DE3499C - Verbesserungen in der Erzeugung von Kälte und Eis - Google Patents
Verbesserungen in der Erzeugung von Kälte und EisInfo
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Classifications
-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F25—REFRIGERATION OR COOLING; COMBINED HEATING AND REFRIGERATION SYSTEMS; HEAT PUMP SYSTEMS; MANUFACTURE OR STORAGE OF ICE; LIQUEFACTION SOLIDIFICATION OF GASES
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Description
KAISERLICHES
Patentamt:
Als Kälte erzeugendes Mittel verwendet der Erfinder die schweflige Säure — SO'2 —. Dieser
Körper ist bei -^- io° flüssig und besitzt dann
eine Spannung, welche gleich dem Drucke der gewöhnlichen Atmosphäre ist; bei -f- 300 übersteigt
seine. Spannung nicht 4 Atmosphären, wodurch daher jede Gefährlichkeit im Betriebe
ausgeschlossen ist. Die Erfahrung hat auch gezeigt, dafs die wasserfreie Säure weder auf Fette,
noch auf Metalle einwirkt, und endlich dafs sie weder explodirbar noch feuergefährlich ist.
Man bereitet die schweflige Säure für vorliegende Zwecke mittelst eines Apparates, welcher
auf Blatt I der beiliegenden Zeichnungen im Aufrifs und Grundrifs sammt allen übrigen
Dispositionen dargestellt ist.
In einem feuerfesten Mauerwerke B wird eine starke gufseiserne, cylindrische Retorte A eingesetzt,
welche nach vorn zu etwas geneigt wird und am äufseren Ende einen mittelst Eisenklammern oder Ringe beweglichen Verschlufs
hat. Unter der Retorte sind zwei Feuerherde C C1 in der Entfernung von ca. 1 m von
einander angebracht, und in der Mitte über der Retorte befindet sich die Esse D zum Abzüge
der Heizgase.
In die Retorte leitet man schweflige Dämpfe oder besser, man giebt in dieselbe ein Quantum
reiner Schwefelblumen oder Stangenschwefel von 2 bis 20 kg, je nach der Dimension der
Retorte, und läfst durch eine am höchsten Theile der Retorte angebrachte Oeffnung a
mittelst eines Sicherheitsrohres gewöhnliche Schwefelsäure in dünnem Strahl einlaufen.
Diese Säure fliefst in der allmälig erhitzten Retorte entlang und verflüchtigt sich unter der
Einwirkung des Feuers C1. Ihre Dämpfe führen bei der höheren Temperatur die gebildeten
Schwefeldämpfe mit sich, und dieses Gemenge von Dämpfen erreicht bei dem Uebergang über
den Feuerherd C eine Temperatur von -j- 3000C.
und darüber.
Eine Zersetzung tritt sodann ein; die Schwefelsäure verliert ein Aequivalent Sauerstoff, welcher
sich mit dem Schwefel verbindet, um schweflige Säure zu bilden, während die Schwefelsäure
selbst in schweflige Säure verwandelt wird. Bei dieser Reaction müssen ca. 5 kg gewöhnliche
Schwefelsäure von 66° auf ca. 1 kg reinen Schwefels verwendet werden, um ca. 6 kg
schweflige Säure zu erhalten.
Um das Gas beim Austritt aus der Retorte von den mechanisch mitgerissenen Schwefeltheilchen
zu reinigen, lasse ich es durch das etwas geneigte Rohr E aufsteigen, worin der
Schwefel sowohl, als auch etwas von der unzersetzten Schwefelsäure abgesetzt wird und.
diese in die Retorte zurückkommen.
Obwohl nicht unumgänglich nöthig, ist es für den besseren Erfolg der Operation vorzuziehen,
wasserfreies, schwefligsaures Gas anzuwenden.
Man läfst es in den etwas geneigten Wäschern FF mit dünnen Strahlen von Schwefelsäure
zusammentreffen und darin circuliren. Die Schwefelsäure, welche bei einem Ende der
Wäscher ein- und beim anderen austritt, absorbirt bei ihrem Durchgange alle aus der zer-
setzten Schwefelsäure herrührenden Wasserdämpfe. Das schweflige Gas wird dann in
einem OeI - Gasometer G gesammelt, mittelst einer Pumpe H aufgesaugt, durch ein mit Eis
gekühltes Schlangenrohr / abgelassen und als wasserfreie schweflige Säure in flüssigem Zustande
erhalten, welche man in den kupfernen Flaschen K mit hermetischem Verschlüsse aufbewahrt,
um sie weiter zu verwenden.
