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Einrichtung zum Entladen von Rübensilos mit sehr breiten Lagerflächen.
Durch das Patent 3276r2 ist ein Verfahren zum Entladen von Rübensilos bekanntgeworden,
bei dem die Rüben durch den Wasserstrahl eines Strahlrohres in eine im Boden des
Silos vorgesehene Schwemmrinne gespült und darin lediglich mit der Wassermenge des
Strahles weitergeschafft werden. Das Strahlrohr wurde dabei vorzugsweise an eine
längs der Schwemmrinne verlegte Rohrleitung mit absperrbaren Standrohren angebracht.
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Diese bekannte Einrichtung ist mit großem Vorteil anwendbar, solange
das Rübensilo verhältnismäßig geringe Breite aufweist. Handelt es sich z. B. um
ein Silo, in dessen Längsrichtung zwei Schwemmrinnen verlaufen, so wird die Rohrleitung
zwischen den beiden Rinnen verlegt, und das Strahlrohr kann dann wechselweise nach
beiden Seiten arbeiten. Eine derartige Verlegung der Zuleitungsrohre wird verhältnismäßig
teuer, wenn ein Silo von größerer Breite zu bedienen ist, wenn z. B. bei einem Silo
mit mehr als vier Schwemmrinnen mindestens drei Zuleitungsrohre mit Anschlüssen
vorgesehen werden müssen.
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Die Erfindung hat eine Ausgestaltung der Siloeinrichtung gemäß Patent
3276i2 zum Gegenstande, durch die die Anwendung des Strahlentladeverfahrens für
beliebige Silobreiten wirtschaftlich durchführbar wird.
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Gemäß der Erfindung wird die mit absperrbaren Anschlußstellen versehene
Rohrleitung quer zu den gesamten, @im Siloboden angeordneten Schwemmrinnen angebracht,
statt parallel dazu, und die Strahlrohre werden an die Anschlußstellen mit Hilfe
von aus Stücken gleicher Länge zusammensetzbaren Leitungen angeschlossen, die leicht
gekuppelt und leicht in Richtung quer zu ihrer Achse weitergeschafft werden können.
Derartige Leitungen sind an sich, z. B. bei Beregnungsvorrichtungen, bekannt. Vorzugsweise
finden zwei derartige bewegliche Leitungen zur Bedienung eines Rübensilos beliebiger
Breite Anwendung, wobei jeweils die Stücke der einen zusammensetzbaren Leitung unmittelbar
und die der zweiten unter Zwischenschaltung eines kurzen Zwischenstückes an die
Anschlußstellen der Querleitung gelegt werden, wodurch ein Dauerbetrieb bis zur
völligen Entladung des ganzen Silos ermöglicht wird, und zwar derart, daß die einzelnen
Rohrschlüsse der beweglichen Leitung lediglich längs der Querleitung gerollt, nicht
aber verschoben zu werden brauchen.
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Der Gegenstand der Erfindung ist auf der Zeichnung beispielsweise
und im wesentlichen schematisch veranschaulicht, und zwar stellen dar: Abb. i eine
Aufsicht auf einen z. B. zwölf Schwemmrinnen aufweisenden Lagerplatz, Abb.2 im größeren
1Vlaßstabe die Anordnung der zusammensetzbaren Leitungen für den Strahlrohranschluß,
und Abb. 3 einen Querschnitt durch zwei Schwemmrinnen mit den zusammensetzbaren
Leitungen.
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In dem sehr breiten Silo a sind eine Anzahl von Schwemmrinnen b angeordnet,
z. B. zwölf Schwemmrinnen, die an dem einen Stirnende des Silos in die zur Fabrik
führende Schwemmrinne c angeschlossen sind. Der Boden d des Silos ist ziemlich flach
gehalten (Abb. 3) und nur nach den Rinnen zu so geneigt, daß das Wasser mit Sicherheit
abfließt.
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An der Seite der Ableitungsrinne c ist im Boden eine Leitung e fest
verlegt, die senkrecht zu den Rinnen b verläuft und die mit absperrbaren Anschlußstellen
f ausgerüstet ist. An diese Anschlußstellen f kann ein Strahlrohr der im Hauptpatent
näher beschriebenen Art angeschlossen werden, und zwar entweder unmittelbar oder
mit Hilfe einer zusammensetzbaren Anschlußleitung.
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Die AnschluBleitung besteht aus Rohrstücken
g von
gleicher Länge, und zwar von einer Länge, die der Reichweite entspricht, auf die
das Strahlrohr seine Spülwirkung zu leisten vermag. Die Gesamtzahl der für eine
Anschlußleitung. notwendigen Stücke g bemißt sich nach der Gesamtlänge des Silos
in Richtung der Rinne b. Bei der Anordnung gemäß Abb. z ist z. B. angenommen, daß
bis fünfzehn Stücke g verwendet werden.
