DE339887C - Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung des Bastes von Nutzfasern enthaltenden Pflanzenstengeln - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung des Bastes von Nutzfasern enthaltenden Pflanzenstengeln

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DE339887C
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stalk
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01BMECHANICAL TREATMENT OF NATURAL FIBROUS OR FILAMENTARY MATERIAL TO OBTAIN FIBRES OF FILAMENTS, e.g. FOR SPINNING
    • D01B9/00Other mechanical treatment of natural fibrous or filamentary material to obtain fibres or filaments

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Paper (AREA)

Description

  • Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung des Bastes von Nutzfasern enthaltenden Pflanzenstengeln. Um von Nutzfasern enthaltenden Pflanzenstengeln die Fasern zu gewinnen, hat man die Stengel kräftig mit Natronlauge behandelt. Die Natronlauge zerstört die Rindenbestandteile, in die die Fasern eingebettet sind, und auch den Zusammenhang der Rinde mit dem Stengel. Dadurch wird der ganze Zusammenhalt der Rinde aufgelöst, und es ist mit den bisher bekannten Mitteln der Ablösung des Bastes von dem Holzstengel nicht möglich, die Fasern frei von Rindenbestandteilen zu erhalten. Man kann nicht getrennt vom Rindenschlamm die Fasern der weiteren Behandlung unterwerfen. Fasern und Rinde lassen sich nur zusammen in einzelnen Stücken und Fetzen vom Stengel herunternehmen, und wenn man diese einzelnen kleinen Stücke auf ein Beförderungsmittel aufbringen will, so erhält man nur größere oder kleinere Rindenschlammbatzen, in denen sich die Fasern mit befinden. Das für die Weiterbehandlung unbedingt erforderliche, geordnete und parallele Auflegen des Bastes ist unmöglich.
  • Man hat vorgeschlagen, der Natronlaugenbehandlung eine Behandlung mit Sodalauge voranzusenden und die Behandlung mit Natronlauge erheblich abzukürzen. Sie soll nur noch so lange einwirken, daß zwar der Zusammenhang innerhalb der Rinde angegriffen wird, um die nachfolgende Aufschließungsarbeit etwas zu erleichtern, daß aber doch noch viel Zusammenhang in der Rinde vorhanden ist, damit sie bei der nachfolgenden Schälarbeit sich nicht auflöse, sondern ihren Zusammenhang bewahre. Hierbei wird also durch die Sodalauge nur der Zusammenhang zwischen Bast und Holzstengel gelöst. Der Bast läßt sich verhältnismäßig leicht mit Maschinen entfernen, da der Aufbau des Bastes nicht wesentlich gestört ist, und es läßt sich der Bast mit den in ihm befindlichen Fasern in geordneter, paralleler Lage auf ein Beförderungsmittel aufbringen.
  • Die Schwierigkeit liegt aber hierbei darin, daß die Rinde nicht genügend zerstört ist, um die nachfolgende Aufschließungsarbeit ausreichend zu erleichtern. Läßt man aber die Natronlauge länger. auf die Rinde einwirken, dann verliert die Rinde den Zusammenhalt, und man kann den Bast bei der nachfolgenden Schälarbeit auf der Schälmaschine nicht mehr in Streifen gewinnen, sondern nur noch in zusammengeschobenen Klumpen und Batzen. Will man also den Bast auf dem zur Fasermaschine führenden Siebtuche in Streifen gewinnen, so mußte man bislier von einer ausreichenden Vorbehandlung des Bastes mit Natronlauge vor dem Abschälen des Bastes vom Stengel absehen. Das hatte nun leider zur Folge, daß die Weiterverarbeitung des Bastes sehr erschwert war und kein so schönes Fasergut ergab, als wenn man den Bast vorher mit Natronlauge behandelt hatte.
  • Die Schwierigkeit liegt also hier in der Behandlung des Bastes mit Natronlauge. Man kann zwar den Bast auch nur mit Sodalauge behandelt verarbeiten. Jedoch ist die Verarbeitung wesentlich leichter, wenn Natronlauge auf den Bast eingewirkt hat. Je länger diese Einwirkung stattfindet, um so leichter geht die Weiterverarbeitung vonstatten. Hat man nun den Bast schon auf dem Beförderungsmittel liegen, dann kann .die Natronlauge auf den Bast nur verhältnismäßig kurze Zeit einwirken, da das Beförderungsmittel verhältnismäßig schnell läuft und infolgedessen ein Eintauchen des Bastes in Natronlauge technisch und räumlich großen Schwierigkeiten begegnet, zum mindesten, wenn der Bast eine hinreichend lange Zeit in die Natronlauge eingetaucht werden soll.
