DE341969C - Verfahren zur Gewinnung von reinem, salz- und saeurefreiem Eiweiss aus eiweisshaltigen Salz- oder Alkaliloesungen - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von reinem, salz- und saeurefreiem Eiweiss aus eiweisshaltigen Salz- oder AlkaliloesungenInfo
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- Peptides Or Proteins (AREA)
Description
- Verfahren zur Gewinnung von reinen, salz- und säurefreiem Eiweiß aus eiweißhaltigen Salz- oder Alkalilösungen. Bekanntlich sind zahlreiche Eiweißkörper, besonders die in Pflanzensamen enthaltenen Globuline in konzentriertenSalzlösungen, z. B. in wäßriger roprozentigerKochsalzlösung oder in Alkali.lösungen, z. B. wäßriger Natronlauge, leicht löslich. Um die Eiweißarten aus diesen Lösungen abzuscheiden, hat man sich bisher für wissenschaftliche Zwecke der Dialyse bedient und so salz- und säurefreie Fällungen gewonnen. Als technisches Verfahren ist die Dialysiermethode aus verschiedenen Gründen nicht für alte Fälle geeignet. Abgesehen von großem Wasserverbrauch, der langen Zeitdauer und der damit zusammenhängendlen Gefahr der Fäulnis sind bisher in der Technik noch keine Dialysierapparate zur Anwendung gelangt, in denen beträchtliche Mengen -von Niederschlägen während, der Dialyse ausgeschieden werden. Die Gefahr -der Verstopfung in den üblichen Apparaten ist eine beträchtliche, anders geartete Apparate müßten erst konstruiert und erprobt werden. Ein billiges und einfaches Verfahren zur Ab.scheidun:g,der Diweißstoffe ohne Dialyse hat deshalb große technische Bedeutung.
- Nun sind Eiweißstoffe bekanntlich durch Säuren fällbar, auch aus sal.zhaltigenLösungen lassen sie sich bei genügendem Zusatz durch Säure niederschlagen. Der Niederschlag besteht dann aus dem Proteinsalz der Säure, das als solches -jedoch keine technische Bedeutung haben kann, da es sowohl für Nahrungs- wie für technische Zwecke wegen der anhaftenden Säure nicht verwertbar .ist.
- Ohne Zersetzung kann es auch nicht getrocknet werden. Durch Waschen mit Wasser läßt sich .die Säure nicht entfernen, da das Proteinsalz der Säure bei Wasserzuzatz in einen gequollenen kolloidalen Zustand übergeht, aus :dem das Eiweiß weder durch Filtration noch durch Zentrifugieren oder sonstige Trennungsmethoden ohne Dialyse nicht wieder abzuscheiden ist. Beim Neutralisieren der Säure aber tritt wieder Lösung ein.
- Ganz anders liegen die Verhältnisse, wenn Eiweiß, wie z. B. bei der Reinigung von Milchkasein, durch wiederholtes Auflösen und Umfällen mit Alkali bzw. Säure gereinigt wird. In solchen Fällen ist das Eiweiß schon von vornherein mit Wasser waschbar, da ihm keine zur Verquellung ausreichenden Säuremengen anhaften, ebensowenig ist das nach einer Ausfällung mit der dazu nötigen Säuremenge der Fall. Überdies hat fliese Reinigung auch andere Zwecke, beispielsweise die Entfernung von Fett, das mit Wasser nicht auswaschbar ist.
- Bei der- Ausfällung der Eiweißstoffe aus konzentrierten Kochsalz- bzw. Alkalilösungen tsind weit größere Säuremengen als in dem obenerwähnten Falle notwendig. Diese bleiben an das Eiweiß gebunden und können durch die gebräuchlichen einfachem Mittel nicht entfernt werden.
