DE3437534C2 - Zylindrischer Behälter zur Verwendung als druckdichte Explosionskammer - Google Patents
Zylindrischer Behälter zur Verwendung als druckdichte ExplosionskammerInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen zylindrischen Behälter zur
Verwendung als druckdichte Explosionskammer von der im
Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Art. Ein Behälter
dieser Art ist aus GB 21 06 560 A bekannt.
Behälter dieser Art dienen zum Schutz der Umgebung, in dem
explosionsgefährdete Arbeitsvorgänge bei der Herstellung
von Explosivstoffen in seinem Inneren durchgeführt werden
können, oder als ein Testbunker für Explosivstoffe und
splittererzeugende Waffen, oder auch als Lagerraum für Ex
plosivstoffe. Ein solcher Behälter wird im folgenden auch
als Explosionskammer bezeichnet.
Explosionskammern wurden bisher hauptsächlich als schwere
Betonbunker oder dickwandige Stahlbehälter ausgeführt. Dies
hat den Nachteil eines großen Gewichtes, so daß die Explo
sionskammer nur direkt auf oder unter der Erde angeordnet
werden kann und auch nur mittels sehr schwerer Spezialfahr
zeuge transportiert werden kann. Dagegen können Explosions
kammern der eingangs genannten Art als leichtgewichtige
Konstruktionen ausgebildet werden, so daß sie leichter
transportiert und vor allem auch in beliebiger Höhe über
dem Boden angeordnet werden können. Letzteres ist dann von
Interesse, wenn die Explosionskammer nur einen einzelnen,
explosionsgefährdeten Arbeitsvorgang eines ansonsten siche
ren Herstellungsverfahrens einschließen soll.
Der aus GB 21 06 560 A bekannte Behälter der genannten Art
hat einen einwandigen Aufbau. Seine Außenwand muß deshalb
mit ausreichender Sicherheitsmarge so stark bemessen sein,
daß sie allen auftretenden Belastungen standhalten kann, um
jede Gefährdung der Umwelt auszuschließen. Es ist anderer
seits aus DE-OS 25 10 666 eine Berstsicherung für Druckbe
hälter und Druckrohre bekannt, bei der der Druckbehälter
von einer Sicherheitsschale umgeben ist, die eine zylindri
sche Außenwand aufweist, die mittels Zug entlang zwischen
zwei Endstücken eingespannt ist. Der Zwischenraum zwischen
dem Druckbehälter und der Sicherheitsschale ist durch eine
Füllmasse ausgefüllt, die die bei Verformung des Druckbe
hälters auftretende Flächenpressung direkt auf die Sicher
heitsschale überträgt. Dies bedeutet aber, daß auch Vibra
tionskräfte direkt auf die Sicherheitsschale übertragen
werden, diese bekannte Konstruktion eignet sich deshalb als
Sicherung gegen ein durch statischen Überdruck verursachtes
Bersten des Druckbehälters, ist dagegen zur Aufnahme der
bei Explosionen im Inneren des Behälters auftretenden dyna
mischen Belastungen weniger geeignet.
Ähnliches gilt für ein aus DE-PS 8 38 597 bekanntes Gefäß
für hohe Innendrücke, bei dem eine nicht selbst druckfeste
Innenwand an der Außenseite durch aufeinandergestapelte
Blechringe, die durch Zugstangen und zwei Endstücke zusam
mengespannt sind, ohne Abstand abgestützt ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde einen Behälter der
angegebenen Art zu schaffen, der bei leichter Konstruktion
eine verbesserte Schutzwirkung der Umgebung bei Belastung
und gegebenenfalls Überlastung des Behälters durch in sei
nem Innern durchgeführte Explosionen bietet.
Die erfindungsgemäße Lösung der Aufgabe ist im Anspruch 1
angegeben. Die Unteransprüche beziehen sich auf vorteil
hafte weitere Ausgestaltungen der Erfindung.
