DE3610461C2 - Lenkeinrichtung für ein Fahrzeug - Google Patents
Lenkeinrichtung für ein FahrzeugInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Lenkeinrichtung für ein Fahrzeug
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Aus der DE 33 00 640 A1 ist eine Lenkeinrichtung für ein Fahrzeug gemäß .
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bekannt. Bei dieser bekannten
Lenkeinrichtung werden die Räder einer Vorderachse und die Räder einer
Hinterachse voneinander unabhängig durch jeweilige Lenkvorrichtungen
betätigt. Die Betätigung der einzelnen Räder der Vorderachse bzw. der
Hinterachse durch die jeweils zugeordnete Lenkeinrichtung erfolgt in
Abhängigkeit verschiedener einen Fahrzustand definierender Parameter, wie
z. B. Fahrzeuggeschwindigkeit und Lenkwinkel. Des Weiteren umfasst diese
bekannte Einrichtung eine Zusatzlenkeinrichtung, welche zusätzlich zu dem
durch einen Fahrer vorgegebenen Lenkwinkel Zugriff auf die
Vorderradlenkeinrichtung bzw. die Hinterradlenkeinrichtung hat, um ein
bestimmtes Fahrverhalten des Fahrzeugs zu erzeugen. Beispielsweise kann
dadurch bei vergleichsweise großem Lenkwinkel und geringer
Fahrzeuggeschwindigkeit das Einparken eines Fahrzeugs erleichtert werden.
Ferner sind beispielsweise aus der DE 36 02 071 A1, DE 36 02 140 A1, DE 36 02 141 A1,
DE 36 02 242 A1, DE 36 02 031 A1 und DE 36 02 033 A1 Vorder- und
Hinterradlenkeinrichtungen bekannt, mit deren Hilfe die Hinterräder in
Abhängigkeit von der Lenkung der Vorderräder und in Abhängigkeit von der
Fahrzeuggeschwindigkeit gesteuert werden. Bei diesen bekannten
Einrichtungen werden die Hinterräder
im allgemeinen im Hochgeschwindigkeitsbereich mit
gleicher Phasenbeziehung oder überhaupt keiner und im Nie
dergeschwindigkeitsbereich mit entgegengesetzter Phasenbe
ziehung gesteuert. Falls erwünscht, kann die mathematische
Funktion der Fahrzeuggeschwindigkeit für den Lenkwinkel der
Hinterräder entsprechend der Fahrzeugbeschleunigung oder
manuell modifiziert oder sogar manuell festgelegt werden.
Infolgedessen werden sowohl der minimale Dreh- bzw. Wende
winkel und die Innenradiusdifferenz des Fahrzeuges drastisch
reduziert als auch die Manövrierfähigkeit des Fahrzeugs, ins
besondere im Niedergeschwindigkeitsbereich, d. h. beim Fah
ren des Fahrzeugs in eine Garage, beim Fahren des Fahrzeugs
durch enge, gewundene Gassen und bei der Ausführung einer
Wende wesentlich verbessert, und zwar mit dem zusätzlichen
Vorteil der Verbesserung der dynamischen Seitenempfindlich
keit des Fahrzeuges im Hochgeschwindigkeitsbereich, z. B.
beim Wechsel der Fahrspuren.
Da das Fahrverhalten eines Fahrzeuges von der zwischen den
Reifen und der Straßenoberfläche wirkenden senkrechten Be
lastung, dem Reibungskoeffizienten der Straßenoberfläche,
dem Luftdruck der Reifen, der Reifenart usw. abhängt und
die Beziehung des Lenkwinkels und/oder der Fahrzeuggeschwin
digkeit im Hinblick auf die Giergeschwindigkeit im allge
meinen nichtlinear ist, ist es äußerst schwierig das Fahr
verhalten eines Fahrzeuges im Entwurfsstadium zu bestimmen.
