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Maschine zum Abschneiden der unbestickten Kante von Stickereien. Die
Erfindung betrifft die weitere Ausbildung der durch das Patent 362o72 geschützten
Maschine zum Abschneiden der unbestickten Kante von Stickereien, und zwar in der
Hinsicht, daß gegenüber dem bisher gebräuchlichen, den Führungskopf mit Kreismesser
tragenden mehrteiligen Ausleger, der infolge seiner kreisbogenförmigen Schwingungen
ein genaues Ausschneiden der rückwärts laufenden Stickereiausbogungen noch nicht
ermöglichte, eine vorteilhaftere Lagerung des Führungskopfes mit Kreismesser erzielt
und damit nicht nur ein besseres Ausschneiden der Stickerei, sondern auch eine leichtere
und sicherere Handhabung und damit günstigere Wirkungsweise gewährleistet ist.
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Dies wird dadurch erreicht, daß der Führungskopf mit Kreismesser nicht
allein mit einer senkrecht unter der Schneide des Kreismessers gelagerten Achse
drehbar ist, sondern auch durch diese an einem quer zur Stickkante bewegbaren Schlitten
mittels eines seitlich ausschwingbar angeordneten Bügellagers ruht, das mittels
eines rückwärtigen Armes gegen eine Reibungskupplung wirkt, die in entgegengesetzten
Richtungen laufenden endlosen Bändern gegenübersteht, so daß entsprechend dem Ausschwingen
des Bügels nach der einen oder anderen Seite gleichzeitig auch eine Verschiebung
des Schlittens in der Richtung der hierbei gekuppelten Bänder erfolgt.
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Auf der Zeichnung ist eine derartig verbesserte Maschine zum Abschneiden
der unbestickten Kante von Stickereien in einer Ausführungsform in den Abb. I bis
3 dargestellt, und zwar zeigt Abb. I die Vorderansicht, Abb. 2 die Draufsicht und
Abb. 3 die Stirnansicht von links.
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Die Maschine besteht im wesentlichen wieder aus dem Messer I mit Führungskopf
28, der auf dem Tragarm 29 sitzt, während das Kreismesser I auch hier in dem am
Tragarm 29 angeschlossenen Ausleger 9i drehbar gelagert ist. Der Tragarm 29 steht
auch hier wieder mit der senkrecht unter der Schneide des Kreismessers i gelagerten
Drehachse 72, die durch die einstellbare Schraubenfeder 76 in' der Ruhelage gehalten
wird, in Verbindung, wobei sowohl der Tragarm 29 auf der Stützklemme 113 als auch
diese auf der Achse 72 in der Höhe verschiebbar sitzt. Die Drehachse 72 ist nun
in den Schenkeln eines Bügels 114. gelagert, der seinerseits mittels einer Achse
i 15 in dem Stützlager i 16 eines auf einem Untergestell 117 horizontal fahrbaren
Schlittens 118 seitlich ausschwingbar geführt ist. Dieses Bügellager 11¢ trägt einen
rückwärts angeschlossenen Arm i 19, der von einer verstellbaren, am Schlitten 118
mittels
einer Stütze I2o sitzenden Schraubenfeder I2I erfaßt und
dadurch stets in die Ruhelage zurückbewegt wird. Der Arm II9 des Bügellagers II4
wird außerdem noch von Führungszungen I22 einer zwei einander gegenüberstehende
Reibbacken I23 tragenden Reibungskupplung I24 erfaßt, die ihrerseits auf einer einerseits
am Schlitten II8, andererseits am Stützlager II6 sitzenden Achse I25 wagerecht verschiebbar
und um die Achse I25 schwingbar ruht. Diese Verschiebung der Kupplung I24 wird bewirkt
durch eine in einem Lager I26 des Schlittens II8 gelagerte drehbare, aber nicht
verschiebbare Schraubenspindel I27, die am äußeren Ende außerhalb des Schlittens
II8 mit einem zum Drehen dienenden Handrad I28 versehen ist, am inneren Ende dagegen,
d. h. auf dem Schraubengang, eine verstellbare Mutter I29 trägt, die mittels einer
Gabelung I3o die Reibungskupplung I24 erfaßt und daher auf der Schraubenspindel
I27 wohl in der Längsrichtung verschiebbar, aber nicht drehbar ist, so daß durch
diese Mutter I29 beim Drehen des Handrades I28 die Reibungskupplung I24 auf ihrer
Drehachse I25 in der Längsrichtung verschoben wird, wodurch der Angriffshebel des
Armes II9 gegenüber den Führungszungen I22 verlängert oder verkürzt und dadurch
der Ausschlag der Reibbacken I23 und damit der Anpressungsdruck gegen unter denselben
vorbeibewegten und in entgegengesetzten Richtungen laufenden endlosen Bändern I3I,
I32 geändert werden kann. Unter der Reibungskupplung I24 ist auf dem Schlitten II8
eine Druckplatte I33 vorgesehen, gegen die sich beim Ausschwingen des Armes II9
unter Vermittlung der Führungszungen I22 die Reibbacken I23 andrücken und dadurch
so lange das betreffende endlose Band I3I oder I32 auf der Platte I33 festklemmen,
als der Druck des Stickereirandes gegen den Führungskopf 28 und damit das seitliche
Ausschwingen des Bügellagers II4 dauert, wobei gleichzeitig durch das nunmehr gekuppelte
Band I3I oder I32, das sich in entsprechender Richtung bewegt, der Schlitten II8
und damit die ganze Schneidvorrichtung zum Ein- oder Auswärtsschneiden verschoben
wird. Der Schlitten II8 ruht hierbei mittels Tragrädern I34 auf dem Untergestell
II7 und ist unter Vermittlung von an letzterem vorgesehenen Führungsleisten I35
und weiteren am Schlitten II8 angeordneten Führungsrädern I36 gegen seitliches Ausweichen
geführt. Der Antrieb der endlosen Bänder I3I, I32 erfolgt durch allenfalls am Untergestell
II7 auf Achsen I37, I38 gelagerten Bandrollen I39, wobei die Achsen I37, I38 von
einem entsprechenden Vorgelege aus in Antrieb gesetzt werden und jeweils die Antriebsrolle
des Bandes I3I, I32 mit der in gleicher Richtung laufenden Achse I37 bzw. I38 gekuppelt
ist, während sich die zu dem gleichen Bandtrieb gehörende Rolle lose auf der anderen
in entgegengesetzter Richtung laufenden Achse dreht. Der Antrieb des Kreismessers
I erfolgt wieder in bekannter Weise unter Vermittlung eines im Ausleger 9I untergebrachten
Stirnrädergetriebes von einem Riemengetriebe 95, dessen obere Rolle I4o im Tragarm
29 gelagert ist und mit dem Stirurädergetriebe kämmt, während es unterhalb des Schlittens
II8 über auf einem an der Achse II5 sitzenden Stützarm I4I gelagerte Leitrollen
I42 geführt ist und seinen Antrieb schließlich von einer am oder außerhalb des Gestelles
II7 gelagerten, von einem Vorgelege o. dgl. angetriebenen Antriebsrolle I43 erhält.
