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1Vlusikspielwerk. Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Regeln
des allgemeinen Ausdruckes für selbstspielende Tasteninstrumente. Gegenüber ähnlichen
Anordnungen bekannter Art wird hier diese Regelung -durch- ein einziges Sperrorgan
bewirkt, dessen Lage durch mehrere von dem Notenblatt ausgehende Leitungen unter
bekannter Zwischenschaltung eines Relais geregelt werden kann, während gleichzeitig
-dem Spieler durch einen von
Hand zu bedienenden Druckknopf die
Möglichkeit gegeben ist, unabhängig vom Notenblatt den Ausdruck seinem persönlichen
Empfinden gemäß zu regeln. Entgegen den älteren Anordnungen ist hier das Sperrorgan
zwecks Vereinfachung derart gelegt, daß es durch eine Nebenleitung, welche im Abschlußventil
mündet, stets mit der Spiellade und dein Gebläse in Verbindung steht. "Zwecks Verhütung
der vollständigen Aufhebung des Vakuums in der Spiellade ist jedoch ein Nebensperrorgan
vorgesehen, durch welches die Expressionslade vollständig von der Spiellade abgeschaltet
wird.
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In der Zeichnung sind zwei verschiedene Ausführungsformen der netten
Ausdrucksvorrichtung wiedergegeben und zeigt Abb. i einen Längsschnitt durch die
Regelungsvorrichtung, die deren Betätigung sowohl vom' Notenblatt wie von Hand aus
erkeimen läßt, während die übrigen Teile in Ansicht wiedergegeben sind; Abb. 2 und
3 zeigen Schnitte nach Linie 2-2 bziv. 3-3 von Abb. i durch das zwischen der Regelungsvorrichtung
und (lern Notenblatt eingeschaltete Relais, während Abb. .4 die zweite Ausführungsform
im Längsschnitt wiedergibt.
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Die Spiellade io mit den Tastenbälgen «- eist die bekannte Anordnung
auf und ist dalier nicht weiter dargestellt und beschrieben. Sie ist durch eine
Leitung 12 mit dem Windleasten i i der Expressionslade 16 verbunden. Der Windkasten
i i schließt sich unmittelbar üri die Spiellade io und das Vakuumgebläse an und
hat eine Lufteinlaßöffnung 13, durch welche Luft von atmosphärischer Spannung !,
in den Windkasten i i eintreten kann, so daß (las Vakuum darin und in der Spiellade
io jederzeit entweder durch das Notenblatt 53 oder von Hand durch den Druckknopf
32 verändert werden kann.
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Um diese Veränderung zu bewirken, ist die Einlaßöfnung 13 durch einen
mit Ventil 18 versebenen Sperrbalg 14 geschlossen. Das Innere dieses Sperrbalges
14 steht jedoch durch eine im Verhältnis zur Öffnung 13 ', sehr eng bemessene Öffnung
i9 über und in (lein Ventil 18 dauernd mit dem Windkasten i i in Verbindung, so
daß auch das Innere des Sperrbalges 14 eine teilweise Luftverdünnung entsprechend
der in der Spiellade io aufweist. Da der Rahmen, in welchem der Sperrbalg 14 liegt,
dauernd unter atmosphärischem Druck steht, so nimmt er, der jeweiligen Verdünnung
in seinem Innern entsprechend, eine verschiedene Lage zur Öffnung 13 ein. Durch
Beeinflussung der Luftverdünnung im Innern des. Sperrbalges 14, beispielsweise durch
Zuführung von Luft von atmosphärischer Spannung, kann daher seine und . somit auch
die Stellung des Ventils 18 zur iSf£nung 13 verändert werden, so daß die Menge der
in die Öffnung eintretenden Luft von atmosphärischem Druck geregelt und das Vakuum
im Windkasten i i beeinflußt wird. Hierdurch wird aber auch die in der Verbinclungsleitung
12 und in der Spiellade io selbst l;efindliche Luft auf denselben Grad der Verdünnung
gebracht, so daß die Tastenbälge, welche unter diesem Druck arbeiten, die Tasten
ebenfalls der vermehrten oder verminderten Druckdifferenz entsprechend zwischen
Spiellade und Außenluft anschlagen.
