DE346162C - Vorrichtung zum optischen Ausgleich der Filmbewegung fuer Kinematographen - Google Patents
Vorrichtung zum optischen Ausgleich der Filmbewegung fuer KinematographenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Ausgleich der Filmbewegung
mittels gleichförmig rotierender optischer Teile für einen zur Aufnahme oder zur Projektion
bestimmten Kinematographen mit gleichförmig bewegtem Film. Vorrichtungen dieser Art
sind bereits mehrfach beschrieben worden. Sie lösen aber die Aufgabe, von dem bewegten
Film ein ruhendes Bild zu erzeugen, nur un-
u> vollkommen. Entweder ist nur die Mittellinie
des Bildes ruhend, während die oberen und unteren Teile des Bildes eine Bewegung senkrecht
zur Bildebene ausführen, oder es tritt ein Schwanken des ganzen Bildes in der Tiefenrichtung oder in der Seitenrichtung auf.
•Nach der Erfindung werden diese Nachteile vermieden, wenn die optische Ausgleichvorrichtung
mit zwei um einander parallele Achsen drehbar angeordneten Prismenkränzen ausgestattet
wird, die beide eine gleiche Anzahl rhombischer Prismen in solcher Anordnung enthalten, daß die Ein- und AustrittsfläGhen
der Prismen auf jenen Achsen senkrecht stehen, und daß die Prismen jedes Kranzes mit
25. radialen Begrenzungsebenen aneinanderstoßen, und wenn dabei sämtliche Prismen so ausgebildet
werden, daß sie den in sie parallel zu jenen Achsen eintretenden Strahlen die
gleiche Parallelversetzung erteilen.
Eine besonders zweckmäßige Ausführungsform wird erhalten, wenn zwei einander gleiche
Prismenkränze so angeordnet werden, daß ihre Drehachsen zu verschiedenen Seiten der
optischen Achse des kinematographischen Apparates liegen. Der Antrieb der beiden Kränze
muß dabei so gewählt werden, daß die Kränze eine gegenläufige Drehung erfahren, und daß
ihre Winkelgeschwindigkeiten übereinstimmen. Ein Ausführungsbeispiel dieser Art ist in
Abb. ι und 2 der Zeichnung in einer Aufrißansieht
und in einem Grundrißschnitt dargestellt. Die zwei gleichen Prismenkränze sind mit α und b, ihre zu verschiedenen Seiten
der optischen Achse X-X des kinematographischen Apparates liegenden, zu dieser Achse
parallelen und mit dieser Achse in ein und derselben Ebene liegenden Drehachsen mit
M-M und N-N bezeichnet. Jeder Prismenkranz enthält 14 rhombische Prismen a1
bzw. δ1, deren Ein- und Austrittsflächen auf den Drehachsen M-M und N-N senkrecht
stehen, und die mit radialen Begrenzungsebenen aneinanderstoßen. Mit c ist das
Objektiv, mit d der Film und mit e das Filmfenster
bezeichnet.
