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Vorrichtung zum messen des veränderlichen Fingerdruckes während der
Auswuchtung von Flyerflügeln. Die bisher vorgeschlagenen Prüfvorrichtungen für mit
Druckfinger versehene Flyerflügel gestatteten lediglich die Feststellung, ob der
Flyerflügel ausgewuchtet ist oder nicht, ohne das Zusatzgewicht, welches bei einem
unausgewuchteten Flügel dessen Auswuchtung herbeiführen soll, nach Größe und Lage
zu ermitteln. Demgegenüber bildet es die Aufgabe der Erfindung, nicht nur das Ausgleichgewicht
genau zu bestimmen, sondern zugleich auch den veränderlichen Fingerdruck zu messen.
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Dies wird gemäß der Erfindung durch eine in der Richtung der Drehachse
des Fingers, also exzentrisch zur Drehachse des Flügels, an einem auf der Hauptwelle
angeordneten Bügel drehbar gelagerte Scheibe erreicht, auf deren Ansatz der Finger
drückt und deren Drehung mittels einer Litze, eines Drahtes oder sonstigen Zugmittels
achsial zur Hauptwelle weiterleitbar ist. Einige weitere Ausgestaltungen des Erfindungsgedankens,
die zweckmäßig gleichzeitig mit ihm Anwendung finden, sind im folgenden ausführlicher
beschrieben.
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Eine der zahlreichen möglichen Ausführungsformen des Erfindungsgedankens
ist als Beispiel schematisch auf der Zeichnung veranschaulicht, und zwar stellt
Abb. i eine zugleich zum Auswuchten des Flügels und Messen des Fingerdruckes dienende
Vorrichtung teilweise im Schnitt von der Seite gesehen dar, während Abb. 2 eine
Stirnansicht der Vorrichtung zeigt. Bei dieser Ausführung ist der Flyerflügel a
auf die Welle b gesteckt, welche eine Verlängerung der Welle b1 der Auswuchtvorrichtung
bildet. Auf diesem Wellenstumpf b sitzt ein Bügel g, welcher an seinem einen Ende
drehbar eine Scheibe f trägt. Vorteilhaft liegt die Drehachse f 1 dieser Scheibe
in der Richtung der Drehachse dl des Fingers d.
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Durch diese Anordnung kann die Messung des Fingerdruckes in Abhängigkeit
von der Stellung des Fingers erfolgen, gleichgültig, ob die Drehachse des Flügels
a ortsfest ist oder, wie dies zum Auswuchten des Flügels erforderlich ist, Pendelbewegungen
ausführt. Ebenso wird dadurch, daß die Achse der Scheibe f exzentrisch zur Hauptwelle
b und zweckmäßig in Verlängerung der Fingerachse dl liegt, die Ungenauigkeit ausgeschaltet,
welche sonst durch das Aufspreizen der Flügelarme infolge der Fliehkraft, also durch
eine Gestaltsveränderung des Flügels, eintreten kann.
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Die Scheibe f kann beispielsweise auf folgende Art durch den Finger
d bewegt werden: An der Scheibe f ist ein Mitnehmer e angebracht,
auf welchen der Finger bei seiner Drehung einen Druck ausübt. Über den Umfang der
Scheibe f ist eine sich nicht dehnende Litze, ein feiner Draht f = o. dgl. gelegt,
der durch eine kleine Öffnung b''- in das Innere der Hauptwelle b1 geführt ist.
Mit diesem Draht f= ist ein 0uerbolzen k1 verbunden, welcher durch einen Schlitz
i der `Felle geführt ist und eine leicht
auf dem äußeren Umfang
der Welle bewegliche Hülse oder Muffe k mitnimmt. Die `Felle b1 trägt bei i, d.
h. an der Stelle, über welche sich die Muffe k verschiebt, zweckmäßig einen Maß=
stab beliebiger Art, so daß man bei i aus der Einstellung der Muffe k die räumliche
Einstellung des Fingers d erkennen kann.