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Um nun in das Innere des Sperrbalges i4 mehr oder weniger Luft von
atmosphärischer Spannung durch das Notenblatt 53 einführen zu können, sind mehrere
(beispielsweise drei) in den Notenstock 57 mündende Leitungen 35 vorgesehen, welche
jedoch nicht mit dem Sperrbalg 14 unmittelbar, sondern mittels eines Relais in bekannter
Weise verbunden sind.
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Dieses Relais 40 (.AM. 2) besteht wie alle derartigen Relais
aus dem Kanal 41, in welchem ein Doppelventil .I3, 48 durch eine über eine Versenkung
44 ausgespannte -Membran 50 getragen wird. In die Versenkung 4..1. mündet
in bekannter Weise eine der vom Gleitblock 57 ausgehenden Leitungen 35, so (Maß,
wenn die entsprechenden Öffnungen 3.I1, 342, 343 eine der Leitungen 35 freigeben,
Luft von atmosphärischem Druck unter die Membran 5o tritt, wodurch das Ventil 43
gehoben wird und das Ventil 48, durch die Ventilspindel 51 des erstgenannten Ventils
veranlaßt, sich gleichfalls öffnet. Durch die Öffnung des Ventils 48 tritt Luft
in die Versenkung 47 des Relais 40 und von dort durch die Leitungen 49 in die Kammern
371, 372, 373 über, von wo sie durch eine der Leitungen 38 in das Innere des Sperrbalges
14 gelangt. Die Leitungen 38 sind hier in bekannter Weise durch Stellschrauben 391,
392, 393 in der Weite verstellbar, so daß die in das Balginnere 14 eingeführte Luftmenge
regelbar ist. Der Luftkanal 41 des Relais 4o steht mit der Verbindungsleitung 12
zwischen Windkasten i i und Spiellade i o durch ein Rohr 42 dauernd in Verbindung,
so daß im Relais 4o dieselbe Luftverdünnung wie in der Spiellade io herrscht.
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Außer den genannten drei Doppelventilen .I3, 48 enthält das Relais
4o noch ein weiteres Doppelventil 63, 64 (Abb.3), welches durch die Leitung 58 und
eine entsprechende Bohrung im Gleitblock 57 gesteuert wird. Beim Offnen des Ventils
64 tritt Luft von atmosphärischer Spannung in die Leitung 6o ein, wobei das Ventil
63 die Leitung 62, 6o gegen den Saugkanal 41 abschließt, so daß in letzteren keine
Luft eintreten kann. Die Leitung
66 mündet ihrerseits in
die Luftkammer 53 oberhalb der Membran 54, welche über der Einmündung des Verbindungsrohres
12 in den Windkasten i i liegt. Durch die eindringende atmosphärische Luft wird
dabei die Membran 54 niedergedrückt, so daß sie die Verbindungsleitungi2mehr oder
weniger oder auch vollkommen abschließt und mithin die Verbindung der Spiellade
io mit dem Windkasten i i unterbricht, was einer ff-Wirkung der Tastenbälge entspricht.
Das Doppelventil 63, 64 steht hierbei ebenfalls unter der Einwirkung der Luftverdünnung
im Luftkanal 41 des Relais 4o und der Membran 56, welche über der Versenkung 55
ausgespannt sind. Die Führung der Ventilspindel 61 des Doppelventils 63, 64 erfolgt
in dem Verbindungskanal 6a zwischen dem Luftkanal 41 des Relais 40 und der Leitung
6o. Die Leitungen 35 und die Leitung 58 des Relais 40 sind durch eng gebohrte Öffnungen
46, 65 mit dem Luftkanal 41: des Relais 40 verbunden, so daß sie beim Verschließen
der Öffnungen 341, 342, 34' im Gleitblock 57 durch das Notenblatt 53 wieder evakuiert
werden, wodurch die Membranen 50, 56 wieder fallen und die Ventile 48, 64 wieder
ihre Ruhelage (Abb: 2- und 3) einnehmen.