Abb. 3 zeigt die Versetzung eines von einem ruhenden Objektpunkt kommenden, senkrecht
zu den Eintrittsflächen der rhombischen Prismen des Kranzes a in diesen Kranz eintretenden
Strahles A in einem zu dem Strahl senkrechten Schnitt bei verschiedenen gegenseitigen Stellungen
der Kränze α und b. Nehmen die mittleren Hauptschnitte der beiden gemeinsam
an der Versetzung beteiligten Prismen a\ und b\ die in Abb. 1 gezeichnete Lage (ihre Mittellage)
ein, in der sie in der durch die Drehachsen M-M und N-N bestimmten Ebene liegen,
so wird der Strahl A durch das Prisma a\ nach
S1 und von dort durch das Prisma b\ nach B2
versetzt. Ist η der gegenseitige Abstand der Spiegelflächen eines rhombischen Prismas und β
der Winkel, den diese Flächen mit der Dreh-
achse des Prismenkranzes einschließen, so gilt dabei die Gleichung:
COS β ' ο
es fällt also B2 mit A zusammen. Ferner ist AB1 parallel der die Drehachsen M-M und N-N
senkrecht schneidenden Geraden. Ist dagegen jeder der Hauptschnitte der Prismen aJ und b'o
ίο gegen seine Mittellage um den gleichen Winkel φ in der in Abb. ι angegebenen Pfeilrichtung
verdreht, so wird der Strahl A durch das Prisma a\ nach B3 und von dort durch das
Prisma 5J nach B4 versetzt. Dabei ist A B3
= B3B*
cos β
und ferner sowohl A B3 als
auch B3 B* gegen A B1 um den Winkel φ
geneigt. Es läßt sich leicht nachweisen, daß A B4 senkrecht zu A B1 gerichtet ist und den
Wert
cos β
sin cp hat. Der von einem ruhenden
Objektpunkt kommende Strahl A erfährt also bei der Drehung der Prismenkränze in entgegengesetzten
Richtungen, gleiche Winkelgeschwindigkeiten vorausgesetzt, eine Versetzung, die geradlinig und senkrecht zu der
durch die Drehachsen der Prismenkränze bestimmten Ebene ist, und die dem Sinus des
Drehwinkels der Prismenkränze proportional ist. Läßt man den Film sich mit dieser
ungleichförmigen Geschwindigkeit bewegen, so erzeugen die Prismenkränze, wie erforderlich,
von dem bewegten Film ein ruhendes Bild. Ebenso könnte bei gleichförmiger Geschwindigkeit
des Films ein ruhendes Bild erzeugt werden, wenn entweder den Prismenkränzen
die entsprechende ungleichförmige Bewegung erteilt werden würde, oder wenn das Objektiv
des kinematographischen Apparates periodisch auf- und abwärts bewegt werden würde, oder
auch, wenn zwischen dem Film und dem Objektiv eine planparallele Glasplatte eingeschaltet
würde, die periodisch eine Kippung erfährt. Aus Zweckmäßigkeitsgründen wird man im allgemeinen sowohl die Geschwindigkeit
der Prismenkränze als auch die des Films gleichförmig wählen, und zwar so, daß die
Geschwindigkeit des Films gleich der Umfangsgeschwindigkeit ist, die der dem Film benachbarte
Prismenkranz in demjenigen Abstand von seiner Drehachse hat, in dem die optische
Achse X-X des kinematographischen Apparates liegt. Dabei wird allerdings kein vollkommen
ruhendes Bild erzeugt. Die Bewegungen des Bildes sind jedoch fast unmerklich, da die
einzelnen rhombischen Prismen nur während der Durcheilung verhältnismäßig kleiner Drehwinkel
wirksam sind. Eine zweite zweckmäßige j Ausführungsform ergibt sich, wenn der Abstand
der Drehachsen der beiden Kränze gleich Null angenommen wird, und wenn die beiden
I Kränze so ausgebildet und konzentrisch zueinander so miteinander fest verbunden werden,
daß die radialen Begrenzungsebenen der Prismen beider Kränze zusammenfallen. Dabei muß
: ein feststehendes Hilfsprisma vorgesehen sein, ι das den Übertritt der wirksamen Strahlen
: von einem Kranz zum andern vermittelt. j Ein Ausführungsbeispiel dieser Art ist in
j Abb. 4 und 5 der Zeichnung in einer Aufrißj ansicht und in einem Grundrißschnitt dar-I
gestellt. Die zwei Kränze, deren jeder 22 rhombische Prismen f1 bzw. g1 enthält, sind
mit einer Glasplatte h so verkittet, daß die ι Strahleneintrittsnächen der Prismen des einen
j Kranzes mit den Strahlenaustrittsflächen der I Prismen des anderen Kranzes zusammenfallen.
Die Glasplatte h ist mit einer Nabe i verschraubt, die um eine zu der Kittfläche der
. Glasplatte senkrechte Achse S-S drehbar gelagert ist. Zur Vermittlung des Übertritts
der Strahlen von dem einen Kranz zum andern dient ein fest angeordnetes einfaches
Spiegelprisma k, dessen Hypotenusenfläche auf
der Drehachse S-S senkrecht steht, und dessen mittlerer Hauptschnitt diese Drehachse enthält.