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Die einzelnen Stücke g sind in der bei Beregnungsvorrichtungen bekannten
und deshalb im einzelnen nicht näher dargestellten Art mit Schnellkupplungen 1i
ausgerüstet und ruhen in der für diese Vorrichtungen gleichfalls bekannten Art auf
sechs- oder achteckigen Rädern i (Abb. 3). Die Arbeit mit dem Strahlrohr erfolgt
in der Weise, daß zunächst von der Anschlußstelle f aus mittels des Strahlrohres
der Boden durch Wegschwemmen der Rüben in die Schwemmrinne b auf die Länge eines
Stückes g freigelegt wird, daß dann ein Rohrstück g an Stelle des Strahlrohres angeschlossen
und das Strahlrohr an dessen vorderes Ende gebracht wird.
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Es ist jedoch im Hinblick auf die zu fördernde gleichmäßige Belieferung
der Rübenzuckerfabrik nicht zweckmäßig, den Platz mit einem aus Stücken g zusammengesetzten
Rohr zu entleeren. Gemäß der Erfindung werden deshalb insbesondere zwei derartige
Leitungen G und G' verwendet, die mit zwei Strahlrohren k und k' zusammen
arbeiten.
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Es sei angenommen, daß die Rohrleitung G zwischen der ersten und zweiten
Rinne b und die Rohrleitung G' zwischen der zweiten und dritten Schwemmrinne zur
Verwendung gelangt sind und daß mit Hilfe der Strahlrohre k und k' die Rüben hier
vollständig in die Schwemmrinnen hineingespült sind. Wenn z. B. bei der Rinne G'
mittels des Rohres k' alle Rüben abgespült sind, so wird das Strahlrohr k' zur übernächsten,
-z. B. von der zweiten zur vierten Anschlußstelle f gebracht und beginnt dort seine
Arbeit. Gleichzeitig kann am Ende der Leitung G das zweite Strahlrohr k noch arbeiten.
Sind auch dort alle Rüben entfernt, so wird das Strahlrohr k jetzt gleichfalls zum
übernächsten, also z. B. vom ersten zum dritten Anschluß f gebracht und beginnt
hier seine Arbeit. Hat inzwischen das Strahlrohr k' vor sich die Rüben auf den Bereich
einer Rohrlänge g abgespült, so wird es entsprechend vorgetragen, und es wird von
dem Rohr G' das letzte Stück zwischen den Anschluß f und das Strahlrohr eingeschaltet.
Danach erfolgt in gleicher Weise nach entsprechendem Fortschreiten der Arbeit die
Vorlegung des Strahlrohres k, dann wieder die des Strahlrohres k' USW.
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Weil die einzelnen Stücke g der Leitungen G und G' verhältnismäßig
schwer sind, ist Vorsorge getroffen, daß das wechselnde Anschließen der Stücke durch
einfaches Rollen der Stücke quer zur Rohrachse mit Hilfe der Räder i möglich wird.
Zu diesem Zweck sind die Kuppelstellen der einzelnen Schüsse g gegeneinander versetzt.
Diese Versetzung wird unter Beibehaltung gleicher Längen g für die Teile beider
Leitungen G und G' dadurch möglich, daß zwischen die Leitung G' und dem Anschluß
f ein kurzes Rohrzwischenstück L eingeschaltet wird, dessen Länge
mindestens gleich der Breite ist, die ein Spülkopf einnimmt. Wenn also z. B. der
Spülkopf k an den dritten Anschluß f unmittelbar angeschlossen ist, so kann das
vorderste Anschlußstück g der Leitung G', das mit Hilfe des Zwischenstückes t angeschlossen
werden soll, ohne weiteres an dem Strahlrohr vorbeigerollt und sofort angeschlossen
werden. Die Zwischenstücke l besitzen Schnellkupplungen h, gerade
so wie die Stücke g. Sie ruhen aber nicht auf Rädern und können leicht von Hand
von einem Anschluß zum anderen getragen werden. Zweckmäßig sind zur Vermeidung von
Arbeitsunterbrechungen zwei derartige Zwischenstücke l vorhanden, damit unmittelbar
nach Unterbrechung der Arbeit des Strahlrohres am Ende der Leitung G' dessen Anschluß
unter Vermittlung des Zwischenstückes an dem übernächsten Anschluß f erfolgen kann,
bevor die Leitung G' abgebaut ist. Zur Bedienung der Anlage in der geschilderten
Weise genügen vollkommen drei Arbeiter.