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Um ein Mindestmaß der Luftverdünnung in der Spiellade i c) zu sichern;
ist eine weitere Ventil- und Sperrbalganordnun_ g vorgesehen, welche den weiteren
Eintritt von Luft von atmosphärischer Spannung verhindert, wenn die Luftverdünnung
in der Lade unter eine bestimmte Grenze fällt: Zu diesem Zwecke ist die feste Unterplatte
15 des Sperrbalges 14 mit einer Bohrung 2i versehen, die für gewöhnlich auf der
Außenseite durch ein Ventil 2o geschlossen ist, welches den; Zutritt von Luft von
atmosphärischer Spannung in das Balginnere aufhebt. Das Ventil 2o dreht sich um
die Achse 22 und hat über diese hinaus eine Verlängerung 23, welche durch den Sperrbalg
24 mittels des Hebels 27 und der Stellschraube 28 niedergedrückt werden kann. Die
Oberplatte des Balges 24 steht unter Einwirkung der Spannung der Feder 25, die durch
eine Schraube geregelt werden kann. Das Innere des Balges 24 dagegen ist durch eine
Leitung 26 mit der Verbindungsleitung 12 zwischen Windkasten ii und Spiellade io
dauernd in Verbindung gesetzt. Die Spannung der Feder 25 wird derart geregelt, daß
ihr Druck etwas größer als der atmosphärische Luftdruck ist, so daß sich der Balg
24 eigentlich niemals vollständig schließen kann. Somit wird bei richtiger Stellung
der Schraube 28 das Ventil 2o teilweise geöffnet, so daß genügend Luft von atmosphärischer
Spannung in den Sperrbalg 14 gelangen kann, um das Ventil 18 vollständig zu schließen
und so die Luft im Windkasten ii und der Spiellade io durch das Gebläse wieder zu
verdünnen.
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Außer durch das Notenblatt 53 und die Relaisleitung 35, 49 kann Luft
in das Innere des Sperrbalges 14 auch von Hand durch die Leitungen 34, 36 eingeführt
werden. Zu diesem Zwecke mündet die Leitung 34 in die Luftkammer 29, welche auf
einer Seite mit einem schmalen Schlitz 3ö versehen ist, der durch einen Sperrschieber
31 mehr oder weniger geöffnet werden kann. Die Kammer 29 sowie die Leitungen 34,
36 stehen gewöhnlich unter der im Innern des Sperrbalges 14 herrschenden Luftverdünnung.
Wird dagegen der Schieber 31 durch den von der Feder 33 belasteten Druckknopf 32
verstellt, so tritt mehr oder weniger Luft von atmosphärischer Spannung in die Kammer
29 ein. Bemerkt sei noch, daß die Zuführung von Luft in das Balginnere 14 sowohl
vom Notenblatt 53 aus als auch von Hand oder durch den Druckknopf 32 oder endlich
durch beide Mittel gemeinsam erfolgen kann.
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Eine zweite Ausführungsform @ des Sperrbalges und der zugehörigen
Expressionslade ist in Abb. 4 dargestellt. Der Sperrbalg 14' steht hier unter der
Einwirkung der Feder 65', deren Spannung durch eine Schraube von außen regelbar
ist. Die Oberplatte 17' des Sperrbalges 14' ist starr mit dem Absperrventil 18'
verbunden. Die Oberplatte 17' enthält ferner eine feine Öffnung i9', um das Bälginnere
mit der Luftverdünnung im Windkasten i i' in Verbindung zu setzen. Die Beeinflussung
des Sperrbalges 14 erfolgt hier ebenfalls durch die Relaisöffnungen 49' und durch
die Leitungen 38', welche durch Schrauben 39' in ihrer Weite verändert werden können.
Der Windkasten i i' ist mit der Spiellade io' durch das Rohr 12' verbunden, über
dessen obere Mündung die Membran 54', welche den Abschluß der Kammer 53' bildet,
ausgespannt ist. In die Luftkammer 53' mündet die von der Relaislade ausgehende
Leitung 6o'. Die Leitung 34' ist auch hier mit der Kammer 29 und dem Schieber 31
des Druckknopfes 32 in Verbindung gesetzt.