Hierbei ist die Einrichtung so getroffen, daß an das Lager I44 der Antriebsrolle
I43 eine Spannrolle I45 angelenkt ist, die unter Vermittlung eines Gewichtes I46
gegen das angetriebene Trum des Riemens 95 drückt und so jeweils den Riemen 95 beim
Verschieben des Schlittens i 18 entsprechend spannt (Abb. 3). In der Höhe des Führungskopfes
28 ist wieder der Auflegetisch 25 vorgesehen, der zum Auflegen der Stickerei dient,
während auch hier «nieder die Schneide des Kreismessers i von den Zungen 35 des
Führungskopfes 28 teilweise umfaßt ist und der Führungskopf 28 auch sonst die gleichen
Einrichtungen wie beim Patent 362o72 erkennen läßt.
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Die Wirkungsweise der Maschine nach dieser Ausführungsform ist- nun
folgende: Das auf dem Tisch 25 in bekannter «Weise von Förderrollen in entsprechender
Richtung zugeführte Gewebe wird mit seinem Stickereirand wieder derart gegen den
Führungskopf 28 gezogen, daß sich dieser mit seiner Drehachse 72 im Bügellager 114
dreht und damit das Kreismesser i in die vorteilhafteste, d. h. richtige Schneidlage
einstellt. Wird nun durch den von der auswärts ziehenden Stickereikante gegen den
Führungskopf ausgeübten Druck gleichzeitig auch das Bügellager 114 um die Achse
115 etwas in der 7_uführrichtung ausgeschwungen und dadurch der Arm i i9 der Zuführrichtung
des Werkstückes entgegenbewegt, so wird auch die hintFre Backe 123 der Reibungskupplung
124 unter Vermittlung der den Arm i i9 zwi,chen sich erfassenden Führungszungen
122 nach unten gegen das endlose Band 132 gedrückt, wodurch weiterhin der Schlitten
118 mit dem nach rechts bewegten Band 132 gekuppelt und damit das Auswärtsschneiden
bewirkt wird. Bei Beendigung des Auswärtsschneidens, d. h. beim Nachlassen .des
Druckes der Stickereikante, wird sowohl das Bügellager
II4 unter
Wirkung der Schraubenfeder I2I als auch der Führungskopf 28 mit Kreismesser i unter
Wirkung der Schraubenfeder 76 sofort wieder in die Ruhelage zurückgedreht, so daß
nunmehr die vordere Backe I23 der Reihungskupplung I24 gegen das nach links laufende
endlose Band I3I gedrückt wird und dadurch das Einwärtsschneiden der Stickereiausbogungen
ermöglicht. Durch entsprechendes Einstellen der Schraubenfeder I2I kann jeweils
der richtige Druck gegen den Stickereirand genau gefunden werden und können außerdem
noch der Art des Festons gemäß die verschiedenen Drücke weiterhin durch Verschiebung
der Reibungskupplung I2,4 mittels der Schraubenspindel I27 eingestellt werden, wobei
sich die Führungszungen I22 gegenüber dem Arm II9 des Bügellagers II4 verschieben
und dalurch den Hebelarm zwischen Drehachse II5 und Angriffspunkt der Führungszungen
I22 verlängern oder verkürzen, wodurch dann auch wieder ein geringerer oder größerer
Druck zum Anpressen der hinteren Backe I23 aufgewendet werden muß, d. h. der Schlitten
II8 mit dem Band I32 auf Mitnahme stärker oder schwächer gekuppelt wird, so daß
das Verschieben des Schlittens II8 rascher oder langsamer erfolgt. Der Antrieb der
endlosen Bänder I3I, I32 sowie der des Kreismessers i kann von einem Vorgelege oder
von einer geeigneten Kraftquelle, wie Motor o. dgl., aus erfolgen.
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Durch diese weitere Vervollkommnung der Maschine zum Abschneiden der
umbestickten Kante von Stickereien ist nicht nur infolge der geradlinigen Bewegung
ein genaueres Abschniden der einwärtslaufenden Stikkereiausbogungen ermöglicht,
sondern es ist auch noch der wesentliche Vorzug einer leichteren Druckeinstellung
und damit zusammenhängenden einfacheren Handhabung und sichereren Wirkungsweise
erzielt.