  • Die eigentliche Freilegearbeit besorgt immer die Natronlaugenbehandlung im Zusammenhange mit der nachfolgenden Quetschung. Es ist die vorangehende Sodabehandlung somit ein Umweg, und es ist das Ziel der vorliegenden Erfindung, mit der Natronlaugenbehandlung allein auszukommen und doch den die Faser enthaltenden Bast in geordneter, paralleler Lage auf dem Fördermittel zur Weitergabe an die weiteren Behandlungsstellen zu gewinnen. Durch das Ausscheiden der Sodalaugenbehandlung und kräftige Ausnutzung der allein noch verbleibenden Natronlaugenbehandlung kann man die nachfolgende Arbeit des Kalanderns und Beinspritzens sehr wesentlich erleichtern, die Maschine sehr viel schneller als früher laufen lassen und dadurch einen erheblich größeren Ertrag erzielen. Auch kann man mit geringerem Kalanderdrucke auskommen und dadurch die Faser mehr schonen.
  • Es ist also die Aufgabe der Erfindung, den Bast, der am Nesselstengel mit Natronlauge so lange gekocht ist, bis der innere Zusammenhang der Rindenbestandteile gelöst ist und nur noch sehr lose, und zwar zum Abfallen lose, am Stengel hängt, zuerst vom Stengel restlos abzulösen und ihn trotzdem dann in fortlaufender gleichmäßiger Zuführung und in parallel und lang gelegten Streifen auf das Zuführungstuch zur eigentlichen Fasermaschine aufzubringen.
  • Man könnte nun den Bast nach der Natronlaugenbehandlung in bekannter Weise einfach abspritzen. Dadurch gewinnt man aber den Bast nur in Klumpen und Batzen, denn beim Abfallen vom Stengel ballt er sich zusammen und bringt die Fasern aus ihrer geordneten Lage, die sie von Natur aus am Stengel haben: Es ist für die Durchführung der Erfindung erforderlich, daß der durch die Vorbehandlung mit Natronlauge weich und zusammenhanglos gewordene Bast sofort auf dasjenige Fördermittel geraten muß, das ihn zur Weiterbehandlung führt. Es darf also nicht etwa zwischen Fördermittel und Natronlaugenbehandlung die Behandlung in einer Schälmaschine liegen oder der Bast in bekannter Weise in Wasser hinein abgespritzt werden. Es darf aber auch der Stengel nicht gequetscht-werden. Hierdurch entstehen Risse und Spalten, in die sich die Fasern hineinsetzen und aus denen sie nur schwer wieder zu entfernen sind.
  • Bei der Lösung der Aufgabe muß ferner darauf geachtet werden, daß die Faser vom Stengel restlos gewonnen wird. Es muß deshalb auf den vom Stengel abzulösenden Bast von allen Seiten her eingewirkt werden, nicht nur von oben und unten, sondern auch von der Seite her.
  • Nach der Erfindung werden die mit Natronlauge kräftig vorbehandelten Stengel dicht nebeneinander unmittelbar auf das Fördertuch zur Fasermaschine gelegt. Die Stengel wandern dann auf dem Fördertuche unter hin und her gehenden Wasserstrahlen hindurch, die senkrecht und auch seitlich die Stengel treffen und den größten Teil des Bastes von ihnen ablösen und in langen Streifen neben den Stengeln auf das Siebtuch niederlegen. Zum mindesten spritzen die Wasserstrahlen denjenigen Bast vom Stengel ab, der sich oben und seitlich -vom Stengel befindet. Abspritzung der Stengel ist an sich bekannt, neu jedoch ist es, daß bei der Abspritzung die Stengel schon unmittelbar auf dem Fördertuch liegen, so daß sich der Bast in langen Bändern mit paralleler Faserlage, soweit sie am Stengel hafteten, neben den Holzstengeln auf das Siebtuch legt.
