-
Verfahren und Vorrichtung zur Zwischenentnahme von in Schächten behandelten
bituminösen Stoffen. Zwecks Erhöhung der Leistung von Gaserzeugern ist bereits früher
der seitliche Abzug eines Teils des entgasten Brennstoffes aus dem Schacht des Gaserzeugers
vorgeschlagen worden. Bei den bisher l:eschriebenen oder gebrauchten Einrichtungen
dieser Art wurde die Menge des durch Zwischenentnahme aus dem Schacht abgezogenen
Kokses durch die Größe oder den Verschluß bzw. die Offnung des neben dem Schacht
liegenden Entnahmeraumes bestimmt. Um eine ununterbrochene Zwischenentnahme des
Kokses aus dem Schacht zu ermöglichen, mußte die .Menge des in den Entnahmeraum
abgeleiteten Kokses bisher stets sehr,groß l:einessen «-erden. Hierdurch entstand
die Gefahr, claß ein allzu großer Teil des Brennstoffes in den Entnahmeraum und
nicht in die Verbrennungszone des Gaserzeugers gelangte, wodurch wiederum die Gefahr
der Unterbrechung des Gaserzeugungsvorganges hervorgerufen wurde. Andererseits mußte
der in großer Menge aus dem Schacht entnommene Brennstoff unvermeidlich in mehr
oder weniger großer .Menge nicht ausgegarten Koks enthalten.
-
Gegenüber diesem Nachteil der älteren Verfahren bietet (las vorliegende
Verfahren einen technischen Fortschritt dadurch, claß die Kokszwischenentnahme regelbar
gestaltet ist, und zwar durch die dein jeweiligen Erfordernis anzupassende veränderliche
Dauer und Tiefe des Angriffs von beweglichen Glieclern auf die von dein entgasten
Brennstoff gebildete natürliche Böschung.
-
Für die Durchführung des Verfahrens werden die Mäntel der schachtartigen
Gaserzeuger oder Schweler mit Schlitzen vers sehen. Die Höhenlage dieser Schlitze
wird so gewählt, daß eine im Innern des Schachtes durch einen Einsatz (Schwelretorte
o. dgl.) gebildete natürliche Böschung im Ruhezustande auf der Unterkante der Wandschlitze
aufruht. Wird nun durch geeignete Vorrichtungen diese natürliche Böschung angeritzt
oder angestoßen, so gerät ihre obere Schicht ins Gleiten, und ein Teil des Gutes
rutscht über die Kante der Schlitze hinweg in seitlich angebrachte Taschen.
-
Das beschriebene Verfahren gestattet die Entnahme unter drei für die
Wirtschaftlichkeit ganz besonders wesentlichen Bedingungen. Einmal wird in derHauptsache
die Schwerkraft in Verbindung mit der Verminderung des Gleitwinkels beim Anritzen
der Böschung benutzt und hierdurch der Isr aftverbrauch auf ein Mindestmaß herabgesetzt,
wol,ei die mechanischen Vorrichtungen entsprechend leicht gehalten werden können.
Weiterhin ermöglicht die Eigenart des Verfahrens eine Entnahme des Halbkokses von
der gesamten Oberfläche der Böschung. Da das Gut der einmal angeritzten Oberfläche
auch seitwärts abrutscht. stören etwa vorhandene, die Schlitze trennende Stege nicht,
besonders wenn sie nach der Böschung hin kegelig ausgebildet sind. Drittens nutzt
das Verfahren die an und für sich bekannte Erscheinung aus, daß bei Bildung natürlicher
Böschungen aus gemischtgekörntem Gut vorzugsweise das grobe nach außen abgesondert
wird. Die grobe Körnung und Staubfreiheit des Halbkokses bedeutet aber für die meisten
Verwendungsgebiete keinen Vorzug.
-
In den Abbildungen i bis 5 sind einige Beispiele von Vorrichtungen
zur Durchführung des Verfahrens wiedergegeben. Abb. i stellt einen Drehrostgaserzeuger
im senkrechten Schnitt, Abb.2 den gleichen Gaserzeuger im wagerechten Schnitt an
der Entnahmestelle
für Halbkoks dar. Das aus dem runden Schacht
a austretende Gut böscht sich zum Kegel b, und zwar wird hierbei das grobkörnige
Gut nach unten rollen 1>7w. sich auf der Oberfläche des Kegels anreichern. Die Böschung
stützt sich auf die Kante c des an dieser Stelle schlitzartig durchbrochenen Ofenmantels.
