansicht der Kettenspulenantriebsvorrichtung.
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Gemäß Abb.1, 2, 2a, 3, ¢ und .1a sind die Lager 27 an der Plattform
; (Abb. 2 und 3) auf verschiedene Gruppen verteilt, die aus je vier Einheiten
271, 27.,, 27s, 271 bestehen und denen die Antriebswippen 311, 31 =, 31s, 31_1 und
die in vier übereinanderliegenden Reihen angeordneten Antriebsgleitschuhe 321, 32=,
aas, 321 entsprechen (Abb..l). Mit den
letzteren sind die auf gemeinschaftlicher
Ebene liegenden Rücklaufgleitschuhe 3-31, 332, 3;3, 33, durch die Stangen 3:11,
34$1 34s, 34s verbunden. Die Antriebsgleitschuhe werden durch die unbewegbaren Zähne
13 bewegt. Die Rücklaufgleitschuhe werden durch die festen Zähne 13' bewegt. Die
Zähne 13 können je nach Art des gewünschten Wehemusters nach einer bestimmten Reihenfolge
(zuvor wählbar) angebracht werden, und zwar am Ende eines oder mehrerer von den
untereinander gleich langen Haltern iooi, 1o0.. ioo, iooi, die mit den Stangen i
i fest verbunden sind und sich auf den Ebenen der Gleitschuhe ;21, 32.,, 323, 321
befinden. Der Zahn 13' befindet sich am Ende des längsten auf der Ebene der Rücklaufgleitschuhe
angebrachten Halters ioo'. Vermöge dieser Anordnung kann man durch die Verstellung
(Verteilung) der unbewegbaren Zähne 13 an den Stangen i i die Reihenfolge der Kettenspulenbewegungen
wählen, um gemusterte und mehrfarbige Stoffe zu erzielen.
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Gemäß der Zeichnung sind die Zähne 13 zur Herstellung des Tuches bestimmt.
In diesem Fall sind die Zähne an dem einen Halter i i des Fadenführers 1 2 an den
Armen i ooi und ioo" angebracht. Bei dem darauffolgenden Halter sind die Zähne 13
an den Armen ioo, und iooi angeordnet und in dieser Weise abwechselnd auch bei den
anderen Haltern i i. Gemäß Abb. 4. und 4a hat der am Arm ioo; angebrachte Zahn 13
die Gleitschuhe 323 heruntergedrückt, und der am Arm iooi angebrachte Zahn
13 ist im Begriff, das Senken der Gleitschuhe 32, zu veranlassen. Wenn die
Bewegung des Halters i i sich in der Pfeilrichtung fortsetzt, so wird der am Arm
ioot angebrachte Zahn 13 das Senken der Gleitschuhe 321 verursachen, während der
feste Zahn 13' durch Anstoßen an die Gleitschuhe die Gleitschuhe 3z; in ihre erste
Stellung zurückbringen wird. Infolge dieser Bewegung wird sich der Halter 27 aufrichten
und die Kettenspule in die Gabel 271 der oberen Plattform 3 hineinstecken, während
die Gabel 27.., wieder auf die Plattform 7 herabgehen wird, indem sie die
entsprechende Kettenspule an der auf d--r entgegengesetzten Plattform 3 angebrachetn
Gabel, z73 zurückläßt. Der nachfolgende Halter i i wird in gleicher Weise
mit den Gleitschuhen 32, und 32, vorgeh,#a. In solcher Weise werden auch die an
der Plattform 3 angeordneten Gabeln. 271 -esteuert, indem deren Bewegung sich mit
derjenigen der an der Plattform 6 angeordneten Gabeln 27 abwechselt.
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je nach der Wahl der Anzahl der Zähne 13 und deren Stellung in den
nachfolgenden Haltern i i können die mannigfaltigsten Webmuster erzielt «,erden,
weil man hinreichend viele Kettenspulenträger bequem anbringen kann.