Die Zeichnung illustrirt hinreichend die gesammte und Detail-Einrichtung des Apparates
und bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. Der Erfinder weist noch auf den durch Eis
abgekühlten Reinigungskasten M hin, welcher dazu bestimmt ist, das schweflige Gas von
seiner Feuchtigkeit möglichst viel zu reinigen, bevor es in die Wäscher F übergeht.
Die beiliegende Zeichnung Blatt II zeigt einen Aufrifs und Grundrifs von dem zur Eis-Erzeugung
dienenden Apparate. Derselbe besteht aus drei Theilen.
i. Aus dem Refrigerator, Fig. i,
in welchem das Gefrieren (die Eisbildung) durch das Verdunsten der flüssigen schwefligen Säure erzeugt wird. Er besteht aus einem Röhrenkessel A aus Kupfer oder Eisenblech mit vollkommen dichtem Verschlüsse. Zur Dichtung werden Asbestplatten verwendet. Die flüssige Säure wird durch das Rohr α eingegossen und circulirt zwischen den Röhren. Einmal verdunstet, wird sie durch das Rohr B aufgesaugt.
in welchem das Gefrieren (die Eisbildung) durch das Verdunsten der flüssigen schwefligen Säure erzeugt wird. Er besteht aus einem Röhrenkessel A aus Kupfer oder Eisenblech mit vollkommen dichtem Verschlüsse. Zur Dichtung werden Asbestplatten verwendet. Die flüssige Säure wird durch das Rohr α eingegossen und circulirt zwischen den Röhren. Einmal verdunstet, wird sie durch das Rohr B aufgesaugt.
Im Innern der Röhren circulirt eine entsprechend gesättigte Salzlösung, welche erst bei
— 15° bis 20° gefriert. Eine Schraube C ah
der Mündung des Röhrenbündels, welche durch irgend einen Motor mit grofser Schnelligkeit
gedreht wird, macht das Wasser sehr rasch circuliren und versetzt daher alle Zellen des
Refrigerators in ein möglichst kaltes Bad. Diese Schnelligkeit der Circulation, welche bisher
nicht in Anwendung gebracht wurde, ist eines der wichtigsten Elemente für den Erfolg der
Operation.
Um den Röhrenkessel herum sind Zellen -D aus Blech angebracht, welche das Wasser zum
Gefrieren enthalten. Diese Zellen fassen einen variablen Inhalt von ι ο bis 20 1 Wasser und
sind eine von der anderen durch einige Millimeter getrennt, um den Durchlauf der freiwerdenden Flüssigkeit zu gestatten. Ihre Anzahl
und Disposition hängt natürlich von der Gröfse der Maschine ab. Der Kasten, welcher
die Zellen enthält, mufs von einem nicht Wärme leitenden Körper umgeben sein.
2. Aus einer doppeltwirkenden Saug-
und Druckpumpe, Fig. 2.
Die schwefligen Dämpfe, welche von der Verdunstung der flüssigen Säure in dem Kessel A herrühren, werden durch das Rohr B von der Pumpe aufgesaugt und durch das Rohr X aufgenommen, um hernach durch das Rohr X1 in den Condensator E zurückgedrückt zu-werden.
Die schwefligen Dämpfe, welche von der Verdunstung der flüssigen Säure in dem Kessel A herrühren, werden durch das Rohr B von der Pumpe aufgesaugt und durch das Rohr X aufgenommen, um hernach durch das Rohr X1 in den Condensator E zurückgedrückt zu-werden.
Die Pumpe ist von gewöhnlicher Construction und wird von einem disponiblen Motor in
Thätigkeit versetzt; blos der Stopfbüchsendeckel hat eine besondere Einrichtung.'
Wie aus der Fig. 4 zu ersehen ist, ist der Stopfbüchsendeckel der Kolbenstange lang und
hat an seinem mittleren Theile einen metallenen Ring, welcher die Garnitur in zwei Theile
trennt.