Die Höhe der Kante c ist so gewählt, claß 1-ei unbewegter Austragevorrichtung kein
Gut über diese Kante hinweg nach außen treten kann, sondern auf der Abschrägting
c-d nach innen gleiten muß. Die Arme c sind in zwei Drehpunkten f-f pendelnd aufgehängt
und ragen mir wenige Zeittinieter radial in die Böschung b hinein. Die Arme e sind
unter sich durch leichte Zugstangen y verl;unden. In der Abb. 2 sind beispielsweise
sämtliche am Umfange angebrachten Arme auf diese Weise ringförmig gekuppelt, nur
ein Glied e' besitzt einen Dreh-I:olzen j', welcher gasdicht nach außen durch deii
'Mantel hindurchgeführt ist und dort einen l Iehzl g trägt. Bewegt man Hebel" so
werden sämtliche Gliedere am Umfange, entsprechend ihrer Aufhängung, pendelnd: erfahrungsgemäß
genügen schon ganz gering: Ausschläge von e, um die Oherfläche der Wischung zum
Abgleiten zu bringen. Das abgleitende Gut fällt in eine mit Wasser gefüllte Drehschüssella
und wird hier mittels l:ekannter, schräggestellter Abstreifvorrichtung i, welche
am äußeren Mantel des Gaserzeugers einstellbar befestigt ist, über die Kante h der
Schüssel gehoben. In der A11. i ist die Drehschüssel mit der Aschenschüssel des
Drehrostgaserzeugers fest veri.unden. Die Stützung des Oberteiles erfolgt durch
die Tütle 1, unter welchen die beiden Drehschüsseln hinweggleiten. Der äußere Mantel
des Gaserzeugers kann trichterförmig wie 1 ei iit gezeichnet ausgebildet «-erden,
damit die Füße am inneren -Mantel angreifen können.
-
Abb. 3 und d. zeigen eine ähnliche Vorrichtung für Gaserzeuger von
langgestreckteni Querschnitt, und zwar stellt Abb.3 den senkrechten Schnitt und
Abb. d. den wagerechten Schnitt dar. Das aus dem Schacht i? austretende Gut böscht
sich im Ruhezustand bis zur Kante o. In die Böschung ragen Arme p hinein, «-elche
hei q-q pendelnd aufgehängt sind. Die Arme sind ferner durch Stangen, welche `-eitere
Arme tragen können, ierl:unden. Die Achse q' ist mit einem Arm p fest verl-unden.
Sie ist nach außen gasdicht durch den 'Mantel hindurchgeführt und trägt dort den
Hebel r. Bewegt man r, so «-erden die einzelnen Arme p die Böschung anritzen und
zum Abgleiten in den Trichter s bringen. Der Trichter s ist im unteren Teil mit
`'Wasser gefüllt. Durch eine schräg ange,:rachte Platte t und eine ebenfalls geneigte
Abschlußfläche Mt wird ein sich erweiternder Kanal gebildet. Läßt man jetzt durch
Düse v Druckwasser eintreten, so wird das am Boden des Trichters angesammelte körnige
Gut über die Kante zel der Abschlußfläche tt hinweggespült. Es fällt in einen Behälter
x, aus welchem es durch irgendein bekanntes Fördermittel (Spülung, Transportband,
Rutsche usw.) entnommen werden kann. Behälter x kann auch unmittelbar als Spülrinne
ausgebildet «-erden.
-
In Abb.5 ist beispielsweise der Antrieb der Entnahmevorrichtungen
von mehreren S 5' chachtgaserzeugern dargestellt. A sind die Antriebshebel für die
Entnahmevorrichtungen der einzelnen Gaserzeuger. Sie sind mit einem durchlaufenden
geschlossenen Drahtseil B durch -Mitnehmer C unter Zwischenschaltung von Pufferfedern
D verbunden. An dem Ende der Gaserzeugerreilie wird das Drahtseil ül-er Rollen e
geführt, geht von dort an der zweiten Längsseite der Gaserzeuger entlang und treibt
hier die entsprechenden Hebel A an. An irgendeiner Stelle wird dieses Drahtseil
beispielsweise durch einen hydraulischen Kolben P hin und her bewegt. Unter Zwischenscfhaltung
von Kurbeltrieben ist es natürlich auch möglich, (las Drahtseil dauernd in einer
Richtung umlaufen zu lassen und trotzdem den Heheln --A eine kurze einstellbare
hin- und hergehende Bewegung zu erteilen.