KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 68: Schlosserei.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 6. Juli 1886 ab.
Die Neuerung betrifft die Anordnung einer unabhängig von dem Riegel bezw. dessen Schaft
mittelst des Schlüssels zu bewegenden Schlufsplatte an Sicherheits-, sogen. Chubbschlössern.
Der Zweck derselben ist, ein praktisches Schlofs für Wohnungs- und andere Thüren zu schaffen,
bei welchem das vollständige Absperren des Riegels, so dafs er sich nicht von innen zurückziehen
läfst, durch Anordnung vorerwähnter Schlufsplatte in Verbindung mit den Zuhaltungen
geschieht.
Wie aus Fig. 3, bei welcher die Zuhaltungen herausgenommen sind, und aus dem Querschnitt,
Fig. 2, ersichtlich ist, liegt unter dem Riegelschaft α eine für sich unabhängig mit
dem Schlüssel verschiebbare Schlufsplatte b mit zwei Ausschnitten für die Drehung des Schlüsselbartes.
Diese Platte führt sich, Fig. 4, einestheils zwischen den Stiften &2 des Schlofskastens, anderntheils
mit dem auf ihr befestigten und durch entsprechende Schlitze des Riegelschaftes und
der Zuhaltungen hindurchreichenden Stift oder Zapfen bl. Der Riegelschaft, Fig. 5, hat einen
Schlitz αΛ von der Länge, welche zum vollständigen
Zurückschieben des Riegelkopfes nothwendig ist; ebenso haben die um ^1 drehbaren
Zuhaltungen ^ solche Schlitze ^2. f ist die Feder
für den Riegel, g die für die Zuhaltungen, die beliebig angeordnet sein können.
Der Mechanismus hat für gewöhnlich in geöffnetem Zustande die aus Fig. 1 ersichtliche
Stellung. Wird der Schlüssel nach links gedreht, so stellen sich die Zuhaltungen in die
erforderliche Lage, worauf der Zapfen b'1, der
an der linken Seite des Riegelschaftschlitzes ansteht, den Riegelschaft fafst und nach links
zurückschiebt. Zapfen b1 bewegt sich dabei in Schlitz ^2 der Zuhaltungen zurück. Hat die
Platte b die Stellung wie in Fig. 1, so kann auch der Riegel an dem aufserhalb des Schlofskastens
angebrachten Knopf für sich allein und unabhängig zurückgezogen werden (in Schlitz al).
Dreht man den Schlüssel nach rechts herum, so wird, indem die Zuhaltungen in die entsprechende
Lage gehoben werden, die Schlufsplatte b unabhängig vom Riegelschaft vorgeschoben,
die Zuhaltungen fallen alsdann mit ihrem zweiten Einschnitt in den Zapfen bx ein,
letzterer steht nun an der rechten Seite des Riegelschaftschlitzes an, Fig. 3. Es kann daher
der Riegel nicht mehr zurückgezogen werden; das Schlofs ist vollständig gesperrt. Erst wenn
der Schlüssel wieder einmal zurückgedreht ist, kann das Zurückschieben des Riegels an seinem
Knopf oder mittelst des Schlüssels wieder erfolgen.
Es können hierbei beliebig viele Zuhaltungen angewendet werden, und ein Oeffnen des
Schlosses ist nur mit dem dazu hergestellten Schlüssel möglich.
Patenτ-Anspruch:
Bei Sicherheitsschlössern die Anordnung einer für sich von dem Riegelschaft unabhängig mittelst
des Schlüssels verschiebbaren Schlufsplatte b, sowie die Anordnung des Schlitzes a1
im Riegelschaft und der Schlitze ^2 in den Zuhaltungen
derart, dafs sich der Riegel in der Stellung des Mechanismus Fig. 1 mittelst Schlüssels sowohl als auch an seinem Schaft
zurückziehen läfst, während das Zurückziehen desselben in der Stellung Fig. 3 mit vorgeschobener
Schlufsplatte b ohne Anwendung des Schlüssels unmöglich ist.