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Selbsttätige Feuerwaffe mit Schrägverschluß. Die Erfindung ketriftt
eine selbsttätige Feuerwaffe finit Schrägverscliluß, dessen Schrägflächen eine solche
Neigung haben, daß der Verschluß, bevor er durch den Druck der Pulvergase in die
Ofenlage übergeführt wird, durch den Elplosion:sdruck verriegelt wird, wie in der
Patentschrift 365141 beschrieben, und bezweckt, diesen bekannten Schrägverschluß
für eine durch Kammer abgeschlossene selbsttätige Feuerwaffe nutzbar zti machen.
Dieses geschieht dadurch, daß Kainnier u::(1 Hülse durch einen den Schiägverschluß
bildenden Riegel nach den beim Niederdruck ansprechenden Schrägflächen initeinander
verbunden sind, so rlaß die Wirkung des Niederdruckes sich unter Vermittlung der
Kammer auf den Riegel äußert. Der (Ziegel wird zti diesem Zweck mit zwei verschieden
geneigten Schrägflächen auf der Kannner und in der Hülse geführt, deren Neigungsunterschied
den selbsttätigen Schrägverschluß bewirkt. Der Schlagbolzen wird auch auf dein Riegel
durch Lesondere Schrägflächen geführt, deren Neigung aber nach der entgegengesetzten
Seite wie die Sclirägver5cliltißtläc'ien des lZiegels, also iin negativen Winkel,
verkauft. Der Riegel selbst ist nach einem H- oder Profil gestaltet, dessen Flanschen
an den Kanten nach dein ';chrägw@i,n1_vel der Kammer verlaufen und an den Außenflächen
Wa-Zen. mit nach dein Schrägwinkel der Hülse verlaufenden Flächen tragen, während
der Steg im vorercvIhnten regativen Winkel den Sch'.zghclzen rührt. Die Schlagbolzenfeder
findet finit ihrem vorderen Ende hinter dein Jie Schrägführung für den Kegel tragenden
Teil Anlage, um den Riegel und die Kammer als Ganzes in die Schließlage zurückführen
zu können. @ Damit das Schloß von Hand geöffnet werden kann, ist der Schlagbolzen
in bekannter @V.eise mit einem Datinleilgriff versehen, finit welchem er von Hand
zurückgezogen wird.
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1n der 7eichnung stellen dar: Al,li. i einen Lärgsschnitt durch die
Feuerwaffe mit den Teilen in abgefeuerter Lage, Abb. 2 einen Längsschnitt finit
den Teilen nach <lern Abfeuern und Entriegeln, Abb. 3 einen Schnitt nach der
Linie 7-7 der Abb. i, Abb. 4 einen Schnitt nach der Linie 8-8 der Abb. i, Abb. 5
einen Schnitt nach der Linie 9-9 der Abb. :1, Abb. 6 ein Schaubild des Riegels,
Abb. 7, 8, 9 Grundriß, Seitenansicht. Hinteransicht des Schlagbolzens, Abb. io,
11, 12 Grundriß, Seitenansicht, Hinteransicht der Kammer, Abb. 13 ein Schema zur
@'eran;chaulichun;@ der verschiedenen Neigungswinkel.
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Die Waffe besteht aus der Hülse R finit angeschraubtem Lauf, Kammer
Ti, Riegel l_. Schlagbolzen F@II, Schlaholze#ife;ler S. Die dargestellte Waffe ist
eine Pistole; selbstverständlich bezieht sich die Erfindung aber auch auf Gewehre,
1laschine igewehre und ähnliche selbsttätige Waffen.
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Die Kammer T führt in fier Hülse R eine Hin- und Herlxwegung aus,
in welcher sie den Laderaum des Laufes abschließt. Gemäß Abb. to his 12 ist der
hintere Teil 3 der Kammer ini L"mriß rechtwinklig und besitzt einen Längsschlitz
.t zur Aufnahme des Schlagbolzens FM una seiner Feder S. Der vordere Teil 5 der
Kammer ist auch rechtwinklig ini L'inriß, aber bedeutend schmaler als der Hintere
Teil 3. Der vordere Teil 5 hat einen oberen Schlitz 6 zur Aufnahme der Spitze des
Schlagbolzens, einen seit'.iclien Schlitz ;- zum Eintritt eines Auswerferstiftes
(nicht (largestellt), der in der Hülse R liegt, und vorn eine Aussparungg für den
Patronenboden. Die Seitenwandungen io, fit des hinteren Teiles 3 sind finit in einem
Winkel b zur Senkrechten geneigten Schlitzen 12, 12' versehen. Auf ihrer unteren
Seite trägt die Kammer Rasten 13 für den Abzugstollen.