- Es wurde nun gefunden, daß sich diese Schwierigkeiten vermeiden lassen, wenn man auf Grund der folgenden neuen Beobachtung arbeitet. Zur Fällung aus konzentrierter Salzlösung bedarf man einer gewissen Mindestmenge, zur Fällung aus verdünnter Salzlösung einer weit geringeren Säuremenge. In letzterem Falle haftet dem Eiweiß auch entsprechend weniger Säure an. Man muß deshalb dahin streben, das Eiweiß als Alkalisalz in eine derartig verdünnte Salzlösung zu bekommen, daß zu seiner Fällung nur ein ganz geringer Säureüberschuß notwendig ist. Es haftet ihm dann nach der Abtrennung keine oder jedenfalls keine zur Verquellung ausreichende Säuremenge mehr an, es kann run in gut wasch- und filtrierbarer Form praktisch säurefrei gewonnen werden. Dieses erreicht man, indem man das aus der Salzlösung mit Säure gefällte Eiweiß durch Zusatz einer fazu gerade ausreichenden Alkali-bzw. Erdalkal.imenge in Lösung bringt, dann wieder, und zwar mit der gerade notwendigen Säuremenge ausfällt und diese Operation entsprechend oft wiederholt. In jedem Falle vermindert sich die Säure- und Alkali- und entsprechend auch .die vorhandene Salzmenge, wie däs folgende Beispiel zeigt: io kg Lupinen werden unter Rühren in fein gemahlenem Zustande in 50 1 ioprozentige Kochsalzlösung eingetragen und Alkali,- z. B. 200 ccm 4ogradiger Natronlauge, bis zur schwach alkalischen Reaktion gegen Phenolphthalein zugegeben. Man läßt ;geraume Zeit stehen und rührt gelegentlich um, dann trennt man die hierdurch gleichzeitig entbitterten Lupinen von der Salz-Eiweiß-Bitterstofflösung, wäscht sie mit noch einem Liter zehnprozentiger Kochsalzlösung und: gibt die Waschflüssigkeit zu .der gewonnenen Eiweißlösung. Zur vereinigten Salz-Eiweißlösung setzt man nun goo ccm 18prozentiger Salzsäure entsprechend 162 g absoluter Salzsäure. Der sich ausscheidende Eiweißniederschlag wird. nach einiger Zeit, am bequemsten durch Zentrifugieren, abgetrennt, in 15 1 Wasser durch Anrühren fein verteilt und durch Zusatz von 300 ccm 4ogradiger Natronlauge, enthaltend 145,2 g Ätznatron, unter Rühren in Lösung gebracht. Zur Ausfällung werden darauf 13 1 o,8prozentiger Salzsäure entsprechend: 104 g absoluter Salzsäure zugegeben. Das ausgefällte Eiweiß wird wiederum abzentrifugiert, erneut in 15 1 Wasser aufgeschwemmt und nun durch nur ioo ccm 4ogradiger Natronlauge, enthaltend 48,4 g Ätznatron aufgelöst. Zur Fällung sind dann nur 6,5 1 o,8prozentiger Salzsäure entsprechend 52 g absoluter Salzsäure nötig. Der nun abgesonderte Eiweißniederschlag ist praktisch säurefrei. Er wird noch ein paarmal mit Wasser aufgeschwemmt, dieses durch Dekantieren oder sonstwie entfernt, worauf das Eiweiß durch geeignete Operationen, wie Zentrifugieren. oder Filterpressen, in möglichst wasserfreiem Zustande zum Zwecke nachheriger Trocknung gewonnen wird. Um es möglichst hellfarbig zu erhalten, kann man den Eiweißlösungen vor jeder Säurefällung in bekannter Weise eine geringe Menge, z. B. 5 g schwefligsaures Natrium, zusetzen, die ,durch die Salzsäure in Freiheit gesetzte schweflige Säure wirkt dann lösend und entfärbend auf die in der Lupine vorhandenen Farbstoffe: An Stelle des schwefligsauren Salzes kann man auch, wie gleichfalls bekannt, eine entsprechende Menge gasförmiger freier schwefliger Säure verwenden. In diesem Falle muß die zuzusetzende Salzsäure entsprechend verringert werden. . Je nach dem Grade der Mahlung der Lupinen gewinnt man so io bis 15 Prozent und mehr eines geschmacklosen, hellgelb, gefärbten Eiweißpulvers, das praktisch reines Eiweiß darstellt.
- Naturgemäß läßt sich das Verfahren auch für jede andere Eiweiß-Salz- oder Alkalilösung bei entsprechender Modifikation der Säure- und Alkalimengen -anwenden.
Claims (1)
- PATENT-ANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von reinem, salz- und säurefreiem Eiweiß aus eiweißhaltigen Salz- oder Alkalilösungen, dadurch gekennzeichnet, d'aß man das Eiweiß durch wiederholtes Fällen mit Säure und Lösen in Alkali bzw. Erdalkali in eine jedesmal geringere Menge von Salz oder Alkali enthaltende Lösung bringt, um es schließlich mit einer so geringen Säuremenge fällen zu können, d'aß es praktisch säurefrei ausgefällt wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE341969T | 1919-12-21 |
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| DE1919341969D Expired DE341969C (de) | 1919-12-21 | 1919-12-21 | Verfahren zur Gewinnung von reinem, salz- und saeurefreiem Eiweiss aus eiweisshaltigen Salz- oder Alkaliloesungen |
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| DE (1) | DE341969C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE926662C (de) * | 1948-11-23 | 1955-04-21 | Gustav Dr-Ing Butschek | Verfahren zur Herstellung eines schlagfaehigen Eiweissaustauschmittels aus Hefe und anderen hefeaehnlichen Pilzen |
-
1919
- 1919-12-21 DE DE1919341969D patent/DE341969C/de not_active Expired
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| DE926662C (de) * | 1948-11-23 | 1955-04-21 | Gustav Dr-Ing Butschek | Verfahren zur Herstellung eines schlagfaehigen Eiweissaustauschmittels aus Hefe und anderen hefeaehnlichen Pilzen |
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