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Die Abb.3, 4 und i9 geben Einzelheiten des Antriebes der Kettenspulenträger
wieder. Derselbe besteht im wesentlichen aus Parallelogrammen 21, die an einem Gestell
22 geführt sind. Das erste Parallelogramm ist daran mit seinem Gelenkbolzen
23 befestigt, während das letzte Parallelogramm mittels des in dem Gestell
22 gleitenden Gelenkbolzens 24 an einem bewegbaren Halter 25 angreift, der eine
Stange 26 ,aus dem Behälter 7 hervorstrecken kann. Diese Stange 26 geht in die Gabel
27 über, in deren Zinken man den Kettenspulenträger 5 einsetzt, welcher dann von
den elastischen Klammern 28 am Ringbehälter 7 festgehalten wird, die hinter die
Vorsprünge 5' fassen. Das Gestänge der Parallelogramme :!i läßt sich mittels einer
Muffe 29 steuern, die daran unter Vermittlung der Zwischenglieder 3o angreift und
selbst durch einen Nipphebel 31 bewegt wird. Letzterer hat an seinem entgegengesetzten
Ende (Abb. 4) ein Hauptröllchen 32 und ein Rücklaufröllchen 33 aufzuweisen. Das
Rücklaufröllchen sitzt an einem Arm 34, der am Wipphebel 31 mittels Gelenkbolzens
befestigt und an eine Fläche 35 angelehnt ist.
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Die Wirkungsweise dieser Vorrichtung ist folgende: Wie bereits erwähnt,
trägt der Halter i i außer dem Schußfadenführer 12 einen Greifzahn 13, der auf einer
St.abverlängerung i i' in einer Höhe sitzt, die der Einstellungsebene der Röllchen
32, ;2', 32", ; der zugehörigen vier Reihen von Kett.enspulenträgern entspricht.
Wenn der Anschlagfinger 13 gegen ein Röllchen 3z trifft, so senkt er dasselbe, wodurch
das entgegengesetzte Ende des Wipphel:els 31 angehoben wird und das Gestänge der
Parallelogramme streckt, welches die Gabel 2,^ mit dem Kettenspulenträger 5 entgegen
der Wirkung der elastischen Klammern 28 anhebt und den Kettenspulenträger in die
Gabel 27' des gegenüberbefindlichen Behälters 3 hineinsteckt. Dem Anschlagfinger
13 folgt ein Anschlagfinger 13', der dazu dient, auf die Rücklaufröllchen 3 ; einzuwirken,
die sämtlich in der gleichen Bewegungsebene sitzen, wodurch der Rücklauf derjenigen
von den Wipphebeln hervorgerufen wird, die von dem Anschlagfinger 13 bewegt worden
sind. Das Gestänge der Parallelogramme kehrt alsdann in seine Ruhestellung zurück,
indem es den Kettenspulenträger 5 an der Gabel 27' im Eingriff mit den elastischen
Klammern 28' zurückläßt. Auf diese Weise findet zwischen den oberen und den unteren
Gestängen ein beständiger Austausch von Kettenspulenträgern statt, der die Kreuzung
der aus ihnen heraustretenden Kettenfäden mit dem Schußfaden zur Folge
hat,
nachdem vor Beginn der Arbeit die Fadenenden erst einmal am Schieber 16 befestigt
worden waren. Diese Kettenspulenfäden bilden dann in Gemeinschaft mit den von den
Schußspulen io herkommenden Schußfäden das Gewebe. Die letztgenannten Fäden werden
von den Schußfadenführern 12 hinzugeleitet und bilden die Schußfäden (Einschlag)-Die
bewegbaren Halter 2 5 (Abb. 3 ) könnten zweckmäßig auch mehrere Stangen 26 besitzen,
von denen jede eine Gabel 27 trägt. In diesem Falle wird das Anheben der Kettenspulenträger
gruppenweise stattfinden. Das Anheben einer beliebigen Zahl dieser Kettenspulenträger
wird man aber auch gelegentlich verhindern können, indem man jede Stange mit starker
Reibung in den Halter einsetzt und sie mit einem Anschlaghaken 26' versieht, der
im gegebenen Augenblick von gesteuerten Greifern, beispielsweise einer Jacquard-Vorrichtung,
festgehalten wird.