Werden andererseits die Hinterräder zusätzlich zu den Vorder
rädern gelenkt, so wird dem System eine steuerbare Variable
hinzugefügt, und es ist möglich, das Fahrverhalten des Fahr
zeuges durch Änderung des Lenkwinkelverhältnisses der Hinter
räder relativ zu den Vorderrädern besser zu bestimmen oder
zu steuern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorder- und
Hinterradlenkeinrichtung für Fahrzeuge vorzuschlagen, die
das Fahrverhalten des Fahrzeuges durch eine verbesserte
Steuerung des Lenkwinkelverhältnisses der Hinterräder rela
tiv zu den Vorderrädern vervollkommnet. Ferner soll gemäß
der Erfindung eine Einrichtung vorgesehen werden, die das
Fahrverhalten eines Fahrzeuges derart steuert, daß der Fahr
zeuglenker ein im wesentlichen konstantes Fahrverhalten des
Fahrzeuges kennenlernt, und zwar ungeachtet der Fahrbedingung
des Fahrzeuges.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des
Patentanspruches 1 gelöst.
Gemäß der Erfindung wird demnach eine Vorder- und Hinterrad
lenkeinrichtung für Fahrzeuge vorgeschlagen, die das Lenk
winkelverhältnis der Hinterräder relativ zum Lenkwinkel der
Vorderräder in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit
variabel steuert und bei der erfindungsgemäß eine Sensorein
richtung zum Erfassen der Änderungen der Fahrbedingungen des
Fahrzeugs sowie eine Einrichtung zum Andern des Lenkwinkel
verhältnisses der Hinterräder relativ zu den Vorderrädern
in Abhängigkeit von der Ausgangsgröße der Sensoreinrichtung
vorgesehen sind.
Indem die Fahrbedingung des Fahrzeuges erfaßt und die Eigen
schaft der Lenkwinkelverhältnisfunktion für ein gewünschtes
Fahrverhalten entsprechend geändert wird, lernt der Fahrer
ungeachtet der Fahrbedingungen des Fahrzeuges ein konstantes
Fahrverhalten kennen und durch eine exakte Voraussage des Verhaltens
des Fahrzeugs kann die Führung des Fahrzeugs weniger ermüdend
und somit komfortabler vorgenommen werden.
Die Fahrbedingungen des Fahrzeugs können neben anderen Fak
toren die statische oder dynamische zwischen den Rädern und
der Straßenoberfläche wirkende Belastung, den Reibungsko
effizienten zwischen den Reifen und der Straßenoberfläche
und die Fahrzeugbeschleunigung umfassen.
Gemäß einem gewissen Aspekt der Erfindung wird das Lenkwin
kelverhältnis der Hinterräder relativ zu den Vorderrädern
derart geändert, daß eine im wesentlichen konstante Fahr
reaktion erzielt wird. Die Fahrreaktion kann vermittels der
Giergeschwindigkeit oder der Seitenbeschleunigung des Fahr
zeuges für eine bestimmte Lenkeingangsgröße bestimmt werden.
Demzufolge kann der Fahrer stets eine im wesentlichen gleiche
Fahrreaktion für eine bestimmte Lenkeingangsgröße bei einer
bestimmten Fahrzeuggeschwindigkeit erwarten, und zwar dies
ungeachtet der Fahrbedingung des Fahrzeuges, wodurch das
Fahrverhalten des Fahrzeuges verbessert wird.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht, die den all
gemeinen, grundlegenden Aufbau eines Fahr
zeugs mit einer Vorder- und Hinterradlenk
einrichtung wiedergibt, bei der die Erfin
dung Anwendung findet;
Fig. 2 ein funktionelles Blockdiagramm des am
Fahrzeug befestigten Computers;
Fig. 3 ein Diagramm, das die Eigenschaften der
Lenkwinkelverhältnisfunktionen des oben er
wähnten Ausführungsbeispieles wiedergibt
und
Fig. 4 ein funktionelles Blockdiagramm eines zwei
ten Ausführungsbeispiels eines am Fahrzeug
befestigten Computers.
Fig. 1 zeigt den Aufbau eines Ausführungsbeispiels einer Vor
der- und Hinterradlenkeinrichtung, bei der die Erfindung An
wendung findet. Eine Lenkwelle 2 eines Lenkrades 1 steht mit
einem Zahnstangengetriebe 3 in Verbindung, wobei zwei Spur
stangen 5 mit den beiden Enden einer Zahnstange 4 des Zahn
stangengetriebes 3 gekoppelt sind. Mit den äußeren Enden der
Spurstangen 5 stehen zwei Spurstangenhebel 6 in Verbindung,
die die Vorderräder 7 derart abstützen, daß die Vorderräder 7
in die Richtung gelenkt werden können, die von dem Lenkrad
1 in bekannter Weise bestimmt wird.