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Der Schlagbolzen F Il (Abb. 7 bis 9) besteht aus einem Hauptkd-irper
rd., der in den oberen Schlitz 4 der Kammer eingepaßt ist, der Sclilagbolzenspitze
15, die in dem Seitenschlitz 6 der Kammer gleitet und einem Datiinengriff 16, der
durch den Schlitz 17 der Hülse R nach oben hindurchtritt, um den Schlagbolzen von
Ha#:d zu führen. Ein dünner Schwanz 18 verläuft vod dein Hauptkörper t:4 in einer
Richtung mit dem Daumengriff 16, um den Schlitz 17 abzuschließen. Der Hauptkörper
1.1 ist mit einem Otterschlitz i9 versehen, der in einem Winkel 7m zur Senkrechten
geneigt ist (negativer Winkel).
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. Der Riegel L (Abb. 6) ist H- oder U-förmig
und
besteht aus den Flanschen 2o, 2o' lind dem sie verbindenden Steg 2i nebst den Warzen
22, 22' .auf den äußeren Fl:anschenflächen. Die Flanschen 2o, 2o' sind an ihren
Kanten entsprechend den Schlitzen 12, 12' der Kammer geneigt, also in demselben
Winkel b wie die Führungsflächen der Kammer (Abb. 13). Der Steg 21 dient zur Führung
des Schlitzes i9 des Schlagbolzens; seine vorderen und hinteren Flächen sind zu
der Senkrechten in deaiselben Winkel fnc geneigt wie der Schlitz i9. Die Warzen,
22, 22' dienen zur Führung in den Schlitzen 23, 23' der Hülse R (Abb. 2 uni 5),
und ihre vorderen und hinteren Flächen sind in einem Winkel f zu der Senkrechten
geneigt.
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Bei der dargestellten Ausführung sforrn beträgt der Winkel
f 45°, :der Winkel b 22° und der Winkel frn io°: der Schlagbolzenwinkel
f in kann als negativer Winkel .gelten, weil er nach der entgegengesetzten Seite
abfällt wie die anderen Winkel.
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Der Gang des Schlosses ist folgender: In der abgefeuerten Stellung
(Abb. i ) drückt die Feder,S die Kammer, den Schlagbolzen und den Riegel nach vorn.
Nach dem Abfeuern überträgt die Kammer den Schließdruck auf die Flanschen 20, 21
des Riegels I_, und dieser überträgt den Druck auf die Hülse R mittels der Warzen-22
und 22'. Dadurch, daß die Schrägflächen zwischen Kammer und Riegel und zwischen
Riegel und Hülse tun einen bestimmten Betrag geneigt sind, löst sich der Riegel
selbsttätig, wenn der Schließdruck auf einen verhältnismäßig niedrigen Wert gesunken
ist. Der Unterschied zwischen der Neigung der Schrägflächen i' der Hülsenwarze 22,
22' und der Kanten 1" der Flanschen 20, 2o' entspricht dein kritischen Winkel, bei
welchem sich der Verschluß selbsttätig öffnet. Dieser Unterschied ist in -Sb.
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mit f-b hezeichnet. Der Riegel: L wird angehoben (Abb.2), in dieser
Lage liegen die Warzen 22, 22' oberhalb der Ebene der Schlitze 23, 23' der Hülse
und der Steg 21 in dein oberen Ende des Schlitzes i9 des Schlagbolzens, der zurückgezogen
ist, so claß die Kammer :sich mit dein Schlagbolzen und dem Riegel frei zurückbewegen
kann, während der Schlagbolzen mit der Kammer durch den Riegel verriegelt bleibt.
Die leere Patronenhülse wird ausgeworfen, die gespannte Feder S drückt das Schloß
vorwärts, führt eine neue Patrone ein, die Warzen 22,22' treten in die Schlitze
23, 23', der Riegel I. bewegt sich nach unten, .der Schlagbolzen wird in dem Augenblick
vorgeschnellt, in welchem die Kammer die vorderste Stellung erreicht hat. Der Riegel
I_ wird nicht nur mittels der Schlitze 23, 23', sondern auch mittels der Schlitze
12, 12' geführt, so daß sich beim Vorschieben der Kammer dieselbe Bewegung in umgekehrter
Folge vollzieht wie beim Zurückstoßen.
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Wenn der Verschd.uß von Hand mittels des Daumengriffes 16 geöffnet
werden soll, wird dieser Druck durch den Schlagbolzen auf den Riegel und auf idie
Kammer übertragen.