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Das Bewegen der zu den Kettenspulen 5 gehörigen Gabeln 27 findet in
einer bestimmt wählbaren Reihenfolge mittels der Anschlagfinger 13 statt
(Abb. 4. und 4a). Wenn man verhindern will, daß eine bestimmte Anzahl von Gabeln
27 bewegt wird, obwohl deren entsprechender Anschlagfinger 13 die betreffenden Parallelogramme
21 bewegt, wird die Reibungsverbindung zwischen dem Halter 25 und der Stange 26
vorgesehen. Der Anschlaghaken 26' kann dann in eine Jacquard-Vorrichtung eingreifen
und derart eingestellt werden, daß das Anheben der Kettenspule nicht stattfindet,
wenn das Parallelogramm 2 i sich streckt. Der Halter 25 gleitet dann an der von
der Jacquard-Vorrichtung festgehaltenen Stange 26 entlang. Durch die Anordnungsweise
der Anschlagfinger 13, die in einer bestimmten Reihenfolge an den Armen i ool, i
oo., i oo3, i ool angebracht sind, wird eine bestimmte Aufeinanderfolge der Kettenspulenbewegungen
erzielt. Durch die erwähnte Reibungsverbindung zwischen den Teilen 25 und 26 und
die Wirkungsweise des Hakens 26' sowie der Jacquard-Vorrichtung kann man also eine
weitere Veränderung in der erwähnten Reihenfolge der Spulenbewegungen und somit
eine größere Vielseitigkeit in den Fähigkeiten des Rundwebstuhls erreichen.
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Die Abb. 5 und 6 betreffen bauliche Einzelheiten der Kettenspulen.
Abb.5 zeigt das aus zwei Blechschalen 35 und 35' bestehende Spulengehäuse, die durch
das Scharnier 36 miteinander verbunden sind, das durch Falzung der aneinanderstoßenden
Schalenränder hergestellt ist. In dieses Gehäuse wird die Kettenspule 37 (Abb. 6)
von abgeflachter Form eingelegt, so daß das Fadenende 37' sich von innen her freimachen
kann und durch den Deckel 38 (Abb.7) hindurchtritt, auf dem der Kettenfadenwächter
angebracht ist, der gleichzeitig als Fadenspanner dient. Diese Vorrichtung besteht
aus einem Bügel 39, der am Deckel 38 befestigt ist und in seinen Schenkeln je einen
Schlitz 39' aufzuweisen hat. In den Schlitzen gleitet eine Brücke 4o, die mittels
der Feder 41 gegen den Deckel 38 gezogen wird. Die Kraft der Feder ist natürlich
hinreichend schwächer als die Zugfestigkeit des Fadens. Das Fadenende 37' der Kettenspule
läuft durch in den Teilen 38, 40 und 39 angebrachte Einkerbungen und «-ird von der
Brücke 40 mittels der zwei Federn 4o' halb festgehalten, die Reibung genug darbieten,
um den Faden zwischen dem Schieber 16 und dem Kettenspulenträger gespannt zu erhalten
und um auch die Feder 41 hinreichend zu spannen, damit die Brücke 4o vom Kontakt
42 (Abb. 3 ) Abstand behält, der aus zwei Leitungsdrahtenden besteht. Für den Fall,
daß der Kettenfaden 37' (Abb.6) reißt, tritt die Brücke 40 leitend zwischen die
Drahtenden 42 und schließt den Stromkreis eines Relais, das seinerseits wieder den
Stromkreis einer -elektromagnetischen Ausrückvorrichtung schließt, die an das allgemeine
Stromversorgungsnetz angeschlossen ist. Sämtliche Kettenspulenträger sind mit der
beschriebenen Einrichtung ausgerüstet, und eine ähnliche Vorrichtung ist für die
Schußspulen io vorgesehen. Um das Austreten der Drähte aus dem oberen Teil des Webstuhls
zu ermöglichen, bringt man in der Spindel i Längsnuten unter, so daß die Drähte
zwischen der Spindel und dem Schraubenschaft 15 hindurchtreten können (Abb. 9).