Der erfindungsgemäße Behälter beruht auf einem neuartigen
Konstruktionskonzept, welches darin besteht, daß die Bela
stung, mit der der Druckanstieg bei der Explosion auf die
Innenwandung der Explosionskammer wirkt, in Axialrichtung
direkt auf den Innenteil und den Außenteil der Explosions
kammer verteilt wird, während andererseits die Gehäusewand
und die Außenwand durch den dazwischen befindlichen lichten
Abstand gegenüber Radialkräften voneinander entkoppelt
sind, so daß während und nach der Explosion keine Vibra
tionsübertragung auf die Außenwand bzw. keine gekoppelte
Vibration von Innen- und Außenwand erfolgen kann. Bei dem
erfindungsgemäßen Behälter erfolgt eine Kraftübertragung
von der Innen- auf die Außenwand ausschließlich über die
außerhalb der Stirnwände angeordneten Querträger. Der
Hauptteil der auf die Stirnwände wirkenden Druckkräfte wird
über die Querträger in von der Außenwand aufzunehmende Zug
spannungen umgewandelt. Dagegen werden die auf die Innen
wand wirkenden Radialkräfte ausschließlich von der Innen
wand aufgenommen.
Die vorliegende Konstruktion ist verglichen mit den vorste
hend beschriebenen Konstruktionen in erster Linie billiger
und leichter herzustellen und zweitens so konstruiert, daß
das Einkalkulieren einer Überlastung der Innenteile der Ex
plosionskammer in besonders wichtigen Fällen möglich ist,
ohne daß die Umgebung unzulässig gefährdet wird. Die Explo
sionskammer gemäß der Erfindung hat wenigstens im Bereich
der schwächsten Teile einen doppelwandigen Aufbau, dessen
Außenteil der Belastung standhalten kann, wenn der Innen
teil nicht vollständig dieser Belastung standhält. Ein Vor
teil der erfindungsgemäßen Konstruktion besteht darin, daß
ein eventuell zerstörter Innenteil vergleichsweise leicht
durch einen neuen Innenteil ersetzt werden kann.
Eine Ausführungsform der Erfindung
wird anhand der Zeichnungen be
schrieben. Es zeigt
Fig. 1 einen Vertikalschnitt einer Explosions
kammer gemäß der Erfindung;
Fig. 2 einen Horizontalschnitt der Kammer gemäß
Fig. 1;
Fig. 3 einen Schnitt entlang der Linie III-III von
Fig. 1; und
Fig. 4 eine Stirnansicht der Expolosionskammer von
Fig. 1.
Die Explosionskammer gemäß Fig. 1-4 besteht
aus einem Innenteil 1 und einem Außenteil 2. Der Innen
teil ist aufgebaut aus einer rohr- oder zylinderförmigen
Gehäusewand 3 und zwei Stirnwänden 4, 5, jeweils mit
mittleren Türöffnungen 6, 7, die mit Türen oder Ver
schlüssen versehen sind, welche in das Innere der Kammer
zu öffnen sind. Entlang der Verbindungskanten zwischen
der Gehäusewand 3 und den Stirnwänden 4, 5 sind eine
Anzahl von dreieckigen Verstärkungselementen 10 fest
geschweißt. Der Innenteil 1 ist, wie aus den Figuren zu er
sehen ist, innerhalb des Außenteils 2 angeordnet, wobei
zwischen seiner eigenen Gehäusewand 3 und der Außen
wand 12 des Außenteils ein gewisser Abstand 11 besteht.
Innerhalb jeden Endes der Außenwand 12 sind
Trägereinrichtungen 13, 14 angeordnet. Jede dieser
Trägereinrichtungen besteht aus zwei vertikal
angeordneten Balken oder Trägern 15, 16 bzw. 17, 18 und zwei horizontal
angeordneten Balken oder Trägern 19, 20 bzw. 21, 22. Diese Träger sind
innerhalb jedes Systems zu einem sehr starken Rahmen mit
einander verschweißt. Die vertikalen Träger sind
weiterhin durch Öffnungen 23-26 in der Außen
wand 12 des Außenteils 2 geführt und darin
mit der Außenwand 12 verschweißt. Der Innen
teil 1 ist zwischen den Trägereinrichtungen 13,
14 eingeschlossen und mit deren Trägern über Bolzen oder durch
Schweißen verbunden. Die Türen oder Verschlüsse 8, 9 sind
an den Trägern an den einander gegenüberliegenden Innensei
ten befestigt. Diese Türen werden in der Explosionskammer
nach innen geöffnet und sie sind größer als der Abstand
zwischen den Trägern. Die Türöffnungen 6 und 7 in den Stirn
wänden 4, 5 sind andererseits größer als die Türen, so daß
zwischen diesen keine Vibrationen direkt übertragen werden
können. Die vertikalen Träger 15, 16 und 17, 18 bil
den außerhalb der Gehäusewand 12 des Außenteils 2 vier
Füße zur Abstützung der Explosionskammer. Diese Träger
können auch oben aus der Außenwand herausragen, um
vier weitere Befestigungspunkte zu bilden.
