DE396C - Goldgazegebifs - Google Patents
GoldgazegebifsInfo
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Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
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- A61C—DENTISTRY; APPARATUS OR METHODS FOR ORAL OR DENTAL HYGIENE
- A61C13/00—Dental prostheses; Making same
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Description
1877.
Klasse 30.
E. DUNZELT in BERLIN. Goldgazegebifs.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 24. August 1877 ab. Längste Dauer: 21. Januar 1892.
Häufige Klagen über mannigfache Unzuträglichkeiten beim Tragen· von Kautschuk- oder
Goldgebissen haben den Erfinder seit lange veranlafst, Versuche zu machen, um diesen Uebelständen
abzuhelfen, und es ist ihm gelungen, eine Basis für künstliche Zähne herzustellen,
die allen Anforderungen, die an ein gutes Gebifs gemacht werden müssen, genügt und die
Klagen, welche gegen die Gold- oder Kautschukgebisse erhoben werden, vollkommen aufhebt.
Derselbe ist durch seine Erfindung in den Stand gesetzt, ein künstliches Gebifs herzustellen, welches
die Vortheile, die Goldpiecen vor Kautschuk-Gebissen haben, und umgekehrt die Vorzüge,
die Kautschukgebisse vor den Goldgebissen haben, vereint.
Die Basis dieser Gebisse besteht aus einer aus hochkarätigem (i8kar.) Golde gefertigten
Golddraht-Gaze, welche mit einem sehr dünnen Kautschuk-Ueberzug versehen ist. Diese Goldgaze
besitzt sowohl eine ganz aufserordentliche Biegsamkeit, als auch Dauerhaftigkeit und infolge
dessen ist es sehr schwierig, dieselbe zu zerbrechen oder zu zerreifsen.
Mit grofser Leichtigkeit kann man diesem Gewebe jede beliebige Form mit äufserster Genauigkeit
geben, was bei den früher verarbeiteten Goldplatten nicht der Fall ist. Dieses Gewebe ist bei der neuen Erfindung mit einer
dünnen Lage Kautschuk überzogen, um es in der jedesmaligen an den Gaumen genau anschliefsenden
Form zu erhalten bezw. zu fixiren.
Der Kautschuk dient also nur als Bindemittel. Es läfst sich diese Gaze für alle Fälle, sowohl
für Klammergebisse, als auch für Saugegebisse, mit gleich gutem Erfolge anwenden.
Wenn man diese Goldgazegebisse mit allen bisher in der zahnärztlichen Praxis angefertigten
Goldgebissen vergleicht, so besteht der am meisten in die Augen fallende Vorzug der
ersteren darin, dafs die Basis derselben sehr leicht und mit gröfserer Genauigkeit dem Gaumen
angepafst werden kann, während die bisher gefertigten Goldgebisse viel mehr Schwierigkeiten
bieten und selbst wenn sie mit gröfster Sorgfalt gearbeitet sind, doch die Genauigkeit nicht
besitzen, wie die neuen Gazegebisse.
Ferner ist der Gewichtsunterschied ein ganz bedeutender. Während z. B. Goldsauggebisse
wegen ihrer Schwere den Patienten oft unbequem sind, sind die Goldgazegebisse ihrer grofsen
Leichtigkeit wegen viel angenehmer zu tragen.
Klammern, wenn sie angewandt werden müssen, lassen sich sehr gut biegen, sie besitzen eine
grofse Elasticität und sind den Zähnen, die sie umfassen, ihres genauen Anschlusses wegen, nicht
nachtheilig, während man bei den gewöhnlichen Goldklammern oft nachtheilige Wirkungen in
Bezug auf die umklammerten Zähne beobachtet. Goldplatten bieten zuweilen dadurch grofse
Schwierigkeiten, dafs sie bei dem Löthen sich verziehen und infolge dessen viel Erfahrung und
Uebung erfordern, um ihnen die richtige Form wieder zu geben, oft gelingt dies aber auch
trotz der gröfsten Mühe nicht; bei den neu erfundenen Gazegebissen bleibt beim Verbinden
mit Kautschuk die Form ganz unverändert.
Beim Vergleiche der Gazegebisse mit den Kautschukgebissen sind die Vortheile in noch
höherem Mafse vorhanden. Je dünner ein Kautschukgebifs hergestellt wird, um so mehr verliert
es an Solidität; macht man es wegen der Dauerhaftigkeit dick, so wird es wieder schwer
und beeinträchtigt den Raum für die Zunge. Alles dieses fällt bei den neuen Gebissen weg,
da dieselben, wie schon erwähnt, äufserst dünn und leicht gefertigt werden können und dabei
eine grofse Dauerhaftigkeit besitzen. Kautschukgebisse und die an denselben befindlichen Klammern
können, wenn nöthig, nur in warmem Zustande gebogen werden. Hierbei findet fast immer mehr oder weniger ein Verziehen der
ganzen. Platte statt, die Gazegebisse lassen sich, wenn man mit den dazu gehörigen Manipulationen
bekannt ist, kalt und warm biegen, ohne die Gesammtform nur im geringsten zu verändern.
Nicht selten erzeugen Kautschukgebisse Irritationen, mitunter sogar Entzündungen der
Mundschleimhaut.
Der Grund hierzu liegt theils in der chemischen Beschaffenheit des Kautschuks, theils in
dem schlechten Wärmeleitungsvermögen desselben. Bei den Goldgazegebissen kann obige Erscheinung
fast gar nicht oder nur in sehr geringem Mafse eintreten, da, wie aus der Construction
hervorgeht, erstens nur ein sehr geringer Theil des Kautschuks den Gaumen berührt
und zweitens das Metallgewebe der Platte
ein bedeutend besseres Wärmeleitungsvermögen verschafft.
Die Goldgaze läfst sich fur die Gebisse auf zweierlei Arten anwenden. Erstens in der schon
beschriebenen Weise als formgebende Basis des Gebisses mit Kautschuküberzug (Fig. i). Dieses
ist das hauptsächliche der neuen Erfindung. Sie läfst sich aber noch auf. eine andere Art anwenden
und zwar zweitens als Einlage in Gebissen mit Kautschukplatten nach alter Methode
(Fig. 2). Auch im zweiten' Falle gewährt die Goldgaze grofsen Nutzen und zwar dadurch,
dafs es einestheils erreicht wird, diese Platten so dünn herzustellen, wie es früher unmöglich
war, und anderntheils dieselben dabei doch von einer Dauerhaftigkeit zu erzeugen, dafs man sie
fast unzerbrechlich nennen kann.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE396T | 1877-08-23 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE396C true DE396C (de) |
Family
ID=70959587
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE396DA Expired - Lifetime DE396C (de) | 1877-08-23 | 1877-08-23 | Goldgazegebifs |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE396C (de) |
-
1877
- 1877-08-23 DE DE396DA patent/DE396C/de not_active Expired - Lifetime
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