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Die Abzugsvorrichtung, die, wie zuvor beschrieben, durch ein vom Schwenkarm
9 bewegtes Räderwerk angetrieben wird, ist mit besonderem Vorteil andieses Räderwerk
mittels einer Flanschenkupplung 44, 45 (Abb. i und 8) angeschlossen, deren Flansch
45 Verbindungsstifte 46 trägt, die in die Schlitze 47 des Flansches 44 eingreifen.
Die Schlitze verlaufen kreisbogenförmig konzentrisch und gewähren den Stiften 46
einen gewissen Spielraum zum Zwecke einer Nacheilung beim Ingangsetzen um einen
Zentriwinkel von 36o° geteilt durch die Anzahl der Schußspulen io. Die Flanschenkupplung
44-45 ist dazu bestimmt, die Herstellung des Tuchanfangs vor dem Arbeitsbeginn des
Rundschiebers 16 zu ermöglichen. Wenn nämlich die Teile 9 um einen Kreisbogen von
der Länge 360 vor-11 gehen, in welchem Maßausdruck der Buchstabe n die vorhandene
Anzahl der Spulen. ro und auch der Teile 9 bedeutet, so werden sich um deri Drehstift
von den Spulen io abwickelnde
Schußfädenbogen dort aufwickeln.
Letztere werden mit den Kettenfäden verbunden, die sich von den Spulen 5 abwickeln,
wodurch der Anfang des Tuches zustande kommt, welcher dann vom Rundschieber 16 abwärts
mitgenommen wird. Das Räderwerk zur Mitnahme der Abzugsvorrichtung kann aber auch
fortgelassen und durch einen Drehschieber beliebiger Art (Abb. 15 und 16) ersetzt
werden, der gleichzeitig das Abziehen und das Anschlagen des Schußfadens auszuführen
hat. Gemäß dem in Abb. 15 dargestellten Ausführungsbeispiel besteht die Schußanschlagvorrichtung
aus einer Reihe von Kämmen 8o, die rund um den zylindrischen Webstuhlteil herum
angeordnet sind, an dem sich das Gewebe bildet. Die Kämme 8o sitzen an Stäben 81,
die durch den Flansch z hindurchragen und mit Gleitschuhen 82 ausgerüstet sind.
Eine Kurvenstirnscheibe 83 senkt dieselben nacheinander entgegen der Wirkung der
Feder 84.. Eine Stellschraube 85 begrenzt den Hub eines jeden Kammes, und damit
die Stellschraube nicht etwa das Zerknicken der Stäbe 81 gelegentlich verursachen
könnte, sind die Gleitschuhe 82 elastisch mittels je einer Feder 86 an die Stäbe
8 i angeschlossen. Die Federn 86 werden bedeutend stärker gewählt als die Federn
8¢. Bei der Ausführungsart nach Abb. 16 ist die Feder 87 bestrebt, den Kamm hinunterzuschieben,
während die Kurvenstirnscheibe 83' ihn durch ihren Buckel 83" anzuheben sucht und
eine Absenkung nur in der Lücke 83"' zuläßt.
