DE38658C - Einrichtung an mit Gasfeuerung betriebenen Schmelz-, Trommel- und Anwärmöfen zur zeitweisen Erzeugung einer russenden Flamme in den Arbeitsöffnungen - Google Patents
Einrichtung an mit Gasfeuerung betriebenen Schmelz-, Trommel- und Anwärmöfen zur zeitweisen Erzeugung einer russenden Flamme in den ArbeitsöffnungenInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
- C03B—MANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
- C03B5/00—Melting in furnaces; Furnaces so far as specially adapted for glass manufacture
- C03B5/16—Special features of the melting process; Auxiliary means specially adapted for glass-melting furnaces
- C03B5/235—Heating the glass
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Description
PATENTAMT.
KLASSE 32: Glas.
Es ist eine allgemein bekannte Thatsache, dafs bei mit Gasfeuerung betriebenen Schmelz-,
Trommel- und Anwärmöfen sehr leicht ein sogen. Anlaufen des Glases eintritt, welches
sich durch einen leichten, nicht abwischbaren bläulichen Hauch auf dem Glase kennzeichnet,
durch welchen das Glas sehr minderwerthig bezw. unbrauchbar und daher werthlos wird.
Dieses Anlaufen ist die Folge einer Oxydation des noch weichen Glases bezw. einzelner
seiner Bestandtheile durch die meistens verhältnifsmäfsig
sauerstoffreichen, daher verhältnifsmäfsig auch kohlenstoffarmen Flammen
der Gasfeuerung unter Anwesenheit von aus dem Brennmaterial herrührender schwefliger
Säure.
Vieljährige Beobachtungen an den mit directem Feuer betriebenen Schmelz-, Trommel-
und Anwärmöfen, die ebenso heifs, oft heifser, als die mit Gas betriebenen gehen,
lassen ein derartiges Anlaufen nie erkennen.
Betrachtet man nun die Flammen an diesen mit directem Feuer betriebenen Oefen, so wird
man finden, dafs man trotz hoher Hitze es stets mit einer sehr rauchigen und rufsenden,
also sehr kohlenstoffreichen Flamme zu thun hat. Sowie aber Kohlenstoff in einer Flamme
in hohem Mafse im Ueberschufs vorhanden ist, so geht die sich aus dem Brennmaterial
erzeugende schweflige Säure sofort eine Verbindung mit demselben ein, ohne irgend eine
schädliche Einwirkung auf das weiche Glas oder dessen Bestandtheile ausüben zu können.
Bei Oefen mit Gasfeuerung kann nun zwar auch mit Leichtigkeit eine rauchende Flamme
hergestellt werden, jedoch nur auf Kosten eines gröfseren Brennmaterialaufwandes und
der Temperatur des Ofens. . .: ■
Da nun ferner stets eine gröfsere Anzahl Arbeiter an einem Ofen arbeiten und für das
Anfangen des Glases eine bestimmte gleichmäfsige Temperatur, die bei den verschiedenen
Glassorten eine verschiedene ist, und eine nicht rauchende Flamme erwünscht ist. so ist
es sehr schwer, für jeden der Arbeiter immer das Richtige zu treffen, dessen Folge das Anlaufen
eines Theiles des Glases ist.
Die Summe dieser Beobachtungen und Erwägungen veranlafsten diese Erfindung, indem
sie dazu führten, Einrichtungen an den Schmelz-, Trommel- oder Anwärmöfen zu
treffen, welche es bei einem allseitig passenden Normalbetriebe der genannten Ofenarten jedem
einzelnen Arbeiter in die Hand geben, nach Belieben Kohlenstoff zuzuführen und sich am
Arbeitsloch auf beliebige Zeitdauer eine rauchende und rufsende Flamme zu erzeugen.