  • Der unten am Stengel haftende Bast wird von den von oben kommenden Wasserstrahlen nicht getroffen und wird zwar oft, aber nicht immer schon durch die beschriebene Behandlung ablöst werden. Um das zu erreichen, ist es erforderlich, die Stengel vom Siebtuche abzuheben und Wasserstrahlen auch auf die untere Stengelseite wirken zu lassen. Diese Stengelabhebung und untere Wassereinwirkung stellt die zweite Stufe des neuen Verfahrens dar. Hierzu wird die Steifigkeit des Stengelholzteiles benutzt. In den Lauf des Fördertuches wird eine Knickung hineingebracht, der vordere Teil der mitwandernden Holzstengel macht die Knickung nicht mit, der bereits abgelöste Bast tut das aber, und eg wirken auf den frei ohne Unterlage vorwandernden Stengelteil die kräftigen Eigenwirkungen der Spritzungen von oben ein, die weiere Bastteile ablösen. Schließlich gerät der Stengel, nachdem er über und durch diese später erläuterten Zwischenbehandlungen gelaufen ist, zwischen zwei gleich schnell laufende Fördertücher und nach diesen in ein sehr schnell umlaufendes Walzenpaar, das ihn nach vorn hin schnell herauszieht und auf ein Abführtuch legt.
  • Auf der Zeichnung ist schematisch eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens dargestellt. Der hintere rechte Auflageteil ist im Verhältnis zum linken eigentlichen Behandlungsteil im Maßstabe wesentlich kleiner gehalten.
  • Die mit "Natronlauge vorbehandelten Stengel " werden dicht nebeneinander unmittelbar auf das Zuführungstuch T bei A- aufgelegt und wandern mit ihm in der Pfeilrichtung vor. Sie laufen unter Spritzeinrichtungen 2 hindurch, deren Rohre wagerecht, also senkrecht zur Bildebene hin und her gehen. Die Wasserstrahlen treffen die Stengel senkrecht, lösen Bast von ihnen ab und legen ihn in langen Streifen neben den Stengeln auf das Siebtuch T. Bei der Führungswalze 3 biegt das Siebtuch T von seiner Richtung zwischen den Stellen i und 3 ab und läuft über weitere Führungsrollen 4 und 5. Die Entfernungen der Leitwalzen voneinander betreffen nur etwa den vierten Teil der Stengellänge. Die Stengel sind in der Zeichnung strichpunktiert dargestellt. Infolge der Steifigkeit der Holzstengel heben sich die vorderen Stengelteile vom Fördertuche T ab. Ist das genügend geschehen, so kippt schließlich der Stengel nach vorn über und infolgedessen hinten in die Höhe. Inzwischen ist er aber doch schon weiter vorwärts gekommen, so daß er beim vorderen Niederkippen nicht mehr wieder auf das Fördertuch gelangt und infolgedessen den bereits abgespritzten Bast nicht wieder angreift oder verwirrt. Der Stengel trifft beim Niederkippen auf eine Leitwalze 8 mit höherer Umlaufgeschwindigkeit und wird dadurch an eine Walze 9 herangeführt, während unterhalb dieser Walze von der Leitwalze 5 aus das Fördertuch T sich mit verhältnismäßig scharfer Ablenkung nach unten wendet. Die Walze 9 läuft sehr rasch und nimmt etwa am vorderen Stengelende noch haftenden Bast auf. Spritzrohre 2o sorgen dafür, daß dieser Bast nicht an den Walzen kleben bleibt, sondern auf das Fördertuch T geworfen wird.