Bei den Hinterrädern 12 ist in gleicher Weise wie bei den Vor
derrädern 7 in seitlicher Richtung ein Zahnstangengetriebe 8
angeordnet, wobei die Spurstangen 10 mit den beiden Enden der
Zahnstange 9 des Zahnstangengetriebes 8 gekoppelt sind. Mit
den äußeren Enden der Spurstangen 10 stehen zwei Spurstangen
hebel 11 in Verbindung, die wiederum die Hinterräder 12 ab
stützen. Die Ritzelwelle des Zahnstangengetriebes 8 steht mit
einer Ausgangs- bzw. Abtriebswelle eines Motors 13 in Ver
bindung. Demzufolge werden die Hinterräder 12 durch die An
triebskraft des Motors 13 gelenkt.
Ferner sind zwei Verschiebungs- bzw. Lagesensoren 14 und 15
vorgesehen, die z. B. aus Potentiometern oder Differential
übertragern bestehen können. Der Lagesensor 14 ist zwischen
dem Gehäuse des Zahnstangengetriebes 3 und der Zahnstange 4
für die Vorderräder und der Lagesensor 15 zwischen dem Ge
häuse des Zahnstangengetriebes 8 und der Zahnstange 9 für
die Hinterräder angeordnet, so daß die Verschiebungen bzw.
Versetzungen der Zahnstangen 4 und 9 als Größen erfaßt wer
den können, die die tatsächlichen Lenkwinkel wiedergeben.
Die Ausgänge dieser Lagesensoren 14 und 15 sind mit einer
Regel- bzw. Steuereinrichtung 16 verbunden. Ferner sind an
die Steuereinrichtung 16 auch der Ausgang eines Fahrzeugge
schwindigkeitssensors 17, der z. B. an den nichtangetrie
benen Rädern vorgesehen ist, und der Ausgang 18 eines Fahr
bedingungssensors 18, der aus einem Lastsensor zum Erfassen
der auf die Hinterräder wirkenden Belastung bestehen kann,
angeschlossen.
Falls als Fahrbedingungssensor 18 ein Lastsensor verwendet
werden soll, kann die Last als statische Last dargestellt
werden, die entweder durch Mittelbildung der Durchbiegung
der Radaufhängungsfedern der Hinterräder oder durch Kombi
nation der vertikalen Beschleunigung des rückseitigen Teils
des Fahrzeugs, der vertikalen Geschwindigkeit des rücksei
tigen Teils des Fahrzeugs, die durch Integration der Be
schleunigung gewonnen wird, und der Durchbiegung der Rad
aufhängungsfedern der Hinterräder erhalten wird.
Die Steuereinrichtung 16 ist mit einem Computer 19 (Fig. 2)
ausgestattet, der die Drehung der Ausgangswelle des Motors
13 durch über eine Ausgangssteuereinrichtung 20 erfolgende
Zufuhr eines geeigneten, der Fahrzeuggeschwindigkeit ent
sprechenden Antriebssignals steuert, und zwar auf der Basis
der Signale, die von den Lenkwinkel- bzw. Lagesensoren 14
und 15 zum Erfassen der Lenkwinkel der Vorder- und Hinterräder
und dem Fahrzeuggeschwindigkeitssensor 17 zum Erfassen
der Fahrzeuggeschwindigkeit zugeführt werden.
Nachfolgend wird die Funktion des oben beschriebenen Ausfüh
rungsbeispiels mit Bezug auf die Fig. 2 und 3 beschrieben.
Fig. 2 zeigt den funktionellen Aufbau des Computers 19. Der
vom Lagesensor 14 erfaßte Lenkwinkel der Vorderräder wird
dem Computer 19 als Vorderrad-Lenkwinkelsignal x und das
von dem Fahrzeuggeschwindigkeitssensor 17 erfaßte Fahrzeug
geschwindigkeitssignal dem Computer 19 als ein bestimmtes
Fahrzeuggeschwindigkeitssignal u zugeführt.