Der Theil, wo sich dieser Ring befindet, ist durch ein kleines Rohr "mit dem Saugrohr X
derart verbunden, dafs die Gase, welche möglicherweise durch die Garnitur entweichen könnten,
wieder aufgesaugt werden, wodurch ein Leckwerden vermieden wird. Das Schmieren des Cylinders und der Kolbenstange ist bei
dieser Einrichtung nicht unumgänglich nöthig.
3. Aus dem Condensator, Fig. 3.
Die durch die Pumpe zurückgedrückten Dämpfe der schwefligen Säure werden durch
ein Hahnrohr e an der Spitze des Condensatorsi?
eindringen. Dieser besteht aus einem Röhrenkessel, ähnlich dem des Refrigerators.
Nach der Zeichnung ist derselbe in einer verticalen Stellung, welche man beliebig verändern
kann, und ebenso läfst sich der Kessel
durch ein Schlangenrohr aus Eisen oder Kupfer ersetzen. Salz- oder Süfswasser mufs fortwährend
in den Röhren oder um die Schlange in entgegengesetzter Richtung zur Gasströmung
circuliren, bei e2 ein- und bei e3 austretend,
um die durch die Condensation des schwefligsauren Gases abgegebene Wärme zu absorbiren.
Die Säure wird unter dem Druck der Pumpe tropfbar flüssig und rinnt längs den Wänden
des Condensators herab.
Von hier fliefst die Säure durch das Abflufsrohr el in den metallenen Behälter G, in dem
sich ein kleiner Cylinder oder eine Kugel, von einer Spindel durchzogen, befindet, mittelst
welcher die kleine Oeffnung unten im (Gefäfs oder) Behälter G verstopft wird. Dieser
Schwimmer wird durch eine Feder equilibrirt und von der flüssigen Säure mehr und mehr
überschwemmt, so dafs er endlich darin schwimmt. Der Cylinder oder Kugelstiel wird
somit gehoben und macht die Oeffnung frei, damit die Säure ablaufen und durch das
hermetisch geschlossene Rohr H in den Refrigerator zurückkehren kann. Auf diese Weise
wird eine beständige Regeneration von schwefliger Säure stattfinden und der Ersatz bei einem
möglichen Leckwerden auf ein Minimum reducirt.
Die Zeichnung zeigt eine Disposition der Transmission an, welche nach Umständen auch
verändert werden kann.
Für die Zwecke der Marine habe ich eine etwas abgeänderte Einrichtung getroffen, um
den Apparat dieser Bestimmung anzupassen. In dem Blatt III der beiliegenden Zeichnung
sind die correspondirenden Theile mit denselben Buchstaben wie früher bezeichnet.
Hier ist die Saug- und Druckpumpe direct mit einem kleinen Motor P verbunden. Der
Cylinder dieser Maschine, welcher seinen Dampf vom Kessel erhält, hat' einen Kolben, dessen
Stange Q durch eine Pleuelstange mit der Kurbelachse zusammenhangt. Diese Stange Q.,
welche sich auf der anderen Seite des Kolbens verlängert und aus dem Dampfcylinder heraustritt,
dient gleichzeitig als Kolbenstange der Pumpe R, mit welcher die schwefligen Dämpfe
des Refrigerators aufgesaugt und in den Condensator zurückgedrückt werden.
Bezüglich des Refrigerators und Condensators stelle ich einen über den anderen (wie aus der
Zeichnung ersichtlich ist) und vorzugsweise beide horizontal nach der Längenachse des
Schiffes, wodurch eine zu grofse Bewegung der Flüssigkeiten, besonders in den Zellen, vermieden
wird.
Der Schwimmer wird hier unter dem Condensator angebracht.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Die Einrichtung der Apparate zur Erzeugung von Eis mittelst schwefliger Säure, speciell für Marinezwecke, wie durch Zeichnung und Beschreibung erläutert.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3499C true DE3499C (de) |
Family
ID=282488
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT3499D Active DE3499C (de) | Verbesserungen in der Erzeugung von Kälte und Eis |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3499C (de) |
-
0
- DE DENDAT3499D patent/DE3499C/de active Active
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