  • Aber auch hierdurch kann manchmal nicht aller Bast vom Stengel entfernt werden. Es hängen manchmal doch noch Fasern, die infolge des vorangegangenen Spritzvorganges umhergeschleudert worden sind, unmittelbar um den Stengel herum und bilden gewissermaßen einen Ring. Häufig ist das nicht, aber nicht unmöglich. Solche Ringe hängen aber niemals vorn am Stengel. Das voranlaufende Stengelkopfende ist hinter den Walzen 9 mit Sicherheit frei. Mit seinem vorderen Ende gelangt der Stengel zwischen ein Tuchpaar, dessen oberer Strang S1 aus Metalltuch und dessen unterer Strang S2 aus Stofftuch besteht. Beide Tücher laufen mit gleicher Geschwindigkeit um die Walzen 13 und 14 bzw. io, i1 und i2 um. Nach Austritt aus dem Tuchpaar S' und S2 tritt das vordere nackte Stengelende zwischen die sehr schnell umlaufenden und mit Federdruck aufeinander gedrückten Walzen 15 und 16. Der Stengel wird von diesen Walzen erfaßt und mit großer Geschwindigkeit aus den Tüchern S' und S2 herausgezogen. Was etwa an Bast am Stengel noch vorhanden war, wird bis auf die letzten und kleinsten Reste an das Stofftuch S2 abgegeben.
  • Auf seinen abwärts führenden Strang zwischen den Leitwalzen ii und i2 wirkt die Spritzung 21. Der nach unten führende Strang des Fördertuches T nimmt auch diese Bast- und Faserteile auf und bringt sie zur Fasermaschine.
  • Die Behandlung der Stengel durch die Walzen 8 und 9 und durch die Tücher S' und S2 liefert den an ihnen haftenden Bast nicht in Streifen. Dieser Betrag ist aber gegenüber der Streifenablieferung durch die Spritzung 2 verschwindend gering und übt auf die allgemeine Lage des Bastes und auf die Weiterbehandlung gar keinen Einfluß aus. Wichtig aber ist, daß auch nicht der geringste Bestandteil an Fasergut verlorengeht, sondern bis auf den letzten Rest auf das Fördertuch T gelangt.
  • Die leeren Stengel werden vom Förderbande 18 abgeführt, und der gewonnene Bast wird den Kalandern K der Fasermaschine zugeführt.
  • Aus der Beschreibung der Vorrichtung ist deutlich der neue Gedanke des Verfahrens zu erkennen. Der Bast wird vom vorbehandelten Stengel durch Abspritzung in langen Streifen unmittelbar auf das Fördertuch T gebracht, kann. sich also gar nicht erst in Batzen und Klumpen verwirren.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung des Bastes von Nutzfasern enthaltenden Pflanzenstengeln, insbesondere von Nesselstengeln, durch Spritzung, dadurch gekennzeichnet, daß die in an sich bekannter Weise mit Natronlauge vorbehandelten Stengel an der Spritzvorrichtung auf einem Förderbande in Längsrichtung geordnet vorbeigeführt werden, so daß der abgespritzte Bast in Längsrichtung der Weiterverarbeitung zugeführt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach der ersten, die oberen und Seitenteile der Stengel treffenden Spritzung die Stengel angehoben und durch weiter oberhalb des ursprünglichen Fördertuches liegende Abspritzung und Abzieheinrichtungen geführt werden, um auch die durch die erste Spritzung nicht entfernten, nur noch geringen Bastmengen auf das Fördertuch und mit dem streifenförmig durch die erste Spritzbehandlung auf dem Fördertuche erhaltenen Bast zur eigentlichen Faser-- maschine zu führen.
  3. 3. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Laufe des Fördertuches nach der ersten Spritzbehandlung eine Abknickung nach unten vorgesehen ist, die den Stengel abhebt und mit seinem vorderen Ende auf oberhalb des Fördertuches (T) liegende, verhältnismäßig schnell umlaufende Walzen (8, 9) geraten läßt, über denen eine Abspritzeinrichtung (2o) vorgesehen ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß hinter dem Walzen- -paare (8, g) eine aus Doppeltuch (S1, Sz) und schnell umlaufenden Preßwalzen (=5, =6) bestehende, an sich bekannte Schäleinrichtung vorgesehen ist, die den Holzstengel auf ein Abführtuch (z8) führt und etwa am Stengel noch haftenden Restbast in sich aufnimmt.
  5. 5. Torrichtung-nach Anspruch q., dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Tuchstrecke (S1, S2) und den Auszugwalzen (z5, 16) eine auf das untere, aus Stoff bestehende Tuch (S2) wirkende Abspritzeinrichtung (2i) vorgesehen ist.
DE1919339887D 1919-12-14 1919-12-14 Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung des Bastes von Nutzfasern enthaltenden Pflanzenstengeln Expired DE339887C (de)

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