Diese Einrichtung besteht darin, dafs man an den Arbeitsplätzen der Oefen entlang einen
Gaskanal legt, von dem aus in jedem einzelnen Pfeiler des Ofens ein durch Schieber oder
dergleichen regulirbarer Kanal nach oben führt, der in der Höhe der Arbeitsöffnung dicht
hinter (s. Fig. 1, 2 und 3), in der Mitte oder vor dem mit dem Arbeitsloch versehenen Ringstein
, ausmündet.
Statt dieser die einfachste Construction darbietenden Kanalführungen kann man auch
unter oder über den Arbeitsplätzen Rohrleitungen für das einzuführende kalte Heizgas
anordnen, von denen aus das Gas durch kleine Rohre dicht hinter, in der Mitte oder vor
den Arbeitslöchern in den Ringsteinen ausgeblasen wird.
Vor den Arbeitsplätzen läuft ein gemeinsamer Gaskanal entlang (nicht dargestellt).
b sind die nach oben führenden Einzelkanäle.
c ist die Austrittsöffnung des Gases dicht hinter, in der Mitte oder vor den Arbeitsöffnungen e in den Ringsteinen d. Das Quantum
des ausströmenden Gases wird durch den Schieber s oder dergleichen regulirt.
Werden grofse Gegenstände gefertigt,- hat man also ein grofses Arbeitsloch, so müssen
statt einer mehrere Gasausströmungen vorhanden sein, theils an den Seiten, theils oben,
theils unten.
Fig. 4 und 5 stellen Ansicht und Querschnitt der Mündung eines sonst irgendwie mit
Gasfeuerung beheizten Trommelofens dar.
Von der Hauptgasleitung zweigt sich der Kanal b ab, der durch den Schieber s oder
dergleichen regulirbar ist. Hinter s theilt sich der Gaskanal, so dafs er, um die ganze
Trommelmündung herumgehend, durch eine gröfsere Anzahl von Oeffnungen c Gas dicht
hinter, in der Mitte oder vor dem Arbeitsloch austreten läfst. In derselben Weise würden
alle Anwärmöfen u. dergl., die zur weiteren Verarbeitung des Glases arri Feuer dienen, einzurichten
sein.
Der Betrieb gestaltet sich folgendermafsen: Im Schmelzofen ist die zum Anfangen, in
den Trommel- und Anwärmöfen die zur Verarbeitung des Glases nöthige Temperatur und
die allseitig passende Beschaffenheit der Flamme vorhanden. Der Glasmacher fängt sein Glas an
und, wenn er dann zur weiteren Verarbeitung eine rauchige und rufsende Flamme braucht,
um das Anlaufen zu vermeiden, zieht er den zu seinem Arbeitsplatz gehörenden Gasschieber
nach Bedarf auf. Das Gas strömt durch c aus, mit einer rauchigen und rufsenden Flamme die
Arbeitsöffnung erfüllend. Ist der Glasmacher mit der Bearbeitung fertig, so schliefst er das
Gas wieder ab.
Ebenso gestaltet sich der Betrieb an den Trommel- und ähnlichen Oefen. Dieselben
werden auf der nöthigen Arbeitstemperatur mit möglichst sparsamem Betrieb erhalten. Kommt
dann z. B. der Glasmacher vom Schmelzofen mit der angefangenen Walze, so zieht er zur
Vermeidung des Anlaufens den Schieber mehr oder weniger auf, sich dadurch sofort eine
stark rauchende und rufsende Flamme in und vor der Trommel erzeugend.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Zum Zwecke der Erzeugung einer rufsenden Flamme in den Arbeitsöffnungen von Schmelz-, Trommel- und Anwärmöfen die Anordnung von Kanälen b, welche mit Schiebern s versehen sind.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE38658C true DE38658C (de) |
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ID=314344
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT38658D Expired - Lifetime DE38658C (de) | Einrichtung an mit Gasfeuerung betriebenen Schmelz-, Trommel- und Anwärmöfen zur zeitweisen Erzeugung einer russenden Flamme in den Arbeitsöffnungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
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