DE39238C - Neuerung an dem unter Nr. 33300 patentirten Apparat zur ununterbrochenen Destillation und Rektifikation alkoholischer Flüssigkeiten - Google Patents
Neuerung an dem unter Nr. 33300 patentirten Apparat zur ununterbrochenen Destillation und Rektifikation alkoholischer FlüssigkeitenInfo
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Classifications
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- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
- B01D—SEPARATION
- B01D5/00—Condensation of vapours; Recovering volatile solvents by condensation
- B01D5/0003—Condensation of vapours; Recovering volatile solvents by condensation by using heat-exchange surfaces for indirect contact between gases or vapours and the cooling medium
-
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- Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung betrifft einige Neuerungen an dem unter No. 33300 patentirten
Destillir- und Rectificirapparat.
Dieselben beziehen sich im wesentlichen auf die zur dampfdichten Verbindung der Schlangengänge
des Verdampfungsrohres dienenden Rohre e und auf die Vorrichtung zur Condensation
der Alkoholdämpfe.
Der eigentliche Verdampfungsapparat besteht wiederum aus dem mit Flüssigkeit gefüllten
verschlossenen Behälter A, welcher mit Sicherheitsventil R, Manometer P, Luftauslafs O und
Standzeiger q versehen ist. In dem Flüssigkeitsbade liegen über einander nach Art einer
Schlange die flachen, im Querschnitt rechteckigen, abwechselnd geneigten Rohre a. In
jedem derselben, mit Ausnahme des obersten, ist an dem höheren Ende auf dem Boden ein
Steg h befestigt, so dafs hier eine Art kleinen Reservoirs f entsteht. An der Unterkante jedes
Steges h ist übrigens ein kleines Loch vorhanden, so dafs sich die Rohre α bezw. die
kleinen Reservoire f bei Beendigung des Vorganges vollständig entleeren können. An der
tiefsten Stelle jedes Rohres, mit Ausnahme des untersten, ist ein Rohrstutzen e befestigt, welcher
in das darunter liegende Rohr, und zwar bis unter die Oberkante des Steges h, hinabreicht
, so dafs durch die zu destillirende Flüssigkeit selbst zwischen den einzelnen
Rohren ein hydraulischer Verschlufs gebildet wird, welcher das Uebertreten der verflüchtigten
Theile aus einem Schlangengang des Rohres in den anderen verhindert.
An der höchsten Stelle jedes Rohres α geht von der Decke je ein Rohr b ab, von denen
die oberen mit geringem Gefalle zunächst durch einen mit flüchtiger Flüssigkeit gefüllten Behälter
F und dann durch einen Kühler G hindurchgeleitet sind, während die übrigen in
gleicher Weise durch einen zweiten unterhalb von F aufgestellten, ebenfalls mit flüchtiger
Flüssigkeit gefüllten Behälter H1 und dann durch einen zweiten Kühler J hindurchtreten.
Das in A befindliche Flüssigkeits- (z. B. Wasser-) Bad wird durch die Dampfschlange X,
welcher der Dampf durch den Regulirhahn Y hindurch zuströmt, auf constanter Temperatur
erhalten. Die Schlange X tritt als Rohr V unten in den Behälter H1 ein, bildet hier
wiederum eine Schlange U, tritt dann aufsteigend in den über H1 angeordneten, gleichfalls
mit flüchtiger Flüssigkeit gefüllten Behälter F, bildet hier ebenfalls eine Schlange S
und fällt dann als Abflufsrohr nach unten. In den Theilen V und U befinden sich Regulirhähne
JV.bezw. Z. Auch im Ausflufsrohr wird zweckmäfsig ein Hahn angeordnet. Vor dem
Hahn JV ist der Rohrtheil V noch mit einem durch Hahn D verschlossenen Ablafsstutzen
versehen.
Vori dem Deckel des Behälters H1 führt ein
Rohr B B nach dem Deckel des Gefäfses F. geht als Schlange B C durch die flüchtige
Flüssigkeit desselben hindurch, tritt durch den Boden aus und ist als Theil B D in dem Behälter
H1 bis unmittelbar über den Boden hinabgeführt.
In analoger Weise ist von dem Deckel des Behälters F ein Rohr C C oben in einen
über F befindlichen Kühler C E geleitet, bildet in diesem die Schlange C D und tritt als
Theil C F in den Behälter F zurück, woselbst es ebenfalls bis dicht über den Boden herabreicht.
Die beiden Schlangenrohre der Behälter F und C E sind mit Luftauslafshähnen
und Regulirhähnen versehen.
Die Füllung der Behälter H1 und F besteht
aus Alkohol oder ätherischen Essenzen oder mehr oder minder starken Verdünnungen derselben
mit Wasser.
Der Apparat functionirt in folgender Weise: Die durch das Rohr zugeleitete, zu destillirende
Flüssigkeit fliefst in dünner Schicht den Schlangengang der Rohre α hinab, wobei sich
die durch die Stege h gebildeten kleinen Behälter/ füllen und an dem Abfallrohrstutzen e
einen hydraulischen Verschlufs erzeugen. Das im Behälter A befindliche Wasserbad ist bereits
vorher durch die Dampfschlange auf den gewünschten Grad der Erwärmung gebracht. Von
dem Wasserbade aufsteigende Dämpfe entweichen durch das Rohr C H.
Es leuchtet ein, dafs die Erwärmung der durch die Schlangengänge α herabfliefsenden
alkoholischen oder sonstigen zu destillirenden Flüssigkeit nach unten zu immer mehr zunimmt.