Da die betreffende Leistung der Hinterräder im allgemeinen
von der Belastung der Hinterräder abhängig ist, und zwar
selbst wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit die gleiche ist und
die Lenkwinkel der Hinter- und Vorderräder die gleichen
sind, ist die Giergeschwindigkeit des Fahrzeuges nicht not
wendigerweise die gleiche. Demzufolge muß der Fahrer den
Lenkwinkel entsprechend einstellen, was jedoch eine gewisse
Belastung für den Fahrer mit sich bringt. Demzufolge wird
entsprechend dem vorliegenden Ausführungsbeispiel die mathe
matische Funktion, die das Lenkwinkelverhältnis der Hinter
räder bestimmt, in Übereinstimmung mit der Änderung der Be
lastung der Hinterräder geändert. Für diesen Zweck wird ein
vom Fahrbedingungssensor 18 stammendes Fahrbedingungssignal z
dem Computer 19 zugeführt.
Bei einem Umsetzungs- bzw. Umrechnungsprozeß (a) wird eine
einer Vielzahl von mathematischen Funktionen f = f1, f2, . . .,
die im Speicher (b) abgespeichert ist, entsprechend dem
Fahrbedingungssignal z ausgewählt und der Ziel- bzw. Soll
wert y0 des Lenkwinkels der Hinterräder ergibt sich in
Relation zum tatsächlichen Lenkwinkel x, der vom Lagesensor
14 für die Vorderräder erhalten wird, wie folgt:
y0 = xf(u).
Dies kann bequem durch eine Auflistungs- bzw. Kartensteue
rung bewerkstelligt werden, bei der der Wert der Funktion
f(u) aus einer Matrix mit verschiedenen Werten von u und z
bestimmt wird.
Unterdessen wird das Ergebnis der von dem Hinterrad-Lage
sensor 15 durchgeführten Erfassung in den im Computer 19
ablaufenden Vergleichsprozeß (c) als ein Hinterrad-Lenkwin
kelistdatenwert ym eingegeben. Auf der Grundlage des Hinter
rad-Lenkwinkelistdatenwerts ym und des Sollwertes y0 für den
Lenkwinkel der Hinterräder wird im Vergleichsprozeß (c) eine
relative Differenz Δy = ym - y0 erhalten. Diese Differenz Δy
wird vom Computer 19 der Ausgangssteuereinrichtung 20 als Da
ten eingegeben, die der Korrektur des Lenkwinkels entsprechen,
die zur Erzielung des notwendigen Lenkwinkels der Hinterräder
erforderlich ist. Das ausgangsseitige Ende dieser Ausgangs
steuereinrichtung 20 steht mit dem Motor 13 in Verbindung und
führt diesem ein Steuersignal s zu, das der Differenz Δy ent
spricht. Der Motor 13 wird in eine Richtung angetrieben, wo
durch ein Lenkwinkel der Hinterräder vorgesehen wird, der der
momentanen Geschwindigkeit und Fahrbedingung des Fahrzeuges
entspricht.
Falls die mathematische Funktion f, die das Lenkwinkelverhält
nis der Hinterräder wiedergibt, der in Fig. 3 gezeigten Kurve
P entspricht, so wird bei einer Vergrößerung der auf die Hin
terräder wirkenden Last die betreffende Leistung der Hinter
räder vergrößert, wodurch demzufolge die Giergeschwindigkeit
zunimmt. Nimmt bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel die
auf die Hinterräder wirkende Last zu, so wird die mathematische
Funktion, die das Lenkwinkelverhältnis der Hinterräder wieder
gibt, entsprechend der Ausgangsgröße des Fahrbedingungssensors
18 modifiziert, wie dies beispielsweise durch eine Kurve Q
in Fig. 3 gezeigt ist, und der Absolutwert des Lenkwinkel
verhältnisses der Hinterräder wird verringert. Demzufolge
kann der Fahrer stets eine Giergeschwindigkeit erzielen, die
der Lenkeingangsgröße entspricht, und die auf den Fahrer wir
kende Belastung wird durch den Wegfall der Einstellung der
Lenkeingangsgröße entsprechend den Änderungen der Fahrbe
dingungen des Fahrzeuges verringert.
Bei dem vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel wurde
als Fahrbedingungssensor 18 ein Sensor zum Erfassen der Be
lastung der Hinterräder verwendet, jedoch ist es ebenso mög
lich den Reibungskoeffizienten der Straßenoberfläche alter
nativ oder zusätzlich zu erfassen und die mathematische
Funktion für das Lenkwinkelverhältnis der Hinterräder ent
sprechend dem erfaßten Reibungskoeffizienten zu ändern.