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Die Litze oder der Draht f= oder auch die Muffe k steht in Verbindung
mit einer gleichfalls achsial in der hohlen Hauptwelle b1 liegenden Zugstange L.
Die Verschiebung dieser Stange kann zur Messung des Fingerdruckes verwendet werden,
und zwar kann die Messung beispielsweise, wie auf der Zeichnung dargestellt, durch
eine Art Federwaage erfolgen. In diesem Falle ist die Zugstange L an eine Schraubenfeder
n angeschlossen, wobei zweckmäßig auf das Ende der Stange eine Rändelmutter ytz,
gesetzt ist, die mittels eines Federtellers nal o. dgl. auf die Feder .n
drückt. Die Stange l selbst wird zweckmäßig in dem Lager o geführt. An Stelle der
Feder ta zur Ermittelung des Druckes können auch beispielsweise Gewichte dadurch
dienen, daß der Draht f= an dem hinteren (auf der Zeichnung durch die Meßfeder n
abgeschlossenen) Ende der Hauptwelle b herausgeführt und über Rollen geleitet wird.
An das Ende der Litze kann eine beliebige Wägevorrichtung, z. B. eine Waagschale,
zum Aufsetzen von Gewichten angeordnet sein.
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In dem abgebildeten Ausführungsbeispiel kann die Vorrichtung auf folgende
Weise zugleich zum Auswuchten des Flyerflügels r. verwendet werden: Die beiden Lager
q, q1 der Hauptwelle sitzen in an sich bekannter Weise auf Blattfedern r, r1 und
sind zweckmäßig als Lager mit Kugelbewegung ausgebildet. Bei Benutzung dieser Vorrichtung
in der Weise, daß der sich drehende Teil während seines Ganges ebene Pendelschwingungen
um einen festen Punkt ausführt, wird wahlweise zweckmäßig die Pendelachse einmal
in die Achse der Kugelschale des Lagers q und das andere Mal in die entsprechende
Achse des Lagers q1 gelegt. Die Achse b1 und somit der Flyerflügel wird in beliebiger
Weise derart in Umdrehung versetzt, daß die Drehzahl oberhalb der sogenannten Resonanzdrehzahl
liegt, bei welcher die durch die Wuchtmassen des Flyerflügels a hervorgerufenen
Schwingungen mit den Eigenschwingungen des pendelnden Systems in Resonanz geraten.
Alsdann wird der Antrieb ausgeschaltet, und die Feststellung derWuchtmasse erfolgt
während des Auslaufens der Vorrichtung bei Durchschreiten der Resonanzdrehzahl.
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Als Antrieb für die Vorrichtung dient zweckmäßig eine Scheibe P, die
z. B. als Reibscheibe ausgebildet und durch Andrücken der Antriebsscheibe s an die
Scheibe P in Drehung versetzt werden kann. Zweckmäßig ist die Scheibe p in Richtung
der Wellenachse b1 verschiebbar angeordnet. Dies hat den Zweck, die gesamte Vorrichtung
stets auf die Resonanzdrehzahl leicht einstellen zu können. Da sich mit der Drehzahl
die Form des auszuwuchtenden Flyerflügels und somit die Resonanzdrehzahl ändert,
ist es notwendig, diese Drehzahl der Form des Flyerflügels anzupassen. Dies kann
entweder durch Veränderung der Länge der Blattfedern r, r1 oder durch Achsialverschiebung
einer Hilfsmasse erfolgen. Diese Hilfsmasse wird zweckmäßig durch die Scheibe P
selbst gebildet, die aus diesem Grunde längs der Welle b1 verschieblich ist.
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Zum Ausgleich der exzentrisch liegenden Masse der Meßvorrichtung,
insbesondere der Scheibe f, ist an dem freien Arm des Bügels eine Masse 1a angeordnet,
die zweckmäßig veränderlich oder verstellbar eingerichet ist.