Die Explosionskammer ist weiterhin mit einem
Gitterboden 31 versehen, der in der Fig. 2 nur teil
weise dargestellt ist. Die Gehäusewand 3 des Innenteils 1
ist mit vier Sicherheitsfenstern 32 versehen. Die Außen
wand 12 des Außenteils ist ebenfalls mit vier Öffnungen 33
versehen, die mit den Fenstern 32 fluchten. Diese Öffnun
gen 33 können auch durch Sicherheitsfenster abgedeckt
sein. Wenn der Innenteil so schwer beschädigt ist, daß er
ersetzt werden muß, wird die Außenwand 12 des Außen
teils 12 entlang der gestrichelten Linie 34 auseinander
geschnitten, und der alte Innenteil wird herausgenommen
und durch einen neuen Innenteil ersetzt. Die beiden Hälf
ten des Außenteils werden dann zusammengeschoben und mit
einander verschweißt und der neue Innenteil wird wie be
reits beschrieben an den Trägern befestigt.
Die Festigkeitseigenschaften des vorstehend be
schriebenen Behälters können für verschiedene Kräfte
(Belastungen) mit einer großen Genauigkeit berechnet
werden. Die dargestellte Explosionskammer
besteht aus Stahlblechen mit einer Dicke von 60 mm für
die Türen, 50 mm für die Träger, 40 mm für die Gehäuse
wand des Innenteils, die Stirnwände und die Verstärkungs
elemente und 20 mm für die Außenwand des Außenteils.
Es wurde ein Stahl mit der Bezeichnung OX 602 verwendet.
Die vorstehend beschriebene Explosionskammer hat so
wohl theoretisch als auch bei Versuchen gezeigt, daß
sie insbesondere für das Einschließen von splitterer
zeugenden Explosionen geeignet ist.
Claims (7)
- I. Zylindrischer Behälter zur Verwendung als druckdichte Explosionskammer zum Einschließen von durch Explosion, Ver puffung oder Detonation erzeugtem Druck und Splittern, wobei die druckdichte Kammer von einer rohrförmigen Gehäu sewand (3) und diese an beiden Enden abschließenden Stirn wänden (4,5) gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die rohrförmige Gehäusewand (3) von einer ebenfalls rohrförmigen Außenwand (12) umgeben ist, die an an der Außenseite der Stirnwände (4, 5) angeordneten quer verlaufenden Trägern (13, 14) befe stigt und durch diese in allseitigem lichten Abstand von der Gehäusewand (3) gehalten ist.
- 2. Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekenn zeichnet, daß die Außenwand (12) über die Träger (13, 14) hinausragt, wobei die Träger (13, 14) in die Außen wand (12) eingesetzt und/oder mit dieser verbunden sind.
- 3. Behälter nach Anspruch 2, dadurch gekenn zeichnet, daß auch die Gehäusewand (3) mit den außerhalb jeder Stirnwand (4, 5) liegenden Trägern (13, 14) durch Schweißen oder mittels Bolzen verbunden ist.
- 4. Behälter nach Anspruch 3, dadurch gekenn zeichnet, daß die Verbindungskanten zwischen der Gehäusewand (3) und den Stirnwänden (4, 5) durch radial lie gende dreieckige Versteifungselemente (11) verstärkt sind, die an den Innenseiten dieser Wände befestigt sind und an solchen Bereichen der Stirnwände (4, 5) verteilt sind, die nicht von den Trägern (13, 14) umschlossen sind.
- 5. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine oder beide der Stirnwände (4, 5) mit Türen oder Verschlüssen (8, 9) versehen sind, die nach innen öffnen und in einem von den Trägern (13, 14) umgebenen Bereich der Stirnwand angeordnet sind; wobei die Türen oder Verschlüsse (8, 9) im geschlossenen Zu stand von den der jeweiligen Stirnwand zugeordneten Trägern getragen werden.
- 6. Behälter nach Anspruch 5, dadurch gekenn zeichnet, daß zwischen den Türen oder Verschlüssen (8, 9) und den zugehörigen Türöffnungen in den Stirnwänden (4, 5) ein Abstand ist, der durch die Träger (13, 14) über brückt ist.
- 7. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Festigkeitseigen schaften so berechnet sind, daß die Gehäusewand (3) der schwächste Teil des Behälters ist.
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Legal Events
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Owner name: DYNASAFE AB, KARLSKOGA, SE |
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