Zur Erfassung des Reibungskoeffizienten der Straßenoberfläche
sind verschiedene Verfahren möglich. So kann beispielsweise
der Reibungskoeffizient durch ein echtes Schleifen eines Ge
genstandes und Messen seiner Reibungskraft, durch Frequenz
analyse des von den Reifen herrührenden Geräusches oder durch
Projektion von Licht auf die Straßenoberfläche und Bestimmung
der Reflektion des Lichtes von der Straßenoberfläche gefunden
werden.
Die Giergeschwindigkeit oder die Seitenbeschleunigung des
Fahrzeuges für eine bestimmte Lenkeingangsgröße wird als
Größe für die Bestimmung des Fahrverhaltens eines Fahrzeuges
ausgewählt. Indem somit die Giergeschwindigkeit usw. erfaßt
und das Lenkwinkelverhältnis der Hinterräder entsprechend
dem Ergebnis der Erfassung gesteuert wird, ist eine exaktere
Steuerung des Fahrverhaltens möglich. Die Fig. 4 stellt ein
funktionelles Blockdiagramm eines anderen Ausführungsbeispiels
einer Steuereinrichtung für die Vorder- und Hinterradlenk
einrichtung dar, das auf einer solchen Erkenntnis beruht.
Die Ausgangsgrößen x, ym, u und z des Vorderrad-Lenkwinkel
sensors 14, des Hinterrad-Lenkwinkelsensors 15, des Fahrzeug
geschwindigkeitssensors 17 bzw. des Fahrbedingungssensors 18
werden in einen Berechnungsprozeß (a) eingegeben. Der im Com
puter 19 intern vorgesehene Speicher (b) speichert eine mathe
matische Funktion w0 = F(x, ym, u, z), die einen Giergeschwin
digkeitssollwert w0 des Fahrzeuges für jede Kombination des
Vorderradlenkwinkelsignals x, des Fahrzeuggeschwindigkeits
signals u, des Fahrbedingungssignals z und des Hinterrad-Lenk
winkelsollwerts y0 wiedergibt. Der Lenkwinkelsollwert y0 der
Hinterräder ist einzig durch das Vorderrad-Lenkwinkelsignal
x, das Fahrzeuggeschwindigkeitssignal u und das Fahrzeugbe
dingungssignal z bestimmt, jedoch ist es wünschenswert eine
Überwachung vorzunehmen, ob sich der Steuerfehler innerhalb
eines gewissen Bereiches befindet oder nicht, indem der
Lenkwinkelsollwert y0 der Hinterräder stets mit der Ausgangs
größe ym des Hinterrad-Lagewinkelsensors 15 verglichen wird,
um eine Stabilität der Steuerung sicherzustellen.
Bei einem Berechnungsprozeß (a) wird die Giergeschwindigkeit
w0, die als Sollwert betrachtet wird, entsprechend den Er
fassungsergebnissen der verschiedenen Sensoren berechnet und
die Zunahme der Giergeschwindigkeit Δw = wm - w0 für eine be
stimmte Zunahme des Hinterrad-Lenkwinkels Δy = ym - y0 oder
der Empfindlichkeitskoeffizient
der Giergeschwindigkeit relativ zu den Änderungen des Lenk
winkels der Hinterräder wird in einem bestimmten Zyklus be
rechnet, wobei das Inverse des Empfindlichkeitskoeffizienten
und der Giergeschwindigkeitssollwert w0 ausgegeben werden.
Hierbei kennzeichnet wm den Giergeschwindigkeitsistwert, der
von dem Giergeschwindigkeitssensor 21 erhalten wird. Als
Giergeschwindigkeitssensor 21 kann z. B. ein in der Mitte
des Fahrzeugs angeordneter Kreisel mit zwei Freiheitsgraden
verwendet werden.
Der Giergeschwindigkeitssollwert w0 wird in das Inkrement
Δw mit Hilfe eines Divisionsprozesses (c) als Verhältnis
zwischen dem Giergeschwindigkeitssollwert w0, der in dem
Berechnungsprozeß (a) berechnet wird, und der tatsächlich ge
messenen Giergeschwindigkeit wm umgerechnet. Ferner wird in
einem Multiplikationsprozeß (d) das Inkrement Δw mit dem
Inversen des Empfindlichkeitskoeffizienten multipliziert,
um
und die Korrektur Δy = ym - y0 zu erhalten, die erforderlich
sind, um die gemessene Giergeschwindigkeit bzw. den Gierge
schwindigkeitsistwert wm nahe an den Giergeschwindigkeitssoll
wert w0 zu bringen. Die Ausgangssteuereinrichtung 20 liefert
ein Antriebssignal s an den Motor 13, um die Hinterräder um
den Wert Δy zu lenken.