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Die Abb. io und die darauffolgenden betreffen eine bei Verwendung
gleichartiger Spulen nur bezüglich des Antriebs abweichende Ausführungsform des
Webstuhls, und zwar hinsichtlich der Erzielung gleichartiger Kettenspulenbewegungen
mit anderen Mitteln. Der anders gestaltete Webstuhl hat eine ringförmige Plattform
5o, in der ein oder mehrere Kränze von Aussparungen 51 vorgesehen sind, von denen
jede einen Kettenspulenträger 52 aufzunehmen vermag. Letzterer wird darin durch
einen elastischen festen Puffer 53 und einen elastischen, aber auch verschiebbaren
Puffer 54. gehalten. Die verschiebbaren Puffer stehen unter dem Einfluß eines Nockenringes
55, der auch segmentartig ausgebildet sein kann, und dessen Vorsprünge beim Auftreffen
auf einen Puffer denselben mit einem gewissen Druck gegen den Kettenspulenträger
zwängen. Die Plattform 5o wird von einer gewölbten Plattform 56 überdeckt, in der
sich bewegbare Einsätze 56' befinden, und letztere sind ein jeder mit einer gewissen
Anzahl von Aussparungen 51', gleichartig denjenigen 51, jedoch mit dem Unterschied,
daß hier nur einfache Puffer 53' verwendet sind, versehen, so daß die Einrichtung
der Plattform 56 zu derjenigen der Plattform 5o paßt. Jeder Einsatz 56' ist durch
eine Stange 57 mit einem Winkelhebel 58 verbunden, der mit einem an-der Winkelecke
befindlichen Gelenkbolzen an der Plattform 56 angebracht ist und durch einen Nockenring
6o gesteuert wird, der mit einer Drehscheibe 9 fest verbunden ist (Abb. io). Letztere
entspricht in ihrer Form und Wirkungsweise dem Schwenkarm 9 der zuerst beschriebenen
Ausführung (Abb. i) des Webstuhls und trägt wie jener an jedem Halter i i einen
Schußfadenführer 12, der den Faden von einer Schußspule io erhält. Die Halter i
i (Abb. 12) tragen .an ihren Enden Stifte 13 und 13', die dem ausschließlichen Zweck
dienen, die Wippe 61 umzusteuern, die mittels der Achse 63 und des Hebels 6:z den
Nockenring 55 bewegt.
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Die Wirkungsweise dieser Art von Webstuhl ist folgende: Wenn die Drehscheibe
g sich in Bewegung befindet, kommt der mit ihr fest verbundene Nockenring 6o nacheinander
mit den Winkelhebeln 58 in arbeitübertragende Beziehung, so daß dieselben einer
nach dem .anderen die Einsätze 56' bis zum Auftreffen auf die Plattform 5o senken
und sie dann wieder unter dem Einfluß der Feder 68 emporziehen. Wenn ein Einsatz
56' sich auf die Plattform senkt, dringen die Kettenspulenträger, die sich an der
einen oder der anderen Plattform befinden. in beide zugleich ein, so daß, wenn der
Einsatz 56' sich wieder hebt, er diejenigen Kettenspulenträger abgibt, die von den
gesteuerten Puffern 5¢ erfaßt werden und diejenigen Kettenspulenträger aufnimmt,
die von den eigenen Puffern 53' erfaßt werden. Es ist klar, daß, wenn der Nockenring
55 eine hin und her drehende Bewegung erhält, ein Teil der Puffer 54. losgelassen
wird, während die anderen beiseite gezwängt werden, und daß, wenn diese hin und
her drehende Bewegung in einem Rhythmus mit der Drehung der Scheibe 9 erfolgt, der
Austausch der Kettenspulenträger regelmäßig nach einer periodischen Gesetzmäßigkeit
erfolgt. Zu diesem Zwecke geschieht die Hin- und Herdrehung mittels des Hebels 62
der die Wippe 61 tragenden Achse 63. -\Venn ein Einsatz 56' sich in gesenkter Lage
befindet, trifft der Greifzahn 13 des Halters i i gegen eine Wippe 61 und bewirkt
ihre Schwenkung, wodurch der N okkenring 55 verschoben wird und die jeweilig festgebremsten
Kettenspulenträger wechselt, so daß der Einsatz 56' sich hebt und die freigegebenen
Kettenspulenträger mitnimmt. Der Zahn 13 stößt dabei wieder gegen die Wippe 61 und
bringt sie in ihre vorige Einstellung zurück.
Die Bremsvorrichtung
der Kettenspulenträger kann durch eine elektromagnetische Vorrichtung ersetzt werden,
die .a;us einer Mehrzahl von Magnetspulen 70 (Abb. 18) besteht, die den Aussparungen
5 i benachbart verteilt sind, um die Puffer 53 und 54. zu ersetzen. Ein elektrischer
Stromverteiler 71, auf dem die Kontaktbürsten 7 2 beweglich sind, speist die Elektromagnetspulen
in bestimmten Augenblicken der Reihe nach, was sich durch die Form und Anordnung
der Kontakte einrichten läßt. So tritt diese Vorrichtung an die Stelle des Nockenringes
5 5 und dessen Wirkung.