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Gasbehälter. Die Erfindung betrifft Gasbehälter, bei denen zwischen
einem verschiebbaren, den Gasraum abschließenden Kolben und der Behälterwand eine
feste und eine flüssige Dichtung vorgesehen ist. Bei den bekannten Gasbehältern
dieser Art wird die zwischen der Behälter-und Kolbenwandung hindurchtretende Flüssigkeit
am Boden des Behälters gesammelt und durch Pumpen wieder nach der Dichtungsstelle
aufwärts befördert. Hierbei muß die Flüssigkeit auf eine erhebliche Höhe gehoben
«-erden, da die Dichtstelle bei gefülltem Gasbehälter j e nach Größe des letzteren
2o bis 70111 oberhalb des Behälterbodens liegt. Zur Beförderung der Sperrflüssigkeit
ist daher eine Reihe von Pumpen nötig, die ein großes Anlagekapital, hohe Betriebskosten
und eine sorgfältige Wartung erfordern. Die bekannten Gasbehälter haben ferner den
Nachteil, daß der Kolben in dein Behälter nicht sicher geführt ist und sich leicht
schräg stellen kann, wodurch das sichere Auf- und Abwärtsgehen des Kolbens gefährdet
wird.
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Gemäß der Erfindung besitzt der Kolben an seinem Umfang zwei übereinanderliegende
zur Aufnahme der dichtenden Flüssigkeit
dienende Tassen, wobei eine
Pumpe zum Zurückbeben der zwischen Behälter und Kolben aus der oberen in die untere
Tasse hindurchdringenden Flüssigkeit vorgesehen ist. Bei dieser Ausbildung des Gasbehälters
braucht von den Pumpen nur eine geringe Förderhöhe bewältigt zu «-erden. Man kommt
daher mit einer oder hiichstens zwei Pumpen aus. Die Anlagekosten und besonders
die Betriebskosten werden infolgedessen bedeutend vermindert.
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Zweckmäßig ist die untere Tasse mit Schurren zum Auffangen der an
der Behälterwandung niedersickernden Sperrflüssigkeit versehen, damit diese Flüssigkeit
sicher in die untere Tasse geleitet wird. Ferner ist es zweckmäßig, den in der Behälterwan
ilung angeordneten, als feste Dichtung dienenden federnden Ringen einen solchen
Abstand voneinander zu geben, daß der Kolben stets von mehreren Ringen gleichzeitig
geführt und eine Schiefstellung desselben verhindert wird.
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Auf der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung beispielsweise
dargestellt.
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Abb. i ist ein senkrechter Schnitt durch den Gasbehälter; Abla.2 zeigt
einen senkrechten Schnitt durch die am Kolbemimfang angeordneten Tassen in vergrößertem
Maßstabe; Abb. 3 zeigt einen wagerechten Teilschnitt durch drei verschiedene Ausführungsformen
vier Dichtungsringe; Abb. .I, 3 und 6 zeigen ini senkrechten Schnitt verschiedene
Arten der Befestigung und Ausbildung der Dichtungsringe; Abb.7 veranschaulicht einen
senkrechten Schnitt durch einen Dichtungsring mit besotiderer Führung für den Kolben;
Abb.8 zeigt eine Ausführungsforen des Dichtungsringes in Verbindung mit einer am
Behälter angeordneten Wassertasse; Abb. 9 zeigt einen senkrechten Schnitt durch
einen teleskopartigen Gasbehälter.
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In dein Gasbehälter ist ein senkrecht verschiebbarer Kolben a angeordnet,
der zum Abschluß des unterhalb des Kolbens befindlichen Gasraumes von dem oberhalb
des Kolbens befindlichen Luftraum dient. Der Kolben wird durch eine Reihe federnder
Ringe b abgedichtet, die an derInnenwandung c angeordnet sind.
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Der Kolben trägt an seinem Außenumfange -zwei übereinanderliegende
Tassen, die eine Sperrflüssigkeit d aufnehmen. Letztere .hat zweckmäßig einen tiefliegenden
Gefrierpunkt. Die Berührung zwischen dein Kolben a und den Diclitungsringen b erfolgt,
wie aus Abb. 2 ersichtlich ist, durch ein Umfangsblech t. In der oberen Wassertasse
befindet sich eine nicht ganz bis zum Boden der Tasse reichende Scheidewand a,.
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Auf dein Kolben sind eine oder mehrere Pumpen f angeordnet, deren
Saugrohr u in die untere Tasse e hinabreicht, während das Druckrohr v in das Oberende
der oberen Tasse mündet. Zwischen dem Gasraum und dem Oberende cler oberen Tasse
befindet sich eine Verbindungsleitung ä, durch welche die in der oberen Tasse b°_findliche
Flüssigkeit unter Druck gesetzt werden kann. Ein Überlaufrohr s verliinciert das
Steigen des Flüssigkeitsspiegels ir in der oberen Tasse über eine gewisse Grenze
hinaus.
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Das Umfangsblech t besitzt eine Öffnung 1-, und in dieser sind federnde
Auffangvorrichtungen h angeordnet. Diese haben den Zweck, die Sperrflüssigkeit,
«-elche zwischen dem darüberliegenden Ring b und dem Umfangsblech t hindurchfließt,
aufzufangen und in die untere Tasse zu leiten.
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Jeder Dichtungsring b kann in sich geschlossen sein. Er kann aber
auch aus einzelnen Stücken i zusammengesetzt sein, die entweder einander überdecken,
durch besondere Laschen an den Berührungsstellen überdeckt werden oder ineinandergreifen.