In den oberen Schlangengängen verdampfen nur die flüchtigsten Theile. Diese ziehen nun in den oberen Rohren b durch
den als Vorkühler und Separator wirkenden Behälter F, woselbst bei geeigneter Temperatur
der darin enthaltenen Flüssigkeit eine Condensation der minder flüchtigen Alkoholtheile
stattfindet, welche durch die Rohre KK für sich abgelassen werden können, während
die ätherischen Alkoholdämpfe erst in dem Kühler G zur Condensation kommen und durch die Rohre JJ abfliefsen.
Die mittleren Rohre b, welche noch sehr reine Alkoholdämpfe ableiten, sind zusammen
mit den unteren Rohren b, welche die wässerigen Alkoholdämpfe ableiten, durch den ebenfalls
als Vorkühler und Separator wirkenden Behälter H1 hindurchgeführt, woselbst entsprechend
der Temperatur der darin enthaltenen Flüssigkeit die minder flüchtigen Theile dieser
verschiedenen Alkoholdämpfe verflüssigt werden. Die condensirten Theile können durch
Oeffhen der Hähne ο durch das Rohr L abgeführt
werden. Durch Verschlossenhalten eines oder mehrerer dieser Hähne ο kann die
Qualität der aus L ausfliefsenden Alkoholmischung beliebig geändert werden. Die
flüchtigeren, besseren Theile der Alkoholdämpfe ziehen in den vorerwähnten Rohren b weiter
nach dem Kühler J, werden hierselbst verflüssigt, und die verflüssigten Producte der einzelnen
Rohre können nun gruppenweise in geeigneter Mischung — je nach Einstellen der
Hähne ρ — durch die beiden Rohre MM abgelassen
werden.
Die Ablafsrohre JJLMM sind mit Luftauslässen s versehen.
In den Separatoren H1 und F selbst findet
folgender Vorgang statt:
Die in denselben enthaltene flüchtige Flüssigkeit wird durch die Fortsetzungen U und 5
der Dampfschlange nahezu gleichmäfsig erwärmt.
Die sich in H1 infolge dieser Erwärmung,
sowie der durch die Verflüssigung der Alkoholdämpfe gebundenen Wärme entwickelnden
Dämpfe steigen durch Rohr B B in die Höhe, werden innerhalb der Schlange B C durch die
kühlere Flüssigkeit des Behälters F condensirt und fliefsen durch das Rohr B D wieder
nach H1 zurück.
In gleicher Weise steigen die sich in F entwickelnden Dämpfe durch Rohr C C empor,
werden innerhalb der Schlange C D im Kühler C E verflüssigt und fliefsen durch das
Rohr C F wieder nach F zurück.
Aufserdem läfst sich durch geeignetes Einstellen der Hähne N und Z an den Dampfschlangen
U und S1 die Temperatur der Flüssigkeiten in H1 und F nach Bedarf regeln und
constant erhalten.
Die durch die Verflüssigung eines Theiles der durch den Separator H1 ziehenden Alkoholdämpfe
gebundene Wärme wird, wie aus dem beschriebenen Vorgange ersichtlich, zunächst
an die Flüssigkeit im Separator F und von hier an die Kühlflüssigkeit in C E abgegeben.
Ebenso wird auch die in F gebundene Wärme immer wieder an den Kühler C E abgegeben.
Das Condensationswasser der Schlange X wird durch den Hahn D abgelassen.
Das beschriebene Verfahren zeichnet sich also dadurch aus, dafs die leichten und schweren
OeIe mit den Rückständen abfliefsen, während die Alkoholdämpfe sich, gemäfs dem Grade
ihrer Flüchtigkeit, in den verschiedenen Schlangenrohrgängen abscheiden, wobei die Reinheit
der Alkoholdämpfe dadurch gefördert wird, dafs dieselben, sowie sie entbunden sind, nicht
mehr mit den leichten und schweren Oelen in Berührung kommen oder gar durch dieselben
hindurchtreten, wie dies bei den gewöhnlichen Destillircolonnen der Fall ist. Es wird ohne
jeden Rücklauf eine rationelle Scheidung der Alkoholdämpfe und der Fuselöle und gleichzeitig
eine fractionirte Destillation der Alkohol-
dämpfe erzielt, so dafs die leichteren und hochprocentigeren Alkohole gruppenweise von minderwerthigen
getrennt werden.
Claims (1)
- Pate nt-Ansprüche:Bei dem unter No. 33300 patentirten Apparat:i. Die Herstellung eines dampfdichten Abschlusses zwischen den einzelnen Schlangengängen durch die an der Unterkante mit kleiner Oeffnung versehenen Stege h und die bis unter die Stegkante herabreichenden Stutzen e, sowie die Anordnung der von dem höchsten Punkte jedes Schlangenganges ausgehenden Rohre b, welche gruppenweise durch Kühlvorrichtungen geleitet sind.
Die Einschaltung der als rectificirender Separator wirkenden Zwischenkühlvorrichtung, bestehend aus den Behältern H1 und F, deren aus flüchtiger Flüssigkeit bestehender Inhalt durch die zu Schlangen U und S ausgebildete Verlängerung der Dampfschlange X erwärmt wird, ferner aus dem Kühler CE und den Rücklauf-Condensirschlangen B C und C D.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE33300T | 1884-12-23 | ||
| DE39238T | 1885-12-08 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE39238C true DE39238C (de) | 1887-05-13 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE188539238D Expired DE39238C (de) | 1884-12-23 | 1885-12-08 | Neuerung an dem unter Nr. 33300 patentirten Apparat zur ununterbrochenen Destillation und Rektifikation alkoholischer Flüssigkeiten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE39238C (de) |
-
1885
- 1885-12-08 DE DE188539238D patent/DE39238C/de not_active Expired
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