Bei diesem Ausführungsbeispiel ist es ebenso möglich, anstatt
der Giergeschwindigkeit die Seitenbeschleunigung als Größe
zur Bestimmung des Fahrverhaltens des Fahrzeuges zu verwenden.
Ferner können die die Fahrbedingung wiedergebenden Variablen
die dynamische Belastung der Hinterräder, den Reibungskoeffi
zienten der Straßenoberfläche und die Fahrzeugbeschleunigung
einschließen, jedoch sollte die Anzahl an solchen Variablen
bis zu dem Grade reduziert werden, bei dem eine Stabilität
der Steuerung sichergestellt ist.
Bei den oben beschriebenen Ausführungsbeispielen kann eine
Änderung dahingehend eintreten, daß die Steuerstabilität
verlorengeht, falls ein Wechsel der Fahrbedingung des Fahr
zeuges zu plötzlich auftritt. Da ein solches Ereignis be
deutet, daß die Fahrbedingung zu hart ist, so wird vorzugs
weise die Lenkwinkelverhältnisfunktion auf einen stabilen
Wert festgesetzt und gleichzeitig ein Alarm zur Warnung
des Fahrers ausgegeben, um die Fahrbedingung bequemer zu
machen.
Bei den oben beschriebenen Ausführungsbeispielen werden die
verschiedenen, vom Computer 19 ausgeführten Prozesse mittels
eines bestimmten Programms (Software), das z. B. in einem
Speicherbereich des Computers 19 abgespeichert ist, durchge
führt. Es ist jedoch möglich, eine elektrische Schaltung zu
verwenden, die zur Ausführung der gleichen Prozesse eine
gleiche Funktionalität aufweist.
Die Erfindung ist ferner nicht auf die oben beschriebenen
Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern kann ebenso bei
anderen Vorder- und Hinterradlenkeinrichtungen Verwendung
finden, bei denen die Hinterräder hydraulisch gesteuert wer
den, die vordere Lenkwinkelinformation durch hydraulischen
Druck übertragen wird oder ein mechanischer Aufbau zum Andern
des Lenkwinkelverhältnisses an den Hinterrädern vorgesehen
ist, so daß die Hinterräder durch die von den Vorderrädern
mechanisch übertragene Drehkraft gelenkt werden können.
Da gemäß der Erfindung der Lenkwinkel der Hinterräder ent
sprechend der Fahrbedingung des Fahrzeuges gesteuert wird,
kann ein konstantes Fahrverhalten ungeachtet der Fahrbe
dingung des Fahrzeuges erzielt werden. Demzufolge kann ein
günstiges und sicheres Fahrverhalten erreicht werden, das
nicht von der Fahrbedingung des Fahrzeuges beeinflußt wird,
während die Vorteile einer Vorder- und Hinterradlenkein
richtung erhalten bleiben.
Claims (7)
1. Lenkeinrichtung für ein Fahrzeug, umfassend:
eine Vorderradlenkeinrichtung mit einem Mittel (14) zum Erfassen des Vorderradlenkwinkels und zur Abgabe eines Vorderradlenkwinkel-Signals (x);
eine Hinterradlenkeinrichtug,
ein Mittel (17) zum Erfassen der Fahrzeuggeschwindigkeit und zur Abgabe eines Fahrzeuggeschwindigkeits-Signals (u),
ein Mittel (18) zum Erfassen eines Fahrzustands des Fahrzeugs und zur Abgabe eines Fahrzustands-Signals (z), und
ein Mittel (19) zum Einstellen des Lenkwinkels der Hinterradlenkeinrichtung bezüglich des Lenkwinkels der Vorderradlenkeinrichtung als eine Funktion des Fahrzeuggeschwindigkeits-Signals (u),
gekennzeichnet durch
ein Mittel (19) zum Ändern der Einstellung des Lenkwinkels der Hinterradlenkeinrichtung bezüglich des Lenkwinkels der Vorderradlenkeinrichtung in Abhängigkeit von dem Fahrzustands-Signal (z).