(Vgl. Abb. 3.) Die Dichtungsringe b können unmittelbar auf der Innenwand c des Gasbehälters
befestigt sein, wie dies in Abb. d. dargestellt ist. Die Dichtungsringe können aber
auch auf 7ylindrischen, in sich geschlossenen Mantelblechen k angeordnet sein, die
mit dein oberen Rand an der Behälterwandung befestigt sind und am unteren Ende frei
herabhängen (Ahb. 3).
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Bei der Ausführungsform gemäß Abb. 6 besitzen die Dichtungsringe an
der Berührungsstelle finit dein Kolben Verstärkungen in. Diese haben den Zweck,
einen Verschleiß der Dichtungsringe zu verhüten.
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Bei der Ausführungsforen gemäß Abb. 7 ist zwischen dein Dichtungsring
-b und der Innenwandung des Behälters c eine Führung o vorgesehen, wodurch der Kolben
a sicher gehalten wird.
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Bei der Ausführungsform gemäß Abb. 8 wird der Dichtungsring b von
einem Mantelblech k getragen, das sich von der Befestigungsstelle des Ringes aus
kegelförmig nach außen bei k' erweitert und mit einem zvlindrischen Ansatz k" in
eine ZVassertasse l
taucht, die an der Innenwandung c des Gasbehälters vorgesehen
ist.
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Sowohl bei der Ausführungsforen gemäß Abb. 2 als auch bei der Ausführungsforen
gemäß Abb.8 sind die Dichtungsringe in ringförmigen Kasten ia des Behälters vorgesehen.
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Zweckmäßig lassen sich die Dichtungsringe in radialer Richtung einstellen,
um dem Dichtutigsdruck eine beliebige Höhe geben zu können. Die Dichtungsringe werden
im allgemeinen aus Eisenblech herzustellen sein. Man kann aber auch in gewissen
Fällen Holz oder andere Baustoffe verwenden.
Bei der Ausführungsform
gemäß Abb. 9 sind ein oder mehrere Teleskoprohre p zwischen ,lein Kolben a und der
Behälterwandung c angeordnet. Am Umfang des Behälterbodens ist eine ringföriiiige
Vertiefung d angeordnet, die finit einer Zuleitung t- für die Sperrflüssigkeit versehen
ist. Diese Vertiefung nimmt die Kolbentassen e bei tiefster Kolbenlage auf. Die
in der Vertiefung befindliche Sperrflüssigkeit ergießt sich hierbei in die Kolbentassen.
Die Wirkungsweise ist folgende: Zum Inbetriebsetzen des Gasbehälters wird die Sperrflüssigkeit
in den Ringbehälter q am Umfang des Behälterbodens eingeleitet. In diesen taucht
die untere Tasse e des Kolbens a
ein und füllt sich selbsttätig. In
tiefster Lage des Kolbens wird gleichzeitig ein gasdichter Verschluß erreicht der
ein Befahren des Kolbens und seiner Tassen gestattet.
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Die obere Tasse wird aus der unteren Tasse mittels der durch Schwimmerhebel
selbsttätig ein- und ausschaltbaren Pumpe f mit der Sperrflüssigkeit gefüllt. Durch
die Pumpe wird der Flüssigkeitsspiegel fit auf einer bestimmten Höhe gehalten. Der
auf dein Spiegel fit lastende Druck liebt die Flüssigkeit über (las Umfangsblech
t hinweg zwischen Kolben und Dichtungsringe.
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Beine Aufwärtsgehen des Kolbens fördert (lie Pumpe soviel Flüssigkeit
aus der unteren Tasse in die obere, wie der auf dem Spiegel fit lastende Druck über
das C"infangsblech t hiniil)erliefördert. Verläßt #ler Dichtungsring dann das Umfangsblech
t, so fließt die Flüssigkeit nach der unteren Tasse zurück. Die am oberen Rande
der unteren Tasse befindliche federnde Auffangvorrichtung li nimmt die noch an der
Innenwand haftende Flüssigkeit auf and leitet sie in die Tasse zurück.
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Bei der Abwärtsbewegung des Kolbens wird ilie oberhalb der Dichtungsringe
stehende 1# lüssigkeit in die obere Tasse zurückgedrängt. Dadurch steigt der Spiegel
fit und die Sperrflüsigkeit fließt durch den L'berlauf s in die untere Tasse zurück.
Hat fier Dichtungsring (tann das Uitifatigsblecli verlassen, so wird der Raum bis
zum nächsten Dichtungsring durch die obere Tasse wieder auf-,füllt, indem die Druckquelle
g, wie oben beschrieben, auf den Spiegel fit einwirkt und die Sperrflüssigkeit (ladttrch
über das L-infangsblech t hinüberschafft. Diese Flüssigkeitsmenge wird dann beim
Abwärtsgehen des Kolbens wieder in @lie obere Tasse zurückgedrängt, bis ein Richtungswcchsel
in der Bewegung des Kolbens eintritt.
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Bei dieser Arbeitsweise werden nur eine oder höchstens zwei Pumpen
gebraucht, :lie nur eine geringe Förderhöhe zu bewältigen haben, gegenüber der größeren
Anzahl Pumpen bei der eingangs geschilderten Anordnung, bei rler von den Pumpen
eine erhebliche Förderhöhe überwun:len werden muß. Die Anlagekrsten und besonders
die Betriebskosten sind also bei dein Gasbehälter gemäß der Erfindung bedeutend
geringer.