Wie im ersten Ausführungsbeispiel ist das Objektiv mit c, der Film mit d und das
Filmfenster mit e bezeichnet. Die durch die Objektivachse und die Mitte des Filmfensters
bestimmte Ebene fällt mit jenem Hauptschnitt zusammen. Dabei steht die Verschiebungsrichtung des Films auf jenem Hauptschnitt
senkrecht.
Abb. 6 zeigt die Versetzung eines von einem ruhenden Objektpunkt kommenden, senkrecht
zu den Eintrittsflächen der rhombischen Prismen in den Kranz der inneren Prismen g1 eintretenden
Strahls C in einem zu dem Strahl senkrechten Schnitt bei verschiedenen Stellungen
des Kranzkörpers. Nehmen die mittleren Hauptschnitte der beiden gemeinsam an der
Versetzung beteiligten rhombischen Prismen fl und gj die in Abb. 4 gezeichnete Lage
(ihre Mittellage) ein, in der sie mit dem mittleren Hauptschnitt des Prismas k zusammenfallen,
so wird der Strahl C durch das Prisma gl nach D1, von dort durch das Prisma k
nach D2 und von dort durch das Prisma fl nach D3 versetzt. Dabei haben D1 und D2
gleichen Abstand von der Schnittkante Y-Y der Spiegelflächen des Prismas k, und es besteht
die Gleichung:
CD1 = D2D3 =
cos ß'
wobei η und β die beim ersten Ausführungsbeispiel angegebene Bedeutung haben. Sind
dagegen die zusammenfallenden Hauptschnitte der Prismen fl und gl gegen ihre Mittellage
um den Winkel φ in der in Abb. 4 angegebenen Pfeilrichtung verdreht, so wird der Strahl C
durch das Prisma g] nach D4, von dort durch
das Prisma k nach D5 und von dort durch das Prisma f\ nach D6 versetzt. Dabei haben
D4 und D5 gleichen Abstand von der Schnittkante Y-Y. Ferner ist sowohl C D4 als auch
D5 D6 gegen C D3 um den Winkel φ geneigt,
und es besteht die Gleichung:
= D^D* =
den Wert
2 η
cos β
cos β
ruhenden Objektpunkt kommende Strahl C erfährt also bei der Drehung der Prismenkränze
eine Versetzung, die geradlinig und senkrecht zu dem Hauptschnitt des Prismas k
ist. Betreffs der erforderlichen Geschwindigkeit des Films gilt das an Hand von Abb. 3
Gesagte.
Bei ProjektionsMnematographen mit optischem
Ausgleich vor und hinter dem Film kann vorteilhaft auch die vor dem Film anCOS
Ρ" i
Es läßt sich leicht nachweisen, daß D3 D6 senkrecht zu C D3 gerichtet ist und
sin φ hat. Der von einem geordnete Ausgleichvorrichtung, die dazu dient,
die zur Beleuchtung des Films bestimmten Lichtstrahlen so zu versetzen, daß sie gegenüber
dem Film keine Verschiebung erfahren, gemäß der Erfindung ausgebildet werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Vorrichtung zum Ausgleich der Filmbewegung mittels gleichförmig rotierender optischer Teile für einen Kinematographen mit' gleichförmig bewegtem Film, gekennzeichnet durch zwei um einander parallele Achsen drehbar angeordnete Prismenkränze, die beide eine gleiche Anzahl rhombischer , Prismen in solcher Anordnung enthalten, daß die Ein- und Austrittsflächen der Prismen auf jenen Ach en senkrecht stehen, und daß die Prismen jedes Kranzes mit radialen Begrenzungsebenen aneinanderstoßen, wobei sämtliche Prismen so ausgebildet sind, daß sie den in sie parallel zu jenen Achsen eintretenden Strahlen die gleiche Parallelversetzung erteilen.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE346162T | 1919-05-24 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE346162C true DE346162C (de) | 1921-12-24 |
Family
ID=6255050
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1919346162D Expired DE346162C (de) | 1919-05-24 | 1919-05-24 | Vorrichtung zum optischen Ausgleich der Filmbewegung fuer Kinematographen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE346162C (de) |
-
1919
- 1919-05-24 DE DE1919346162D patent/DE346162C/de not_active Expired
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