eine Vorderradlenkeinrichtung mit einem Mittel (14) zum Erfassen des Vorderradlenkwinkels und zur Abgabe eines Vorderradlenkwinkel-Signals (x);
eine Hinterradlenkeinrichtug,
ein Mittel (17) zum Erfassen der Fahrzeuggeschwindigkeit und zur Abgabe eines Fahrzeuggeschwindigkeits-Signals (u),
ein Mittel (18) zum Erfassen eines Fahrzustands des Fahrzeugs und zur Abgabe eines Fahrzustands-Signals (z), und
ein Mittel (19) zum Einstellen des Lenkwinkels der Hinterradlenkeinrichtung bezüglich des Lenkwinkels der Vorderradlenkeinrichtung als eine Funktion des Fahrzeuggeschwindigkeits-Signals (u),
gekennzeichnet durch
ein Mittel (19) zum Ändern der Einstellung des Lenkwinkels der Hinterradlenkeinrichtung bezüglich des Lenkwinkels der Vorderradlenkeinrichtung in Abhängigkeit von dem Fahrzustands-Signal (z).
2. Lenkeinrichtung nach Anspruch 1, ferner umfassend:
ein Mittel (21) zum Erfassen eines tatsächlichen Fahrverhaltens des Fahrzeugs und zur Abgabe eines Fahrverhaltens-Signals (wm),
ein Mittel zum Berechnen eines Fahrverhaltens-Sollwertes (w0),
ein Mittel (c) zum Berechnen einer Abweichung (Δw) des Fahrverhaltens-Signals vom Fahrverhaltens-Sollwert, und
ein Hinterradlenkwinkel-Korrekturmittel zum Ändern des Hinterradlenkwinkels in Abhängigkeit der berechneten Abweichung (Δw).
ein Mittel (21) zum Erfassen eines tatsächlichen Fahrverhaltens des Fahrzeugs und zur Abgabe eines Fahrverhaltens-Signals (wm),
ein Mittel zum Berechnen eines Fahrverhaltens-Sollwertes (w0),
ein Mittel (c) zum Berechnen einer Abweichung (Δw) des Fahrverhaltens-Signals vom Fahrverhaltens-Sollwert, und
ein Hinterradlenkwinkel-Korrekturmittel zum Ändern des Hinterradlenkwinkels in Abhängigkeit der berechneten Abweichung (Δw).
3. Lenkeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das Mittel zum Erfassen des tatsächlichen Fahrverhaltens ein
Gierbetragerfassungsmittel umfaßt, und daß das Mittel zum
Berechnen des Fahrverhaltens-Sollwertes ein Mittel zum
Berechnen eines Gierbetrags-Sollwertes umfaßt.
4. Lenkeinrichtung nach Anspruch 3, ferner umfassend ein Mittel
(15) zum Erfassen eines Hinterradlenkwinkels und zur Abgabe
eines Hinterradlenkwinkel-Signals (ym), wobei das Mittel zum
Berechnen des Gierbetrags-Sollwertes den Gierbetrags-Sollwert
in Abhängihgkeit des Fahrzeuggeschwindigkeits-Signals (u),
des Vorderradlenkwinkel-Signals (x), des Hinterradlenkwinkel-
Signals (ym) und des Fahrzustands-Signals (z) berechnet.
5. Lenkeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das Mittel zum Erfassen des tatsächlichen Fahrverhaltens ein
Seitenbeschleunigungs-Erfassungsmittel umfaßt, und daß das
Mittel zum Berechnen des Fahrverhaltens-Sollwertes ein
Seitenbeschleunigungs-Berechnungsmittel umfaßt.
6. Lenkeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
ferner umfassend eine Warneinrichtung zur Abgabe eines
Warnsignals, wenn der Fahrzustand des Fahrzeugs einen
bestimmten Grenzzustand überschreitet.
7. Lenkeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
ferner umfassend eine Einrichtung zum Beenden des
Betriebs des Mittels zum Ändern der Einstellung des
Lenkwinkels der Hinterradlenkeinrichtung bezüglich des
Lenkwinkels der Vorderradlenkeinrichtung und zum Setzen
des Verhältnisses des Lenkwinkels der
Hinterradlenkeinrichtung bezüglich des Lenkwinkels der
Vorderradlenkeinrichtung auf einen stabilen Wert, wenn
der Fahrzustand einen bestimmten Grenzzustand
überschreitet.
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